Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Komplizierter Name heißt nicht gleich komplizierter Hund. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever (kurz „Toller“) ist eine selten anzutreffende Rasse. Dank ihres klugen Köpfchens und viel Charme hat sie dennoch das Potenzial zu einer großen Fangemeinde.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever Geschichte

Von Kanada nach Schweden

Die Rasse mit war im 19. Jh. vor allem in Kanada und den USA beliebt. Die Ursprünge sind nicht eindeutig geklärt. Eventuell wollte man Hunde züchten, die wie einige Füchse durch Spielen am Ufer Enten anlocken. Bereits die Ureinwohner Neuschottlands setzten die roten Hunde zur Entenjagd ein. Einwanderer sollen sich dies abgeschaut und gezielt mit Collies, Spaniels, Settern sowie den roten Indianerhunden in diese Richtung gezüchtet haben.

Erst gegen Ende des 19. Jh. fasste die Rasse auch in Europa Pfote, so z.B. 1880 in Dänemark und 1884 in Schweden. Die Hunde waren damals aber noch unter anderen Namen wie z.B. „Little River Duck Dog“ bekannt. Die offizielle Rasse ist noch recht jung. Seit 1946 führt der Canadian Kennel Club den Toller. Internationales Ansehen erhielten die Toller erst Anfang der 80er Jahre des 20. Jh. durch die FCI. Die FCI ist der weltgrößte Dachverband für Hundezucht. Besonders in Schweden hat der quirlige Hund mittlerweile viele Fans. Hier leben heute mehr Nova Scotia Duck Tolling Retriever als in Kanada.

Verwendung: Der Toller als spezialisierter Jäger

Der Name verweist auf Herkunft und Verwendung der Rasse. Nova Scotia Duck Tolling Retriever können wir mit „neuschottischer, Enten anlockender Apportierhund“ übersetzen. Neuschottland ist eine Halbinsel im Osten Kanadas. Dort wird der Toller auch als Nationalhund geehrt. Die Hunderasse hatte hier ihre ersten Einsätze als Jagdhunde. Denn die ursprüngliche Verwendung war spezialisiert. Der jagdlich geführte Toller hat die Aufgabe, am Ufer laufend Stöckchen zu apportieren. Diese werden vom Jäger aus einem Versteck zugeworfen. Der quirlige Hund lockt durch seine Bewegungen am Ufer Wasservögel an, die somit vor der Jägerfinte landen. Der Mensch pfeift dann seinen Hund zurück und schießt die Enten. Schließlich lässt der Jäger wiederum den Nova Scotia Duck Tolling Retriever seinem Namen alle Ehre machen. Er lässt ihn die Enten apportieren. Diese Taktik beim Jagen nennt man auch „Tolling“.

Aussehen des Tollers

Die mittelgroße Rasse verteilt circa 17-23 kg auf eine Größe von bis zu 51 cm. Rüden sind größer und schwerer als weibliche Tiere. Damit ist sie die kleinste der sechs Retrieverrassen, zu denen auch die berühmten Labrador Retriever und Golden Retriever gehören. Mit dem "Golden" wird der Nova Scotia Duck Tolling Retriever oft verwechselt. Der Toller ist jedoch flinker und agiler als seine großen Verwandten. Sein Fell ist optimal auf die Arbeit im Wasser ausgelegt. Das doppelte Haarkleid ist mittellang und weich. Die Unterwolle ist noch weicher und sehr dicht. Dies sind optimale wasserabweisende Eigenschaften. Somit ist der Toller auch beim Einsatz in kalten Gewässern geschützt. Zudem ziert den Nova Scotia Duck Tolling Retriever eine „Befederung“. Darunter verstehen Experten das lange Haar an Kehle, hinter den Ohren, der Rute sowie an den Hinterseiten von Ober- und Unterschenkel.

