Hund vegetarisch ernähren: Eine echte Alternative?

Hund vegetarisch ernähren mit Karotten

Möhren sind zwar gesund, doch Hunde brauchen vor allem auch viele Proteine.

Vegetarische Ernährung hat die Nische längst verlassen. Immer mehr Menschen verzichten, zumindest tageweise, bewusst auf Fleisch und Fisch. Denn eine durchdachte vegetarische Ernährung ist lecker, gesund und nachhaltig. Aber können wir das auch auf unsere vierbeinigen Fellnasen übertragen? Wir geben einen Einblick in die Diskussion, ob man einen Hund vegetarisch ernähren kann.

Gründe für eine vegetarische Hundeernährung

Eine vegetarische Ernährung steht bei vielen Menschen hoch im Kurs. Das spiegelt sich auch im Wunsch wider, den eigenen Hund vegetarisch zu ernähren.

Tierfreunde, die auf Fleisch und Fisch verzichten, tun dies meist nicht, weil ihnen das Kotelett nicht schmeckt. Sie sind aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen Vegetarier. Denn ihnen ist das Tierwohl wichtig und sie möchten darum auf Fleisch von Nutztieren verzichten.

Zudem sind sich immer mehr Menschen bewusst, dass Fleisch unseren ökologischen Fußabdruck vergrößert. Dabei spielt auch Heimtierfutter eine Rolle. In Deutschland landen beispielsweise rund 4.400 Tonnen Fleisch im Napf von Hunden – jeden Tag.

Manchmal gibt es aber noch ganz andere Gründe dafür, einen Hund vegetarisch zu ernähren. So gibt es viele Vierbeiner, die an Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien leiden und deshalb eine alternative Ernährung benötigen.

Faktencheck: Ist der Hund ein Fleischfresser?

Die Frage, ob Hunde reine Fleischfresser sind, wird kontrovers diskutiert. Das erschwert eine klare Antwort. Selbst Wölfe naschen ab und zu mal an Grünem und legen – wenn auch nicht freiwillig – Veggie-Tage ein. Einem Löwen oder Tiger dagegen käme dies nicht in den Sinn: Katzen sind reine Fleischfresser.

Hunde wiederum können pflanzliche Kost vermutlich sogar besser verwerten als Wölfe. Denn unsere Vierbeiner – und ihre Verdauung – haben sich über die Jahrtausende anders entwickelt. So zeigen Studien, dass zumindest manche Hunde eine genetische Veranlagung haben, die es ihnen erlaubt, Stärke besser zu verarbeiten als Wölfe. Doch auf diesem Gebiet gibt es noch weiteren Forschungsbedarf.

Einige Experten bezeichnen den Hund deshalb als Carni-Omnivoren, als Allesfresser wie wir Menschen, der aber vor allem Fleisch frisst.

Golden Retriever mit Fressnapf voller Gemüse
Hunde sind Carni-Omnivoren, also Allesfresser mit einer Vorliebe für Fleisch. Sie können aber auch pflanzliche Kost verdauen.

Was fehlt dem Hund bei einer vegetarischen Ernährung?

Um einen Hund ausschließlich vegetarisch zu ernähren, müssen Halter all seinen Bedürfnissen gerecht werden – eine Herausforderung. Denn der im Vergleich zu uns Menschen kurze Magen-Darm-Trakt und das Gebiss des Hundes unterstreichen, dass der natürliche Schwerpunkt der Hundeernährung aus fleischlicher Kost besteht.

Die wichtigsten Energielieferanten für Hunde sind Proteine mit lebensnotwendigen Aminosäuren. Sie sind die Bausteine für Muskeln und die Erneuerung der Zellen. Fleisch ist und bleibt für Hunde damit eine besonders hochwertige Eiweißquelle.

Außerdem benötigen Hunde in Relation zum Körpergewicht im Vergleich zu uns Menschen fast die dreifache Menge Kalzium und das Sechsfache an Zink pro Tag. Auch hierfür ist Fleisch optimal – doch es gibt Alternativen!

Den Hund vegetarisch ernähren: Ist das möglich?

Hundefreunde haben heutzutage so viel Auswahl wie noch nie, wenn es um das richtige Hundefutter für ihren vierbeinigen Gefährten geht. Auch vegetarisches Hundefutter ist als Nass- und Trockenfutter erhältlich. Doch ist es damit möglich, meinen Hund gesund zu ernähren?

Die Antwort darauf lautet: Grundsätzlich ja – ein klug zusammengesetztes vegetarisches Hundefutter versorgt Ihren vierbeinigen Gefährten mit allem, was er braucht. Es empfiehlt sich allerdings, eine Ernährungsumstellung vorher mit einem Tierarzt abzuklären. Er kann Ihnen wertvolle Tipps geben und zugleich gesundheitliche Risiken ausschließen.

