23. Mai 2019 - Aktualisiert 31. Mai 2019

12 Fragen an Hundezüchter beim Welpenkauf

siberische husky welpen mit züchter

Sie haben Ihre Lieblingsrasse gefunden? Dann können Sie es sicher kaum erwarten, einen kleinen Welpen mit nach Hause nehmen zu dürfen. Doch um später böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie den auserwählten Rassehund nur bei einem seriösen Züchter kaufen. Mit den folgenden 12 Fragen können Sie die Seriosität des Züchters überprüfen.

Ein Wort vorab

Hat man den süßen wuscheligen Welpen erst einmal gesehen, wie er freudig mit seinem kleinen Schwänzchen wedelt und Sie aus seinen treuen Augen neugierig anschaut, ist es für Vernunftsentscheidungen oft zu spät. Das wissen leider auch unseriöse Tierhändler, die mit kranken, ängstlichen und schlecht sozialisierten Welpen auf schnelles Geld hoffen. Und selbst wenn wir eigentlich wissen müssten, dass dieser Verkäufer nicht seriös ist, haben wir das Bedürfnis, wenigstens einem seiner unschuldigen Hunde durch unseren Kauf ein besseres Leben zu schenken. Doch Vorsicht, Sie tun damit weder sich noch dem Tier einen Gefallen!

Warum es wichtig ist, bei einem seriösen Züchter zu kaufen

Sicherlich wünschen Sie sich einen wesensfesten und gesunden Hund, mit dem Sie und Ihre Familie viele Jahre Freude haben. An Verhaltensstörungen, Krankheiten und häufige Tierarztbesuche möchten Sie dabei garantiert nicht denken. Doch wer einen Welpen bei irgendeinem Vermehrer aus dem Kofferaum kauft, muss leider genau damit rechnen. Das vermeintliche Schnäppchen erweist sich schnell als Kostenfalle, denn nicht selten übersteigen die Tierarztkosten den gezahlten Welpenpreis um ein vielfaches. Nicht zuletzt unterstützen Sie mit Ihrem Kauf die kriminellen Machenschaften des Tierhändlers, so dass sich das Leiden der Tiere fortsetzen wird. Suchen Sie sich den Züchter für Ihren Welpen deshalb unbedingt mit Bedacht aus. Ein seriöser Züchter wählt seine Zuchthunde sorgfältig nach vorgeschriebenen Kriterien aus. Die Gesundheit und die Wesensfestigkeit der Rasse stehen dabei immer im Vordergrund. Mit dem Ausschluss von kranken Hunden oder von Tieren, die unerwünschtes Verhalten zeigen, sorgt ein Züchter dafür, dass die Rasse fortbestehen kann und Sie einen Welpen bekommen, bei dem Sie keine bösen Überraschungen fürchten müssen.

Die Suche nach einem Züchter und der erste persönliche Kontakt

Fragen Sie andere Hundebesitzer oder bei Rassevereinen nach Adressen von seriösen Züchtern der Rasse. Bei Recherchen im Internet sollten Sie darauf achten, dass der Züchter bei einem Verband oder zumindest einem offiziell eingetragenen Rasseverein registriert ist. Rufen Sie den Züchter an und fragen Sie nach einem Termin für ein persönliches Kennenlernen vor Ort. Erste wichtige Fragen können Sie sicherlich bereits am Telefon stellen, um abzuklären, ob sich die Fahrt zum Züchter überhaupt lohnt. Den Besuch beim Züchter, das Anschauen der Zuchtstätte, der Welpen und das persönliche Gespräch vor Ort, kann ein Telefonat natürlich nicht ersetzen. Folgende zwölf Fragen sollten Sie dabei auf jeden Fall stellen. Ein seriöser Züchter freut sich über Ihr Interesse und wird die folgenden wichtigen Fragen gerne und ausführlich beantworten.

12 wichtige Fragen an den Züchter

  • Zeigen Sie mir Ihre Zuchtstätte?

