Erste Hilfe beim Hund

erste hilfe sheltie hund

Es passiert meist plötzlich: Ein falscher Tritt in eine Glasscherbe, ein Wespenstich oder eine Kollision mit einem Auto. Der Hund jault und blutet und der geschockte Besitzer fragt sich, wie er seinem Hund helfen kann. Wie Sie sich besser auf einen solchen Notfall vorbereiten, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie kennen sollten und was in die Notfall-Apotheke gehört, erfahren Sie hier.

Bis ein Arzt zugegen ist, können einige Minuten vergehen. Doch besonders bei Unfällen ist schnelle Hilfe gefragt und so trägt die Erstversorgung des Patienten entscheidend dazu bei, ob Notfälle wie Schnittwunden, Knochenbrüche, Vergiftungen oder eine Überhitzung glimpflich ablaufen. Dies gilt sowohl für uns Menschen als auch für unsere vierbeinigen Freunde. Doch was ist bei der Versorgung eines verletzten Tieres zu beachten? Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen gibt es beim Hund und welches Zubehör sollten Hundebesitzer schnell zur Hand haben? Damit Sie im Notfall besser vorbereitet sind, stellen wir Ihnen hier die zehn häufigsten Verletzungen bei Hunden vor und geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihrem Liebling optimal zur Seite stehen können.

Die drei wichtigsten Regeln vorneweg

Als Hundebesitzer trägt man die Verantwortung für das Wohlergehen seines Hundes. Für gewöhnlich funktioniert das – schließlich lesen wir Ratgeber, kaufen das beste Hundefutter und gehen zu allen Vorsorgeterminen beim Tierarzt. Doch ein plötzlicher Unfall trifft selbst erfahrene Halter meist völlig unvorbereitet. Wo ist verdammt noch mal die Nummer vom Tierarzt? Und wie zur Hölle legt man einen Verband an? Vor lauter Schreck wissen wir oft nicht mehr, was zuerst zu tun ist.

  1. Ruhe bewahren

Die oberste Verhaltensregel in einem Notfall lautet deshalb: Ruhe bewahren! Dies klingt banal, aber nur so sind Sie in der Lage, richtige Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie in Panik verfielen, würde sich das außerdem auf Ihren verletzten Hund übertragen – und das wäre das letzte, was unser Vierbeiner in dieser Situation gebrauchen könnte.

  1. Telefonnummer des Tierarztes griffbereit haben

Um schnelle Hilfe anfordern zu können, sollten Sie die Nummer Ihres Tierarztes jederzeit parat haben. Speichern Sie die Nummer in Ihrem Handy ab, legen Sie ein Kärtchen in den Erste-Hilfe-Koffer im Auto oder hängen Sie ein Zettel an Ihre Pinnwand zuhause. Hauptsache ist: Sie haben die Nummer im Notfall schnell zur Hand. Erklären Sie beim Verständigen des Tierarztes möglichst genau, was passiert ist, so kann der Arzt wichtige Vorbereitungen treffen und Ihnen hilfreiche Tipps für den Transport geben.

  1. Anleinen und Schnauzenband anlegen

Auch wenn jede Minute zählt: Nähern Sie sich niemals unbedacht einem verletzten Hund! Ein verwundetes oder unter Schock stehendes Tier befindet sich in einer Ausnahmesituation und reagiert oft anders als erwartet. Viele Hunde wollen sich zunächst nicht helfen lassen, sie wehren sich oder beißen vor Schmerz unkontrolliert zu. Auch wenn Sie Ihren Hund noch so gut kennen, sollten Sie Vorsicht walten lassen: Nähern Sie sich langsam und mit ruhigen Schritten, leinen Sie ihn wenn möglich irgendwo an und binden Sie den Fang des Hundes mit einer Maulschlaufe zu (z.B. mit einem Verband). So sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund nicht wegläuft oder Sie beim Untersuchen verletzt.

Vorbereitungen für den Notfall

Je besser Sie informiert sind, desto schneller und effektiver können Sie Ihrem Hund helfen. Das Lesen über mögliche Unfälle und Verhaltensmaßnahmen ist zwar ein erster Schritt, wird im Notfall jedoch nicht ausreichen, die richtigen Handgriffe wirklich zu beherrschen. Zur optimalen Vorbereitung empfehlen sich daher folgende weiterführende Maßnahmen:

 

  • Erreichbarkeit klären

Unvorhergesehene Unfälle richten sich nicht nach den Öffnungszeiten Ihrer Tierarztpraxis. Klären Sie deshalb bereits im Vorfeld, an wen Sie sich am Wochenende oder nachts wenden können und unter welcher Nummer Sie schnelle tierärztliche Hilfe anfordern können. Viele Tierärzte haben einen Notrufdienst oder geben Ihnen eine Handynummer, über die sie erreichbar sind. In größeren Städten gibt es auch die Möglichkeit, die Tierrettung zu alarmieren.

