Labrador Retriever

Drei Labrador Retriever in unterschiedlichen Farben

Schwarz, Gelb und Braun sind die typischen Fellfarben beim Labrador Retriever.

Leichtführig, menschenfreundlich und belastbar: Der mittelgroße Labrador Retriever ist als Familienhund überaus beliebt. Als ursprünglicher Arbeitshund möchte er aber auch körperlich und geistig gefordert werden.

Aussehen: Ein muskulöser und kräftiger Körperbau

Mit einer Widerristhöhe von 56 bis 57 Zentimetern beim Rüden und 54 bis 56 Zentimetern bei Hündinnen gehören Labrador Retriever zu den mittelgroßen Hunderassen. Sie sind sehr aktiv und bewegungsfreudig und besitzen einen entsprechend muskulösen und kräftigen Körperbau.

Insgesamt ist der typische Labrador sehr kompakt mit einem breiten Schädel, einem starken Hals und einem breiten, tiefen Brustkorb. Charakteristisch ist die hoch angesetzte, kräftige und sich zur Spitze verjüngende „Otterrute“, die der Hund im Wasser wie ein Steuerruder einsetzt.

An seinem breiten Kopf mit dem deutlichen Stopp und dem kräftigen, mittellangen Fang sind die Ohren weit hinten angesetzt und liegen dicht an.

Rassetypisch ist darüber hinaus das kurze, dichte Fell des Labradors mit einer guten, wasserdichten Unterwolle. Das stockhaarige Haarkleid züchtet man gemäß des Rassestandards in drei verschiedenen Farbvarianten: Schwarz, Gelb und Braun.

Das Fell ist immer einfarbig, ein kleiner weißer Brustfleck wird aber akzeptiert. Der gelbe Farbton reicht von hellcreme bis fuchsrot. Der braun gefärbte Labrador ist hell- bis dunkelschokoladenbraun. Die dominant vererbte schwarze Fellfärbung ist aber nach wie vor die gängigste Farbe.

Der „Show-Typ“ und der „Work-Typ“

Obwohl im Rassestandard nur ein Typ beschrieben wird, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zwei verschiedene Labrador-Linien in der Zucht herausgebildet: auf der einen Seite der kompakter gebaute „Show-Retriever“ und der leichter gebaute „Field-Trial-Labrador“. Letzterer wird vornehmlich für die Arbeit gezüchtet. Er hat einen schmaleren Kopf mit meist längerem Fang.

Der „Dual-Purpose-Typ“ soll auf der anderen Seite die beiden Linien „Work“ und „Show“ harmonisch miteinander verbinden. Damit kommt er dem Rasseideal wohl am nächsten.

Charakter: Geduldig und ausgeglichen

Labrador lieben ihre Menschen, besonders Kinder, über alles. Sie sind am liebsten überall mit von der Partie und bleiben ungern zu lange allein. An der Seite ihrer Bezugspersonen zeichnen sich Retriever insbesondere durch ihr geduldiges und ausgeglichenes Wesen aus.

Mit ihrer ruhigen Art und der unerschütterlichen Freundlichkeit tragen sie entscheidend zur Harmonie innerhalb der Familie bei. Einen Labrador nur aus diesem Grund anzuschaffen, würde diesem Rassehund jedoch sicherlich nicht gerecht werden.

Ursprünglich als Jagdhund gezüchtet, ist der Retriever noch immer ein sehr aktiver und arbeitsfreudiger Hund. Er zeichnet sich dabei nicht nur durch eine gute Nase und enorme Ausdauer aus, sondern auch durch eine ausgesprochene Wasserfreudigkeit und ausgeprägte Apportierfreude.

Neben seiner beliebtesten Rolle als Familienhund trifft man den vielseitigen Labrador Retriever entsprechend häufig als Blindenführhund, Rettungs- und Lawinensuchhund sowie als Spürhund bei Polizei und Zoll an.

Um einen Labrador glücklich zu machen, sollte seinem Arbeits- und Beschäftigungstrieb in jedem Fall Rechnung getragen werden. So wird man als Besitzer schnell merken, wie viel reaktionsstärker und ausgeglichener der Labrador sein kann, wenn er geistig und körperlich gefördert wird.

Zwei Labradorwelpen sitzen auf einer Wiese
Labrador Retriever sind ruhige, freundliche Hunde, die ihre Menschen über alles lieben.

Haltung und Erziehung

Die Haltung und Erziehung eines Labradors ist recht unkompliziert. Der freundliche, menschenbezogene Vierbeiner ist damit auch für Anfänger ohne Hundeerfahrung prima geeignet. Allerdings gibt es auch bei der Haltung eines Labrador Retrievers ein paar Grundsätze zu beachten.

Viel Platz, viel Bewegung

Der Labrador ist von Natur aus ein Arbeits- und Gebrauchshund. Zum Glücklichsein braucht er deshalb viel Bewegung und am besten ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten, um seinem Apportierdrang nachzukommen.