Ein seriöser Züchter wird Ihnen bereitwillig seine Räumlichkeiten und die Unterbringung seiner Hunde zeigen. Achten Sie bei der Begehung darauf, dass die Zuchtstätte sauber ist und die Welpen in einer hellen, geräumigen, beheizbaren und freundlichen Umgebung aufwachsen. Ausreichend Wasser, Spielzeug und eine enge Anbindung zur Züchterfamilie sollten ebenfalls gegeben sein. Um sich adäquat um die Mutterhündin und jeden einzelnen der kleinen Hunde kümmern zu können, haben Züchter in der Regel nicht das ganze Jahr über Welpen und nicht mehrere Würfe gleichzeitig.

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  • Darf ich mir die Welpen in Ruhe anschauen?

Hat der Züchter gerade Welpen zu Hause, wird er Ihnen die süßen Wollknäuel sicherlich mit Stolz zeigen. Und auch wenn Ihnen beim Anblick der tapsigen Vierbeiner das Herz hüpft und Sie am liebsten gleich alle nehmen würden, sollten Sie den Nachwuchs möglichst genau in Augenschein nehmen. Wirken die Welpen alle rundum gesund und ist ihre Welpenstube sauber und gepflegt? Wie sieht das Fell aus und wie verhalten sich die kleinen Kerle? Welpen sind von Natur aus aufgeschlossen, neugierig und bewegungsfreudig. Zeigen Sie hingegen gar kein Interesse an Ihrem Besuch, liegen sie apathisch in der Ecke, wirken sie ängstlich oder haben sie womöglich einen aufgeblähten Bauch sollten Sie von einem Kauf unbedingt Abstand nehmen.

  • Kann ich die Mutterhündin sehen?

Für einen optimalen Start ins Leben sollten Welpen mindestens acht Wochen bei ihrer Mutter bleiben. In vielen Ländern ist dies sogar gesetzlich festgelegt. Leben die kleinen Hunde ohne die Mutterhündin beim Züchter ist dies ein Hinweis auf einen unseriösen Welpenhandel. Natürlich wissen das auch manche kriminelle Händler und zeigen ihren Kunden auf die Frage nach der Mutter irgendeine andere ausgewachsene Hündin. Schauen Sie deshalb genau hin und beobachten Sie, wie sich die Hündin gegenüber den Welpen verhält. Zeigt sie keinerlei Interesse an ihnen und stößt sie gar weg, ist sie vermutlich nicht die Mutter. Achten Sie auch darauf, wie das Verhältnis zwischen Mutterhündin und Züchter ist. Herrscht eine enge, liebevolle und freundliche Verbindung zwischen den beiden oder scheint der Umgang eher ruppig und von Misstrauen geprägt? In diesem Fall sollten Sie sich auf die Suche nach einem anderen Züchter begeben.

  • Was möchten Sie von mir wissen?

Rassehunde zu züchten erfordert von einem Züchter viel Einsatz und Engagement. Ohne Herzblut würde ein Züchter die strengen Auflagen durch die Zuchtkommission, die Prüfungen durch den Zuchtwart, die langen Stunden auf Zuchtausstellungen und die schlaflosen Nächte bei der trächtigen Hündin vermutlich nicht aushalten. Natürlich verdient ein Züchter mit dem Verkauf seiner Welpen auch etwas Geld, doch gemessen am Arbeitseinsatz merkt man schnell, dass es ihm beim Züchten vor allem um die Liebe und die Erhaltung der Hunderasse geht. Wer so viel investiert, möchte natürlich auch wissen, dass es seinen geliebten Welpen in ihrem neuen Zuhause gut geht. Wundern Sie sich also nicht, wenn er Sie intensiv über Ihre Lebensumstände, Ihre Arbeit und Ihre Zukunftspläne ausfragt, sondern deuten Sie dies als ein positives Zeichen, dass Sie bei dem Züchter in guten Händen sind. Je besser der Züchter Sie kennenlernt, desto besser kann er einschätzen, ob die Rasse im Allgemeinen und welcher Welpe im Speziellen zu Ihnen und Ihrem Leben passt.

  • Sind die Welpen geimpft, entwurmt und gechipt?