 

  • Üben am gesunden Hund

Wer noch nie einen Verband angelegt hat, wird im Ernstfall damit sicherlich seine Schwierigkeiten haben. Bedenken Sie, dass Sie beim Anblick Ihres verletzten Hundes sicherlich unter Stress stehen und kaum einen kühlen Kopf haben werden, um in Ruhe nachzulesen, wie ein Verband richtig angelegt wird. Es empfiehlt sich deshalb, bereits im Vorfeld die wichtigsten Handgriffe in stressfreier Atmosphäre am gesunden Hund zu üben. Dazu gehören Fieber messen und Pulsschlag prüfen, Verband anlegen und Farbe der Schleimhäute beurteilen.

 

  • Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses: Viele Tierärzte, Tierrettungsverbände oder Tierschutzvereine bieten Erste-Hilfe-Kurse für Hunde an. Dort lernen Sie welche Gefahren im Alltag lauern und üben unter praktischer und professioneller Anleitung die wichtigsten Handgriffe der Erstversorgung. Die Kosten für vier Stunden liegen in der Regel zwischen 30 und 50 Euro pro Person.

 

Was gehört in den Erste-Hilfe-Koffer?

Das beste Wissen hilft nichts, wenn das nötige Zubehör fehlt. Eine gut bestückte Notfallapotheke und ein etwas abgeschwächtes Erste-Hilfe-Paket für unterwegs mit dem wichtigsten Material sind deshalb von enormer Wichtigkeit. Folgende Materialien sollten Sie dabei zur Hand haben:

Die Notfallapotheke für Zuhause

Verbandsmaterial :

  • Mullbinden (6 und 10 cm)
  • elastische Binden (6 und 10 cm)
  • selbsthaftende Binden
  • Verbandswatte
  • sterile Kompressen

Scheren :

  • Verbandsschere
  • stumpfe kleine Schere (z. B. zur Fellentfernung an Wunden)

Medikamente:

  • Desinfektionsspray oder -salbe
  • Salbe gegen Insektenstiche
  • sterile Kochsalzlösung (Einzelampullen)
  • Kohletabletten
  • Vaseline (z. B. zum Einfetten des Fieberthermometers oder zum Einreiben der Ballen)

Klebeband/Pflasterrollen

Pinzette

Zeckenzange

Hot/Cold-Pack

Fieberthermometer

Taschenlampe (nicht zu hell)

Rettungsdecke

Einmal-Handschuhe

Einmal-Spritzen

Einmal-Rasierer

Mundspatel/Holzstab

verletzter Labrador

Die Erste-Hilfe-Tasche für unterwegs

  • Verbandsmaterial (Verbandstuch, elastische Binden, Watte und sterile Kompressen)
  • Schere
  • Desinfektionsspray
  • Pinzette

Natürlich kann es vorkommen, dass Sie das Erste-Hilfe-Set im Notfall nicht dabei haben, zum Beispiel wenn Sie mit Ihrem Hund nur eine kurze Runde spazieren gehen. Zur Erstversorgung eignen sich in diesem Fall auch einfache Alltagsgegenstände, zum Beispiel ein T-Shirt zum Abtupfen oder Abbinden, Leitungswasser zum Ausspülen der Wunde (vom nächsten Nachbarn) oder eine dicke Zeitung zur Herstellung einer Beinschiene. Je besser Sie Bescheid wissen, was zu tun ist, desto kreativer werden Ihre Einfälle, wie Sie dies mit einfachen Mitteln umsetzen können.

Die 10 häufigsten Notfälle bei Hunden und die dazu gehörigen Erste-Hilfe-Maßnahmen

  1. Verletzungen aller Art (z. B. Ballen- oder Pfotenverletzung, Bisswunde)

Leichte Hautverletzungen, die vermutlich fast jeder Hundebesitzer schon einmal erlebt hat, verheilen in der Regel von ganz allein. Ist die Wunde jedoch stark verschmutzt, sehr tief oder blutet stark, ist schnelle Hilfe gefragt. Die Blutung muss sofort gestoppt werden und der Wundbereich muss vor Infektionen geschützt werden.

 

  • Blutung stoppen: Bei stark blutenden Verletzungen müssen Sie als erstes verhindern, dass weiterhin zu viel Blut aus der Wunde austritt. Im akuten Notfall können Sie versuchen, die Blutung durch Druck auf die Arterie mit Daumen oder Finger zu stoppen. Üben Sie mit Hilfe eines sauberen Tuchs (notfalls mit einem T-Shirt) Druck auf die blutende Wunde aus und halten Sie die verletzten Gliedmaßen wenn möglich hoch. Ein Druckverband mit nichtsaugenden Kompressen hilft, die Blutung zu kontrollieren, bis der Hund vom Tierarzt versorgt werden kann.

