Hund entwurmen: Warum und wie oft?

Mensch entwurmt einen Hund.

Regelmäßge entwurmung bei Hunden ist wichtig.

Wurmeier und Larven sind fast überall. Selbst die besten Vorkehrungen können nicht sicher verhindern, dass sich unser Vierbeiner immer wieder mit den hartnäckigen Parasiten infiziert. Jede Neuinfektion ist der Beginn eines gefährlichen Kreislaufs. Darum sollten Sie regelmäßig Ihren Hund entwurmen.

Wie werden Würmer bei Hunden übertragen?

Schon während des täglichen Spazierganges kommt der Hund mit Infektionsquellen in Kontakt. Infizierte Artgenossen, fremder Hundekot und Nagetiere gelten als Risikoherde. Dabei steht der Hundehalter diesem Kreislauf machtlos gegenüber. Aber auch zu Hause lauern Gefahren. Selbst peinlichst gereinigte Zwingeranlagen, ein gepflegter Haushalt und hochwertiges Hundefutter sind keine Garantie für ein Leben ohne Wurmbefall.

Wurmeier und Larven sind sehr robust. Die Parasiten nisten sich an versteckten Orten ein und verharren unbemerkt, bis sie in den Organismus eines Wirtstieres gelangen. Derweil durchlaufen sie mehrere Entwicklungsstadien und mausern sich zu ausgewachsenen Schmarotzern.

Hund entwurmen: Weitere Übertragungswege

Bei manchen Wurmarten fungieren Flöhe und andere Parasiten als Zwischenwirte. Dagegen benötigen andere Würmer keinen Zwischenwirt, um in den Organismus unseres Hundes zu gelangen. Ihre Larven bohren sich einfach durch die Haut des Vierbeiners. Dabei spricht man von einer "perkutanen Infektion". Selbst ungeborene Welpen können vom Muttertier mit Würmern infiziert werden.

Häufig gelangen Würmer auch über die Milch in den Organismus der Welpen. Man geht davon aus, dass etwa 80% aller Welpen mit Rundwürmern infiziert sind. Sie sehen: Die Übertragungswege sind vielfältig. Viele Hundehalter wissen jedoch nicht, dass sie genau deshalb vorbeugend ihren Hund entwurmen sollten.

Wurmarten beim Hund

Rundwürmer

Haken-, Spul- und Peitschenwürmer gehören zu den Rundwürmern. Diese halten sich vorzugsweise im Dünndarm des Wirts auf und können täglich bis zu 200.000 Eier produzieren.

  • Ein Hakenwurmbefall äußert sich meistens durch Abmagerung, Blutarmut und Durchfall. Der blutsaugende Parasit stellt auch eine Gefahr für den Menschen dar.
  • Das Gleiche gilt für Spulwürmer. Von Spulwürmern befallene Welpen zeigen eindeutige Symptome: einen dicken Wurmbauch, Husten und Rachitis.
  • Der Peitschenwurm kann bis zu 7,5cm lang werden und verursacht häufig Darmentzündungen, Abmagerung und einen rapiden Kräfteverlust des Hundes. Hinweise auf eine Gefährdung des Menschen gibt es hier jedoch nicht.

Bandwürmer

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Bandwurm-Arten. Vier davon sind besonders stark verbreitet:

  • Dipylidium caninum ist ein bis zu einem halben Meter langer Bandwurm, dessen weißlichen Glieder an Reiskörner erinnern. Manchmal kleben einzelne Teile am Kot oder am Fell des befallenen Hundes und erleichtern die Diagnose. Störungen der Verdauung, heftiger Juckreiz in der Aftergegend und Abmagerung können Anzeichen für einen Bandwurm-Befall sein. Diese Wurmart kann auch dem Menschen gefährlich werden.
  • Echinococcus multilocularis (auch als der "kleine Fuchsbandwurm" bekannt) gilt als gefährlichster Bandwurm für den Menschen. Die an einer Fuchsbandwurm Infektion erkrankten Personen erleiden häufig Gewebeschädigungen in der Leber. Der kleinste aller Bandwürmer (Länge circa 0,4cm) lebt überwiegend im Dünndarm von Füchsen. Adulte Würmer haben die Eigenart, kleine Endglieder abzustoßen, die mit dem Kot des Fuchses ausgeschieden werden. Theoretisch können sich die aktiven Endteile auf sämtlichen Sträuchern, Büschen und an Waldfrüchten befinden. Häufig werden sie von Kleinnagern aufgenommen, die als Zwischenwirt fungieren. Sobald sie das Opfer eines Hundes werden, wird die Infektion erneut übertragen. Die Präsenz von Fuchsbandwürmern im Organismus der Hunde bleibt häufig für lange Zeit unbemerkt, da sie oft relativ symptomlos verläuft. Besitzer sollten deshalb in regelmäßigen Abschnitten vorsorglich ihren Hund entwurmen.
  • Taenia spp. gehört zu einer Gruppe von Bandwürmern, die bis zu 2m lang werden können. Trotz ihrer stattlichen Länge bleiben Taenia spp. ebenfalls oft unbemerkt. Infektionen mit dieser Art von Würmern verlaufen meist symptomlos. Nur in seltenen Fällen lassen sich Störungen der Verdauung, Abmagerung und ein Darmverschluss beobachten.
  • Mesocestoides spp. kann eine Länge von 2,5m erreichen und verhält sich ebenfalls äußerst unauffällig. Stark befallene Hunde leiden allerdings an Appetitlosigkeit und haben ein struppiges Haarkleid.

