Curly-Coated Retriever

Curly Coated Retriever Schwarz

Der Curly-Coated Retriever gilt als die älteste Retriever-Rasse der Welt. Der große Rassehund aus England hat sich nicht nur sein urtümliches Aussehen und sein gelocktes, krauses Haar bewahrt, sondern auch seinen Apportierinstinkt und seine Wasserpassion. Auch wenn er heute vermehrt als Familienhund gehalten wird, braucht er noch immer eine jagdliche Aufgabe.

Curly-Coated Retriever Charakter

Faul auf dem Sofa herumliegen und Herrchen oder Frauchen bei der Arbeit zuschauen? Das ist nichts für einen Curly-Coated Retriever. Der kraushaarige Retriever, der in seiner Heimat England auf eine rund 400-jährige Geschichte als Jagdgebrauchshund sowie Schutz- und Wachhund zurückblickt, braucht zum Wohlfühlen eine sinnvolle Beschäftigung. Ob apportieren oder buschieren, Schweißarbeit, Schafe hüten, Hundeschlitten ziehen, Rettungsarbeit oder Dummytraining – dank seiner vielseitigen Fähigkeiten fühlt sich der Curly in vielen Einsatzgebieten zuhause. Hauptsache, es gibt etwas zu tun!

Draußen arbeitswütig, zuhause sanftmütig

Doch eignet sich ein so arbeitswilliger und temperamentvoller Hund auch als Familien- und Begleithund? Familien, die seinen Arbeitsdrang, seinen Jagdinstinkt und sein Schutzbedürfnis akzeptieren und ihm entsprechende Beschäftigung bieten, werden ihn durchaus als freundlichen, treuen und anhänglichen Partner erleben. Genügend ausgelastet, zeigt sich der Curly-Coated Retriever zuhause sanftmütig und äußerst liebesbedürftig. Er liebt das Spielen mit Kindern und sorgt auf gemeinsamen Spaziergängen unermüdlich dafür, dass alle Familienmitglieder beisammen bleiben. Anders als seine nahen Verwandten, Golden Retriever und Labrador, wird er jedoch nicht alles tun, um seinen Menschen zu gefallen. Zwar ist er äußerst feinfühlig und reagiert sensibel auf die Stimmungen seiner Familie, doch durch seine Selbständigkeit und seine Intelligenz erlaubt er sich, zwischendurch auch mal eigene Wege einzuschlagen.

Erziehung erfordert Geduld, Fingerspitzengefühl und Humor

Auch Fremden gegenüber zeigt sich der Curly deutlich reservierter als etwa der Labrador Retriever. Sein angeborener Schutztrieb darf keinesfalls unterschätzt werden und bedarf einer frühen Sozialisation und konsequenten Erziehung. Schließlich wurde er bereits vor mehr als hundert Jahren nicht nur als Jagdhund, sondern auch zum Schutz gegen Wilddiebe und zur Bewachung von Haus und Hof eingesetzt. Doch nicht nur die gewisse Mannschärfe, seine Intelligenz und sein Eigensinn, sondern auch die Tatsache, dass Curly Coats so genannte Spätentwickler sind, erfordern in der Erziehung viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Mit ihrer anfänglichen Verspieltheit, ihrer ungestümen Art und ihrem jugendlichen Temperament bringen sie besonders Hunde-Anfänger zuweilen an ihre Grenzen. Curlys sollten deshalb nur in die Hände von erfahrenen Hundehaltern kommen, die die besonderen Charaktereigenschaften dieser Retrieverrasse zu schätzen wissen und die über ausreichend Humor verfügen, um die kleinen Tricks, die die Curlys zum Erreichen ihres eigenen Vorteils anwenden, augenzwinkernd hinzunehmen.

Erscheinungsbild

Das Temperament des Curly-Coated Retriever ist ihm schon von weitem anzusehen. Sein lebhafter Gang, sein kräftiger, robuster Körperbau und sein aufgeweckter Blick verraten schnell, dass dieser Rassehund alles andere als ein gemütlicher Sofahund ist. Lange auf der faulen Haut liegen? Das entspricht weder dem Wesen noch dem Aussehen des sportlichen und muskulösen Curlys, dessen ganze Erscheinung sich perfekt an die Arbeit an Land und im Wasser angepasst hat. Sein dicht gelocktes oder krauses Haarkleid, dem der Curly seinen Namen verdankt, und die weiche, dichte Unterwolle, weisen Wasser zuverlässig ab und bieten einen sicheren „Schutzmantel“ bei jeder Witterung.

Großer Körper mit kleinen Locken

Mit einer Körpergröße von bis zu 69 cm bei Rüden und 63 cm bei Hündinnen ist der Curly-Coated einer der größten Retrieverrassen. Während das Maximalgewicht von Hündinnen bei 32 kg liegt, bringen Rüden bis zu 41 kg auf die Waage. Trotz ihrer enormen Kraft und ihres stattlichen Körperbaus, wirken Curlys mit ihrem einfarbig schwarzen oder braunen Fell elegant und sportlich. Ihr rundlicher Schädel, ihre großen gelockten Ohren und ihre leicht eckig aussehende Schnauze runden das Bild dieses urtümlichen Rassehundes perfekt ab.