Ein Haus mit einem eigenen Garten, in dem der aktive Hund ausreichend Platz hat, sollte für die Haltung dieses bewegungsfreudigen Vierbeiners Voraussetzung sein. Labradore müssen sich „auspowern“ können und so versteht es sich von selbst, dass es mit ein paar kleinen Gassigängen pro Tag nicht getan ist.

Hundesportarten wie Obedience und Dog Dancing, die Ausbildung zum Fährtensuchhund oder jagdliche Prüfungen eignen sich, um Ihren Hund körperlich wie geistig zu fördern.

Um tägliche Spaziergänge etwas abwechslungsreicher zu gestalten, sollten Sie außerdem kleine Such- und Apportierspiele einbauen. Glücklich machen Sie den wasserliebenden Sportler natürlich auch, wenn Sie ihm ein Bad in einem Bach oder einem See gönnen.

Auch ein Labrador braucht Erziehung

Für ein friedliches und unproblematisches Zusammensein in der Natur und in Gesellschaft, gehört natürlich, dass Ihr Hund Ihren Anweisungen und Befehlen gehorcht. Das gilt für einen Labrador genauso wie für einen Schäferhund. Die richtige Erziehung ist der Grundpfeiler im Leben von Mensch und Hund.

Generell macht es Ihnen der Labrador durch seine menschenbezogene Art und seinen Gehorsamswillen aber recht leicht. Wichtig ist, dass Sie den sensiblen Hund zwar konsequent, aber liebevoll erziehen. Ihr Hund wird viel eher auf positive Verstärkung, wie Lob oder auch mal ein Leckerli, reagieren als auf übertriebene Strenge oder Härte.

Für Hundeanfänger empfiehlt sich in jedem Fall der Besuch in einer Hundeschule, in dem nicht nur der Hund die wichtigsten Befehle und Verhaltensweisen einübt, sondern auch der Mensch lernt, wie er seinen Hund kontrollieren kann.

Grundsätzlich gilt, je besser Ihr Hund erzogen ist, desto mehr können Sie mit ihm unternehmen und gemeinsam erleben – sei es eine gemeinsame Fahrradtour, ein Besuch bei Freunden im Garten oder ein gemeinsamer Urlaub am Hundestrand. Das Leben mit einem Labrador Retriever ist garantiert abwechslungsreich.

Gesundheit und Zucht des Labrador Retrievers

Auch wenn der Labrador Retriever heute in erster Linie als Familienhund geschätzt wird, zeichnet er sich nach wie vor durch eine hohe Arbeitsfreude und einen ausgeprägten Apportiertrieb aus.

So setzen die meisten Züchter, die nach dem Standard der FCI züchten und in Vereinen organisiert sind, auf einen gesunden, wesenssicheren und leistungsstarken Hund. Wenn Sie sich für einen Labrador als Familienhund entscheiden, sollten Sie also nicht vergessen, dass der Labrador Retriever nach wie vor ein „Gebrauchshund“ ist und ein entsprechendes Angebot an Aufgaben und Beschäftigungsübungen benötigt. So bieten viele Vereine auf ihren Übungsplätzen Trainingsmöglichkeiten für Labrador-Züchter und Halter an.

Erbkrankheiten ausschließen

Ein aktiver Labrador, der seinen Anlagen entsprechend gefördert wird und sich viel bewegt, ist in der Regel auch ein gesunder und robuster Hund, bei dem Sie wenige Erkrankungen fürchten müssen.

Nichtsdestotrotz gibt es auch beim Labrador Retriever eine Reihe erblicher Krankheiten, die nur durch eine kontrollierte und umsichtige Zucht zu vermeiden sind. Dazu gehören vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED) und Osteochodrosis (OCD) sowie erbliche Augenkrankheiten, wie etwa die Progressive Retina Atrophie (PRA) oder der Hereditäre Catarakt (HC).

Achten Sie beim Kauf eines Labradors darauf, dass Hunde, bei denen eine dieser Erkrankungen nachgewiesen wurde, systematisch von der Zucht ausgeschlossen wurden und Elterntiere und Welpen entsprechend „genetisch gesund“ sind. Nur so lässt sich eine weitere Verbreitung dieser Krankheiten vermeiden.

Wenn Sie sich für einen reinrassigen Welpen interessieren, sollten Sie diesen also unbedingt bei einem seriösen Züchter kaufen, der alle erforderlichen Untersuchungen und Gesundheitsmaßnahmen ergriffen hat. Für einen kontrollierten, gesunden und geimpften Welpen, der alle nötigen Papiere besitzt, müssen Sie natürlich ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. So liegt der Welpenpreis für einen Labrador Retriever in der Regel bei 1.200 Euro.

Ein gesunder Hund, mit dem Sie lange Jahre Freude haben und wenig Tierarztbesuche fürchten müssen, sollte Ihnen dieser Preis aber wert sein.

