26. Januar 2018

Juckreiz beim Hund

Verfasst von Tierärztin Amelie Krause
Juckreiz beim Hund

Jeder Hundebesitzer kennt es: der Hund kratzt sich dann und wann mal. Wenn man aber bemerkt, dass das Kratzen über ein normales Maß hinaus geht und der Hund sich zudem auch vermehrt leckt und putzt, sollte man dem Juckreiz dringend auf die Spur gehen. Juckreiz kann das Wohlbefinden des Hundes enorm einschränken und die Lebensqualität herabsetzen. Teilweise ist der Juckreiz so schlimm, dass sowohl Hund als auch Herrchen nicht mehr schlafen können.

Juckreiz kann sich auf unterschiedlichste Weise äußern. Meist fällt dem Besitzer das Kratzen von verschiedenen Körperregionen mit den Hinter- oder Vorderpfoten auf. Dies kann jeden Bereich des Hundes betreffen. Schütteln mit dem Kopf deutet beispielsweise auf Juckreiz an den Ohren hin. Hunde lecken und knappern überdies an den Pfoten oder Beinen oder auch am Rücken und den Kruppen. Erreichen Hunde gewisse Regionen des Körpers nur schlecht oder gar nicht, reiben sie diese an der Wand oder über den Teppich um den Juckreiz zu stillen. In vielen Fällen bleibt es jedoch nicht beim Juckreiz allein. Durch das ständige Kratzen kann sich die Haut entzünden und Bakterien, Hefepilzen und anderen Erregern den Weg für eine Infektion ebnen. Eine Infektion der Haut verstärkt obendrein den Juckreiz, damit ist der Vierbeiner in einem Teufelskreis des Juckreizes gefangen.

Ursachen für Juckreiz beim Hund

Juckreiz ist einer der häufigsten Gründe für die Vorstellung des Hundes beim Tierarzt. Viele verschiedene Ursachen und Erkrankungen können Juckreiz hervorrufen. Die wichtigsten möchten wir hier vorstellen:

Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Ursachen: bei den primären Ursachen für Juckreiz ist zuerst der Juckreiz vorhanden und erst danach entstehen Hautveränderungen. Im Gegensatz dazu sieht man bei den sekundären Ursachen zuerst Veränderungen auf der Haut und darauf folgend Juckreiz.

Ektoparasiten

Cheyletiellen (Raubmilben)

Diese Milbenart wird oft übersehen, kommt aber nicht selten vor. Cheyletiellen sind nicht wirtsspezifisch, sie treten bei Hunden, Katzen und Kaninchen auf, Menschen sind Fehlwirte. Übertragen werden sie durch direkten Kontakt oder durch die Umgebung. Die Raubmilbe lebt sehr oberflächlich auf der Haut und ernährt sich von Gewebsflüssigkeit. Der Juckreiz durch die Raubmilbe kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, meist beschränkt er sich auf den Rücken, die Schultern und eventuell auf die Außenseite der Ohren des Hundes. Typisch ist die Schuppenbildung vor allem auf dem Rücken.

Sarkoptes (Räudemilben)

Die Räudemilbe ist sehr wirtsspezifisch, äußerst ansteckend und eine Zoonose (auf den Menschen übertragbar). Sie wird durch direkten Kontakt mit betroffenen Hunden übertragen oder über die Umgebung. Die Räudemilbe wird auch Grabmilbe genannt. Sie gräbt sich Tunnel in die Keratin-Schicht der Haut des Hundes und legt dort Eier und Kot ab. Die Grabmilbe ernährt sich von abgestorbenen Hautzellen und Gewebsflüssigkeit. Der Juckreiz entsteht einerseits durch die Milben selbst sowie durch eine allergische Reaktion auf ihre Stoffwechselprodukte. Meist ist der Juckreiz beinahe unstillbar, er bleibt auch nachts und bei Ablenkung bestehen. Der Juckreiz tritt vor allem an den Ohrlappen, den Gelenken (Ellbogen, Knie- und Sprunggelenke) und am Bauch sowie der Brust auf, später am gesamten Körper.

Herbstgrasmilben (Trombicula autumnalis)

Die Herbstgrasmilbe ist ein stecknadelkopfgroßer orange-roter Parasit, der vor allem im Sommer und Herbst auftritt. Die Larve der Milbe ernährt sich von der Lymphflüssigkeit ihres Wirts. Sie wird im  hohen Gras übertragen, hier wartet sie auf ihren Wirt und  befällt vor allem Pfoten (zwischen den Zehen), den Bauch (vor allem an den Zitzen) und den Kopf. Vor allem bei empfindlichen Tieren kann der Biss der Larve allergische Reaktionen mit starkem Juckreiz verursachen. Auch nach Entfernen der Parasiten kann der Juckreiz erstmal bestehen bleiben.

