Welpen aus dem Tierheim adoptieren

Verfasst von zooplus Redaktion
Welpen aus dem Tierheim in einer Box

In den Tierheimen warten viele süße Welpen auf ein neues Zuhause.

Sie möchten gerne einen oder mehrere Welpen in Ihrem Zuhause einziehen lassen – es muss aber kein Rassehund sein? Dann sind Welpen aus dem Tierheim eine gute Alternative.

Gibt es im Tierheim Welpen?

Millionen von Hunden weltweit haben kein eigenes Zuhause. Die meisten von ihnen leben als Straßenhunde. In Europa landen viele Hunde und Katzen in Tierheimen, von wo aus sie neu vermittelt werden können. So werden in Großbritannien pro Jahr rund 40.000 Hunde abgegeben, in Deutschland sind es fast 80.000 Hunde. Meist handelt es sich um Mischlinge.

Doch immer wieder landen trächtige Hündinnen, Notfälle aus dem Welpenhandel oder Junghunde von überforderten Haltern im Tierheim. Viele Tierheime arbeiten mit dem Tierschutz aus dem Ausland zusammen.

So vermitteln sie beispielsweise Welpen und Junghunde aus Rumänien oder Spanien, wo heimatlose Hunde keine Perspektive auf ein langes, glückliches Hundeleben haben. Teils leben diese Hunde in dem Tierheim angeschlossenen Pflegestellen. Es ist also gut möglich, im Tierschutz einen Welpen zu finden.

Übrigens: Dieses und weitere spannende Themen hören Sie im zooplus Hunde-Podcast„Fantastische Pfoten – der Hunde-Podcast mit dem Wau!“ – überall dort, wo es Podcasts gibt!

6 Gründe für die Adoption eines Welpen aus dem Tierschutz

Sie wünschen sich einen Hundewelpen? Darum ist der Tierschutz der richtige Ansprechpartner:

Junge Mischlinge aus seriöser Quelle

Viele Hundefreunde sind nicht auf der Suche nach einer bestimmten Rasse, sondern möchten einem Mischling ein Zuhause bieten.

Wer auf Mischlingssuche ist, schaut sich am besten im Tierschutz um – auch bei der Suche nach einem Welpen. So gehen Sie auf Nummer sicher und unterstützen keine Hundevermehrer. Im Tierschutz gibt es genug liebenswerte Mischlinge. Niemand sollte diese bewusst in die Welt setzen. Das gilt auch für Hybridhunde wie Labradoodle & Co.

Gute Beratung

Tierheime und Tierschutzorganisationen haben jahrelange Erfahrung mit Mensch-Tier-Duos. Sie kennen ihre Schützlinge, selbst wenn es sich dabei um Welpen oder Junghunde handelt. Gute Tierheime nehmen sich Zeit, Sie optimal zu beraten, welcher Hund zu Ihnen und Ihren Lebensbedingungen passt.

Welpen aus dem Tierheim: gut sozialisiert

Auch in Sachen Sozialisierung geben die Tierschützer ihr Bestes. Häufig haben Welpen aus dem Tierheim eine ausführliche Prägung erfahren und sind sehr sozial zu Mensch und Hund. Dies gilt in besonderem Maße für Welpen, die in Pflegefamilien leben. Eine gute Pflegestelle bietet dem Junghund oft mindestens genauso gute Erfahrungen wie ein Züchterhaushalt.

Gesundheitscheck inklusive

Egal ob jung oder alt, Rassehund oder Mischling, Rüde oder Hündin, 25 oder 55 cm Schulterhöhe: Hunde aus dem Tierschutz sind vor der Abgabe mehrfach geimpft und entwurmt sowie rundum durchgecheckt. Tierschützer vermitteln in der Regel nur gesunde Tiere. Es sei denn, es ist bei chronischen Krankheiten anderweitig abgesprochen.

Tieren in Not helfen

Wenn Sie einen Welpen aus dem Tierschutz adoptieren, ändern Sie nicht nur das Leben dieses Welpen und bieten ihm neue Zukunftsperspektiven. Ihr Kauf unterstützt außerdem den Tierschutz. Denn: Die Vermittlungsgebühr kommt Tieren in Not zugute.

Tierschutz wertschätzen

Tierheime machen einen großartigen Job – sowohl die Vollzeit-Tierpfleger als auch die unzähligen Ehrenamtlichen. Wer sich für einen Welpen aus dem Tierschutz entscheidet, unterstützt die wertvolle Arbeit der Tierschützer.

Ein Welpe sitzt in der Hand eines Menschen © Mary Abramkina / stock.adobe.com
Indem Sie einen Welpen aus dem Tierschutz adoptieren, bieten Sie einem jungen Hund eine Zukunftsperspektive.

Welpen aus dem Tierheim versus private Vermittlungen

„Schön und gut“, mag nun mancher Hundefreund sagen, „aber warum nicht einen hübschen Mischling aus privater Hand kaufen? Die brauchen auch ein Zuhause – und zur Vermittlung stehen viele.“ Keine gute Idee!