Pflege: Kurze „Check-Ups“

Zur Gesundheit Ihres Labradors trägt die richtige Pflege entscheidend bei. Neben den Routine-Untersuchungen beim Tierarzt, können Sie mit regelmäßigen kurzen „Check-Ups“ frühzeitig Infektionen erkennen und entsprechend handeln. Besonderes Augenmerk sollten Sie dabei auf Ohren, Augen und Zähne Ihres Labradors legen.

Um Verletzungen oder Entzündungen zu vermeiden, sollten darüber hinaus die Krallen Ihres Hundes regelmäßig geschnitten werden.

Das Fell des Labradors erweist sich als recht pflegeleicht und säubert sich fast von allein. Mindestens einmal pro Woche sollte es aber ausgiebig gebürstet werden, um lose Haare und hartnäckige Verschmutzungen zu entfernen.

Machen Sie die Pflege zur Routine

Eine gute Hundepflege muss also nicht viel Zeit einnehmen. Sie sollten die Untersuchungen und Pflege-Rituale allerdings fest in Ihren Tages- bzw. Wochenplan einplanen, so dass diese für Sie und Ihren Hund zur Routine werden. Hunde mögen Regeln und eine gute Organisation. Zu viele unerwartete Überraschungen und Veränderungen verwirren den sensiblen Labrador eher. Beginnen Sie mit Ihrem „Pflege-Programm“ am besten bereits im Welpen-Alter und gewöhnen Sie Ihren Hund frühzeitig daran „stillzusitzen“.

Ernährung: Labrador Retriever sind Vielfresser

Ab dem Kauf eines Hundes liegt die Verantwortung für seine Gesundheit in Ihren Händen. Eine ausgewogene Ernährung, die Ihren Labrador mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und weder zu viel noch zu wenig Energie liefert, sorgt dafür, dass Ihr Liebling lange Jahre aktiv und gesund bleibt.

Die wichtigsten Informationen zur Ernährung Ihres Labradors finden Sie im zooplus Magazin.

Ein schwarzer Labrador spielt am Ufer
Angeblich stammt der Labrador vom St.-John's-Hund ab. Diesen Wasserhund sollen Fischer zum Apportieren von Fischen eingesetzt haben.

Geschichte: Der Ursprung liegt in Kanada

In Großbritannien und in den USA gehört der Labrador Retriever zu den beliebtesten Rassehunden des Landes. Aber auch in vielen Ländern Europas steht er in den Welpenstatistiken ganz oben.

Kein Wunder, schließlich zeichnet sich der Labrador Retriever wie kaum ein anderer Rassehund durch eine ausgesprochene Menschenfreundlichkeit und einen ausgeprägten Gehorsamswillen aus. Dieser ihm angeborene „Will to Please“ macht aus ihm einen sehr leichtführigen Begleithund. Das zeigt sich auch in seiner großen Kooperationsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit.

Ein Labrador Retriever lässt sich problemlos überallhin mitnehmen. Fremden Menschen begegnet er stets freundlich und mit wedelndem Schwanz. Der freundliche, aufgeschlossene Vierbeiner ist neugierig und am liebsten immer in Gesellschaft. Scheu, Angst oder Unsicherheit sind dem sozialen Labrador ebenso fremd wie aggressive Schärfe.

Die Abstammung des Labradors

Die Vorfahren des Labradors haben ihren Ursprung – genauso wie der Neufundländer und der Landseer – an der kanadischen Ostküste. Überlieferungen zufolge soll der Labrador vom so genannten St.-John’s-Hund abstammen, ein schwarzer Wasserhund mit dichtem Fell. Sie halfen bei der Jagd oder holten abgetriebene Fische und Fischernetze aus dem Wasser.

Erste gezielte Zuchtversuche fanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England und Schottland statt. Britische Fischer hatten die eifrigen Hunde mit in ihre Heimat gebracht.

Die englische Rassebezeichnung Labrador Retriever bezieht sich dabei zum einen auf die gleichnamige kanadische Labrador-Halbinsel sowie auf die ausgeprägten Apportieranlagen der Hunde (to retrieve = engl. apportieren, zurückholen, bergen, retten).

Den englischen Zuchtbemühungen, unter anderem durch den zweiten Earl Malmesbury (1778-1841), ist es zu verdanken, dass sich die Labrador-Rasse bei den jagdbegeisterten Adeligen durchsetzte. Er setzte nämlich konsequent auf die jagdliche Leistungsfähigkeit der Zuchttiere.

Am 7. Juli 1903 wurde der Labrador schließlich als eigenständige Hunderasse offiziell vom englischen Kennel Club anerkannt. Zahlreiche Erfolge bei Ausstellungen machten den aktiven und friedlichen Labrador bald über die Adels- und Landesgrenzen hinweg bekannt.

Die Farben gelb und braun wurden lange Zeit allerdings als Fehlzüchtungen betrachtet. Erst später wurden sie neben der gängigen schwarzen Fellfarbe akzeptiert und gewünscht.

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