Pankreatitis beim Hund

Verfasst von Tierärztin Amelie Krause
pankreatitis beim hund

Eine Pankreatitis beim Hund (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) ist eine entzündliche Erkrankung des Pankreas (Bauchspeicheldrüse), die akut oder chronisch verlaufen kann. Sowohl die akute als auch die chronische Form können sich durch einen milden oder einen schweren Verlauf äußern. Die milde Verlaufsform geht meist mit nur geringgradigen lokalen Störungen einher, während ein schwerer Verlauf starke Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse und anderen Organen nach sich ziehen kann. Eine akute Entzündung des Pankreas verläuft meist schwer wohingegen eine chronische Pankreatitis häufig mild ist mit einer besseren Prognose.

Die Bauchspeicheldrüse ist ein Organ, das Verdauungsenzyme produziert, speichert und freisetzt. Dies birgt allerdings auch die Gefahr, dass sich das Organ selbst verdaut, was eine schwere Entzündung nach sich ziehen kann, eine Pankreatitis.

Ursachen einer Pankreatitis

Sehr oft kann die Ursache für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht geklärt werden. Man spricht dann von einer idiopathischen Pankreatitis. Es werden fettreiche Mahlzeiten, Unfälle, Durchblutungsstörungen der Bauchspeicheldrüse während Narkosen oder im Schock und einige Medikamente als Auslöser verantwortlich gemacht. Selten können auch Infektionen wie eine Babesiose oder Leishmaniose ursächlich sein. Diese Faktoren können die Bauchspeicheldrüse anregen, sich selbst zu verdauen, wodurch eine schwere Entzündung entsteht, die Pankreatitis. Gegen eine Selbstverdauung verfügt die Bauchspeicheldrüse über einige Schutzmechanismen. Eine Erkrankung kann erst entstehen, wenn dieser Schutz durchbrochen wird. Bei milden Erkrankungen wurden meist keine Anzeichen für Selbstverdauung gefunden, der Auslöser der Entzündung ist diesen Fällen noch ungeklärt.

Symptome einer Pankreatitis

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Die milde Form äußert sich oft durch unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit oder ruhigeres Verhalten. In schweren Fällen werden Erbrechen, Schwäche, Bauchschmerzen, Austrocknung, Durchfall und Fieber beobachtet. Typischerweise nehmen Hunde mit Vorderbauchschmerz die sogenannte Gebetsstellung ein:  der vordere Teil des Körpers liegt dem Boden auf, die Hinterbeine bleiben stehen. Diese Haltung ähnelt dem Strecken des Hundes, jedoch verharren sie in dieser Stellung. Die Hunde versuchen sich dadurch eine Schmerzentlastung zu verschaffen. Außerdem können auch andere Organe wie das Herz oder die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden.

Diagnose einer Pankreatitis

Um eine Bauchspeicheldrüsenentzündung zu diagnostizieren sind mehrere Untersuchungen erforderlich. Die klinische Untersuchung sowie eine Blutuntersuchung liefern bereits wichtige Hinweise. Ist der Wert canine spezifische Pankreaslipase (cPLI) erhöht, ist eine Pankreatitis wahrscheinlich. Eine Ultraschalluntersuchung ist zusätzlich hilfreich bei der Diagnose. Durch eine Röntgenuntersuchung können des Weiteren andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Eine definitive Diagnose kann durch die histologische Untersuchung von Pankreasgewebe gestellt werden. Allerdings sollte bei Verdacht einer schweren Pankreatitis eine Vollnarkose zur Gewinnung einer Gewebeprobe unbedingt vermieden werden. Die anderen Untersuchungsergebnisse sind für einen hinreichenden Verdacht ausreichend. So kann man bereits mit einer Therapie beginnen.

Therapie einer Pankreatitis

Die Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung enthält mehrere Punkte. Zuerst sollte die mögliche Ursache wie beispielsweise ein auslösendes Medikament abgesetzt werden. Dann werden die Symptome beim Hund behandelt. Außerdem sollten mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen vermieden werden. Die symptomatische Therapie beinhaltet eine Flüssigkeitstherapie, eventuell vorhandene Elektrolytstörungen werden ausgeglichen. Das Erbrechen und die Schmerzen werden behandelt. Nach Stoppen des Erbrechens sollte dem Hund wieder Wasser und Futter angeboten werden. Entgegen früherer Meinungen wurde nun gezeigt, dass sowohl Futter- als auch Wasserentzug nicht sinnvoll sind. Die Erkrankung ist äußerst kräftezehrend, daher muss dem kranken Hund wieder Energie durch Nahrung zugeführt werden. Empfohlen wird eine kohlenhydratreiche, fett- und proteinarme Diät in kleinen Mengen. Die Blutwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden. Auch eine Kontroll-Ultraschalluntersuchung kann durchaus hilfreich sein. Besonders bei schweren Formen der Pankreatitis müssen mögliche Erkrankungen anderer Organe berücksichtigt und mitbehandelt werden.

Prognose bei einer Pankreatitis

Die Prognose bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung hängt vor allem vom Schweregrad der Erkrankung ab. Milde Formen haben eine gute Prognose. Jedoch ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, da sich selbst eine milde Form zu einer schweren Erkrankung entwickeln kann. Bei schweren Verlaufsformen kann eine Pankreatitis lebensgefährlich sein. Vor allem bei Beteiligung anderer Organe kann es leicht zu Komplikationen kommen, die eine schlechte Prognose nach sich ziehen.

Vorbeugen einer Pankreatitis

Die Auslöser für eine Pankreatitis sind meist nicht festzustellen, daher gestalten sich vorbeugende Maßnahmen eher schwierig. Da fette Mahlzeiten, bestimmte Medikamente sowie Durchblutungsstörungen Risikofaktoren zu sein scheinen, gilt es, diese möglichst zu vermeiden. Bei der Wahl des Futters sollte man also auf einen moderaten Fettanteil achten, auslösende Medikamente nur im Notfall verwenden und bei Narkosen auf eine gute Durchblutung der Organe mithilfe von Infusionen achten.

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