Die meisten, die privat Hunde ohne Sachkenntnis vermehren, investieren kaum in die Gesundheitsvorsorge. Sie haben vielleicht „einfach mal Hundebabys“ oder möchten sogar noch Geld mit dem tierischen Nachwuchs verdienen.

Keine von beiden Varianten sollten Sie durch einen Kauf unterstützen – selbst dann nicht, wenn die Welpen kränklich aussehen oder nicht gut gehalten werden. Die Nachfrage regelt auch bei der Vermittlung von Tieren das Angebot. Meist rückt für jeden Hund, den Sie aus schlechten Verhältnissen „freikaufen“, ein weiterer Welpe nach. Melden Sie solche Verkäufer bei Zweifeln an der Gesundheit der Tiere besser dem Veterinäramt.

Weitere Entscheidungshilfen: Einen Hund adoptieren: Züchter oder Tierheim?

Den passenden Hund finden

Welpen aus dem Tierheim sind so vielfältig wie die Hundewelt selbst. Selbst wenn im regionalen Tierheim aktuell keine Welpen oder Junghunde leben, kennen die Tierschützer vielleicht Pflegestellen mit jungen Mischlingen. Oder haben einen guten Draht zu anderen Organisationen im Umkreis, die gerade Welpen in der Vermittlung haben. So können Sie Welpen aus der Nähe unkompliziert einen Besuch abstatten.

Ist in der Region kein Welpe im Tierschutz zu finden, machen Sie sich auf in die Weiten des Internets. Aber Achtung: Rund um den illegalen Welpenhandel geben sich immer mehr windige Händler als „Tierschützer“ aus, um mit den Vermittlungsgebühren Profit zu machen.

Informieren Sie sich rund um den illegalen Welpenhandel und beachten Sie unsere Tipps zur Adoption von Welpen aus dem Ausland.

Welpe Tierheim Frau © hedgehog94 / stock.adobe.com
Wenn Sie einen Welpen adoptieren möchten, schauen Sie sich in Ihrem örtlichen Tierheim um.

Welpen aus dem Tierheim adoptieren: Die Vermittlung

Wenn Sie Ihren Wunschwelpen gefunden haben, möchte der Tierschutz Sie besser kennenlernen, bevor er Ihnen einen seiner Schützlinge anvertraut. Schließlich soll verhindert werden, dass die Hunde nach einigen Monaten (wieder) im Tierheim landen.

Darum wird nach einem ersten Gespräch und Ihrem deutlichen Interesse an einem der Vierbeiner in der Regel eine Vorkontrolle bei Ihnen zuhause stattfinden. Dabei prüft ein Mitglied des jeweiligen Tierschutzvereins, ob Ihre Lebensumstände zur Hundehaltung passen.

Halten Sie in einer Mietwohnung die schriftliche Erlaubnis Ihres Vermieters zur Hundehaltung bereit. Nach positiver Vorkontrolle geht’s an die Formalien der Vermittlung.

Regelungen rund um Welpen aus dem Tierheim

Welpen aus dem Tierheim wechseln den Besitzer immer gechippt und mit einem Impfpass sowie einem Schutzvertrag. In diesem ist meist festgehalten, dass Sie sich verpflichten, den Hund im Erwachsenen-Alter kastrieren zu lassen. Ist der Hund nicht kastriert, kann später eine Vertragsstrafe fällig werden. Der Vertrag regelt zusätzlich die Haltungsbedingungen und untersagt die Weitergabe des Tieres an Dritte.

Frühestens ab einem Alter von acht Wochen kann der Vierbeiner bei Ihnen einziehen. Welpen aus dem Tierheim sind manchmal etwas teurer als ältere Tiere, die schon lange auf ein neues Zuhause warten. Dennoch können die Tierschutzvereine nur einen Teil der entstandenen Kosten mit der Schutzgebühr decken.

Viele Tierschutzorganisationen sind auch via Nachbetreuung gerne für Sie und Ihren Hund da und geben Ihnen bei Problemen Tipps, wie Sie das Miteinander verbessern können.

Tipps: Der erste Besuch beim Tierarzt.

Checkliste: Sind Sie bereit für einen Welpen aus dem Tierheim?

Mit der Adoption eines Welpen aus dem Tierheim verändern Sie die Welt für ihn. Stammt der Welpe oder Junghund aus dem Auslandstierschutz, haben Sie ihm mit der Adoption vielleicht sogar sein Leben gerettet.

