Sie wollen mit Ihrem Hund im Winter auf keine Aktivitäten verzichten? Das ist auch nicht nötig, wenn Sie einige Tipps und Tricks zur Pflege in der kalten Jahreszeit beachten.
Viele Hunde sind auch im Winter gerne draußen unterwegs.
Um mit Ihrem Vierbeiner gut über die kalten Wintermonate zu kommen, haben wir für Sie die wichtigsten Fragen zusammengefasst:
Gassigehen im Winter: Wie lange kann ich spazieren gehen?
Wenn die Temperaturen weit unter null Grad sinken, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund draußen in Bewegung bleibt. Sonst kann er schnell anfangen zu frieren.
Was die Länge des Spaziergangs angeht, gibt es keine Begrenzungen, wenn Ihr Vierbeiner gerne im Schnee tobt. Allerdings gibt es auch Rassen, die in der kalten Jahreszeit nicht gerne mehr Zeit als nötig draußen verbringen möchten.
Das betrifft vor allem Hunde mit kurzem Fell und wenig Unterwolle. Sie fangen im Vergleich zu anderen Hunden, auch bei Bewegung, einfach schneller an auszukühlen. Achten Sie daher auf seine Körpersprache und beenden Sie den Spaziergang, wenn ihm das Toben durch den Schnee zu anstrengend wird oder er friert.
Lesetipps:
Sind Hunde im Winter müder?
Wenn die Tage kürzer werden und es draußen länger dunkel bleibt, verändert sich auch der Hormonhaushalt unserer Hunde. Im Mittelpunkt steht dabei Melatonin – das „Schlafhormon“, das im Dunkeln vermehrt ausgeschüttet wird. Je früher es am Nachmittag dämmert, desto länger wirkt Melatonin im Körper. Das Ergebnis: Hunde sind eher ruhig, entspannt oder schlicht schläfriger.
Melatonin beeinflusst außerdem Stoffwechsel, Stimmung und Aktivitätsniveau. Im Winter signalisiert es dem Organismus, Energie zu sparen – ein Mechanismus, der in vielen Tierarten verankert ist. Kombiniert mit Kälte, nassem Wetter und insgesamt weniger Bewegung wirkt dieser Effekt noch stärker.
Kurz gesagt: Ja, Hunde sind im Winter tendenziell müder. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass etwas nicht stimmt. Vielmehr reagiert ihr Körper einfach auf die dunklere Jahreszeit. Ein ganz natürlicher, hormonell gesteuerter Rhythmus.
Trotzdem: Extreme Abgeschlagenheit oder Müdigkeit können auch auf eine Erkrankung hindeuten. Falls Sie unsicher sind, bringen Sie Ihren Vierbeiner lieber zum Tierarzt.
Woran erkenne ich, dass mein Hund im Winter friert?
Fängt Ihr Hund im Winter draußen an zu zittern, ist das ein klares Anzeichen, dass er friert. Ein weiteres Indiz ist eine verkrampfte Körperhaltung, bei der Ihr Hund seinen Rücken hochzieht und seine Rute einklemmt. Auch Unruhe und ständiges Herumlaufen sind Hinweise darauf, dass Ihr Hund im Winter friert.
Wenn Sie diese Anzeichen bei Ihrem Vierbeiner erkennen, ist es Zeit, schnell nach Hause ins Warme zu gehen. Dort sollten Sie Ihren Liebling gründlich abtrocknen und bei Bedarf in seinem Hundebett in eine Hundedecke wickeln.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel „Ab wann frieren Hunde“.
Brauchen Hunde im Winter einen Mantel?
Für die meisten Hunde ist es nicht notwendig, beim Gassigehen im Winter einen Mantel zu tragen.
Dennoch gibt es Ausnahmen: Bei alten oder kranken Hunden kann es durchaus sinnvoll sein, einen Hundemantel anzuziehen. Rassen mit kurzem Fell und wenig Unterwolle sind von Natur aus im Winter nicht gut vor Kälte geschützt. Ihnen kann ein Mantel Schutz vor Kälte bieten.
Bei der Wahl des Hundemantels sollten Sie darauf achten, dass er Ihrem Hund genügend Bewegungsfreiheit bietet und vor allem atmungsaktiv ist. Der Hund soll sich im Winter trotz Mantel wohlfühlen und ausgiebig toben können.
Schneebrillen für Hunde?
Gut zu wissen: Es gibt Schneebrillen für Hunde, die die empfindlichen Hundeaugen bei extremen Wetterbedingungen schützen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Hundebrillen.
Pfotenpflege für Hunde im Winter
Die Witterungsbedingungen können die Pfoten Ihres Hundes stark beanspruchen. Daher sollten Sie im Winter besonders auf die Pfotenpflege achten. Keine Seltenheit sind zum Beispiel Risse in den Ballen oder Verklebungen der Zehen, die das Laufen erschweren und zu Pfotenverletzungen führen können.
