18. Mai 2017 - Aktualisiert 29. März 2018

Die wichtigsten Nährstoffe für den Hund

Die wichtigsten Nährstoffe für den Hund

Trockenfutter, Nassfutter, Biofutter, BARFen oder selbst kochen? Egal für welche Ernährungsmethode Sie sich entschieden haben, wichtig ist, dass Ihr Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt ist. Doch welche Nährstoffe braucht der Hund, um gesund, glücklich und vital zu sein? Über welche Nahrungsbestandteile nimmt er die Nährstoffe auf und was passiert bei einer Unter- bzw. Überversorgung?

Nicht nur bei uns Menschen, auch bei unserem besten Freund, dem Hund, spielt eine ausgewogene Ernährung eine entscheidende Rolle, wenn es um Gesundheit, Wohlbefinden und Lebenserwartung geht. Eine optimale Versorgung mit allen lebenswichtigen Nährstoffen hält den tierischen Organismus gesund, stärkt nachhaltig seine Widerstandskraft und beugt damit Krankheiten vor. Die Nährstoffe sorgen dafür, dass die vielen Stoffwechselvorgänge im Körper des Hundes reibungslos funktionieren, dazu gehören unter anderem der Aufbau der Muskulatur, Erneuerung der Haare, Haut- und Blutzellen, Produktion wichtiger Hormone und Enzyme, Regeneration der Organe. Doch welche Nährstoffe benötigt der Hund eigentlich für einen gesunden Organismus?

Welche Nährstoffe braucht der Hund?

Für ein gesundes Leben brauchen Hunde verschiedene Nährstoffe, die sie über ihr tägliches Futter aufnehmen müssen. Dazu gehören neben Wasser vor allem Proteine (Eiweiße), Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. All diese Nährstoffe erfüllen eine oder mehrere lebenswichtige Funktionen im Körper der Hunde. Doch damit sie diese Aufgaben richtig erledigen können, müssen die Nährstoffe in einer angemessenen Dosierung und im richtigen Verhältnis zueinander aufgenommen werden. So kann sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung mit einem bestimmten Nährstoff eine ernste Gesundheitsgefahr für den Vierbeiner darstellen.

Leider wird das Thema noch komplexer, denn wie die richtige Nährstoffzusammensetzung für Ihren Hund aussieht, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Die meisten Nahrungstabellen, die im Internet kursieren, geben die empfohlene Tagesmenge allein im Verhältnis zum Gewicht des Hundes an. Doch wie viel der Hund von den einzelnen Nährstoffen tatsächlich benötigt, hängt nicht nur vom Gewicht, sondern auch von Alter, Größe, Geschlecht, Aktivitätsgrad und Gesundheitszustand ab.

Die folgende Übersicht soll in erster Linie Basiswissen über den Nährstoffbedarf des Hundes vermitteln – konkrete Angaben, wie viel Ihr Hund von dem jeweiligen Nährstoff genau braucht, können aus dem oben genannten Grund leider nicht genannt werden. Wenn Sie unsicher sind, welche Zusammensetzung für Ihren Hund optimal ist, sollten Sie deshalb zusätzlich den Rat Ihres Tierarztes oder eines Hundeernährungsberaters einholen.

Protein/Eiweiß

Eiweiße, auch Proteine genannt, sind die wichtigsten Grundbausteine für das Leben eines jeden Hundes. Es handelt sich dabei um spezielle Aminosäuren, die zum einen der Energiegewinnung dienen und zum anderen notwendig für die Zellbildung sind. So hängt die Körpersubstanz des Tieres (Muskeln, Haut, Haare, Organe) entscheidend von der richtigen Zufuhr an Proteinen ab. Welpen, trächtige oder säugende Hündinnen haben aufgrund ihres Wachstums beziehungsweise ihrer Milchproduktion deshalb einen sehr hohen Proteinbedarf. Darüber hinaus wurde den Eiweißverbindungen eine hohe Bedeutung für die Bildung des Immunsystems nachgewiesen, das heißt auf die körperliche Abwehr von Krankheiten.

