12. Mai 2017 - Aktualisiert 23. April 2019

Hundetrockenfutter vs Nassfutter

hundetrocken oder nassfutter

Was ist besser für den Hund?

Das Angebot an Hundefutter ist heute größer als je zuvor. Während die Vielzahl der Produkte zwar für jeden Hundegeschmack etwas bieten sollte, hat der Käufer die Qual der Wahl: Welches Futter ist denn nun das richtige? Ist Trockenfutter besser als Nassfutter oder ist es umgekehrt?

Zunächst einmal: Das Entscheidende am Hundefutter ist nicht die Form des Futters, sondern der Inhalt. Das heißt sowohl Trocken- als auch Nassfutter kann Ihren Hund mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgen, sofern die Inhaltsstoffe hochwertig sind und die Zusammensetzung stimmt. Beide Formen der Hundenahrung haben ihre Vor- und Nachteile und so ist es letztendlich nicht eine Frage von richtig oder falsch, sondern eine Frage, der persönlichen Möglichkeiten und Ansprüchen, zu welchem Hundefutter Sie am Ende greifen.

Um Ihre persönliche Entscheidung aber ein klein wenig zu erleichtern, wollen wir Licht in den Hundefutterdschungel bringen und im Folgenden Pro und Contra der unterschiedlichen Nahrungsformen aufzeigen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Trocken- und Nassfutter?

Der wesentliche Unterschied zwischen Trockenfutter und Nassfutter liegt zunächst einmal im unterschiedlichen Wassergehalt. Während der Feuchtigkeitsgehalt im Trockenfutter lediglich drei bis 12 Prozent ausmacht, liegt der Wasseranteil des Feuchtfutters zwischen 60 bis 84 Prozent. Diese enorme Differenz wirkt sich auch auf die Haltbarkeit des Futters aus. So hält sich Trockenfutter wesentlich länger als Nassfutter, das im Vergleich schneller verdirbt.

Erhebliche Schwankungen zwischen der trockenen und nassen Futtervariante lassen sich auch hinsichtlich des Energiereichtums feststellen. Mit Trockenfutter nimmt der Hund bereits mit kleinen Mengen sehr viel Energie auf. Um denselben Energiegehalt bei Nassfutter zu erreichen, müsste der Hund hingegen die doppelte bis dreifache Menge an Feuchtfutter verspeisen. Umstritten ist außerdem die Frage, welches Futter besser für die Zähne des Vierbeiners ist. So argumentiert die eine Seite, dass die harte Konsistenz des Trockenfutters die Zähne reinigt, während die Gegenseite behauptet, dass das Trockenfutter zu sehr an den Zähnen haften bleibt und damit eher Zahnprobleme gefördert würden.

Welche Vorteile hat Trockenfutter?

Aufgrund des hohen Energiegehalts benötigen Hundebesitzer bei Trockenfutter eher kleinere Mengen, um den Vierbeiner ausreichend zu versorgen und satt zu bekommen. Trockenfutter gilt deshalb gemeinhin als die kostengünstigere Wahl. Befürworter betonen auch, dass es aufgrund der geringeren Mengen die umweltfreundlichere Variante ist, da weniger Verpackungsmaterial anfällt.

Ein weiteres Argument, das eher für Trockenfutter spricht, ist die Sauberkeit und Handhabung des Futters. Matschige Kleckereien gibt es beim Trockenfutter nicht und selbst wenn das ein oder andere neben dem Futternapf landet, können die Reste leicht weggefegt oder weggesaugt werden. Darüber hinaus ist das geruchsärmere Trockenfutter auch auf Reisen leichter zu handhaben, da der Hund kleinere Mengen braucht und die Packungen besser auf Vorrat gekauft werden können.

Welche Vorteile hat Nassfutter?

Während Trockenfutter also vor allem dem Hundebesitzer hinsichtlich Preis, Sauberkeit und Handhabung Vorteile bringt, liegen die Vorteile für Nassfutter eher beim Hund. So würden die meisten Vierbeiner vermutlich zum Nassfutter greifen – wenn sie selbst entscheiden könnten. Denn das geruchs- und geschmacksintensivere Nassfutter schmeckt den meisten Hunden einfach besser. Positiv wirkt sich dabei vor allem der hohe Wassergehalt aus: Da mit dem Futter bereits eine große Menge an Flüssigkeit in den Körper gelangt, fällt es vielen leichter, den Flüssigkeitsbedarf des Hundes mit Nassfutter zu decken als mit Trockenfutter. Besonders für Hunde, die tagsüber nur wenig trinken, empfiehlt sich deshalb das feuchte Futter.

