Tipps für besseres Gassigehen mit Hund

Verfasst von zooplus Redaktion

Ab nach draußen – für Hunde sind die täglichen Spaziergänge mit ihrem Menschen die Highlights des Tages. Dabei geht es bestenfalls nicht nur ums Bewegen und das kleine sowie große Geschäft. Wer das Gassigehen mit dem Hund abwechslungsreich gestaltet, kann körperliche und geistige Auslastung mit Training und viel Spaß verbinden.

Tipps für besseres Gassi gehen

Abwechslung ist auch beim Gassigehen mit dem Hund wichtig.

Tipps & Tricks: Wie geht man mit einem Hund richtig Gassi?

Sie sind auf dem Bürgersteig unterwegs und Ihr Vierbeiner trottet gelangweilt neben Ihnen? Nutzen Sie die Gelegenheit für kleine Aufgaben. Hierzu zählen Basics wie der Seitenwechsel an der Leine auf Kommando. Solche kleinen Übungen für zwischendurch stärken die Bindung.

Rote Ampeln clever nutzen

Zum Beispiel können Sie, während Sie auf grünes Licht an der Ampel warten, folgende Übung probieren: Bleiben Sie stehen und legen Sie ein Leckerli unter Ihre Schuhspitze. Der Hund bekommt es erst dann, wenn er in Ihre Augen schaut. So sichern Sie sich seine Aufmerksamkeit.

Rote Ampeln können Sie auch für das Festigen von „Sitz“ und „Lauf“ oder für kleine Tricks wie „Winken“ nutzen. Diese sollten Sie schon zu Hause trainiert haben. Grundsätzlich gilt für den Spaß an der Leine: Ein guter Grundgehorsam trägt viel zum entspannten Gassigehen mit dem Hund bei.

Während der Gassirunde: Apportieren und Schnüffelspiele

Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, binden Sie Apportieren in das Gassigehen mit Hund ein. Kommt der Vierbeiner nicht zuverlässig zurück oder befinden Sie sich in einem hochfrequentierten Park, verwenden Sie eine Schleppleine.

Sichere Apportierübungen

Apportieren ist außerdem ein hervorragender Ersatz für die Jagd. Aber Achtung: Bei Jagdhunden sollten Sie nur kontrolliertes Apportieren ohne „Hetzen“ üben. Der Hund läuft erst los, wenn die Beute bereits liegt – dies erfordert einiges an Übung. Auch hierbei kann Ihnen eine Schleppleine gute Dienste leisten.

Zum Apportieren eignet sich beispielsweise ein Trainingsdummy. Stöcke oder Steine sollten Sie hingegen nicht werfen, denn der Hund könnte sich verletzen.

Immer der Nase nach: Suchspiele während des Gassigehens

Ob Leckerli oder Spielzeuge – lassen Sie Ihren Hund in Wald oder Flur danach suchen.

Wenn Sie nicht zu dritt unterwegs sind, können Sie gleichzeitig das „Bleib“ festigen: Der Hund muss warten, bis Sie ein passendes Versteck gefunden haben. Steigern Sie den Schwierigkeitsgrad langsam. Zuerst liegt das Spielzeug am Wegrand, anschließend hinter einem Baumstamm, später in einem Laubhaufen.

Versteckspielen beim Gassigehen mit Hund

Auch ein Leckerli lässt sich zwischendurch schnell verstecken. Zum Beispiel in einer Mauerritze oder einer Baumrinde auf Hundehöhe. Findet Ihr Vierbeiner das Gesuchte, sind Sie natürlich voll des Lobes!

Ist ein weiterer Mensch dabei, können Sie sich selbst verstecken! Die zweite Person hält den Hund fest, während Sie vorausgehen und einen Unterschlupf suchen. Steigern Sie auch hier den Schwierigkeitsgrad. Gehen Sie zunächst nur wenige Meter und verstecken Sie sich in seinem Sichtfeld.

Übung macht den Meister

Klappt dies, geht’s zum Beispiel um die Kurve – und Ihr Vierbeiner wird zum Mantrailer. Mit der Zeit können Sie besser einschätzen, wie gut Ihre Schnüffelnase bestimmte Suchaufgaben meistert.

Hund will Gassi gehen © Chalabala / stock.adobe.com
Tricks üben, Variationen einbauen: Beim Gassigehen mit Hund können Sie ganz einfach für Abwechslung sorgen.

Gassigehen mit Hund: Tipps für mehr Variationen

Jeden Tag im gleichen Tempo die gleiche Strecke zu meistern, kann zum klassischen „Alltagstrott“ führen. Für die kurze Gassirunde ist das kein Problem. Hunde haben viel in ihrem Revier zu schnüffeln. Aber manche Vierbeiner blühen regelrecht auf, wenn sie ein neues Gebiet erkunden können.