 

  • Wunde reinigen: Wenn die Wunde stark verschmutzt ist, sollten Sie den oberflächlichen Dreck und Fremdkörper behutsam entfernen. Dazu können Sie die Wunde mit Leitungswasser (am besten lauwarm) ausspülen und mit einem sauberen Tuch (oder T-Shirt) abtupfen (niemals reiben!). Wenn Sie eine Desinfektionslösung zur Hand haben, sollten Sie die Wunde damit behandeln und anschließend vorsichtig trocken tupfen.

 

  • Verband anlegen: Ein anschließender Verband dient der Blutstillug, dem Schutz der Wunde und ggf. der Ruhigstellung der verletzten Gliedmaße. Legen Sie dafür zunächst eine sterile Kompresse auf die Wundfläche. Bei Verletzungen der Ballen oder Pfoten, etwa durch eine Glasscherbe, müssen die Zwischenzehenräume mit Watte gepolstert werden. Je nach Größe der Gliedmaße wickeln Sie anschließend einen passenden Verband um die Wunde und fixieren Sie diesen mit Klebestreifen oder Pflaster. Falls Sie eine selbstklebende Fixierbinde zur Hand haben, können Sie auch diese verwenden, um den unteren Verband zu fixieren. Wichtig ist, dass der Verband zwar Druck ausübt, jedoch nicht die Blutzirkulation Ihres Hundes einschnürt. Ihr Finger sollte am Ende des Verbands noch dazwischenpassen!

 

Grundsätzlich sollten Sie alle Verletzungen anschließend von einem Tierarzt untersuchen lassen. Es gibt Unfälle, die äußerlich kaum erkennbar sind, dafür jedoch schwere innerliche Verletzungen hinterlassen, die eine Behandlung dringend erforderlich machen.

 

  1. Knochenbruch

Wenn Ihr Hund einen Unfall hatte, angefahren wurde oder gestürzt ist und sich anschließend auffällig bewegt, kann ein Knochenbruch vorliegen. Er muss in diesem Fall so schnell wie möglich vom Tierarzt behandelt werden, denn falsche Bewegungen oder zu große Belastungen können zu schweren Komplikationen bei der Heilung führen. Bei Verdacht auf einen Knochenbruch sollten Sie Ihren Hund deshalb unbedingt ruhig halten.

 

  • Knochenbruch schienen: Um die betroffenen Gliedmaße zu stabilisieren, können Sie den Knochenbruch bis zur Behandlung durch den Tierarzt provisorisch schienen. Polstern Sie dafür den Bereich um die Bruchstelle großflächig ab und umwickeln Sie die Polsterung mit einer Binde. Zur Stabilisierung können Sie einen Holzstab oder auch eine feste Zeitschrift oder Zeitung verwenden und diese mit einem weiteren Verband entlang des verletzten Glieds fixieren.

 

  • Offener Knochenbruch: Bei einem offenen Bruch, bei dem der Knochen durch die Haut getreten ist, dürfen Sie keine Schiene anlegen. In diesem Fall versorgen Sie vorsichtig die Wunde und stoppen Sie notfalls die Blutung. Halten Sie Ihren Hund ruhig und sorgen Sie dafür, dass er so schnell wie möglich von einem Tierarzt versorgt wird.

 

  1. Insektenstich (z. B. Wespenstich)

Bei Erkundungstouren durch den Garten oder am Feldrand kann es schnell passieren: Eine Wespe fühlt sich durch den Vierbeiner bedroht und sticht zu. Auch wenn Sie nicht genau hinschauen – spätestens wenn Ihr Hund plötzlichen aufjault oder unruhig umher läuft, bemerken Sie, dass er eine unangenehme Begegnung gehabt haben muss. Untersuchen Sie Ihren Hund auf einen möglichen Insektenstich hin – besonders Pfoten, Nase und Extremitäten sind beliebte Bereiche. Nach einem Wespenstich schwillt die betroffene Stelle rasch an und ist deutlich gerötet. Linderung verschaffen Sie Ihrem Hund nun am besten, indem Sie die Stichstelle kühlen, etwa mit einem kühlen, nassen Handtuch, einem Kühlelement aus dem Eisfach, mit kaltem Wasser aus dem Gartenschlauch oder mit einem kühlenden Gel aus der Apotheke. Nach ca. 10 Minuten geht die Schwellung meist wieder zurück und der Schmerz lässt nach.