Aber auch für Hunde, die zu Übergewicht neigen, kann das Nassfutter mitunter die bessere Wahl sein. Vorausgesetzt die Ursache des Übergewichts liegt vor allem an einer ausgeprägten Fressfreude des Vierbeiners. So halten vor allem Hunde, die mit großem Appetit fressen, ihr Gewicht mit Nassfutter häufig leichter. Aufgrund des geringeren Energiegehalts in einer Portion können sie viel fressen ohne dabei ihren Kalorienbedarf zu überschreiten.

labrador wartet auf trockenfutter

Ist eine Kombination aus Nass- und Trockenfutter möglich?

Da sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter verschiedene Vorteile bietet, liegt der Schluss nahe, dass es das Beste ist, den Hund einfach mit einer Kombination aus beidem zu füttern. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, allerdings sollten Sie die Futtersorten nicht vermischen und immer zu unterschiedlichen Zeiten füttern. Aufgrund des hohen Energiegehalts des Nassfutters sollten Sie außerdem darauf achten, dass der Tagesbedarf trotz des Wechsels zwischen Nass- und Trockenfutter nicht überschritten wird.

Bei Hunden, die zu Verdauungsbeschwerden neigen, sollte sich ihr Besitzer lieber für eine Nahrungsform entscheiden. Denn das Hin und Her zwischen Trocken- und Nassfutter kann bei empfindlichen Mägen zu Durchfall oder Verstopfung führen. Generell bietet das Kombinieren beider Futtervarianten keine Vorteile für die Hundegesundheit, denn der Hund kann sowohl mit Trockenfutter als auch mit Nassfutter alle lebensnotwendigen Stoffe aufnehmen. Wenn Sie also herausgefunden haben, welches Futter Ihrem Liebling gut schmeckt und gut bekommt, bleiben Sie ruhig dabei!

Ein Kompromiss: Das halbfeuchte Futter

Halbfeuchtes Hundefutter (auch semi-moist oder Softfutter genannt) stellt eine Mischform von Trocken- und Nassfutter dar. Der Feuchtigkeitsgehalt liegt ungefähr zwischen 15 und 25%. Somit enthält Softfutter mehr Feuchtigkeit als Trockenfutter, liegt aber dennoch deutlich unter dem Feuchtigkeitsanteil von Nassfutter. Durch das schonende Herstellungsverfahren enthält Softfutter einen hohen Anteil an Fleisch und viele natürliche Nährstoffe. Der erhöhte Feuchtigkeitsanteil führt außerdem dazu, dass die Kroketten weich und saftig sind. Auch der natürliche Geschmack kann somit beibehalten werden. Halbfeuchtes Futter wird in der Regel aufgrund des erhöhten Fleisch- und Feuchtigkeitsanteil sehr gut akzeptiert und kann leicht  verdaut werden. Diese Futtervariante ist ebenfalls für Senior-Hunde geeignet: Selbst wenn die Zähne nicht mehr die kräftigsten sind können die weichen Kroketten einfach aufgenommen und gekaut werden. Was den Geruch angeht, ist das halbfeuchte Futter geruchsintensiver als reines Trockenfutter. Achten Sie bei der Futterauswahl darauf, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfutter, wie zum Beispiel Hundesnacks, handelt. In letzterem sind nicht alle Nährstoffe enthalten, die Ihre Fellnase für eine ausgewogene Ernährung benötigt. Denken Sie außerdem daran Ihrem Vierbeiner trotz des erhöhten Feuchtigkeitsgehalts des Softfutters jeden Tag ausreichend frisches Wasser zur freien Verfügung anzubieten.

Nicht auf die Form, auf den Inhalt kommt es an

Entscheidend für die Auswahl des richtigen Futters für Ihren Hund sollte also weniger die Form des Futters als die Zutatenliste auf der Verpackung sein. Schließlich spielt die Ernährung bei der Hundegesundheit eine bedeutende Rolle. Ihr Hund braucht hochwertiges Futter, das ihn entsprechend seiner Bedürfnisse mit Allem versorgt, was er für eine gesunde Entwicklung braucht. Welche Inhaltsstoffe das genau sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Schließlich ist jeder Hund anders und braucht entsprechend unterschiedliches Futter. Individuelle Faktoren wie Alter, Gewicht, Aktivitätsgrad und Gesundheitszustand sollten bei der Suche nach dem besten Futter auf jeden Fall berücksichtigt werden. Grundsätzlich empfiehlt sich für gesunde, erwachsene Hunde ein Anteil von etwa 70 Prozent hochwertigem Fleisch und etwa 30 Prozent Gemüse sowie hochwertige Fette und Öle, am besten Fischöl. Übermäßig viel Getreide, Konservierungsstoffe, künstliche Geschmacksverstärker oder gar Süßungsmittel wie Zucker haben in Hundenahrung hingegen nichts zu suchen. Bevor Sie sich also nun für eine Futterform entscheiden, werfen Sie lieber erst einmal einen Blick auf das Etikett.

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