08. August 2017 - Aktualisiert 30. März 2018

Die wichtigsten Impfungen für Ihren Hund und Welpen

Impfung Hund

Keine Frage, Impfungen schützen das Leben Ihres Hundes vor tödlichen Infektionskrankheiten. Doch welche Impfungen sollten Hunde unbedingt haben? Was steckt hinter der Grundimmunisierung des Welpen und wie oft müssen die Impfwirkstoffe aufgefrischt werden, damit sie ein Hundeleben lang beschützen?

Warum soll ich meinen Hund impfen lassen?

Das Impfen ist in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Der Ärger über teure Impf-Wirkstoffe, die Profitgier von manchen Pharmakonzernen und die unnötig vielen Impf-Auffrischungen, die mehr Nebenwirkungen als Nutzen bringen, ist bei einigen Hundehaltern größer als die Angst vor Krankheiten.

Dabei sollte jedoch nicht übersehen werden, dass es nur durch strikte Impfpläne gelungen ist, einige gefährliche Infektionskrankheiten unter Kontrolle zu bringen. Dank der flächendeckenden Impfung gegen hochansteckende Bakterien und Viren konnte ihr Infektionsrisiko und die Anzahl der damit verbundenen Todesfälle stark reduziert werden. Jeder geimpfte Hund trägt dazu bei, dass Epidemien eingedämmt oder verhindert werden können und so schützen Sie mit einer Impfung nicht nur das Leben Ihres eigenen Hundes, sondern auch das anderer Tiere.

Gegen was sollte mein Hund geimpft sein?

Impfungen bieten den zuverlässigsten Schutz, den Sie Ihrem Vierbeiner bieten können. Sie bewahren unseren besten Freund vor lebensgefährlichen Krankheiten, wie Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis, Tollwut, Zwingerhusten, Babesiose oder etwa Borreliose. Die Impfempfehlungen, die von nationalen Impfkommissionen herausgegeben werden, unterscheiden dabei zwischen Core-Vakzinen (Pflichtimpfstoffe) und Non-Core-Vakzinen (Wahlimpfstoffe).

Core- und Non-Core-Komponenten

So genannte Core-Komponenten sind Impfungen, die jeder Hund zu jeder Zeit haben sollte. Sie richten sich gegen Erreger, die meist tödlich verlaufen und die sowohl das Leben der Tiere selbst als zum Teil auch das ihrer Besitzer gefährden. Diese „Pflichtimpfungen“ sollte Ihr Hund auf jeden Fall bekommen. Auch die Einreiseerlaubnis von Kleintieren wird in vielen Ländern von diesen Impfungen abhängig gemacht und so gehören sie unbedingt in den Impfpass Ihres Vierbeiners.

Bei den Non-Core-Impfungen ist die Empfehlung hingegen nicht so umfassend. Zwar sind sie nicht weniger wichtig, doch betreffen sie nicht alle Hunde zu jeder Zeit. Die Notwendigkeit einer Impfung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel Alter, Konstitution und Lebensraum des Hundes. Ob eine Impfung sinnvoll ist, muss also im Einzelfall geklärt werden. Gemeinsam mit Ihrem Tierarzt sollten Sie Nutzen und Risiken dieser Non-Core-Impfungen genau abwägen, bevor Sie sich für oder gegen eine solche Impfung entscheiden.

Pflichtimpfungen: Gegen diese Krankheiten muss Ihr Hund geimpft sein

  • Staupe
    Die Staupe oder auch Carrésche Krankheit genannt, ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die zu schweren Magen-Darm-Problemen, Atemwegs-Erkrankungen (starker Husten, eitriger Nasen- und Augenausfluss) oder zu tödlichen Krämpfen und Lähmungserscheinungen (nervöse Staupe) führen kann.
  • Hepatitis contagiosa canis (H.c.c.)
    Der canide Adenovirus, der zur so genannten Hepatitis contagiosa canis führt, wird meist durch urinhaltiges Wasser oder Futter aufgenommen und verursacht zunächst Fieber, Augen- und Nierenentzündungen. Befällt das Virus die Leber äußert sich dies in Abgeschlagenheit, Erbrechen und Durchfall. Besonders bei jungen oder schwachen Hunden führt H.c.c. zum Tod.
  • Parvovirose
    Parvovirose wird durch das hochansteckende und enorm widerstandsfähige DNA-Virus CPV (canine Parvovirus) hervorgerufen. Besonders junge Hunde sterben an den Folgen einer Dehydrierung oder Intoxikation aufgrund starkem Erbrechen, hohem Fieber (bis 41,5°C) und blutigem Durchfall. Aber auch wenn ein Tier die Krankheit scheinbar überstanden hat, stirbt es häufig ein paar Jahre später an den Spätfolgen der Parvovirose, durch Immunschwäche oder Herzprobleme.
  • Leptospirose
    Die Leptospirose, auch Stuttgarter Hundeseuche genannt, wird durch das Bakterium Leptospira übertragen, das sich meist in kontaminierter Erde oder Wasser aufhält.
    Besonders bei jungen und immunschwachen Hunden kann die hochansteckende Krankheit schwere Organschäden hervorrufen, die in vielen Fällen auch tödlich enden. Die Leptospirose hat sich in den vergangen Jahren deutlich ausgebreitet. Da sie auch auf Menschen übertragbar und gefährlich werden kann, wird dringend zur Impfung geraten.
  • Tollwut
    Ebenso wie die Leptospirose kann sich auch die Tollwut auf Menschen übertragen. Es handelt sich bei beiden um so genannte Zoonosen, die unbedingt meldepflichtig sind. Bei Hunden wird die Tollwut durch das Lyssa-Virus übertragen und führt zu den typischen Symptomen wie starker Speichelfluss und erhöhte Aggressivität. Eine Erkrankung endet in jedem Fall tödlich.