Züchter sind verpflichtet ihre Welpen rechtzeitig zu impfen. Mit acht Wochen werden die kleinen Hunde gegen Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Staupe geimpft. Lassen Sie sich den Impfpass zeigen, überprüfen Sie dessen Echtheit und schauen Sie nach, ob alle Pflichtimpfungen eingetragen sind. Wenn Sie bereits vor der ersten Impfung Kontakt zum Züchter haben, können Sie ihn auch fragen, ob Sie ihn zum Tierarzt begleiten dürfen. Fragen Sie auch nach dem Namen und der Adresse des zuständigen Tierarztes und erkundigen Sie sich, ob die Welpen gechipt sind und regelmäßig entwurmt wurden.

  • Sind alle notwendigen Papiere vorhanden?

Hunde aus einer offiziell anerkannten Zucht sind registriert und besitzen eine Ahnentafel, die der Züchter Ihnen bereitwillig zeigen sollte. Damit verbunden sind verschiedene Eignungsprüfungen und Gesundheitstests der zur Zucht zugelassenen Hunde. Diese Papiere hat ein seriöser Züchter vollständig vorliegen. Schauen Sie sich die Zertifikate und die Ahnentafel genau an und stellen Sie Fragen dazu. Ein Züchter wählt den Deckrüden meist sehr genau aus und wird Ihnen seine Zuchtauswahl auf Nachfrage sicherlich gerne begründen.

  • Sind Sie Mitglied in einem anerkannten Rasseverband oder -verein?

Seriöse Züchter einer Rasse sind in der Regel über einen offiziellen Rassehundeverein organisiert. Handelt es sich um eine anerkannte Hunderasse ist der Verein einem übergeordneten Verband (in Deutschland dem VDH) angeschlossen. Lassen Sie sich die Mitgliedschaft des Züchters belegen. Bei der Suche nach einem Züchter sollten Sie im besten Fall nur Züchter kontaktieren, deren Adressen auf der Website des Rasseverbandes auftauchen.

  • Warum haben Sie sich für diese Rasse entschieden?

Wie bereits unter Punkt 4 erwähnt: Um Rassehunde zu züchten, braucht es viel Herzblut, denn reich wird man mit diesem überaus aufwendigen „Hobby“ eher nicht. Ein Züchter wird also gute Gründe haben, warum er sich für die Zucht „seiner“ Rasse entschieden hat. Was macht die Rasse in seinen Augen so besonders? Was schätzt er an der Arbeit mit diesen Hunden? In einem persönlichen Gespräch mit einem erfahrenen Züchter können Sie sehr viel über die Rasse lernen. Überprüfen Sie, ob sich Ihre Beweggründe zur Auswahl dieser Rasse, mit den Erfahrungen und Erlebnissen des Züchters decken. Ein Gespräch mit einem Züchter, der jahrelang Erfahrung mit der Rasse hat, ist häufig sehr aufschlussreich und durch keine Rassebeschreibung in Büchern oder dem Internet zu ersetzen.

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  • Welches Futter geben Sie Ihren Welpen?

Für die Gesundheit der Welpen spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle. Bekommen Sie die ersten sechs bis zehn Wochen noch alle wichtigen Nährstoffe durch die Muttermilch, müssen sie sich anschließend nach und nach an das selbständige Fressen gewöhnen. Dabei brauchen die kleinen Fellnasen zwei- bis viermal so viel Energie und Nährstoffe wie erwachsene Hunde, das heißt sie brauchen ein spezielles Welpenfutter, das perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ein seriöser Züchter sorgt mit einem hochwertigen Welpenfutter dafür, dass die Welpen alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Menge bekommen, um gesund wachsen zu können und spätere Beschwerden zu verhindern. Auf Ihre Frage nach dem Futter, wird er Ihnen sicherlich bereitwillig Auskunft geben und Ihnen gleichzeitig einen Ernährungsplan für die ersten Wochen im neuen Zuhause empfehlen.

  • Wie sozialisieren Sie die kleinen Hunde?