 

  • Wann zum Tierarzt? In der Regel klingen Rötungen, Schwellungen und Schmerzen nach einem Insektenstich rasch wieder ab. Wenn Sie jedoch deutliche Veränderungen an Ihrem Hund wahrnehmen, etwa Pusteln am Körper, geschwollene Augenlider und Lefzen, starken Speichelfluss, eine deutlich verminderte Energie oder eine angestrengte Atmung sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen. Dabei ist höchste Eile geboten, denn eine allergische Reaktion auf das Wespengift kann lebensbedrohliche Folgen haben.

 

 

  1. Zeckenbiss

Hunde sind eine beliebte Beute für die Zecke und so ist ein Zeckenbiss nach einem Spaziergang in der freien Natur keine Seltenheit. Je früher die Zecke entdeckt und entfernt wird, desto unproblematischer ist ein solcher Zeckenangriff. Wenn ein Zeckenbiss unentdeckt bleibt oder der Hund die Zecke beim Saugen selbst herauskratzt oder -beisst, können schwere Entzündungen entstehen. Gefährlich wird es vor allem, wenn durch die Zecke lebensbedrohliche Krankheiten wie Borreliose oder Hundemalaria übertragen werden.

  • Vorbeugende Maßnahmen: Wenn Sie in stark gefährdeten Gebieten leben, kann eine Impfung Ihres Hundes gegen Borreliose und Babesiose (Hundemalaria) empfehlenswert sein. Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat und wägen Sie Nutzen und Nebenwirkungen einer Impfung ab. Auch spezielle Sprays oder Tinkturen sowie Antizecken-Halsbänder können helfen, das Risiko eines Zeckenbiss zu reduzieren.
  • Absuchen des Hundes nach Zecken: Nach einem Spaziergang in der freien Natur, vor allem am Wald- und Wiesenrand, sollten Sie Ihren Hund gründlich absuchen. Wenn Sie einen ganzen Tag unterwegs sind, kann es hilfreich sein, jede Stunde einen genauen Blick auf Ihren Hund zu werfen: Zecken beißen sich nicht sofort an ihrem Opfer fest, sondern wandern erst zu einer geeigneten Stelle. Sie sind in diesem Zeitraum noch leicht auf der Felloberfläche zu entdecken und können noch problemlos mit einem Tuch entfernt werden. Zecken, die sich bereits festgebissen haben, finden sind besonders häufig an Kopf, Ohren, Hals, zwischen den Zehen, am Bauch oder den Schenkelinnenseiten.
  • Entfernen der Zecke: Wenn Sie eine Zecke an Ihrem Hund entdeckt haben, sollten Sie diese so bald wie möglich entfernen. Versuchen Sie jedoch niemals die Zecke mit den Fingern herauszuziehen! Die Zecke muss vollständig aus der Haut heraus gehebelt werden. Dies geht am besten mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer Pinzette. Greifen Sie die Zecke mit dem entsprechenden Hilfsmittel so nah wie möglich an der Haut – ohne zu drehen oder die Zecke zu quetschen – und ziehen Sie sie anschließend vollständig heraus.
  • Symptome einer Infektion erkennen: Wenn sich um den Zeckenbiss eine ringförmige Rötung entwickelt, kann dies ein Hinweis auf eine Infektion sein, z.B. mit den gefährlichen Borrelien-Erregern. Auch Fieber, Lethargie, Futterverweigerung oder eine Schwellung der Lymphknoten können Symptome einer Borreliose sein, die auch noch Wochen oder Monate nach dem Zeckenbiss auftreten können. Melden Sie sich unverzüglich bei Ihrem Tierarzt, wenn Sie eins der genannten Anzeichen bei Ihrem Hund beobachtet haben.
erste hilfe sheltie
  1. Hitzschlag/ Sonnenstich

In der prallen Sonne wärmt sich ein parkendes Auto im Sommer schnell auf 60 bis 70 Grad auf – für den Hund, der „nur mal kurz“ im Auto warten soll, bis Herrchen zurück aus dem Supermarkt kommt, kann dies verheerende Folgen haben. Selbst wenige Minuten im überhitzten Auto können für den Vierbeiner den Tod bedeuten. Lassen Sie Ihren Vierbeiner deshalb nie alleine im Auto zurück – auch nicht, wenn Sie im Schatten parken oder das Fenster geöffnet haben!

