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Vergiftung beim Hund

Im Alltag lauern viele Gefahren, die zu einer Vergiftung beim Hund führen können.

Hundehalter fürchten sie alle – die Vergiftung. Obwohl die Polizei häufig vor ausgelegten Giftködern warnt, sterben jedes Jahr unschuldige Hunde an Rattengift und Co. Erfahren Sie hier, welche Lebensmittel und Stoffe zu einer Vergiftung beim Hund führen und wann Sie zum Tierarzt gehen sollten.

Wie gefährlich ist eine Vergiftung beim Hund?

Wie gefährlich eine Vergiftung beim Hund ist, ist abhängig von der Dosis und der Art des Giftstoffs. Hat Ihr Hund eine hohe Dosis aufgenommen, müssen Sie unbehandelt mit einem Herz- oder Nierenversagen sowie tödlich verlaufenden Leberschäden rechnen.

Symptome: Daran erkennen Sie eine Vergiftung beim Hund

Allgemein gilt: Die Dosis macht das Gift. Umso höher die Dosis, desto schädlicher ist dies für Ihren Hund. Typisch für eine Vergiftung beim Hund sind jedoch folgende Vergiftungszeichen:

  • Übelkeit und Speicheln
  • Durchfall und Erbrechen (eventuell mit Blutbeimengungen)
  • blutige Punkte auf den Schleimhäuten (Petechien)
  • blutiger Urin
  • zentralnervöse Störungen (z.B. Krämpfe, Muskelzittern, Lähmungen, Bewusstlosigkeit)

Ist die aufgenommene Dosis zu hoch und kommt jede Hilfe zu spät, können vergiftete Hunde an den Folgen der Vergiftung versterben.

Erste-Hilfe Maßnahmen: Das können Sie im Notfall gegen eine Vergiftung beim Hund tun

Hat Ihr Hund vor kurzer Zeit eine hohe Dosis an Gift aufgenommen, sollten Sie bei Ihrem Hund Erbrechen provozieren. Dies gelingt Ihnen, wenn Sie Ihrem Liebling nach und nach Löffel einer gesättigten Kochsalzlösung eingeben. Auch können Sie ihm Kohletabletten verabreichen, das den giftigen Wirkstoff binden soll.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Hat Ihr Hund einen Giftstoff aufgenommen heißt es: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Zeigt Ihr Hund typische Anzeichen für eine Vergiftung, sollten Sie schleunigst einen Tierarzt aufsuchen.

Damit dieser bestens vorbereitet ist, sollten Sie ihn wenn möglich zuvor anrufen und von der möglichen Vergiftung bei Ihrem Hund erzählen. Haben Sie eine Ahnung, welchen Wirkstoff Ihre Fellnase aufgenommen haben könnte, ist auch diese Information für eine erfolgreiche Therapie hilfreich. Hat Ihr Hund eine unbekannte Pflanze oder Tablette gefressen, sollten Sie diese zum Tierarzt mitnehmen.

Vergiftung beim Welpen
Ein vergifteter Welpe bekommt eine Infusionstherapie.

Therapie: Kann eine Vergiftung beim Hund behandelt werden?

Im Falle einer Vergiftung beim Hund ist es wichtig, schnell zu handeln. Sobald Sie bei Ihrem Tierarzt angekommen sind, beginnt dieser mit folgenden Gegenmaßnahmen:

  • Er verabreicht Ihrem Hund Brechmittel (Emetika) per Injektion.
  • Gegebenenfalls führt er eine Magenspülung unter Narkose durch.
  • Konnte der Tierarzt das Gift identifizieren, verabreicht er ein Gegengift (Antidot).

Nach der ursächlichen Therapie erhält Ihr Hund in der Regel über mehrere Tage eine Infusionstherapie. Diese ist wichtig, um möglichst viel Gift aus dem Blut zu spülen. Hat das Gift die Nieren stark geschädigt, kann außerdem eine Dialyse von Nöten sein.

Damit der Tierarzt auf gefährliche Spätfolgen möglichst früh reagieren kann, nimmt er Ihren Hund stationär auf. Über Tage hinweg kontrolliert er wichtige Parameter wie die Atemfrequenz, den Puls und den Zustand der Schleimhäute. Ist Ihrem Hund übel, kann er ihm zudem Mittel gegen Übelkeit (Antiemetika) geben.

Ursachen: Welche Lebensmittel und Stoffe sind für Hund giftig?

In einem normalen Haushalt lauern viele Vergiftungsgefahren. Dabei spielt die aufgenommene Dosis des Gifts eine entscheidende Rolle.

Diese Dinge sind für Hunde giftig:

1. Lebensmittel

Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die für Hunde giftig sein können. Im Artikel Lebensmittel, die Hunde nicht essen dürfen haben wir detailliert aufgelistet, welche Nahrungsmittel für Hunde giftig sind, welche nur in Maßen gefüttert werden dürfen und welche Ihr Liebling nur gekocht zu sich nehmen sollte.

2. Chemische Gifte

Es gibt eine ganze Reihe an chemischen Stoffen, die gefährlich für Ihren Hund werden können. Hierzu zählen:

  • Rattengift (Kumarin)

Die Aufnahme von Rattengift ist einer der häufigsten Gründe für eine Vergiftung beim Hund. Das im Rattengift enthaltende Kumarin stört die Blutgerinnung in der Leber, sodass vergiftete Hunde ohne Gegenmaßnahmen, wie die Gabe von Vitamin K, innerlich verbluten.

Giftköder zur Vergiftung von Hunden
Aus Hass auf Tiere: Würstchen als Giftköder
  • Frostschutzmittel (Ethylenglycol)

Frostschutzmittel ist im Winter sehr hilfreich, weshalb viele die Flüssigkeit im Kofferraum lagern. Zerstört Ihr Hund bei einer Autofahrt den Kanister unbemerkt, kann es sein, dass er große Mengen der extrem süßlich schmeckenden Flüssigkeit und das darin enthaltende Gift Ethylenglycol aufnimmt.

  • Medikamente

Manche Medikamente, etwa Schmerzmittel in Form von Kautabletten, schmecken für Hunde sehr gut. Eine zu hohe Dosis dieser Medikamente kann aber zu einer Vergiftung beim Hund führen und die Leber und die Nieren schädigen. Auch Pflanzenschutzmittel wie Schneckenkorn sollten Sie von Ihrem Vierbeiner fernhalten.

3. Pflanzliche Gifte

Sie sind schön, können aber für Hunde schädlich sein: Giftpflanzen. Milde Vergiftungen rufen unter anderem der Gummibaum, Benjamini und der Weihnachtsstern hervor. Dagegen ist die Eibe mit ihren Beeren oder auch der Oleander für Hunde hochgiftig. Weitere Beispiele sind der Efeu, Rizinus und Maiglöckchen.

Mehr zu dem Thema giftige Garten- und Zimmerpflanzen im Beitrag: Giftige Pflanzen für Hunde

Vorbeugung: So schützen Sie Ihren Hund vor einer Vergiftung

Gifte befinden sich fast überall: Im Garten, im Haushalt und in der freien Natur. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Hund beim Gassigehen niemals aus den Augen lassen.

Nimmt Ihr Hund eine unbekannte Substanz auf, sollten Sie die nächsten Stunden und Tage unbedingt auf auffällige Anzeichen achten. Stellen Sie giftige Lebensmittel immer an unerreichbare Plätze oder lagern Sie diese immer hinter verschlossenen Schranktüren.


Franziska Gütgemann, Tierärztin
Franziska Gütgemann

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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