08. April 2019

Vegetarisches Hundefutter – eine echte Alternative?

Vegetarisches Hundefutter Golden Retriever

Vegetarische Ernährung ist mehr als nur ein Trend, denn es sprechen viele Argumente dafür, auf Fleisch zu verzichten: Vegetarische Ernährung ist gesund, es kommen keine Nutztiere zu Schaden und sie schont die Umwelt. Doch wie sieht es mit unseren Hunden aus – eignet sich eine vegetarische Ernährung auch für sie?

Kleine Geschichte der Hundeernährung

Viele Hundehalter essen nur selten oder gar kein Fleisch und würden auch ihre Hunde gerne vegetarisch ernähren, wenn sie denn könnten. Doch Hunde sind – wie der Wolf – Karnivoren, sprich: Fleischfresser. Eine vegetarische Ernährung eignet sich darum nicht für sie – so lautet ein häufiges Argument gegen die vegetarische Ernährung von Hunden. Aber zwischen Hund und Wolf bestehen viele kleine und größere Unterschiede, zu denen auch die Verdauung gehört. Denn die beiden Spezies haben jeweils eine andere Geschichte: Wölfe sind nicht domestiziert. Wo Menschen leben, leben auch Hunde. Sie sind seit Jahrtausenden enge Begleiter des Menschen. Jahrhunderte lang haben sie immer wieder das gefressen, was der Mensch ihm übriggelassen hat – oft Speisereste, die wenig Fleisch beinhalten. Denn Fleisch galt als besonders wertvoll. Erst während der letzten Jahrzehnte, in denen Fleisch mehr und mehr zur Massenware wurde, bekommt der Hund vermehrt Fleisch in den Napf – zumindest in den westlichen Industrienationen. In vielen Ländern fressen Hunde auch heute vor allem Speisereste, teils auch Aas oder sogar menschliche Fäkalien. Im Gegensatz zu Katzen ernähren wildlebende Hunde sich also weitaus weniger von Beutetieren. Essensreste sind zweifellos keine geeignete Hundemahlzeit, doch im Laufe der Zeit hat sich die Verdauung des Hundes unseren Gewohnheiten angepasst.

Der Hund: Alles- oder Fleischfresser?

Darum können Hunde heute nicht nur Fleisch, sondern auch Kohlenhydrate verwerten. Hinweise dafür bieten uns mehrere Studien wie eine Untersuchung aus Uppsala aus dem Jahre 2013. Sie zeigt, dass Hunde Stärke weitaus besser verarbeiten können als Wölfe. Ist der Hund nun ein Karnivore oder ein Omnivore? Hier gehen die Meinungen weiterhin auseinander. Doch fest steht, dass Hunde weniger auf tierische Proteine angewiesen sind als Katzen oder eben Wölfe. Manche bezeichnen Hunde darum als „Carni Omnivoren“ – Allesfresser, die aber überwiegend Fleisch verspeisen.

jack russell hundefutter

Warum vegetarisch?

Mehr und mehr Hundehalter leben selbst vegetarisch. Wer aus ethischen Gründen – zum Beispiel, weil er gegen die Massentierhaltung ist – kein Fleisch isst, dem fällt es schwer, seinem Vierbeiner jeden Tag Fleischmahlzeiten zu servieren. Manche verzichten auch aus ökologischen Gründen auf Fleisch, denn die Produktion von pflanzlicher Nahrung verbraucht weniger Ressourcen. Für diese Halter sind oft Kompromisse möglich: Sie verwenden vegetarisches Hundefutter als Leckerli oder wechseln die Gabe mit Fleischmahlzeiten ab. Wenn der Hund dies verträgt, spricht nichts gegen eine solche Mischfütterung. Manchmal liegt die Ursache für den Schritt zu vegetarischem Hundefutter jedoch auch am Vierbeiner selbst: Einige Hunde haben bestimmte Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien auf pflanzliche Eiweiße, so dass die Besitzer zu vegetarischem oder veganem Hundefutter greifen.

Vegetarisch und ausgewogen

Dass Hunde ab und an gerne eine Möhre knabbern, ist für viele Menschen nichts Neues. Doch es ist davon abzuraten, seinen Hund auf eigene Faust vegetarisch zu ernähren. Denn Vitamine, Proteine, Mineralstoffe sowie Fette sollten auf die Bedürfnisse des Vierbeiners abgestimmt sein. Sonst besteht die Gefahr von Mangelerscheinungen, die sich oft erst nach Jahren zeigen. Mittlerweile haben Hundehalter glücklicherweise die Wahl zwischen mehreren vegetarischen Hundefutter-Sorten. Diese beinhalten pflanzliche Eiweiß-Quellen, denn die Protein-Versorgung bleibt natürlich wichtig. Manche Hersteller verwenden beispielsweise Süßlupinen, um den Eiweiß-Bedarf zu decken. Ein Beispiel hierfür ist Lukullus Veggie. Die kaltgepressten Happen mit viel Gemüse in Verbindung mit kaltgepressten Ölen versorgen den Vierbeiner als Alleinfutter mit allem, was er braucht – und überzeugen zudem mit hoher Akzeptanz. Da die Kroketten nicht fetten, können Sie diese auch optimal als Leckerchen verwenden. Die Firma Yarrah bietet vegetarisches Hundefutter aus biologischer Landwirtschaft an und hat außerdem ein vegetarisches Yarrah-Nassfutter im Angebot. Hersteller wie Green Petfood bieten nicht nur reines Veggie-Hundefutter von Green Petfood an, dessen Proteinquellen unter anderem aus Kartoffeleiweiß und Erbsen bestehen. Green Petfood hat auch ein hypoallergenes Hundefutter entwickelt, dessen Proteine von Insekten stammen. Sowohl für Hunde mit Unverträglichkeiten als auch unter Nachhaltigkeits-Aspekten eine clevere Idee!

Tipps zur vegetarischen Ernährung des Hundes

Füttern Sie Ihren Hund nicht auf eigene Faust rein vegetarisch, sondern wählen Sie ein geeignetes Alleinfutter – einige Sorten haben wir Ihnen bereits vorgestellt. So sichern Sie eine ausgewogene Ernährung Ihres Gefährten. Eine Umstellung sollte immer nur langsam erfolgen – mischen Sie einen Teil des alten mit einem zu steigernden Anteil des neuen Futters, damit Ihr Hund sich an das neue Futter gewöhnen kann. Wenn Ihr Gefährte sein vegetarisches Futter gut verträgt, können Sie seine Ernährung ab und zu mit einem frischen Ei oder Magerquark ergänzen. Vor allem bei heranwachsenden Hunden sollte eine vegetarische Ernährung von Tierärzten kontrolliert werden, die eine regelmäßige Gesundheitskontrolle durchführen. Sprechen Sie auch beim jährlichen Gesundheitscheck eine rein vegetarische Ernährung des Hundes an. Wer vegetarisches oder veganes Hundefutter als Ergänzung zu einem fleischhaltigen nimmt, muss in der Regel nichts zusätzlich beachten.

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