Der Fuchs unter den Hunden

Die Fellfarbe variiert von orangerot bis zu einem kräftigen Rotton. Sie wird oft durch weiße Abzeichen an Pfote, Blesse, Brust oder Rutenspitze ergänzt. Ein Toller wirkt meist sehr aufgeweckt und hat nicht nur die Fellfarbe mit dem Fuchs gemein.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever Charakter

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever verbringt seine Zeit am liebsten mit Spielen. Er ist fröhlich und sehr aufmerksam. Zudem ist er stets darauf bedacht, den Einsatz für seine nächste Aufgabe nicht zu verpassen. Apportieren zu Land und zu Wasser ist seine große Passion. Die Rasse gilt als intelligent und gelehrig. Ihren Haltern gegenüber sind sie anhänglich und freundlich. Fremden gegenüber können Toller sich auch gleichgültig bis verschlossen verhalten. Der Toller ist nicht aggressiv, kann sein Revier aber durchaus bellend verteidigen. Die verspielten Hunde neigen weder zum Streunern noch zum Wildern.

Gesundheit

Gute Zucht als beste Vorsorge

Ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever hat eine Lebenserwartung von rund 15 Jahren. Er ist oft bis ins hohe Alter aktiv. Die Rasse gilt im Grunde als robust. Jedoch können vermehrt Erkrankungen der Augen auftrete. Ellbogen- und Hüftdysplasien (ED und HD) sind ebenfalls nicht selten. Achten Sie beim Kauf eines Tollers auf vorsorgliche Untersuchungen bei den Elterntieren. Auch Erkrankungen der Augen können mittlerweile durch moderne Gentests ermittelt werden. Eine weitere häufige Erkrankung ist SRMA (Meningitis-Arteriitis). Auch hier wird eine erbliche Ursache vermutet. Symptome sind plötzliches Fieber mit einer steifen Körperhaltung. Eine Kortison-Therapie kann schnell zu Linderung führen, muss jedoch monatelang fortgesetzt werden. Die SRMA kann auch chronisch werden. Kritiker der Reinzucht des Tollers begründen das Auftreten der Erbkrankheiten mit dem kleinen Genpool der Rasse.

Kontroverse: Reinzucht vs Einkreuzungen

Interessenten sollten sich unbedingt mit der Kontroverse um „Reinzucht vs Einkreuzungen in die Rasse“ beschäftigen. Denn nach einigen Studien weisen Toller ein Inzuchtniveau von 26 Prozent auf, was größer als das von Vollgeschwistern ist. Während einige Nova Scotia Duck Tolling Retriever Züchter nach wie vor auf der Reinzucht der Rasse bestehen, gibt es auch kritische Stimmen. Diese sehen die Verpaarung von Tieren mit ähnlichem genetischen Material aufgrund der Gefahren für das Erbgut als Qualzucht. Dieses Risiko versuchen einige Züchter zu senken, indem sie bewusst andere Rassen einkreuzen. Anhänger der Reinzucht sollten die Berechnung des Isonomiekoeffizient in jede Verpaarung einplanen. Sie sollten sich gut mit dem Stammbaum auskennen, um nur genetisch weit entfernte Toller zu Hundeeltern zu machen. Damit wird der Grad der Verwandtschaft niedrig gehalten. Egal welchem der beiden Lager ein Toller-Züchter auch angehören mag. Bei dieser Rasse ist das genetische Know-How, das natürlich jeder Züchter haben sollte, enorm wichtig.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever Pflege

Das schlichte Langhaar braucht wenig Pflege. Einige Male Bürsten pro Woche genügen. Die längeren Haare an Pfoten und Ohren müssen ab und zu entwirrt werden. Zwecks Sauberkeit sollte man beim Toller ein Auge zudrücken, was auch an seiner Liebe zu Wasser liegt. Sogar Matschpfützen können die roten Kobolde zu einem kleinen Bad verleiten. Vor allem während des Fellwechsels verlieren Toller viele Haare. Bürsten Sie Ihren Hund in dieser Zeit öfter, um den Haarverlust im Haus zu senken.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever Ernährung

Für ein langes und glückliches Hundeleben ist eine ausgewogene Ernährung maßgeblich. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever stellt keine besonderen Ansprüche an die Ernährung. Wichtig ist, dass das Futter einen hohen Anteil an Fleisch aufweist und getreidearm ist. Auf dem Futter-Etikett sollte Fleisch folglich an erster Stelle aufgeführt sein.