  • Unterschied zwischen Hitzschlag und Sonnenstich: Während bei einem Hitzschlag der gesamte Hundekörper durch zu hohe Umgebungstemperatur überhitzt, entsteht ein Sonnenstich durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf des Hundes. Die Überhitzung des Kopf- und Nackenbereichs kann zu einer Störung der Blutversorgung des Gehirns (Schwellungen und Flüssigkeitseinlagerungen) bis hin zu einer Hirnblutung mit tödlichen Folgen führen. Bei einem Sonnenstich kann die Außentemperatur durchaus angenehm sein, hier reicht das direkte Herunterbrennen der Sonne auf den Kopf – dazu muss sich der Hund noch nicht einmal draußen aufhalten. Auch eine Fahrt im klimatisierten Auto, bei der der Hund auf der Rückbank über längere Zeit der Sonne ausgesetzt ist, kann einen lebensbedrohlichen Sonnenstich verursachen.
  • Symptome einer Überhitzung: Anders als wir Menschen können Hunde nicht schwitzen, Abkühlung können sie sich maximal durch Hecheln verschaffen. Verstärktes Hecheln, eine schnelle flache Atmung oder bereits ein taumelnder Gang sind alarmierende Hinweise auf einen möglichen Sonnenstich bzw. Hitzschlag. Beobachten Sie bereits einen beschleunigten Puls, Gleichgewichtsstörungen oder Krämpfe, ist schnelles Handeln gefragt. Lassen Sie sich nicht von der gefühlten Körpertemperatur Ihres Hundes täuschen – bei einem Sonnenstich ist die Körpertemperatur häufig noch im Normalbereich, während das Gehirn bereits stark überhitzt ist.
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen: Sowohl ein Sonnenstich als auch ein Hitzschlag können zu einem qualvollen Tod des Vierbeiners führen. Bereits beim ersten Verdacht, sollten Sie Ihren Hund deshalb in jedem Fall von einem Tierarzt untersuchen lassen. Sorgen Sie dafür, dass dieser so schnell wie möglich alarmiert wird und leiten Sie sofort folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen ein:
  • Hund sofort an einen kühlen, schattigen und gut belüfteten Platz bringen (wenn nötig Luft zu fächeln)
  • Wasser zum Trinken anbieten
  • Pfoten und Fell mit nassen aufgelegten Handtüchern abkühlen und diese immer wieder erneuern (wichtig: niemals mit der Kühlung in der Nähe vom Herzen beginnen oder gar einen Eimer kalten Wasser auf den Hund schütten – dies kann zu einem tödlichen Schock führen)
  1. Krampfanfälle

Wenn der Hund plötzlich krampft, kann dies ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Sollte Ihr Hund einen Krampfanfall erleiden, sollten Sie deshalb in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen, um die genaue Ursache des Krampfs abzuklären. Während eines epileptischen Anfalls können Sie leider wenig für Ihren Hund tun. Sie müssen den Krampf – der in der Regel nach wenigen Minuten nachlässt – abwarten und Ihren Hund anschließend zum Veterinärmediziner bringen. Allerdings können Sie versuchen, Ihren krampfenden Hund so weit wie möglich sicher zu lagern, damit er sich nicht an Tischen, Schränken oder harten Kanten anstößt und verletzt. Gehen Sie dabei jedoch äußerst vorsichtig vor: Krampfende Hunde reagieren oft anders als gewohnt und können unerwartet zubeißen.

  1. Vergiftung oder Gegenstand verschluckt

Das Verschlucken von einem spitzen Gegenstand oder gar Gift ist nicht nur für junge Eltern, sondern auch für viele Hundebesitzer ein Alptraum. Besonders zuhause, aber auch unterwegs drohen dem Vierbeiner vielfältige Vergiftungsgefahren: Medikamente, Reinigungs- und Putzmittel, Zigaretten, giftige Pflanzen oder für den Hund giftige Lebensmittel wie Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Knoblauch und Zwiebeln. Bewahren Sie deshalb alle gefährlichen Gegenstände und Medikamente sicher und unerreichbar für den Hund auf. Lassen Sie keine Pillen oder spitze kleine Gegenstände achtlos herumliegen. Wenn Ihr Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Fremdkörper oder einen giftigen Stoff verschluckt hat, müssen Sie so schnell wie möglich den Tierarzt oder die Tierrettung informieren. Je schneller Sie reagieren, desto größer sind die Chancen, dass sich Ihr Hund von dem Gift oder möglichen inneren Verletzungen durch einen spitzen Gegenstand wieder erholt.