Die wichtigste Proteinquelle für den Hund ist nach wie vor das Fleisch. Allerdings haben Sorte und Qualität des Fleisches einen entscheidenden Einfluss darauf, ob die enthaltenen Proteine leicht verdaulich sind und damit gut vom Hund verwertet werden können. So liefern viele Innereien, tierische Nebenerzeugnisse wie Knochen und andere Schlachtabfälle dem Hund nur unzureichend Proteine. Muskelfleisch, Herz und Fisch sind hingegen Eiweißträger, die als hochverdaulich gelten und deshalb unbedingt auf dem Speiseplan des Hundes stehen sollten. Auch Eier und Milchprodukte liefern dem Hund wertvolle Eiweiße, letzteres sollte allerdings nur in kleinen Mengen verfüttert werden.

Eine proteinarme Ernährung ohne Fleisch oder schwer verwertbare Proteine können schwere gesundheitliche Probleme hervorrufen, wie schlechtes Wachstum, Beeinträchtigungen der Leberfunktion, Gewichtsverlust und eine erhöhte Anfälligkeit für weitere Krankheiten. Aber auch ein Zuviel an Proteinen kann für den Vierbeiner schädlich sein. Der Körper wandelt das überschüssige Protein nicht in zusätzliche Muskulatur um, sondern in Fett, das im Gewebe gespeichert wird. Übergewicht und damit weitere gesundheitliche Einschränkungen können die Folge sein.

Fett

Anders als wir Menschen vertragen Hunde in der Regel problemlos größere Mengen an Fett in ihrer Nahrung, allerdings muss das Nährstoffverhältnis dabei immer ausgeglichen sein. Fett zählt nicht nur zu den wichtigsten Energiequellen, sondern übernimmt viele weitere Funktionen im Körper des Hundes. Es fördert den Stoffwechsel und dient als Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, die der Körper nur dank des Fetts auflösen und verwerten kann. Hochwertige Öle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, sind für den gesunden Stoffwechsel des Tieres unerlässlich. Sie finden sich vor allem in Fischölen (z. B. Lachsöl), aber auch in pflanzlichen Ölen, wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl.

Eine Unterversorgung mit Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren kann zu einer Reihe von Störungen im Organismus des Hundes führen: Eine Absenkung des Energielevels, Stoffwechselerkrankungen, Haut- und Haarprobleme sowie eine verminderte Immunabwehr können die Folgen eines Mangels an essenziellen Fettsäuren darstellen. Krankheitssymptome wie eine zu hohe Belastung der Leber oder Herz- und Kreislaufprobleme deuten hingegen auf eine Überversorgung mit minderwertigen Fetten hin.

Kohlenhydrate

Ein weiterer wichtiger Nährstoff in der Ernährung der Hunde sind Kohlenhydrate. Sie bringen ihm in erster Linie viel Energie und fördern seine Leistungsfähigkeit. So zeigt sich eine Unterversorgung mit Kohlenhydraten auch meist an einem verminderten Bewegungsbedürfnis sowie an damit einhergehenden Verdauungsproblemen. Trotz dieser enormen Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind Kohlenhydrate in den letzten Jahren immer mehr in Verruf gekommen. Das liegt nicht zuletzt auch an den vielen Ernährungsratgebern für Menschen, die uns beschreiben, wie wir durch weniger Kohlenhydrate abnehmen können. Das ist natürlich nicht falsch, allerdings wird dabei häufig übersehen, dass es „gute“ und „schlechte“ Kohlenhydrate gibt und dass die erste Gruppe als Energielieferant unerlässlich ist.