Alternativ zu Trocken- und Nassfutter gibt es das sogenannte „Barfen“. Dabei werden die Hunde basierend auf ihrer einstigen Ernährung mit überwiegend frischem Fleisch ernährt. Dazu kommen Innereien, Gemüse und verschiedene Supplemente. Befürworter betonen, dass BARF besonders artgerecht sei. Grund dafür ist, dass die Nährstoffe genau auf die Bedürfnisse der Hunde abgestimmt werden. Deshalb sollten sich interessierte Hundehalter intensiv mit dem Thema beschäftigen. Hunde, die mit der falschen Menge an Nährstoffen versorgt werden, können gefährliche Defizite entwickeln. Sprechen Sie daher bei Unklarheiten stets mit einem Tierarzt. Dieser kann Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Für die Zahnhygiene sind spezielle Hundesnacks sinnvoll, die das Kauen fördern. Vergessen Sie nicht, Ihrem Liebling immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.

Erziehung: der Toller als fröhlicher Schüler

Wer einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever hat, hat einen Hund mit großem „will to please” an seiner Seite. Das bedeutet: Der Hund will seinem Menschen gefallen. Dies ist ein großes Plus für die Erziehung des Hundes, dem es Spaß macht, Befehle auszuführen. Auch Anfänger können ihrem Toller ohne Probleme Gehorsam beibringen. Sie sollten aber über den Grundwortschatz der Sprache der Hunde und Konsequenz verfügen. Auch Tricks lernt der kluge Hund gerne. Mit einer klaren Linie und ohne Härte ist der Toller leicht zu erziehen. Optimal ist natürlich die Unterstützung durch eine Hundeschule bereits ab dem Welpenalter.

Beschäftigung mit Spiel & Spaß

Der Toller liebt auch als Begleithund Schwimmen und Apportieren. Intelligenzspielzeug ist für den Vierbeiner unerlässlich. Der Vorteil dabei: Auch an regnerischen Tagen können Sie die Geschicklichkeit Ihres Lieblings trainieren. Außerdem macht dem Toller in der Regel alles Spaß, bei dem er Ausdauer und Köpfchen einsetzen kann. Die Rasse ist gut geeignet für Hundesport wie Agility oder Flyball. Daneben ist für sie auch eine Ausbildung zum Rettungshund. Ein erwachsener Toller begleitet Sie gerne am Fahrrad, beim Joggen oder auf Spaziergängen durch den Wald. Allerdings sollten Sie Ihren Hund nicht zum Adrenalin-Junkie erziehen, der kaum zur Ruhe kommt. Legen Sie von Beginn an Wert auf gemütliche Stunden. Ein ausgeglichener Toller kann durchaus einen faulen Mittag im Körbchen genießen. Bei der Beschäftigung des klugen Sportlers sollten Kopf und Nase trainiert werden. So kann der fuchsfarbene Hund zu einem Begleithund für aktive Menschen werden, die nicht täglich mit ihrem Hund sportliche Höchstleistungen erreichen möchten.

Die Entscheidung: Toller für Sie?

Ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever braucht Anschluss zum Rudel. Er ist durchaus als Familienhund geeignet. Das setzt voraus, dass es sich bei deren Mitgliedern um sportliche Menschen handelt. Bei bequemen Menschen beschäftigt sich der rote Kobold schnell selbst. Im Grunde können auch Anfänger gut mit einem Nova Scotia Duck Tolling Retriever zurecht kommen. Sie sollten sich vorher jedoch gründlich in Wege der Beschäftigung und Hundeerziehung einlesen. Denn die Energie des quirligen Tollers sollte von klein auf in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Auch andere Tiere dürfen im Haushalt leben, denn die Rasse ist gut mit ihnen zu vergesellschaften.

