Mein Hund erbricht This article is verified by a vet

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Jeder Hundebesitzer hat es sicher schon einmal beobachtet und war erschrocken: sein Hund erbricht sich plötzlich. Doch nicht jede Form des Erbrechens ist besorgniserregend. Erbrechen beim Hund, auch als „Vomitus“ bezeichnet, tritt häufig auf und kann viele verschiedene Ursachen haben. Einmaliges Auftreten ist in den meisten Fälle harmlos, kommt es jedoch häufiger vor oder ist das Allgemeinbefinden des Hundes dabei reduziert, ist ein Besuch beim Tierarzt unausweichlich.

Beim Erbrechen handelt es sich um einen wichtigen Abwehrmechanismus des Körpers. Durch diesen Schutzreflex kann der Körper sehr effektiv und schnell giftige und unerwünschte Substanzen oder auch Fremdkörper entfernen. Bei diesem Reflex, der nach Stimulation in mehreren Phasen abläuft, arbeiten Schlund, Speiseröhre, Zwerchfell, Magen, Bauchmuskulatur und Atmung eng zusammen.

  1. Übelkeit (Nausea)

Die erste Phase äußert sich beim Hund durch Schlucken, Schmatzen, Unruhe, Lippenlecken, Speicheln und auch Gähnen. Durch den vermehrten Speichelfluss wird die Speiseröhre ausgekleidet und auf den sauren Mageninhalt vorbereitet. Oft fressen Hunde in dieser Phase Gras.

  1. Würgen

In der zweiten Phase zieht sich die Bauchmuskulatur und das Zwerchfell zusammen, wobei der Kehlkopf sowie das Maul geschlossen bleiben.  So entsteht ein Unterdruck, wodurch der Mageninhalt in die Speiseröhre bis ins Maul gelangt. Von außen sieht man „Pumpbewegungen“ der Bauchwand bei einem aufgekrümmten Rücken.

  1. Erbrechen

In der Phase des Erbrechens kommt es zum Auswurf des Mageninhalts aus dem Maul. Auch in dieser Phase bleibt der Kehldeckel geschlossen, damit kein Mageninhalt in die Luftröhre gelangen und eingeatmet werden kann. Erbrochen wird meist das halbverdaute Futter und durch Galle verfärbte Flüssigkeit.

Ursachen von Erbrechen

Der Reflexablauf beim Erbrechen wird vom Brechzentrum im Gehirn des Hundes gesteuert. Die Stimulation des Brechzentrums kann durch verschiedene Reize an unterschiedlichen Orten im Körper erfolgen. Beinahe jedes Organ des Körpers hat Rezeptoren, die das Brechzentrum anregen können. Außerdem kann das Brechzentrum durch höhere Zentren im zentralen Nervensystem (ZNS) stimuliert werden. Ursachen können hier z.B. eine Enzephalitis und Tumoren im ZNS-Bereich, aber auch Angst, Stress und unangenehme Gerüche sein. Störungen im Gleichgewichtsorgan, beispielsweise in Form von Mittel- oder Innenohrentzündungen wirken ebenfalls auf das Brechzentrum. Toxische Stoffe wie Giftstoffe, die der Hund aufgenommen hat, sowie Stoffe, die im Körper durch Stoffwechselerkrankungen entstehen als auch Medikamente können über das Blut ins Brechzentrum gelangen und Erbrechen hervorrufen.

Meist ist Erbrechen beim Hund ein Zeichen für Entzündung oder eine übermäßige Ausdehnung von Organen, vor allem der Verdauungsorgane wie der Speiseröhre, des Magens, des Darms, der Bauchspeicheldrüse und der Leber. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Schlingen von Futter
  • Aufnahme von verdorbenem Futter oder Futterunverträglichkeit
  • Schlucken eines Fremdkörpers
  • Vergiftungen
  • Magen-Darm-Entzündung
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Infektionskrankheiten (Parasiten, Viren, Bakterien)
  • Lebererkrankungen
  • Pankreatitis
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Morbus Addison
  • Tumore

Man unterscheidet zudem akutes und chronisches Erbrechen. Akutes Erbrechen tritt spontan und plötzlich auf und ist meist von kurzer Dauer bzw. hält weniger als zwei Wochen an. Von chronischem Erbrechen spricht man, wenn Hunde länger als zwei Wochen ohne Besserung erbrechen. Erbrechen kann eine harmlose Ursache haben und schnell wieder verschwinden. In jedem Fall, vor allem aber wenn das Erbrechen länger anhält oder der Hund weitere Symptome zeigt, sollte man nicht zögern und einen Tierarzt aufsuchen. Erbricht der Hund mehrfach erfolglos, befindet sich Blut im Erbrochenen oder hat der Hund einen Fremdkörper aufgenommen, sollten Sie unverzüglich zu einem Tierarzt oder einer Tierklinik fahren.

Diagnostik bei Erbrechen

Wegen der Vielzahl und Vielfältigkeit an Ursachen für Erbrechen beim Hund gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die nötig sein können um den Grund zu ermitteln. Zuallererst ist ein genauer Vorbericht für den Tierarzt notwendig, z.B. über die Fütterung und den Zeitpunkt des Erbrechens nach der Fütterung. Außerdem sollte der Vorgang des Erbrechens beschrieben werden um es vom Symptom des „Regurgitierens“ (Zurückströmen von Futter) oder von Husten zu unterscheiden. An den Vorbericht schließt sich die klinische Untersuchung an. Findet der Tierarzt bei der Untersuchung des Hundes Auffälligkeiten, können weitere Maßnahmen wie Blut-, Kot-, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen erforderlich sein. Sollte chronisches Erbrechen vorliegen können zudem eine Endoskopie oder die diagnostische Operation angezeigt sein.

Therapie von Erbrechen

Einmaliges Erbrechen ohne weitere Symptome benötigt in vielen Fällen keine Behandlung oder ausschließlich eine Fastenzeit des Hundes für ungefähr 12 bis 24 Stunden. Wasser muss für den Hund aber ausreichend zur Verfügung stehen. Trat das Erbrechen häufiger auf, das Allgemeinbefinden des Hundes ist aber ungestört, reicht häufig eine konservative Behandlung mit Gabe von antiemetischen Medikamenten durch den Tierarzt neben der Fütterung von Schonkost aus. Sollten weitere Beschwerden wie Fieber, Schlappheit und Bauchschmerz bestehen, müssen auch diese behandelt und nach der Ursache geforscht werden. Liegen dem Erbrechen schwerwiegende Ursachen zugrunde, müssen diese gezielt therapiert werden.

Vorbeugen von Erbrechen

Da häufig übermäßiges Schlingen von Futter eine Ursache für Erbrechen ist, kann in diesen Fällen die Fütterung in einem Anti-Schling-Napf von Vorteil sein. Vor allem bei Hunden, die sich gerne als „Staubsauger“ betätigen, sollte man die Aufnahme von allem, was kein Futter ist, verhindern, sei es zu Hause oder beim Spaziergang. Da einige Hunde empfindlich auf Futterumstellungen reagieren, empfiehlt es sich auf plötzliche Futterwechsel zu verzichten oder eine vorsichtige Umstellung über mehrere Tage zu machen. Im Winter sollte die Aufnahme von Schnee durch den Hund möglichst unterbunden werden, da dies häufig zu Magen-Darm-Beschwerden führt („Schneegastritis“).

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