Den Hund richtig vegetarisch ernähren

Wer seinen Hund fleischlos ernähren möchte, greift am besten zu einem vegetarischen Alleinfutter für Hunde. Es enthält alles, was Ihr Vierbeiner braucht. Ein vegetarisches Hundefutter ersetzt tierische mit pflanzlichen Proteinen.

Die Hersteller verwenden zum Beispiel Süßlupinen, Kartoffeleiweiß oder Erbsen. Mittlerweile sind auch Alleinfuttermittel erhältlich, die vegetarisches tierisches Eiweiß wie Frischkäse oder Ei enthalten.

Es spricht auch nichts dagegen, dem Vierbeiner Möhren ins Futter zu schnipseln. Doch tägliche Mahlzeiten mit dem richtigen Mix aus Proteinen, Fetten, Kohlehydraten, Vitaminen und Mineralien selbst zuzubereiten, ist anspruchsvoll.

Wenn Sie dies planen, sollten Sie einen Futterplan erstellen und diesen mit einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt besprechen. Er kann Sie dabei unterstützen, nicht nur die Nährstoffe, sondern auch das Zusammenspiel der Zutaten im Blick zu halten.

Viel Zink ist beispielsweise in Haferflocken enthalten. Doch Proteine und Aminosäuren tierischen Ursprungs verbessern die Zinkaufnahme, Phytinsäure aus Pflanzen oder eine große Menge Kalzium können sie reduzieren. Dies und vieles mehr gilt es zu berücksichtigen.

Im Zooplus-Shop finden Sie viele ausgewogene, vegetarische Hundefuttersorten.

Den Hund auf vegetarisches Futter umstellen

Wer sich für ein vegetarisches Alleinfutter für seinen Hund entscheidet, sollte die Ernährung langsam umstellen. Mischen Sie täglich einen größer werdenden Teil des Veggie-Futters in die bekannte Nahrung.

Wenn Ihr Gefährte sein vegetarisches Futter gut verträgt, können Sie seine Ernährung ab und zu mit Snacks wie einem gekochten Ei oder Magerquark ergänzen. Sprechen Sie die vegetarische Hundeernährung in jedem Fall bei der jährlichen Tierarzt-Kontrolle an.

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Was sind die Alternativen zu vegetarischem Hundefutter?

Ob Nahrungsmittelunverträglichkeit oder ethische Gründe: Es gibt mehr oder weniger gute Alternativen zu vegetarischer Hundeernährung. Doch was sind deren Vor- und Nachteile?

Bio-Hundefutter

Vor allem für Hundehalter, die auf nachhaltiges Hundefutter setzen und denen Tierwohl wichtig ist, ist Bio-Hundefutter eine gute Alternative.

Der Vierbeiner erhält Fleisch von Nutztieren aus artgerechter Tierhaltung. Die hochwertigen und unbelasteten Rohstoffe stammen aus biologischem Anbau. Win-Win für Hund, Halter – und die Umwelt.

Eine große Auswahl an biologischem Nass- und Trockenfutter für Hunde finden Sie natürlich auch im Online-Shop von zooplus.

Hundefutter aus Insekten

Hundefutter aus Insekten? Klingt gewöhnungsbedürftig! Doch den meisten Vierbeinern schmeckt’s! Viele Hunde, die kein tierisches Eiweiß zu sich nehmen können, vertragen dennoch Insektenprotein.

Da die Zucht von Insekten außerdem einen geringen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verursacht, ist dieses Futter auch unter Nachhaltigkeitsaspekten eine clevere Alternative.

Veganes Hundefutter

Manche zweibeinigen Veganer wünschen sich eine rein pflanzliche Ernährung auch für ihren Hund, was bedeutet: fleischlos sowie ohne tierische Produkte wie Eier und Milch. Eine solche Ernährungsweise ist zwar grundsätzlich möglich, aber noch einmal deutlich komplexer als eine vegetarische. Entsprechend umstritten ist diese Thematik auch bei Forschern und Tierärzten (siehe Linksammlung unten).

Hundebesitzer benötigen in jedem Fall fundierte Kenntnisse für die korrekte Futterzusammenstellung, um einem Nährstoffmangel bei ihrem Vierbeiner vorbeugen zu können. Eine vegane Hundeernährung ist deshalb für Anfänger auf Dauer nicht zu empfehlen.

Ob Sie Ihren Hund nun vegetarisch ernähren oder mit Fleischeinlage: Wir wünschen Ihrer Fellnase einen guten Appetit!

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