Arbeitshunde im Überblick: Auf vier Pfoten im Einsatz

Verfasst von Natalie Decker
Arbeitshunde im Überblick

Arbeitshunde wie der Lawinenhund erfüllen wichtige Aufgaben.

Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Manche Hunde sind aber weitaus mehr als treue Begleiter an unserer Seite. Sie übernehmen wichtige Aufgaben und haben eine spezielle Ausbildung. Wir verraten Ihnen, wie Arbeitshunde uns unterstützen.

Welche Gebrauchshunde gibt es?

Im Allgemeinen versteht man unter Arbeitshunden Vierbeiner, die für ihre Menschen bestimmte Aufgaben erfüllen. Das können zum Beispiel Blindenführhunde oder Polizeihunde sein.

In der Regel müssen diese Tiere eine Arbeitsprüfung ablegen, bevor sie offiziell ihren Dienst antreten dürfen. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) kennt verschiedene derartige Arbeitsprüfungen, etwa die Rettungshundeprüfung.

Umgangssprachlich werden aber auch all jene Hunde als Arbeitshunde bezeichnet, die für einen bestimmten Zweck gezüchtet werden – also auch Jagdhunde oder Wachhunde.

Arbeitshunde versus Gebrauchshunde

Manchmal wird für Arbeitshunde gleichbedeutend der Ausdruck „Gebrauchshunde“ verwendet. Vonseiten der FCI heißt es, Gebrauchshunde seien leistungsfähige Arbeitshunde.

Verallgemeinernd werden alle Hunde, die zu einer anerkannten Gebrauchshunderasse gehören, Gebrauchshunde genannt. Hierzu zählen beispielsweise der Dobermann, der Deutsche Schäferhund und der Border Collie.

Im Unterschied dazu ist der Begriff „Arbeitshund“ weiter gefasst. Er schließt alle Hunde mit Arbeitsprüfung ein.

Warum ist der Hund für bestimmte Aufgaben besser geeignet als der Mensch?

Die Aufgaben der Arbeitshunde sind vielfältig. Dank ihrer feinen Nasen und der sensiblen Ohren sind Hunde nämlich für viele Tätigkeiten viel besser geeignet als der Mensch.

Speziell ausgebildete Vierbeiner können Krankheiten wie Diabetes erschnüffeln und den Menschen als treue Helfer bei der Jagd oder beim Schafe hüten unterstützen.

Wie beschäftige ich einen Arbeitshund?

Arbeitshunde sind kluge, loyale und lernwillige Tiere. Beim Training mit ihrem Hundeführer üben sie, ihre Nase und ihre Ohren gemäß ihrer Bestimmung einzusetzen.

Wer mit seinem Arbeitshund keine Arbeitsprüfung ablegen möchte, sollte das Tier dennoch rassegerecht auslasten – etwa durch geeignete Hundesportarten oder Nasenarbeit.

Blindenführhund © SasaStock / stock.adobe.com
Blindenführhunde sind für Sehbehinderte eine wichtige Hilfe im Alltag.

Assistenzhunde für Menschen mit körperlichen Einschränkungen

Assistenzhunde leben an der Seite von Menschen mit körperlichen Einschränkungen und unterstützen diese in ihrem Alltag. Sie können zum Beispiel beim Einkaufen helfen, aber auch beim An- und Ausziehen. Sie betätigen Lichtschalter und öffnen Türen. Ihre Aufgaben richten sich danach, wo Hilfe benötigt wird.

Wahl und Ausbildung

Ein Assistenzhund wird in der Regel für einen bestimmten Menschen ausgebildet. Die wohl bekanntesten Assistenzhunde sind Blindenführhunde.

Doch nicht jeder Hund eignet sich als Assistenzhund. Passende Hunde werden bereits im Welpenalter ausgewählt und entsprechend früh trainiert. Die Ausbildungsdauer der Hunde variiert und ist abhängig davon, zu welchem Zweck sie ausgebildet werden.

Blindenführhunde für Sehbehinderte

Auch Blindenführhunde gehören zu den Assistenzhunden. Sie unterstützen als Mobilitätshilfe blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen. Denn außerhalb ihrer gewohnten Umgebung ist es für diese Menschen sehr schwierig, sich zu orientieren. Hierbei helfen Blindenführhunde, die ihre Halter durch den Alltag begleiten.

Blindenführhunde werden in der Regel nur nach Bedarf ausgebildet. Die Ausbildung des Hundes dauert mehrere Monate.

Im Anschluss findet ein mehrwöchiger Einweisungslehrgang für den zukünftigen Hundeführer statt. Dabei lernen Mensch und Hund, einander zu vertrauen und miteinander umzugehen. Am Ende steht in der Regel eine Gespannprüfung, bei der Hund und Halter beweisen müssen, dass sie zu einem Team geworden sind.

Medizinische Warnhunde für Diabetiker und Epileptiker

Medizinische Warnhunde zählen ebenfalls zu den Assistenzhunden. Zu ihnen gehören zum Beispiel Diabetikerwarnhunde, die an der Seite von Diabetes-Patienten leben. Sie bemerken etwaige Blutzuckerschwankungen frühzeitig.

Studien belegen, dass die Hunde auf die verringerte Sauerstoffsättigung des Betroffenen reagieren. Diese ist durch eine veränderte Atmung für die sensiblen Hundeohren hörbar.

Arbeitshunde, die medizinische Notfälle erkennen

Sinkt der Zuckerwert in lebensbedrohliche Bereiche, warnt der Hund seinen Halter rechtzeitig. Dieser kann dann entsprechend reagieren und Traubenzucker oder ähnliches zu sich nehmen. Aber auch Überzuckerungen werden angezeigt, sodass bei Bedarf Insulin gespritzt werden kann.