Geschichte

In den vielen Jahren seit Entstehung der Rasse hat der Curly-Coated Retriever sein Äußeres kaum verändert. Drucke aus dem 18. Jahrhundert zeigen Bilder eines Hundetyps, der dem Curly in seiner heute bekannten Form sehr nah kommt. Es gilt als gesichert, dass diese Retrieverrasse vom alten English Waterdog aus dem 17. Jahrhundert abstammt, von dem sie nicht nur das gelockte bzw. kraushaarige Fell geerbt hat, sondern auch die Vorliebe für Wasser, die enorme Ausdauer und den ausgeprägten Apportierinstinkt. Im weiteren Verlauf sollen außerdem der St. John’s Neufundländer (Grönland-Hund) sowie Pointer und Setter eingekreuzt worden sein. Auch Pudel und Irischer Water-Spaniel werden hin und wieder mit der Geschichte des Curly-Coated Retriever in Verbindung gebracht, doch ob bzw. inwieweit diese beiden Rassen an der Entstehung des Curlys beteiligt waren, ist nicht sicher.

Siegeszug in Australien

Der englische Kennel Club erkannte 1854 den Curly-Coated Retriever als eigenständige Rasse an. Bis 1863 wurden die verschiedenen Retrieverrassen allerdings noch gemeinsam ausgestellt. Fast gleichzeitig begann – fernab der englischen Heimat – der Siegeszug des Curlys in Australien. Bis heute schätzen Australier die Rasse für ihren unermüdlichen Einsatz sowohl bei der Entenjagd, beim Viehtreiben als auch als Wachhund. 1890 wurde in Australien ein Rasseverein gegründet, der den Rassestandard des Curlys maßgeblich gestaltete. Bis heute hat sich dieser erste Rassestandard des australischen Curly-Vereins kaum verändert. Nur Größe und Gewicht des Curlys wurden leicht nach oben angepasst.

Zucht und Verbreitung heute

In seiner Heimat England verlor der Curly, der um 1900 noch zur populärsten englischen Retrieverrasse gehörte, nach und nach an Beliebtheit. Grund dafür war das Aufkommen der großen Treibjagden, die andere Fähigkeiten bei Jagdhunden erforderten. Konkurrenz bekam der Curly auch vom Flat-Coated, dem Labrador und Golden Retriever. In Australien hingegen hält sich die Popularität der Rasse bis heute. Noch heute setzen Farmer sie zum Viehtreiben, als Wach- und Schutzhund sowie zum Jagdgebrauch ein. Auch in Neuseeland ist der Curly kein Unbekannter. In den USA und Europa zählt er zweifellos zu den seltenen Hunderassen. Eine treue Anhängerschaft hat die Rasse jedoch in Skandinavien, wo Curlys gelegentlich als Schlittenhunde eingesetzt werden.

Kauf eines Curly-Coated Retrievers

Wenn Sie überzeugt sind, dass der Curly-Coated Retriever die richtige Rasse für Sie ist und sie ihm genügend Auslauf und Beschäftigung bieten können, müssen Sie damit rechnen, dass nicht nur der Anfahrtsweg zum Züchter, sondern auch die Wartezeit auf einen Welpen etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, sondern nutzen Sie diese Zeit, um sich auf Ihr neues haariges Familienmitglied in Ruhe vorzubereiten. Lange Fahrtzeiten sollten Sie auch nicht davon abhalten, den Züchter mehrmals zu besuchen. Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Käufer und Züchter macht sich oft ein Hundeleben lang bezahlt. Die langjährige Erfahrung des Züchters, das Knowhow um Ernährung, Erziehung und Beschäftigung und die vielen entsprechenden Tipps und Tricks können selbst für fortgeschrittene Hundeführer sehr hilfreich sein und so manchen Tierarztbesuch überflüssig machen.

Ist der Züchter seriös?

Bei persönlichen Besuchen können Sie sich auch am besten von der Seriosität des Züchters überzeugen. Papiere mit dem Logo der FCI, eine gute Ahnentafel und Gesundheitszeugnisse sowie ein angemessener Welpenpreis (ab ca. 1.200 Euro) sind zwar ein wichtiger und entscheidender Hinweis, aber für sich allein nicht aussagekräftig genug. Machen Sie sich zusätzlich ein Bild vor Ort: Wie sieht die Zuchtstätte aus? Leben die Hunde eng mit der Familie des Züchters zusammen oder werden sie womöglich in einem Zwinger gehalten? Welchen Eindruck macht die Mutterhündin? Werden die Hunde von Geburt an sozialisiert? Beim Kauf eines Welpen sollte alles passen: Nicht nur der Preis und die gesundheitlichen Voraussetzungen, sondern auch die persönliche Ebene zum Züchter.