  • Symptome einer Vergiftung: Es kann vorkommen, dass Ihr Hund in einem unbeobachteten Moment etwas Gefährliches verschluckt hat. In diesem Fall können Sie eine mögliche Vergiftung Ihres Hundes anhand folgender Symptome erkennen: Erbrechen, Durchfall, starker Speichelfluss, Apathie, Unruhe, Atembeschwerden oder Krämpfe.
  • Fehler bei der Erstversorgung: Anders als bei der Erstversorgung von Wunden oder Knochenbrüchen, sollten Sie Ihren Hund beim Verdacht auf eine Vergiftung keine Maulschlinge anziehen, da bei einem plötzlichen Erbrechen Erstickungsgefahr besteht. Versuchen Sie außerdem niemals selbst Ihr Tier zum Erbrechen zu bringen. Nur der Tierarzt kann kontrolliertes Erbrechen hervorrufen oder einen verschluckten Fremdkörper fachkundig entfernen.
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen: Sollte Ihr Hund bereits bewusstlos sein, legen Sie ihn in die stabile Seitenlage und ziehen Sie seine Zunge vorsichtig aus dem geöffneten Maul, so kann Erbrochenes besser abfließen. Bringen Sie ihn so schnell wie möglich zu einem Tierarzt oder rufen Sie die Tierrettung! Bei Vergiftungen können Sie Ihrem Hund außerdem Kohletabletten als erste medizinische Versorgung verabreichen. Diese Aktivkohle, die Sie immer in Ihrem Erste-Hilfe-Set parat haben sollten, bindet die giftigen Stoffe im Körper und verhindert, dass das Gift in den Blutkreislauf gelangt. Es kann außerdem sinnvoll sein, eine Probe des verschluckten Giftstoffes oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.
  1. Nasenbluten

Auch Hunde haben Nasenbluten – meist ist die Ursache, genauso wie bei uns Menschen, harmlos. Allerdings kann bei häufigerem Auftreten von Nasenbluten oder bei sehr starkem und langanhaltendem Bluten eine ernste Erkrankung des Hundes vorliegen. Sie sollten in diesem Fall unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, um die genaue Ursache des Nasenblutens klären und gegeben falls behandeln zu können.

 

  • Notfallmaßnahmen: Falls Ihr Hund sehr unruhig ist, beruhigen Sie ihn und vermeiden Sie jegliche Form von Aufregung. Das würde den Blutdruck des Tieres weiter erhöhen und die Blutung im schlimmsten Fall verstärken. Waschen Sie die Hundenase mit sauberem Wasser und trocknen sie sie anschließend vorsichtig mit einem Tuch. Wenn die Blutung durch eine äußere Verletzung herrührt, sollten Sie versuchen, diese zu versorgen, um die Blutung zu stoppen. Halten Sie dazu wenn möglich ein Tuch oder eine Kompresse auf die Wunde und kühlen Sie die Nase Ihres Hundes (z. B. mit einem kalten feuchten Tuch, Eiswürfeln in einem Handtuch oder mit einem Kühl-Pack aus dem Eisfach).
  1. Magendrehung

Kaum ein anderer Notfall ist so heimtückisch wie die gefürchtete Magendrehung. So kann ein vollkommen gesunder Hund nach dem Fressen und wildem Herumtollen plötzlich und unerwartet Anzeichen einer Magendrehung zeigen. Besonders gefährdet sind Rassen mit einem großen Brustkorb, zum Beispiel Dogge, Schäferhund, Boxer, Chow Chow, Dobermann oder Molosser. Auch bei älteren Tieren steigt das Risiko für eine Magendrehung an.

  • Symptome einer Magendrehung:
  • stark aufgeblähter Bauch
  • Unruhe (der Hund läuft hin und her, wechselt zwischen Liegen, Stehen und Umhergehen und weiß nicht „wohin mit sich“)
  • gekrümmter Rücken
  • starker Speichelfluss
  • Hund versucht zu erbrechen, jedoch ohne Erfolg
  • Apathie
  • Herz-Kreislauf-Versagen
  • Sofort zum Tierarzt: Wenn Sie eins der genannten Symptome einer bei Ihrem Hund beobachten, müssen Sie ihn unverzüglich zum Tierarzt bringen. Je schneller Ihr Tier behandelt wird, desto größer sind seine Überlebenschancen. Erste-Hilfe-Maßnahmen gibt es bei einer Magendrehung leider keine.
  • Vorbeugen: Folgende zwei Regeln können jedoch das Risiko, dass es zu einer gefährlichen Magendrehung kommt, verringern: 1. Passen Sie die Portionsgröße Ihres Hundes an seinen Bedarf an und geben Sie ihm auf keinen Fall mehr. Falls Ihr Hund eine große Menge an Futter benötigt, kann es sinnvoll sein, die Tagesration auf zwei bis drei kleinere Mahlzeiten zu verteilen. 2. Gönnen Sie Ihrem Hund nach dem Fressen Ruhe und vermeiden Sie eine Stunde nach dem Füttern wildes Herumtollen!
  1. Atem- und Herzstillstand

Zum Glück sind Unfälle mit Atem- oder Kreislaufstillstand selten, doch wenn sie passieren besteht akute Lebensgefahr für den Hund. Umso wichtiger ist es, für diesen Ernstfall gerüstet zu sein, um im Notfall schnelle Hilfemaßnahmen einleiten zu können.