Klären Sie vor dem Einzug mögliche Allergien in der Familie und die Betreuung bei Urlaub oder im Krankheitsfall ab. Tierfreunde, die mit Hund verreisen möchten, haben dazu jetzt einige Möglichkeiten. Und ein gut erzogener Toller ist auch in manchen Hotels ein gern gesehener Gast. Die Rasse bleibt in der Regel bis ins hohe Alter temperamentvoll und verspielt. Auch dies sollten Sie vor dem Einzug Ihres Tollers beachten. Natürlich braucht er wie jeder Hund eine Grundausstattung:

Es ist zudem sinnvoll, die monatlichen Ausgaben für ein hochwertiges Futter und Besuche beim Tierarzt vorher auf lange Sicht zu planen. Ebenso sollten besondere Ausgaben für evtl. anfallende Tierarztkosten bei unerwarteten Krankheiten bedacht werden.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever Welpen gesucht?

Sie haben sich entschieden. Toller ist für Sie am tollsten? Dann kann die Ausschau nach Ihrem Nova Scotia Duck Tolling Retriever Welpen losgehen! Vor der Suche nach einem Züchter sollten Sie sich unbedingt zum Thema Inzuchtniveau bei der Rasse einlesen. Somit kennen Sie die Argumente beider Seiten und können sich hierauf basierend eine eigene Meinung bilden. Besuchen Sie den Züchter in seinem Zuhause, werden Sie auch die Elterntiere kennenlernen. Zudem können Sie Fragen zum Wesen, Gesundheit und zu Ihrem Welpen stellen. Auch der Züchter wird vermutlich einige Fragen an Sie richten. Dies ist ein gutes Zeichen, denn er möchte sichergehen dass sein Welpe ein gutes Zuhause bekommt. Ihr  Welpe kommt mit Gesundheitszeugnis, Abstammungsnachweis sowie Impfpass und meist mit Chip.

Es ist möglich, dass Sie auf Ihren Toller etwas warten müssen. So ist die Zucht der Rasse z.B. in Deutschland nur im Deutschen Retriever Club e. V. zugelassen. Dafür müssen Hunde auch mehrere Tests und Prüfungen bestehen, bevor sie als Zuchttiere zugelassen werden. Hierzu gehören:

  • ein Wesens-Test
  • Untersuchungen von Hüfte, Ellbogen und Augen
  • eine Begleithundeprüfung
  • eine Jagd- oder Dummy-Prüfung im Anfängerniveau
  • eine Bewertung des Typs

Auf diese Bereiche können Sie Ihren Züchter ansprechen. Seriöse Züchter achten auf eine gute Sozialisierung sowie Gesundheitsvorsorge. Sie wählen ihre Käufer kritisch aus, damit die Welpen in ein gutes Zuhause kommen.

Sehen Sie von Vermehrern ab!

Von Verkäufern, die nicht in einem Verein züchten, sollten Sie Abstand halten. Die Toller-Zucht verlangt nämlich Profi-Wissen und mehr Liebe zum Tier als zum eigenen Geldbeutel. Schwarzzüchter arbeiten meist vor allem auf den finanziellen Gewinn hin. Dabei bleiben Gesundheit sowie Sozialisierung der Welpen und die Haltung der Elterntiere auf der Strecke. Auch aus Mitleid sollten Sie hier nicht kaufen, denn mit einem Kauf stimulieren Sie in jedem Fall die Nachfrage, die bekanntlich das Angebot regelt.

Wenn Sie einen erwachsenen Nova Scotia Duck Tolling Retriever kaufen möchten, durchstöbern Sie am besten das Internet. In einigen Regionen gibt es z.B „Retriever in Not“-Organisationen. Diese sind auf die Vermittlung von Retrievern spezialisiert. Ab und an findet man dort einen Toller, der ein neues Zuhause sucht. Jedoch ist dies aufgrund der geringen Häufigkeit der Rasse eher die Ausnahme als die Regel. Dies gilt auch für Toller-Mischlinge oder gar reinrassige Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Tierheim.

Wir wünschen Ihnen tierisch viel Freude mit Ihrem Nova Scotia Duck Tolling Retriever!

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