Wahlimpfungen: Bei diesen Krankheiten kann eine Impfung im Einzelfall sinnvoll sein

  • Zwingerhusten
    Vom Zwingerhusten oder der Parainfluenza sind vor allem Tiere in Zwingerhaltung gefährdet. Die hochansteckende Viruserkrankung führt zu starken Atemwegsbeschwerden (meist unangenehmer, trockener Husten). Besonders bei immunschwachen Tieren kann es infolgedessen zu einer schweren Lungenentzündung kommen, die in manchen Fällen auch zum Tod führen kann.
  • Borreliose
    Diese Bakterien-Erkrankung wird in erster Linie durch einen Zeckenbiss übertragen. Sie verläuft meist harmlos, kann aber auch – je nach Varietät der Borrelien-Bakterien, zu schweren neurologischen Krämpfen und Lähmungen und damit zum Tod des Vierbeiners führen. Hunde, die an einer Borreliose erkrankt sind, wirken apathisch und verweigern das Futter.
  • Babesiose
    Ebenfalls durch einen Zeckenbiss kann die so genannte Babesiose (auch Hundemalaria genannt) übertragen werden. Die aggressive Infektionskrankheit, die mit hohem Fieber einhergeht, führt bei ausbleibender Behandlung binnen weniger Tage zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen und damit zum Tod des Hundes. In Ländern, in denen Babesiose infizierte Zecken vermehrt vorkommen, wird neben den natürlichen Schutzmaßnahmen, wie das Absuchen des Hundes nach einem Zeckenbiss (nach einem Spaziergang in der Natur), ein Impfwirkstoff als zusätzlicher Schutz angeboten.
  • Pilzinfektionen
    Dabei handelt es sich in erster Linie um Hautpilz-Erkrankungen, die bei Hunden weit verbreitet sind. Der häufigste Erreger bei Hunden ist der Dermatophyt Microsporum canis, der zu Schuppen- und Krustenbildung auf dem Fell und häufig zu Haarausfall an den befallenen Stellen führt. Der Pilz kann sowohl von anderen infizierten Tieren als auch durch eine infizierte Umgebung (Körbchen, Teppiche oder Kämme) übertragen werden. In gefährdeten Umgebungen wie Zuchten oder Tierheimen kann eine Impfung durchaus sinnvoll sein, da sie zu einer starken Abschwächung der Symptome beiträgt.
  • Leishmaniose
    Die Leishmaniose ist eine der bekanntesten Tropenkrankheiten des Hundes. Sie wird in erster Linie von der südlich des 45. Breitengrades lebenden Sand- oder Schmetterlingsmücke übertragen. Die Blut-Parasiten greifen die Zellen und Organe des Hundes an und führen bei Nichtbehandlung in weniger als zwölf Monaten zum Tod des Tieres (in der Regel Tod durch Nierenversagen). Der neu entwickelte Impfstoff kann eine Infektion zwar nicht verhindern, jedoch die Immunantwort des Hundes auf die gefährlichen Erreger verstärken.

Wann und wie oft muss ich impfen?

Wenngleich es, wie eingangs bereits erwähnt, recht unterschiedliche Ansichten und Meinungen gibt, wie oft und in welchen Abständen Hunde geimpft werden sollten, sind sich Tiermediziner und Hundebesitzer zumindest in Bezug auf die dringend erforderliche Grundimmunisierung des Welpen einig. Wenn der Schutz durch die Antikörper der Mutter (die anfangs durch die Muttermilch weitergegeben werden) nach der Saugphase langsam nachlässt, sollte im Alter von acht Wochen mit der Grundimmunisierung begonnen werden.

Bei einer Impfung werden dem Hund lebende oder abgeschwächte Bakterien/ Viren oder Teile davon zugeführt. Der Körper reagiert auf diese Stoffe, indem er Antikörper produziert, die bei einer späteren Infektion die gefährlichen Keime und Erreger bekämpfen können. Eine vollständige Immunität gegen eine der geimpften Krankheiten erhält der Hund jedoch in der Regel erst mit der zweiten oder dritten Injektion. Die erste Impfung in der achten bzw. zwölften Lebenswoche aktiviert erst einmal nur das Immunsystem. Diese wäre sinnlos, wenn man auf eine weitere Wiederholung verzichten würde.