  • Ursachen: Die Ursachen für Atemnot oder einen plötzlichen Kreislaufstillstand sind vielfältig. So können zum Beispiel eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich, eine Rauchgasvergiftung oder auch Unfälle mit Schädel-, Brustkorb- oder Hirnverletzungen zur akuten Atemnot bis hin zu einem Atemstillstand führen. Bei einem Kreislaufstillstand reichen die Ursachen von einem Stromunfall über eine Magendrehung oder einen Schock bis hin zu akutem Sauerstoffmangel.
  • Normwerte beim gesunden Hund vorher überprüfen: Wenn Ihr Hund plötzlich Anzeichen von Atemnot oder Kreislaufstörungen zeigt, werden Sie zunächst seine Atmung sowie seine Herz- und Pulsfrequenz überprüfen. Um zu beurteilen, dass Kreislauf oder Atmung gestört sind, ist es daher wichtig, die Normwerte Ihres Hundes zu kennen. Es empfiehlt sich deshalb Puls, Atmung und Schleimhaut bereits beim gesunden Hund zu überprüfen und zu notieren, so dass Sie im Notfall einen Vergleichswert haben und wissen, was noch „normal“ ist und was nicht.
  • Puls: Der normale Puls Ihres Hundes sollte kräftig und deutlich fühlbar sein (an der Innenseite des Oberschenkels). Durchschnittlich liegt die normale Pulsfrequenz bei 80 bis 120 Schlägen pro Minute. Je nach Alter, Rasse, Größe oder Aktivität kann der Puls jedoch erheblich schwanken. Überprüfen Sie den Puls deshalb sowohl im Ruhezustand als auch nach Anstrengung und notieren Sie sich die Werte für den Notfall.
  • Atmung: Ähnlich wie der Puls schwankt auch die Atemfrequenz bei Hunden erheblich. Je nach Größe des Hundes sind 10 bis 40 Atemzüge pro Minute normal. Zur Beurteilung beobachten Sie Brustkorb, Rippenbogen und Bauchwand Ihres Hundes und achten Sie auf untypische Atemgeräusche oder Husten. Das Hecheln dient übrigens nicht der Atmung und darf deshalb auch nicht als Atemfrequenz gezählt werden.
  • Schleimhaut: Ein deutliches Zeichen für Atem- oder Kreislaufbeschwerden ist die Veränderung der Schleimhautfarbe. Um zu beurteilen, ob eine Veränderung vorliegt, sollten Sie die Schleimhaut Ihres Hundes im Normalfall kennen. In der Regel ist sie an unpigmentierten Stellen (Zahnfleisch) blassrosa, feucht, glatt und glänzend. Eine bläulich/lilafarbene Färbung deutet auf Sauerstoffmangel, Kreislaufbeschwerden oder Herzerkrankungen hin. Bei Blutverlust oder in Schockzustanden sind die Schleimhäute blass weiß. Bei Infektionskrankheiten, Hitzschlag oder anderen Erkrankungen färben sich die Schleimhäute rot bis dunkelrot.
  • Symptome akuter Atem- oder Kreislaufstörungen:
  • Starke Brust- und Bauchbewegungen
  • Ungewöhnliche Atemgeräusche
  • Angestrengtes Atmen mit offenem Maul
  • Atmung und Pulsfrequenz gestört (starke Abweichung von Normwerten)
  • Veränderung der Schleimhautfarbe
  • Bewusstlosigkeit (keine Ohren-, Augen- oder Schwanzreaktion, kein Pupillen- oder Lidreflex)
  • Fehlender Puls
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Atemstörungen oder -stillstand: Wenn Sie nur schwache oder keine Atembewegungen mehr sehen oder fühlen können, verständigen sofort den Tierarzt. Je schneller Ihr Hund medizinisch versorgt wird, desto höher sind seine Überlebenschancen.

Legen Sie Ihren Hund auf die rechte Seite und strecken Sie seinen Kopf leicht nach hinten, so dass Nasen und Rücken eine Linie bilden. Ziehen Sie vorsichtig die Zunge heraus und kontrollieren Sie anhand der Maulhöhle und des Rachens ob die Atemwege frei sind (ggf. Erbrochenes entfernen). Das Herausziehen der Zunge sowie ein kurzer, kräftiger Druck auf den Brustkorb reichen häufig bereits aus, um einen Atemreflex auszulösen.