Die ersten Lebenswochen eines Hundes sind für sein späteres Leben sehr entscheidend. Der enge Kontakt zur Mutterhündin, das Zusammenleben mit seinen Geschwistern und die intensive Betreuung durch den Züchter und seine Familie prägen den kleinen Hund und sorgen dafür, dass er selbstbewusst und angstfrei durch sein weiteres Leben gehen kann. Bereits in den ersten Wochen sollte der Welpe vieles kennenlernen, was ihm auch später im Alltag begegnen wird: Andere Hunde, verschiedene Menschen, Kinder, Geräusche von Küchengeräten, Autos oder Motorrädern. Eine gelungene Sozialisierung ist für einen ausgeglichenen, angstfreien und wesensfesten Hundecharakter unerlässlich. Dabei ist es jedoch wichtig, dass der kleine Hund nicht überfordert wird.

Ein seriöser Züchter hat in der Regel einen genauen Plan, wie er seine Welpen in den ersten Wochen, in denen sie noch bei ihm leben, sozialisiert. Er sorgt dafür, dass sie bereits vor der Abgabe an ihre neue Familie möglichst viel kennengelernt haben und achtet gleichzeitig darauf, dass er es mit den Besuchen durch fremde Menschen, anderen Haustieren, mit Staubsauger-Geräuschen, dem Fernseher und knisternden Tüten nicht übertreibt. Er wird ihnen genau erklären können, an was die Welpen bereits gewöhnt wurden und inwieweit Sie die Sozialisierung des Junghundes zu Hause und im Alltag fortsetzen sollten.

  • Was kostet ein Welpe und gibt es einen Kaufvertrag?

Natürlich werden Sie mit dem Züchter auch das Geschäftliche besprechen müssen und ohne Zweifel wird Sie der Kaufpreis, den er für seine Welpen verlangt, interessieren. Rassehunde kosten in der Regel zwischen 800 und 1.200 Euro. Der Preis kann je nach Rasse und Züchter natürlich variieren. Skeptisch sollten Sie werden, wenn der Preis deutlich unter dem Durchschnittspreis liegt. Ein Züchter investiert in seine Hunde sehr viel Zeit und entsprechend viel Geld, er fährt mit ihnen zum Tierarzt, legt Prüfungen ab, lässt sie impfen und entwurmen, fährt mit der Hündin zum Deckrüden, sorgt für ausreichend Futter, Pflege und Beschäftigung der Tiere und nimmt an Fortbildungen teil. Ein Preis um 1.000 Euro ist daher gerechtfertigt und sicherlich wird er Ihnen auf Nachfrage erläutern können, wie der Preis genau zustande kommt.

Ein seriöser Züchter wird seine Hunde außerdem nur mit einem Kaufvertrag abgeben. Darin sind neben dem vereinbarten Kaufpreis und den Kontaktdaten von Käufer und Züchter auch wichtige Hinweise auf die Haftung des Züchters sowie Identifizierungsmerkmale des Hundes eingetragen, wie Rasse, Geschlecht, Zuchtbuchnummer und Chipnummer des Welpen.

  • Darf ich wiederkommen?

Ein Hund sorgt für eine Menge Veränderung im Leben ihrer Besitzer und entsprechend gut sollte die Anschaffung eines Haustieres überlegt sein. Ein Züchter wird Ihnen bei dieser wichtigen Entscheidung mit Rat und Tat zur Seite stehen und Sie niemals zu einem Kauf überreden oder gar drängen. Vielmehr wird er Ihnen ausführlich erklären, was Hunde dieser Rasse benötigen, wie viel Auslauf sie brauchen, ob sie gut mit kleinen Kindern auskommen und welche Ansprüche sie an Pflege, Ernährung und Erziehung stellen. Es ist ganz normal und sogar empfehlenswert, wenn Sie die Entscheidung, ob Sie einen Welpen kaufen, nicht beim ersten Besuch fällen. Fragen Sie den Züchter, ob Sie die Welpen erneut besuchen dürfen, um sie näher kennenzulernen. Jeder Welpe ist individuell und je besser der Züchter Sie kennenlernt, desto leichter wird es ihm fallen, einen Welpen aus dem Wurf auszusuchen, der perfekt zu Ihnen passt und an dem Sie ein Leben lang Freude haben werden.

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