Gesundheit und rassetypische Krankheiten

Die vergleichsweise geringe Nachfrage nach dieser Rasse hat den Curly-Coated – anders als etwa Labrador und Golden Retriever – vor einem Weg zum Modehund verschont. Bei der Zucht des Curlys stehen vor allem die Gesundheit und die spezifischen Wesensmerkmale der Rasse im Vordergrund. So hat sich der Curly-Coated nicht nur sein urtümliches Aussehen, sondern auch seine robuste Gesundheit über die vielen Jahre bewahren können. Rassetypische Krankheiten sind beim Curly nicht bekannt und selbst die bei anderen Retrieverrassen weit verbreiteten Augenprobleme, wie etwa PRA (progessive Retinaatrophie) und HC (hereditärer Katarakt) sowie die gefürchtete Hüftgelenksdysplasie (HD) sind beim Curly kein Thema. Probleme bereitet hin und wieder nur das Fell des Curlys.  So weisen manche, vorwiegend weibliche Rassevertreter am Hals und an der Hinterhand, manchmal auch auf Rücken und Schulter symmetrische nackte Stellen auf. Erbliche Faktoren, ein unausgeglichener Hormonhaushalt, negative Umwelteinflüsse und eine falsche Ernährung scheinen das Problem zu begünstigen.

Curly Coated Retriever Braun

Curly-Coated Retriever Futter

Was Sie bei der Ernährung des Curlys beachten sollten

Die Art der Ernährung hat großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes. Glanz und Fellstruktur bleiben mit Hilfe der Ernährung erhalten, Gelenkbeschwerden, Herz- und Nierenprobleme sowie viele andere Krankheiten, die zum Beispiel als Folge von Übergewicht entstehen, können mit einer gesunden Ernährungsweise verhindert werden. Gesund heißt in diesem Zusammenhang vor allem „bedarfsgerecht“. So sollte das Futter immer den besonderen Energie- und Nährstoffbedürfnissen Ihres Hundes angepasst sein. Je nach Alter, Aktivitätsgrad, Größe, Gewicht und Geschlecht variieren diese sehr stark. Ein gutes Hundefutter für Ihren Curly ist eines, das diese Faktoren berücksichtigt und den Bedarf, den Ihr Hund in der jeweiligen Lebensphase hat, deckt. Doch nicht nur die Inhaltsstoffe und die Vitamin- und Nährstoffzusammensetzung sind wichtig, auch die Futtermenge. Curlys neigen schnell zu Übergewicht und so sollten Sie sich unbedingt an die vorgegebenen Futterrationen halten. Zwei feste Mahlzeiten pro Tag und der Verzicht auf viele Leckerlis zwischendurch, helfen, das Gewicht Ihres Hundes unter Kontrolle zu halten.

Regelmäßiges Schwimmen ist die beste Fellpflege

Der Pflegeaufwand beim Curly-Coated Retriever ist extrem gering und so gibt es nur wenige Dinge zu beachten. Regelmäßiges Bürsten fällt beim Curly weg, doch gelegentliches Anfeuchten mit Wasser und das anschließende kreisförmige Einmassieren mit gespreizten Fingern ist sehr empfehlenswert, um die Lockenpracht des Curlys zu erhalten. Dies kann nach einem Spaziergang im Regen, nach einem erfrischenden Bad in einem nahgelegenen Gewässer oder auch zuhause mit Hilfe der Dusche oder einer Blumenspritze erfolgen. Allerdings sollten Sie wirklich nur Wasser verwenden. Zu häufiges Verwenden von Hundeshampoos kann die hauteigene Schutzbarriere zerstören und Fellprobleme verursachen.

Der Curly hat übrigens einen normalen Fellwechsel und muss daher nicht geschoren werden. Hin und wieder wird die Rute getrimmt oder überschüssiges Haar unter den Ohrlappen entfernt.

Haltung eines Curlys

Wer sich für den Kauf eines Curly-Coated Retrievers interessiert, wird sich nicht nur Gedanken über Ernährung und Pflege machen müssen, sondern vor allem über das richtige Umfeld und eine angemessene Beschäftigung dieses Hundes. Der Curly ist und bleibt ein Gebrauchshund und sollte daher nur zu Menschen kommen, die sich den damit verbundenen Haltungsanforderungen bewusst sind. Eine beengte Wohnung in der Stadt kommt genauso wenig in Frage wie ein Vollzeitjob im Büro. Nicht allein die Größe, sondern vor allem das enorme Bewegungsbedürfnis und der ausgeprägte Arbeitswille dieser Rasse erfordern vom Halter ausreichend Platz und viel Zeit. Besitzer, die ihren Curly nicht jagdlich führen, sollten für ausreichend Ersatzbeschäftigung sorgen. Lange, tägliche Spaziergänge in der Natur sind wichtig, reichen alleine aber nicht aus, um Ihren Curly wirklich zufrieden zu stellen.

Dummytraining, Apportieraufgaben oder auch eine Ausbildung zum Rettungshund sowie jagdliche Gebrauchsprüfungen sind unabdingbar, um den ausdauernden Arbeitshund körperlich und geistig auszulasten. Wenn Ihr Curly zusätzlich seiner Wasserpassion nachgehen darf und täglich in einen nahgelegenen Bach, Fluss oder See springen darf, steht dem glücklichen Zusammenleben zwischen Ihnen und Ihrem Hund nichts mehr im Weg.

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