Setzt dieser Reflex nicht ein und Ihr Hund atmet trotz freier Atemwege nicht selbständig, müssen Sie Ihren Hund beatmen: Schieben Sie die Zunge in die Maulhöhle, halten Sie die Schnauze zu und legen Sie wenn möglich ein Tuch über die Nase. Blasen Sie dann 5 bis 10 Mal in die Nase (Brustkorb muss sich dabei heben) und warten Sie ob die Spontanatmung wieder einsetzt. Wenn nicht, wiederholen Sie den Vorgang und erhöhen Sie Ihre Beatmung auf ca. 20 Atemstöße pro Minute. Hören Sie mit der Beatmung in Intervallen erst auf, wenn Ihr Hund wieder selbständig atmet, wenn ein Tierarzt übernehmen kann oder wenn nach gut zehn Minuten keine Spontanatmung eingesetzt hat.

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Herzstillstand: Wenn Ihr Hund weder atmet noch das Herz schlägt, muss er reanimiert werden. Eine Reanimation besteht wie beim Menschen aus einem Wechsel zwischen Beatmung und Herzmassage.

Legen Sie Ihren Hund in die rechte Seitenlage, ziehen Sie das linke Vorderbein etwas vor und drücken Sie den Brustkorb, knapp hinter dem linken Ellenbogen mit flach aufgelegter Hand 10 Mal zusammen (die Stärke des Drucks sollte dabei Größe und Statur des Tieres entsprechen). Beatmen Sie Ihren Hund anschließend zwei Mal durch die Nase und warten Sie, ob Herzschlag und Atmung wieder einsetzen. Wenn nicht, führen Sie die Reanimation weiter fort, dann mit fünfzehn Herzmassagen und zwei Mal beatmen.

Beenden Sie die Reanimation, wenn Sie einen Puls ertasten oder ein Tierarzt übernimmt. Wenn nach ca. 15 Minuten kein Tierarzt zugegen ist und Ihre Reanimation bis dahin weder Atmung noch Puls aktivieren konnte, können Sie den Tod Ihres Hundes leider nicht mehr verhindern.

Fazit: Erste Hilfe rettet Hundeleben

Besonders bei akuter Lebensgefahr durch einen Atem- oder Kreislaufstillstand, kann die Erste-Hilfe entscheidend sein und das Leben Ihres Hundes retten. Aber auch bei kleineren Verletzungen, Knochenbrüchen, einem Zeckenbiss oder Überhitzung hat die Erstversorgung einen großen Einfluss auf die Heilung Ihres Hundes. Natürlich gibt es Unfälle, bei denen alle Erste-Hilfe-Leistungen erfolglos sind und der der Tierarzt nur noch den Tod des Tieres feststellen kann. In diesem traurigen Fall sollten Sie sich auf keinen Fall mit Selbstvorwürfen belasten.

Das Wissen über die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen und das Einüben der entscheidenden Handgriffe in der Praxis soll Ihnen deshalb nicht nur helfen, Ihrem Hund optimal zur Seite zu stehen, sondern Ihnen bei einem schlimmen Ausgang auch das tröstende Gefühl geben, alles in Ihrer Macht Stehende getan zu haben. Der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses und das Einüben der hier beschriebenen Maßnahmen am gesunden Hund, wie das Anlegen eines Verbandes, das Fiebermessen oder die stabile Seitenlage), sind deshalb für jeden Hundebesitzer empfehlenswert.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute!

Unsere beliebtesten Beiträge

Läufigkeit bei der Hündin

Auch wenn die Läufigkeit der Hündin ein ganz natürlicher Vorgang ist – das seltsame Verhalten der Hündin, der Ärger um Flecken auf dem neuen Teppich oder die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft bereitet vielen Hundebesitzern Sorge. Was Sie über die „heißen Tage“ Ihrer Hündin wissen sollten und wie Sie und Ihre Hündin die Zeit der Läufigkeit stressfrei überstehen, erfahren Sie hier.

Coronavirus beim Hund

Viele Hundebesitzer bewegt gerade die Frage, ob sich Hunde mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infizieren und das Virus übertragen können. Forscher schließen dies und somit auch den Ausbruch der Atemwegserkrankung Covid-19 nach aktuellem Stand aus!

Pankreatitis beim Hund

Eine Pankreatitis beim Hund (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) ist eine entzündliche Erkrankung des Pankreas (Bauchspeicheldrüse), die akut oder chronisch verlaufen kann. Sowohl die akute als auch die chronische Form können sich durch einen milden oder einen schweren Verlauf äußern. Die milde Verlaufsform geht meist mit nur geringgradigen lokalen Störungen einher, während ein schwerer Verlauf starke Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse und anderen Organen nach sich ziehen kann. Eine akute Entzündung des Pankreas verläuft meist schwer wohingegen eine chronische Pankreatitis häufig mild ist mit einer besseren Prognose. Die Bauchspeicheldrüse ist ein Organ, das Verdauungsenzyme produziert, speichert und freisetzt. Dies birgt allerdings auch die Gefahr, dass sich das Organ selbst verdaut, was eine schwere Entzündung nach sich ziehen kann, eine Pankreatitis.