Hund entwurmen: Würmer sind lebensgefährlich!

Wurminfektionen verlaufen in der ersten Zeit häufig völlig unbemerkt. Der Vierbeiner macht einen unauffälligen Eindruck und zeigt keinerlei Hinweise auf eine Erkrankung. Den Hund entwurmen? Dazu sieht der Besitzer meist keine Veranlassung. Gerade das macht den Wurmbefall so gefährlich.

Die Wurm-Population wächst von Tag zu Tag und fügt dem Organismus des Hundes großen Schaden zu. Bleibt der Wurmbefall des Hundes für lange Zeit unbemerkt, kommt es schließlich zu einem starken Befall. Dieser geht mit eindeutigen Symptomen einher. Blutverlust, Blutarmut, Gewichtsverlust, Erbrechen, ein schlechter Allgemeinzustand, der Verschluss von Darm- und Gallengängen und der Eintritt des Todes gehören zu den Folgen.

Der Wurmbefall stellt zudem nicht nur eine Gefahr für den betroffenen Vierbeiner dar. Auch Menschen und andere Tiere können sich durch den Kontakt mit dem Hund infizieren und selbst erkranken. Kinder und immunschwache Personen gelten als besonders gefährdet.

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Wie oft sollte ich meinen Hund entwurmen?

Da sich Neuinfektionen mit Würmern nicht ausschließen lassen, hat ein Hundebesitzer nur eine Möglichkeit. Er muss versuchen, den Wurmbefall in Grenzen zu halten. Eine Wurmkur dient zwar auch der Behandlung stark befallener Tiere, aber in erster Linie soll sie verhindern, dass es überhaupt zu Wurmbefall kommt. Deshalb sollten Entwurmungen regelmäßig durchgeführt werden.

Unter normalen Umständen genügt es, wenn Sie alle drei Monate Ihren Hund entwurmen. Lebt der Vierbeiner allerdings in einem Gebiet, in dem es vermehrt zu Fuchsbandwurm Infektionen kommt, sollte eine Entwurmung alle vier bis sechs Wochen durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere für Jagd- und Hütehunde. Eine Urlaubsreise und ein starker Flohbefall können weitere Gründe sein, die eine zusätzliche Entwurmung notwendig machen.

Wie funktioniert eine Wurmkur?

Wurmkuren für Hunde enthalten Wirkstoffe, die sämtliche Stadien eines Wurmes bekämpfen können. Sie sollen die Ausbildung geschlechtsreifer, eierlegender Würmer verhindern. Manche Wurmkuren zielen auf die Abtötung einer bestimmten Gruppe von Würmern ab. Andere wirken als Breitbandspektrum und bekämpfen gleichzeitig Band- und Rundwürmer. Dabei entscheidet der Tierarzt, welche Art von Wurmkur im individuellen Fall angebracht ist.

Wenn Sie Ihren Hund entwurmen wollen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gibt Pasten und Flüssigwurmkuren, die entweder direkt ins Maul oder ins Futter des Hundes gegeben werden. Für hartnäckige Verweigerer gibt es das sogenannte "Spot-On-Verfahren". Die Dosierung der Kur richtet sich nach dem Körpergewicht des Hundes. Wurmkuren sind mittlerweile sehr verträglich. Sie eignen sich für Hunde aller Rassen, jeden Alters und können sogar bedenkenlos bei trächtigen und säugenden Tieren angewendet werden.

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