Weiterhin werden Warnhunde zum Beispiel für Krankheiten wie Epilepsie oder Asthma eingesetzt. Die Ausbildungsdauer der Hunde variiert und ist abhängig davon, bei welcher Organisation und zu welchem Zweck sie ausgebildet werden.

Rettungshunde: Arbeitshunde, die Leben retten

Rettungshunde werden auch Suchhunde genannt. Sie sind für unterschiedliche Einsatzgebiete ausgebildet und haben eine Rettungshundeprüfung absolviert.

Besonders bekannt sind Lawinenhunde und Katastrophenhunde, die in Trümmern nach Überlebenden suchen. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel Flächensuchhunde, die weitläufiges Gelände absuchen oder Wasserhunde, die Vermisste in Gewässern aufspüren.

Teamplayer

Rettungshunde arbeiten immer im Team mit einem Hundeführer und können in Rettungshundestaffeln gemeinsam mit anderen Hunden eingesetzt werden.

Rettungshunde sind normale Haushunde, die in Familien leben. Sowohl der Hund als auch der Halter werden für den jeweiligen Einsatzzweck ausgebildet. Die Ausbildung dauert etwa zwei bis drei Jahre und umfasst mehrere Prüfungen.

Lawinenhunde: Nichts geht über eine sensible Hundenase

Lawinenhunde gehören zu den Rettungshunden. Sie werden eingesetzt, wenn Menschen von einer Schneelawine verschüttet werden. Obwohl es mittlerweile technische Geräte zur Ortung verschütteter Menschen gibt, sind die sensiblen Hundenasen immer noch am zuverlässigsten.

Mit ihrem feinen Geruchssinn können diese Hunde Menschen auch dann noch erschnüffeln, wenn die Verschütteten unter vier Metern Schnee liegen. Lawinenhunde kommen in Schneegebieten zum Einsatz – je nach Einsatzort kann die Ausbildung variieren.

Diensthunde bei Polizei und Zoll

Auch die Polizei setzt auf tierische Unterstützung. Polizeihunde gehören zu den sogenannten Diensthunden. Sie verfolgen Fährten und spüren zum Beispiel Beweismittel, Sprengstoff, Drogen oder Personen auf. Außerdem dienen die Hunde zum Schutz der Polizeibeamten.

Für den Polizeidienst ist aber längst nicht jeder Hund geeignet. Von hundert Hunden schafft es durchschnittlich nur einer in den Polizeidienst. Geeignete Tiere durchlaufen eine spezielle Ausbildung und leben im Anschluss bei ihren Polizeihundeführern. Die Ausbildung ist ab einem Jahr möglich und dauert mehrere Jahre.

Zollhunde erschnüffeln illegale Gegenstände

Zollhunde unterstützen Zollbeamte bei der Arbeit und werden als Schutz- und Spürhunde eingesetzt. So spüren sie Waren auf, die unerlaubt über Landesgrenzen gebracht werden – zum Beispiel Drogen oder Zigaretten.

Zollhunde werden von Zollhundeführern geführt und speziell ausgebildet. Zollhundeführer und Hund gehen eine dienstliche und private Partnerschaft ein. Die Ausbildung des Teams dauert mehrere Monate.

Polizeuhund © Africa Studio / stock.adobe.com
Polizeihunde arbeiten eng mit ihrem Hundeführer zusammen.

Weitere Arbeitshunde im Dienste des Menschen

  • Hütehunde werden eingesetzt, um Nutztiere wie Schafe oder Kühe zu hüten. Sie sorgen dafür, dass die einzelnen Tiere als Herde zusammenbleiben. Denn in der Herde sind die Einzeltiere besser vor natürlichen Feinden wie Bären oder Wölfen geschützt.
  • Vierbeiner, die solche Angreifer abwehren, werden Herdenschutzhunde genannt. Klassische Hütehunde sind meistens klein und wendig und zur Abwehr weniger geeignet. Hunde, die sowohl zum Hüten als auch zum Schutz eingesetzt werden können, nennt man Hirtenhunde.
  • Hunde, die in der Nutztierhaltung eingesetzt werden, leben an der Seite der Landwirte. Für diese gibt es spezielle Seminare, die das nötige Fachwissen vermitteln, um die Hunde ihren Anforderungen entsprechend auszubilden.

Wachhunde zeigen Eindringlinge durch Bellen an

Wachhunde bewachen ein vorgegebenes Revier. Dies kann ein Haus, ein Grundstück oder aber auch eine Weide mit Tieren sein. Ihr Einsatzgebiet ist meistens eingezäunt. Es gibt Wachhunde, die Eindringlinge durch Bellen anzeigen und auch Tiere, die mit Angriff oder Verteidigung ihres Reviers reagieren.

Ihre Aufgabe erfüllen Wachhunde in der Regel allein, ohne dass permanent ein Mensch dabei wäre. Wachhunde sollen übrigens in erster Linie der Abschreckung dienen. Ihre Ausbildung ist nicht einheitlich geregelt.

Wichtig: Hund und Halter sollten mit einem professionellen Trainer zusammenarbeiten. Das private Abrichten auf Personen ist in einigen Ländern verboten.

Quellen:


Natalie Decker
Profilbild Natalie Decker (mit Pferd)

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, hat Loriot einmal gesagt. Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen und ergänzen: „Ein Leben ohne Pferd, Katze und Kaninchen ebenfalls!“ Mein Herz schlägt für alle großen und kleinen Tiere und ich habe das große Glück, als freie Autorin über meine Leidenschaft schreiben zu dürfen. Mit meinen Artikeln möchte ich für den Tierschutz sensibilisieren und Tierfreund/innen nützliche Tipps geben.


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