Mit ein paar einfachen Tricks kann man hier aber leicht Abhilfe schaffen:
1. Pfoten waschen
Nach jedem Spaziergang sollten Sie die Pfoten Ihres Hundes im Winter mit lauwarmen Wasser kurz abwaschen. Es reicht, wenn Sie dafür eine Schüssel nehmen und die Pfoten kurz eintunken und abwaschen.
Somit ist die Prozedur schnell erledigt und Sie müssen den Hund nicht extra in die Badewanne oder Dusche stellen. Damit vermeiden Sie außerdem, dass Ihr Hund sich die Pfoten sauber leckt und dadurch Dreck und Salz aufnimmt.
2. Fell an den Pfoten kürzen
Lange Haare an den Pfoten begünstigen die Bildung von Schneeballen im Winter. Stutzen Sie langes Fell zwischen den Zehen deshalb regelmäßig vorsichtig mit einer Hundeschere.
3. Spezielle Pfotensalben
Von Pflegeprodukten für Pfoten gibt es zwei Varianten: Zum einen gibt es Pfotenwachs für Hunde, das davor schützt, dass Dreck und Schmutz zwischen die Pfotenballen gelangen können. Hat Ihr Hund im Winter keine besonders gereizten Pfoten, reicht das als Pflege vollkommen aus.
Zum anderen gibt es pflegende Salben. Diese sollten Sie dann zusätzlich nach dem Spaziergang nach dem Waschen der Pfoten auftragen. Das ist besonders bei Hunden sinnvoll, die unter trockenen und rissigen Pfotenballen leiden.
Lesetipp: Pfotenbalsam ganz einfach selbst machen
Passende Produkte zur Pfotenpflege für den Winter
Brauchen Hunde im Winter mehr Futter?
Wie viel Futter ein Hund benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa von seinem Alter, seinem Gesundheitszustand und seinem Aktivitätslevel. Vierbeiner, die in warmen Stadtwohnungen leben und im Winter nur kurz Gassi gehen, brauchen während der kalten Jahreszeit normalerweise nicht mehr Nahrung als gewohnt.
Anders verhält es sich bei Tieren, die überwiegend im Freien leben oder viel draußen unterwegs sind. Sie müssen im Winter mehr Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Dies gilt auch für Hunde mit kurzem Fell beziehungsweise ohne Unterwolle, selbst wenn diese sich eher drinnen aufhalten. In beiden Fällen sind größere Mengen eines hochwertigen Premium-Trockenfutters oder Premium-Nassfutters erforderlich. Ihr Tierarzt berät Sie gerne zu diesem Thema.
Kann ein Hund im Winter draußen bleiben?
Die meisten Hunde wohnen heutzutage als vollwertige Familienmitglieder mit ihren Besitzern im Haus. Dennoch gibt es bestimmte Rassen, die überwiegend draußen leben, insbesondere Herdenschutz- und Schlittenhunde.
Können sie auch bei Minusgraden im Freien bleiben?
Wer seinen Hund im Winter draußen halten möchte, muss sich an die gesetzlichen Bestimmungen an seinem Wohnort halten. In Deutschland ist es grundsätzlich erlaubt, Hunde ganzjährig im Freien leben zu lassen, sofern den Tieren ein warmer, trockener Schutzraum (zum Beispiel in Form einer Hundehütte) zur Verfügung steht. Bei Dauerfrost sollten Sie Ihren treuen Freund dennoch ins Haus holen.
Bitte beachten Sie: Nicht alle Rassen eignen sich für die Außenhaltung im Winter. Außerdem braucht Ihr Liebling draußen viel Bewegung, um sich aufzuwärmen.
Hund im Winter im Auto lassen
Tatsächlich sollte Ihr Hund im Winter nicht ohne Aufsicht im Auto bleiben müssen. Sind Motor und Heizung aus, kühlt das Wageninnere schnell ab, wodurch sich der Vierbeiner eine gefährliche Unterkühlung zuziehen kann.
Was gilt es im Winter sonst noch zu beachten?
Durch ihr wärmendes Winterfell sind viele Hunde bestens für den Winter gerüstet: Sie lieben es, im Schnee zu tollen und an sich an sonnigen Wintertagen die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.
Allerdings können eine kalte Umgebung sowie Zugluft dazu führen, dass das Immunsystem geschwächt wird. Dann haben Krankheitskeime leichtes Spiel und es droht eine Atemwegsinfektion oder eine Blasenentzündung. Beobachten Sie Ihren Hund daher genau und bringen Sie ihn bei Verdacht auf Hundeerkältung oder bei anderen Auffälligkeiten zum Tierarzt.
Quellen: