Magenschleimhautentzündung (Gastritis) beim Hund This article is verified by a vet

Welpe erbricht wegen Magenschleimhautentzündung

Erbricht Ihr Hund, kann seine Magenschleimhaut entzündet sein.

War ihr Magen schon mal entzündet? Dann wissen Sie sicherlich, wie kräfteraubend die Erkrankung ist. Damit Ihr Hund von Übelkeit und Erbrechen verschont bleibt, verrät Ihnen der nachfolgende Artikel die wichtigsten Informationen zu dem Thema Magenschleimhautentzündung (Gastritis) beim Hund.

Wie gefährlich ist eine Magenschleimhautentzündung beim Hund?

Eine Gastritis kann für Ihren Hund sehr unangenehm verlaufen. Falls Ihr Hund viel erbricht und hat er Durchfall, kann er eine Menge an Wasser verlieren. Daher lassen Sie Ihren Hund frühzeitig behandeln. Ansonsten kann der Flüssigkeitsverlust zu einer lebensgefährlich Dehydratation führen.

Außerdem können schmerzhafte Magengeschwüre (Ulkus) entstehen, die im schlimmsten Fall innere Blutungen auslösen. Bricht das Magengeschwür durch, kann der erkrankte Hund versterben.

Welche Symptome treten bei einer Magenschleimhautentzündung beim Hund auf?

Betroffene Hunde zeigen je nach Schweregrad der Entzündung folgende Beschwerden:

  • Häufig sind sie schlapp und bewegen sich ungerne (Mattigkeit).
  • Sie fressen weniger oder nehmen gar kein Futter mehr auf.
  • Leiden sie unter Schmerzen, geben sie gegebenenfalls quälende Laute von sich und knirschen mit den Zähnen.
  • Nach dem Fressen würgen sie das unverdaute Futter wieder hoch (Regurgitieren).
  • Erbrechen sie verdautes Futter oder gelbe Galle, können Sie teils blutige Beimengungen erkennen (Hämatemesis).
  • Aufgrund von Übelkeit fressen sie Gras, speicheln viel und lecken vermehrt an ihren Lefzen.
  • Die Hunde neigen zu Mundgeruch.

Eine Gastritis kann plötzlich oder langfristig (chronisch) auftreten. Erbricht Ihr Hund ohne weitere Anzeichen, ist dies typisch für eine akute Gastritis.

Bei einer chronischen Gastritis ist das Allgemeinbefinden meist über mehrere Wochen geschwächt und die Tiere nehmen an Gewicht ab. Zudem kann auch das Fell an Glanz verlieren und das geschwächte Immunsystem die Gesundheit Ihres Hundes generell verschlechtern.

Hund beim Ultraschall
Im Ultraschall lässt sich die Dicke der Magenwand messen.

Diagnose: Wie erkennt man eine Magenschleimhautentzündung?

Erbricht Ihr Hund und ist er schlapp, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Dieser befragt Sie über die bisherigen Symptome und den Impfstatus Ihres Hundes. Auch ist es wichtig, dass Sie ihm erzählen, wie Sie Ihren Hund füttern und ob er in der letzten Zeit Medikamente bekommen hat. Anschließend führt er gegebenenfalls folgende Tests durch:

Eine Ultraschalluntersuchung ermöglicht es ihm zunächst, die Dicke der Magenschleimhaut einzuschätzen. Ist sie verdickt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Magenschleimhaut entzündet ist.

Mit Hilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) kann er anschließend einen genauen Blick auf die Magenschleimhaut Ihres narkotisierten Hundes werfen. Entnimmt er Ihrem Hund eine Gewebeprobe mittels einer Biopsiestanze, kann er die Zellen der Magenschleimhaut von einem Pathologen beurteilen lassen.

Hat der Tierarzt den Verdacht bestätigt, muss er für einen dauerhaften Therapieerfolg die Ursache der Gastritis ausfindig machen. Folgende Tests helfen ihm dabei:

  • Mit Hilfe einer Blutuntersuchung kann der Tierarzt das Blut auf Anzeichen einer Infektionserkrankung oder Krankheiten verschiedener Organe (z. B. der Leber) prüfen.
  • Hat Ihr Hund Parasiten, kann der Tierarzt diese mittels einer Kotuntersuchung nachweisen.
  • Mit Hilfe bildgebender Verfahren (z. B. Röntgen, Ultraschall) kann der Tierarzt Fremdkörper oder strukturelle Veränderungen sichtbar machen.

Therapie: Wie behandelt man eine Magenschleimhautentzündung beim Hund?

Um das Allgemeinbefinden Ihres Hundes zu verbessern und seine Schmerzen zu lindern, hilft der Tierarzt ihm mit unterstützenden Maßnahmen. Dazu zählen:

  • Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente
  • Magenschutztabletten (Protonenpumpenhemmer) gegen die Bildung von Magensäure
  • Halbtägige Nahrungskarenz
  • Schonkost (z. B. Reis, Kartoffeln, mageres Geflügel) über mehrere Tage
  • Langfristige Futterumstellung
  • Flüssigkeitstherapie per Infusion

Zusätzlich ist eine gezielte Behandlung notwendig, um die Ursachen langfristig zu bekämpfen. Dazu zählen zum Beispiel Wurmmittel, Antibiotika gegen Bakterien oder spezielle Medikamente gegen Stoffwechselerkrankungen.

Grafik gerötete Magenschleimhaut
Typisch für eine Gastritis beim Hund ist eine gerötete Magenschleimhaut.

Auslöser: Wie kommt es zu einer Magenschleimhautentzündung beim Hund?

Es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass sich die Magenschleimhaut von Hunden entzündet. Viele von ihnen bewirken, dass der Magen zu viel Magensäure bildet und diese die Schleimhaut reizt.

Damit Sie einen besseren Überblick bekommen, sind die möglichen Gründe für eine Gastritis beim Hund in infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen aufgeteilt:

Infektiöse Ursachen einer Gastritis

Nicht-Infektiöse Ursachen einer Gastritis

Kennen Sie das Reflux-Gastritis-Syndrom?

Hat Ihr Vierbeiner vor dem Schlafen zu wenig Futter im Magen, kann es dazu kommen, dass die Galle die Magenschleimhaut reizt. Die Folge: Ihr Hund erbricht nach dem Aufstehen. Damit dies nicht erneut passiert, können Sie Ihrem Hund abends nochmal ein Leckerli geben.

Vorsorge: So schützen Sie Ihren Hund vor einer Gastritis

Damit Sie Ihren Vierbeiner vor einer Gastritis bewahren können, sollten Sie darauf achten, so wenig Stress wie möglich zu erzeugen. Dafür sollten Sie regelmäßig mit Ihrem Liebling Gassi gehen. Zudem sollten Sie Ihrem Hund einen Rückzugsort bieten.

Des Weiteren ist es wichtig darauf zu achten, dass Ihr Hund einen ausreichenden Impf- und Parasitenschutz hat. So können Sie Infektionserkrankungen und einen Wurmbefall vorbeugen.

Ein weiterer Tipp: Wechseln Sie das Futter nicht zu schnell. Geben Sie der Verdauung Ihrer Fellnase genügend Zeit, sich an die neue Ernährung zu gewöhnen. Diese sollten Sie ausgewogen gestalten und an die Aktivität Ihres Hundes anpassen.


Franziska G., Tierärztin
Franziska G.

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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