Dennoch sollte die Entscheidung für einen Hund nie spontan oder aus Mitleid erfolgen. Denn wer einen Welpen oder Junghund aus dem Tierheim adoptiert, geht eine Freundschaft fürs Hundeleben ein – trägt aber viel Verantwortung. Bedenken Sie darum vor der Entscheidung für einen Welpen aus dem Tierschutz folgende Punkte:

Ein Hund fürs Leben

Auch wenn die durchschnittliche Lebenserwartung von Hunden variiert: Wer sich für einen Welpen aus dem Tierschutz entscheidet, geht eine langjährige Verpflichtung ein. Überlegen Sie, ob der Hund auch in ein paar Jahren noch zu Ihrem Lebensplan passt.

Natürlich können wir nicht alles vorhersehen. Wer aber zum Beispiel davon ausgeht, dass er in zwei Jahren einen Vollzeit-Job in einem Beruf mit Hundeverbot am Arbeitsplatz antritt, sollte einen Plan B ausarbeiten.

Hunde brauchen viel Zeit

Spielen, Erziehung, Fellpflege und ausgiebige Spaziergänge: Ein Hund braucht viel Zeit – jeden Tag. Er möchte auch bei schlechtem Wetter nach draußen. Insbesondere verspielte Welpen und pubertierende Junghunde brauchen viel Erziehung. Haben Sie genug Zeit für einen Hund?

Ab nach draußen – bei Wind und Wetter

Zur Auslastung ab dem Erwachsenenalter gehören Spaziergänge bei Wind und Wetter. Sie sind nur bei Sonnenschein gerne draußen? Dann wäre ein älterer Hund mit wenig Bewegungsdrang vielleicht eine Alternative. Einigen – wenigen – Vierbeinern reichen kurze Spaziergänge, wenn sie ansonsten ausreichend Aufmerksamkeit bekommen.

Hunde kosten viel Geld

Nicht nur der Kauf eines Hundes und die Grundausstattung kosten Geld, sondern auch der Unterhalt. Hundefutter, Leckerlis und Spielzeuge gehören hierzu ebenso wie die Hundesteuer. Bei Welpen ist der Besuch einer Hundeschule sinnvoll.

Auch Tierarzt-Rechnungen gilt es mindestens zur jährlichen Impfung zu bezahlen. Wer einen Hund hat, sollte außerdem Geld für unvorhergesehene Tierarzt-Kosten haben.

Lesetipp: Krankenversicherung für Hunde – was deckt sie ab und wie nützlich ist sie?

Hund als Familienmitglied

Ein Hund sollte mit allen im Haushalt lebenden Menschen – und Tieren – harmonieren. Ein Welpe aus dem Tierschutz ist eine gute Wahl, wenn Sie ausreichend Zeit für die Erziehung einplanen. Er gewöhnt sich gut an Kleinkinder oder andere Haustiere.

Allerdings gibt es manche Rassen und Mischlinge, die unkomplizierter mit Kindern zusammenleben als andere. Leben bereits ältere Tiere bei Ihnen, könnte ein älterer Hund aus dem Tierschutz besser zu ihnen passen. Auch Geschlecht und Größe können eine Rolle spielen. Das Tierheim berät sie hierzu.

Hundesicheres Zuhause

Achten Sie vor dem Einzug eines Welpen aus dem Tierheim darauf, dass Ihre Wohnung hundesicher ist. Ist der Vierbeiner noch nicht stubenrein, entfernen Sie die Teppiche für die ersten gemeinsamen Wochen. Überlegen Sie gut, ob Ihr Hund aufs Sofa oder ins Bett darf –und seien Sie entsprechend konsequent, sobald er eingezogen ist.

Informieren Sie sich rund um für Hunde giftige Pflanzen.

Hunde verändern die Freizeit

Vor allem in den ersten Wochen sollte Ihr Welpe aus dem Tierheim nicht lange alleinbleiben müssen. Auch wenn er einige Stunden alleinbleiben kann, gilt es künftig, die Freizeit zu großen Teilen am Hund auszurichten – sowohl den Alltag als auch die Urlaubsplanung.

Ein Tipp: Suchen Sie bereits früh einen Hundesitter, der den Vierbeiner stunden- oder sogar tageweise betreut. So gewöhnt sich bereits der Welpe daran und Sie wissen ihn im Urlaub in guten Händen.

Informieren Sie sich rund um Urlaub mit oder ohne Hund.

Fazit: Welpe aus dem Tierheim

Sie sind sich sicher – es soll ein Welpe aus dem Tierschutz sein? Dann wenden Sie sich an eine anerkannte Tierschutzorganisation. Das regionale Tierheim ist die beste Anlaufstelle, wenn Sie auf der Suche nach einem süßen Mischling sind. Haben Sie Wunschvorstellungen von einer bestimmten Hunderasse, bieten seriöse Züchter eine Alternative zu einem Welpen aus dem Tierheim.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem Welpen aus dem Tierheim!

Quellen:


zooplus Redaktion
zooplus Redaktion

Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team von Experten und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Florian, Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos und Franziska mit ihrer Malterserhündin Emmy sowie ihrem Pferd Rubi. Gemeinsam arbeiten wir mit einem großen Netzwerk aus Tierexperten daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Tierwissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.


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