Sinnvolle Kohlenhydrate sind eine Verbindung aus Mehrfachzucker und stecken zum Beispiel in den verschiedensten Getreidesorten, Kartoffeln, Vollkornmehl, Vollkornreis und auch in verschiedenen Gemüsesorten. Schlechte Kohlenhydrate bestehen hingegen aus einer großen Menge Einfach- beziehungsweise Zweifach-Zucker und sollten bei der Hundeernährung unbedingt vermieden werden. Weißbrot, Zucker, Speisestärke, Speisemehl oder gar Schokolade gehören definitiv nicht in den Futternapf eines Hundes!

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel. Diese Faserstoffe sorgen dank ihrer wasserverbindenen und darmregulierenden Wirkung für eine gut funktionierende Verdauung des Hundes. Eine gestörte Darmtätigkeit des Hundes kann deshalb auch ein Zeichen für eine Unter- beziehungsweise Überversorgung mit Ballaststoffen sein. Befinden sich zu wenige Ballaststoffe im Hundefutter kommt es nicht selten zu Verstopfung, bei zu vielen Ballaststoffen hingegen eher zu Durchfall und anderen Verdauungsproblemen. Pflanzliche Faserstoffe, wie zum Beispiel Reis- oder Dinkelkleie, sind empfehlenswerte Ballasstofflieferanten für den Hund, da sie die Darmbalance auf natürliche Weise fördern und den Hund gleichzeitig mit Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen versorgen.

Vitamine

Genau wie die bereits genannten Nährstoffe – Proteine, Kohlenhydrate, Fette und Ballaststoffe – spielen auch Vitamine für die Gesundheit des Hundes eine maßgebliche Rolle. Wenngleich der Körper nur geringe Mengen der einzelnen Vitamine braucht, übernehmen sie im Körper entscheidende Funktionen. Selbst wenn nur ein Vitamin fehlt und es zu einer langfristigen Unterversorgung mit diesem Vitamin kommt, führt dies zu Mangelerscheinungen und erheblichen Gesundheitsgefährdungen.

Man unterteilt Vitamine in die Gruppe der fettlöslichen Vitamine und in die der wasserlöslichen Vitamine. Während die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K von der Leber des Hundes gespeichert werden können, werden die wasserlöslichen Vitamine B und C schnell vom Körper ausgeschieden und müssen deshalb täglich über das Hundefutter zugeführt werden. Bei den fettlöslichen Vitaminen besteht aufgrund der Speicherung hingegen eher die Gefahr der Überversorgung. Besonders bei einer Überfütterung der Vitamine A und D können Vergiftungen, so genannte Hypervitaminosen auftreten, die zu ernsten Gesundheitsproblemen, wie eine Verkalkung des Gewebes oder Knochenmissbildungen, führen können.

Generell ist bei einer zusätzlichen Gabe von Vitaminen Vorsicht geboten. Da die meisten fertigen Futtermischungen bereits alle nötigen Vitamine in ausreichender Menge enthalten, ist eine Nahrungsergänzung in der Regel auch gar nicht nötig. Auch wenn Sie das Futter Ihres Hundes selbst zubereiten, sollten Sie auf synthetisch gewonnene Vitamine verzichten, da der tierische Organismus diese nicht richtig verarbeiten kann. Um den Vitaminbedarf ihres Hundes zu decken, reichen natürliche Vitamine aus, die in fast allen Nahrungsmitteln enthalten sind. Eine Überversorgung müssen Sie bei natürlichen Vitaminen kaum fürchten, denn der Organismus des Hundes kann diese Stoffe selbständig regulieren und ein Ausbrechen der zu viel gegebenen Vitamine auf natürliche Weise verhindern.

Mineralstoffe

Ebenso wie Vitamine sind auch Mineralstoffe von entscheidender Bedeutung für den Hund. Im Körper übernehmen die essenziellen Mineralien jeweils ganz besondere Eigenschaften und Aufgaben. Man unterscheidet hierbei zwischen Spurenelementen (Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, Jod, Selen, Fluor) und Mengenelemente (Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium).