Routen und Tempo beim Gassigehen mit Hund variieren

Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung nach unbekannten Strecken um, die mit Bus, Bahn oder Auto zu erreichen sind. Gemeinsam können Sie dann kleine Entdeckungstouren starten.

Auch das Tempo ist bei gesunden und ausgewachsenen Hunden variabel. Joggen oder Radfahren können eine schöne Abwechslung für sportliche Hunde bieten. Starten Sie allerdings langsam, um den Vierbeiner nicht zu überfordern.

Gassigehen mit Hund: Die Natur als Agility-Parcours

Schauen Sie sich in Wald und Flur um. Denn hier gibt’s jede Menge kleine Hindernisse, die zu einer spannenden Herausforderung werden.

Wie wäre es mit einem Slalomlauf durch eine Baumreihe? Oder Sie bringen Ihrem Vierbeiner bei, einzelne Bäume komplett zu umrunden. Liegende Stämme laden zum Balancieren oder Springen ein. Besonders kniffelig ist das „Platz“ auf einem liegenden Baum. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Vorsicht im Wald

Bei einem verlockenden Mountainbike-Parcours im Wald seien Sie vorsichtig: Rampen und Wippen sind zwar für viele Hunde spannend. Doch der nächste Biker kommt bestimmt. Räumen Sie dann unaufgefordert den Platz. Auch vierbeinige Wasserfreunde finden in der Natur Herausforderungen – zum Beispiel kleine Bäche zum Überqueren.

Lesen Sie mehr über Agility mit dem Hund!

Wasserspaß beim Gassigehen mit Hund

Apropos Wasser: Viele Hunde lieben das kühle Nass. Kleine Bäche oder Seen bieten eine gute Gelegenheit für Wasserspaß beim Gassigehen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Vierbeiner nicht zum Rabauken wird. Die Jagd auf Enten und Co ist tabu.

In der Badesaison sollten Sie hundefreie Zonen respektieren. Flüsse können schnell lebensgefährlich werden, wenn die Strömung stark ist.

Sicher Baden während der Gassirunde

Können Sie Ihren kleinen „Wasserhund“ sowie das Gewässer nicht optimal einschätzen, lassen Sie ihn nur mit einer Schleppleine ins kühle Nass. In der kalten Jahreszeit besteht vor allem für junge, ältere oder geschwächte Hunde Erkältungsgefahr.

Hund auf Baumstamm © annaav / stock.adobe.com
Im Wald ist ein respektvoller Umgang mit den dort lebenden Wildtieren gefragt.

Hundebegegnungen mit Köpfchen

Viele Hundehalter möchten ihrem vierbeinigen Freund soziale Kontakte ermöglichen. Also ab nach draußen und Leinen los?

Lieber nicht! Lassen Sie Ihren Vierbeiner nur mit dem Einverständnis des anderen Hundehalters ohne Leine zu Artgenossen laufen. Wenn sich beide mögen, spricht nichts gegen das gemeinsame Spiel in sicherer Umgebung.

Den entspannten Umgang mit Artgenossen trainieren

Der Rückruf sollte gut funktionieren. So können Sie Ihren Hund zu sich holen, wenn Radfahrer, Reiter oder Kindergartengruppen den Weg kreuzen.

Sind beide Hunde angeleint, machen Sie am besten einen Bogen um das andere Gespann. Dies ist durchaus wörtlich zu verstehen. Denn in freier Natur nähern sich Hunde nicht frontal, sondern in einem seitlichen Bogen.

Ist Ihr Vierbeiner bei Hundebegegnungen angespannt, ergibt sich hier ein weiteres Trainingsfeld. Seien Sie aufmerksam und belohnen ihn mit einem Leckerli, sobald er den Artgenossen im Blick hat und bevor er bellt. Nach einigen Wochen – Geduld ist gefragt – wird er nicht mehr zum Bellen ansetzen, sondern Sie erwartungsvoll anschauen.

Tipps fürs Gassigehen mit Hund im Dunkeln

Auto- und Radfahrer können Mensch-Hund-Teams besser sehen, wenn sie leuchten. Zwar sind Sie bei Spaziergängen an kurzer Leine meist auf der sicheren Seite. Aber vor allem Radfahrer, die sich mit Fußgängern schmalere Wege teilen, sind dankbar für das Licht am Hund.

Leuchthalsbänder oder Blinklichter nutzen

Reflektierende Leinen, Halsbänder, Geschirre und Sicherheitswesten sind für Autofahrer und Radfahrer mit Licht gut sichtbar. Alternativ lassen sich Blinklichter flott an jedes Halsband, aber auch an ein Geschirr hängen.

Ob giftige Köder, eine verendete Ratte oder ein halbes Brötchen – im Dunkeln ist die Gefahr größer, dass der Hund unbemerkt etwas frisst. Lassen Sie ihn darum besser auch in autofreiem Gebiet angeleint.