Wenn die dritte Impfung erfolgt ist (im Alter von 16 Wochen bzw. 15 Monaten je nach Impfstoff), ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Mit der Zeit lässt die Stärke der Immunantwort des Körpers jedoch wieder nach. Um den hohen Schutz gegen die gefährlichen Infektionskrankheiten ein Leben lang aufrecht zu erhalten, müssen die Impfungen in gewissen Abständen aufgefrischt werden. Von der bis vor wenigen Jahren gängigen Praxis der jährlichen Auffrischung wird mittlerweile jedoch von den meisten Tierärzten Abstand genommen. Auch der Weltverband für Kleintierärzte (World Small Animal Veterinary Association (WSAVA)) hält eine Auffrischung in Abstand von drei Jahren bei den meisten Impfungen (z. B. Tollwut) für absolut ausreichend. Bei manchen Impfungen hält der Wirkstoff sogar noch länger und bietet auch noch nach sechs oder sieben Jahren einen zuverlässigen Schutz. Beim Zwingerhusten und der Leptospirose hingegen ist eine jährliche Wiederholung der Impfung unumgänglich.

Empfohlene Impfungen im Überblick

Um jederzeit einen vollständigen Schutz gegen die aufgeführten Krankheiten zu besitzen, ist es wichtig, dass sich Hundebesitzer streng an den Impfplan ihres Tierarztes halten. Das folgende Impfschema orientiert sich an den allgemein anerkannten Empfehlungen. Es sollte jedoch nicht das Gespräch mit Ihrem Tierarzt ersetzen, der Ihnen auch hinsichtlich der möglichen Wahlimpfungen genaue Empfehlungen für Ihren Hund aussprechen kann.

Erforderliche Impfungen bei gesunden Hunden

Impfungen gegen Grundimmunisierung Auffrischung
Ab 8 Wochen Ab 12 Wochen Ab 16 Wochen Ab 15 Monaten Jährlich Ca. alle 3 Jahre
Staupe (S)
Hepatitis (H.c.c.)
Parvovirose (P)
Leptospirose (L)
Tollwut (T)

Was muss ich bei kranken oder besonders gefährdeten Hunden beachten?

Die hier dargestellten Empfehlungen gelten für gesunde Hunde ohne besonderes Infektionsrisiko. Bei besonders gefährdeten Welpen oder Hunden mit einem Infektionsrisiko, zum Beispiel für Zwingerhusten kann eine umfassendere Impfung sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Impfwirkstoffe bei Ihrem Hund zusätzlich zu empfehlen sind.

Kranke Hunde können grundsätzlich nicht geimpft werden. Um das Risiko möglicher Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, sollte Ihr Hund zum Zeitpunkt des Impfens rund um gesund, entwurmt und frei von Parasiten sein. Falls Ihr Hund Fieber, Durchfall oder andere Symptome einer Krankheit aufweist, müssen diese zunächst behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen können die Impfungen haben?

In der Regel sind die zugelassenen Impfstoffe gut verträglich. Wichtig ist, dass der Welpe gesund ist und ein gewisses Alter (mindestens acht Wochen) erreicht hat, um adäquat auf die Wirkstoffe reagieren zu können. Die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Nebenwirkungen ist in diesem Fall auf ein Minimum reduziert. Mögliche Nebenwirkungen, die für gewöhnlich nach zwei bis drei Tagen, spätestens nach einer Woche wieder verschwinden, sind:

  • Fieber
  • (schmerzhafte) Schwellung der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit

Falls Sie diese oder andere Symptome bei Ihrem Hund beobachten, sollten Sie sich in jedem Fall an Ihren Tierarzt wenden.

Wie viel kosten die Impfungen?

In der Regel verabreichen Tierärzte Kombinatiosimpfstoffe, so reicht eine Spritze für die Impfung mehrerer Hundekrankheiten aus (zum Beispiel 6-fach-Impfung für Staupe, Parvovirose, H.c.c., Leptospirose, Zwingerhusten und Tollwut). Die Kosten für solche Kombi-Impfungen liegen in der Regel zwischen 50 bis 70 Euro. Je nach Tierarzt oder Gesundheitszustand des Hundes können die Preise nach oben oder unten variieren. Erkundigen Sie sich deshalb am besten vorher, welche genauen Kosten Ihr Tierarzt für die erforderlichen Leistungen nimmt.

Grundsätzlich sollten Sie bedenken, dass die Kosten für eine Impfung weit unter denen liegen, die im Falle einer Infektion mit den gefährlichen Erregern auf Sie zukommen würden.

Die Gesundheit Ihres Hundes sollte in jedem Fall oberste Priorität haben.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute!

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