Die Mengenelemente Calcium, Phosphor und Magnesium sowie Kalium dienen zum Beispiel dem Knochenaufbau, der Nerven-, Herz- und Muskelfunktionen sowie der Blutgerinnung (Calcium), das Spurenelement Eisen unterstützt die Zellatmung.  Da diese Mineralstoffe in fast allen Futtermitteln vorkommen, ist ein Mangel bei einer ausgewogenen Ernährung des Hundes relativ unwahrscheinlich. Liegt dennoch eine Unterversorgung mit lebensnotwendigen Mineralien vor, kann dies zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Häufiger – aber nicht weniger gefährlich für den Hund – ist eher ein Überschuss an bestimmten Mineralien.

Eine laufende Überdosierung einzelner Mineralstoffe kann toxisch wirken und die Gesundheit des Hundes massiv beeinträchtigen. So kann zum Beispiel ein Überschuss von Phosphor und Magnesium auf Dauer zu Harnsteinen führen. Ein Natriumüberschuss kann heftige Krämpfe auslösen und führt sogar zum Tod, wenn der Hund gleichzeitig zu wenig Wasser aufnimmt.

Wasser

Ohne Wasser würde keiner der oben genannten Nährstoffe richtig wirken und so ist ein Mangel an Wasser gefährlicher als jeder andere Nährstoffmangel. Frisches Trinkwasser ist das Lebenselixier schlechthin – nicht nur für uns Menschen, sondern auch für den Hund. Ein Zuviel gibt es bei Wasser nicht. Und so sollte dem Hund ständig sauberes Trinkwasser zur Verfügung stehen, auch außerhalb der Mahlzeiten. Schließlich müssen die Wasserverluste, die sich aus den Körperfunktionen (z. B. durch Urinabgabe, Schwitzen über die Pfoten, Hecheln) ergeben, ausgeglichen werden.

Im Körper übernimmt das Wasser entscheidende Aufgaben: Es löst die Futterkomponenten im Verdauungskanal und transportiert die Nährstoffe über die Blutbahn zu den Geweben. Außerdem werden dank des Wassers die Giftstoffe des Körpers über den Urin ausgeschieden. Damit diese Funktionen vollständig erfüllt werden können, sollte der tägliche Wasserbedarf etwa bei 5 bis 60 ml pro kg Körpergewicht liegen. Diese Faustformel ist nur sehr grob und kann abhängig von verschiedenen Faktoren (z. B. warme Außentemperatur, viel Bewegung) erheblichen Schwankungen unterliegen.

Der Gesundheit Ihres Hundes zuliebe, sollten Sie die Trinkwassermenge Ihres Vierbeiners immer im Blick behalten. Wenn Sie die Befürchtung haben, dass Ihr Hund zu wenig trinkt, können Sie ihn mit ein paar Tricks ermuntern mehr Wasser aufzunehmen. So können Sie statt Trockenfutter Nassfutter geben, das selbst zubereitete Futter mit Wasser anrühren oder einen kleinen Löffel Brühe in das Trinkwasser mischen. Besonders bei Hunden, die an Durchfall, Fieber, Nierenerkrankungen oder Diabetes leiden, ist die Aufnahme von viel Wasser überlebenswichtig.

Die richtige Mischung macht´s

Wasser, Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe und Vitamine: Für ein gesundes, langes Leben benötigt der Hund alle hier genannten Nährstoffe. Entscheidend dabei ist, dass diese in der richtigen Menge und Mischung im täglichen Futter enthalten sind. Um herauszufinden, wie viel Ihr Hund von den einzelnen Inhaltsstoffen genau benötigt, empfiehlt sich in jedem Fall eine genaue Analyse, die sowohl Alter, Größe und Gewicht als auch Bewegungsgrad und mögliche Krankheiten berücksichtigt. Besonders bei Diabetes, Über- oder Untergewicht oder Allergien sollten Sie unbedingt einen genauen Ernährungsplan verfolgen, damit es Ihrem Hund bald wieder besser geht. Denn die Gesundheit Ihres Hundes beginnt in seinem Futternapf!

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