Nehmen Sie außerdem eine kleine Taschenlampe oder mindestens ein Smartphone mit Lampe mit, um im Zweifel genauer hinsehen zu können.

Die Top-7-Tipps fürs Gassigehen mit Hund

Beim Gassigehen mit Hund kann man mit relativ einfachen Mitteln für viel Abwechslung sorgen. Die sieben wichtigsten Tipps – auch zum Thema Sicherheit – haben wir nun noch einmal für Sie zusammengefasst:

  • Im Hochsommer und bei Hitze gehen Sie besser morgens und abends auf Entdeckungstour.
  • Ins Gepäck gehört, neben Hundekotbeuteln und Leckerlis, auch Wasser für den Vierbeiner.
  • Respektieren Sie die Natur, vor allem zu Wildschutzzeiten.
  • Wechseln Sie konzentrierte Phasen mit entspanntem Gassigehen ab.
  • Denken Sie daran: Auch im tiefsten Wald gibt es Radfahrer, Jogger und andere Hunde.
  • Schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit Ihrem Hund – nicht dem Smartphone.
  • Freies Laufen sollte nur in sicherer Umgebung stattfinden.

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Thema Gassigehen mit Hund

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die täglichen Spaziergänge mit Ihrem Vierbeiner.

Wie oft muss man mit einem kleinen Hund Gassi gehen?

Ausgewachsene Hunde benötigen in der Regel drei bis vier Spaziergänge pro Tag. Wie lange diese dauern sollten und wie aktiv die Tiere dabei sind, hängt u. a. von ihrer Rasse, ihrem Alter und ihrem Gesundheitszustand ab. Wichtig: Es gibt auch kleine Hunde mit einem hohen Bewegungsdrang, etwa Dackel und Parson Russell Terrier.

Wie lange sollte man bei Minusgraden Gassi gehen?

Einer amerikanischen Studie zufolge sind Temperaturen bis minus vier Grad für gesunde Hunde gut zu tolerieren, solange sie in Bewegung bleiben. Wird es noch kälter, fangen vor allem kleine Rassen und solche ohne Unterwolle zu frieren an. Sie können dann mit einem Mantel geschützt werden. Beobachten Sie Ihren Liebling genau: Haben Sie den Eindruck, dass er sich draußen nicht wohlfühlt, verlegen Sie die Bewegung nach drinnen und lasten Sie ihn mit Apportier- und Suchspielen in der warmen Wohnung aus.

Was muss man beachten, wenn man mit einem fremden Hund Gassi geht?

Wer einen fremden Hund ausführt, sollte vorab nach Möglichkeit alle relevanten Fragen mit dem Besitzer klären: Darf der Hund abgeleint werden? Wie reagiert er auf Artgenossen? Hat er gesundheitliche Einschränkungen? Gehen Sie am besten kein Risiko ein und meiden Sie stark befahrene Straßen sowie turbulente Hundewiesen. Achten Sie zudem auf Anzeichen für Stress, etwa starkes Hecheln.

Wie kann ich mit Hunden aus dem Tierheim Gassi gehen?

Viele Tierheime suchen ehrenamtliche Helfer, die ihre Schützlinge ausführen. Bei manchen Einrichtungen ist allerdings Hundeerfahrung und/ oder die Teilnahme an einem Infoseminar Voraussetzung dafür. Kontaktieren Sie Ihr lokales Tierheim und fragen Sie nach, welche Regeln für ehrenamtliche Gassigänger gelten.

Was bedeutet die Redewendung „mit dem Hund Gassi gehen?

Die Formulierung existiert seit dem 19. Jahrhundert und geht auf das Wort „Gasse“ zurück, eine Bezeichnung für eine schmale Straße. Dorthin führte man Hunde, damit sie ihr Geschäft erledigen konnten. Heute ist „Gassi gehen“ eine umgangssprachliche Bezeichnung für „den Hund ausführen“ und wird getrennt geschrieben. Im Gegensatz dazu wird das Substantiv „das Gassigehen“ als Synonym für „der Hundespaziergang“ zusammengeschrieben. Auf Englisch sagt man übrigens einfach „to walk the dog“.

Fazit: Auf ins Abenteuer

Gemeinsam Gassi zu gehen, kann Hund und Halter viel Spaß machen. Neue Spazierwege und kleine Übungen unterwegs sorgen für Abwechslung und stärken die Bindung. Gewusst? Es gibt sogar Menschen, die beruflich Gassi gehen – der Job nennt sich „Dogwalker“ und wird vor allem in Großstädten immer gefragter.

Quellen:


zooplus Redaktion
zooplus Redaktion

Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos, Laura, Julio und Florian. Zusammen mit einem großen Netzwerk aus Tierexperten arbeiten wir daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Wissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.


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