Ohrmilben (Otodectes cynotis)

Da Ohrmilben sehr spezialisiert sind, befallen sie bevorzugt den äußeren Gehörgang, selten auch die Haut in der Umgebung des Ohrs. Alle Entwicklungsstadien der Ohrmilbe ernähren sich von oberflächlichen Gewebsflüssigkeiten und abgestorbenen Hautzellen des Hundes. Sie werden durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren übertragen, meist sind Hundewelpen betroffen, selten erwachsene Hunde. Typisch für einen Befall mit Ohrmilben ist ein starker Juckreiz in den Ohren sowie der Ohrumgebung.

Weitere Informationen zu Milben finden Sie im Beitrag „Milben bei Hunden“.

Flöhe

Ein Flohbefall stellt einen häufigen Grund für Juckreiz beim Hund dar. Flöhe werden von infizierten Tieren auf Hunde übertragen oder durch die jugendlichen Entwicklungsstadien der Flöhe in der Umgebung (z.B. Schlafplatz oder Auto). Juckreiz durch Flohbefall tritt vor allem am Rücken und Schwanzansatz sowie am Bauch, den Innenschenkel und am Hals auf. Durch Hypersensibilisierung gegen Flohspeichelallergene kann die Floh-allergische Dermatitis (FAD) oder Flohspeichelallergie entstehen.

Weitere Informationen zu Flöhen finden Sie im Beitrag „Flöhe bei Hunden“.

Allergie (Kontaktallergie, Flohspeichelallergie, Futtermittelallergie, Umweltallergie (Atopie))

Beim Hund können verschiedene Allergien milden bis starken Juckreiz verursachen.

Bei der Kontaktallergie kann so ziemlich jedes Allergen (Pflanzen, synthetische Stoffe) bei empfindlichen Hunden eine allergische Reaktion an der Kontaktstelle, häufig ein haarloser Hautbereich, auslösen. Meist beschränkt sich der Juckreiz auf den Kontaktbereich mit dem Allergen.

Die Flohspeichelallergie oder Floh-allergische Dermatitis (FAD) ist die häufigste Allergie beim Hund. Sie kann durch jede Flohspezies verursacht werden, meist jedoch vom wenig wirtsspezifischen Katzenfloh (Ctenocephalides felis). Die Allergene im Flohspeichel gelangen während des Flohbisses in den Körper des Hundes. Bereits eine geringe Anzahl an Flöhen, manchmal reicht sogar nur ein einzelner aus, können eine allergische Reaktion auslösen. Die betroffenen Hunde zeigen vor allem an ihrer hinteren Körperhälfte Juckreiz: am hinteren Rücken, dem Schwanzansatz, der Rute, den Hinterbeinen, aber auch am Bauch. Da sich die Hunde bei starkem Juckreiz so sehr kratzen oder beißen, können zusätzlich zu den Flohbissen noch selbst zugefügte Hautveränderungen dazukommen, z.B. sogenannte „Hot Spots“. Da diese Hautstellen oft mit Bakterien oder Hefepilzen infiziert sind, entsteht durch diese Infektion zusätzlicher Juckreiz (sog. Sekundärinfekion).

Die Atopie ist eine Allergie auf Umweltallergene wie zum Beispiel Pollen, Gräser, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze. Der Juckreiz ist gewöhnlich saisonal vorhanden, zum Beispiel während der Pollenflugsaison. Die Allergene dringen über die Haut in den Körper des Hundes ein. Die bevorzugten Juckreizstellen bei der Atopie sind das Gesicht und die Pfoten, die Gliedmaßen, der Bauch und die Innenseiten der Oberschenkel, auch die Ohren sind häufig betroffen. Wie bei der FAD können durch das andauernde Kratzen weitere Hautveränderungen mit Sekundärinfektionen den Juckreiz verstärken.

Bei der Futtermittelallergie kommt es zu einer allergischen Reaktion auf ein Bestandteil (Protein) im Futter. Sie ist nach der FAD und der Atopie die dritthäufigste Allergie bei Hunden. Auslösender Faktor ist meist ein Futter, das die Hunde bereits längere Zeit bekommen haben. Die Allergene gelangen über den Darm in den Körper des Hundes. Bei den Futterallergenen handelt es sich um große Eiweißmoleküle. In unseren Breiten sind vor allem Rind, Milch und Milchprodukte, Ei, Huhn, Weizen, Fisch und Soja als Allergene von Bedeutung. Das häufig fälschlich verteufelte Getreide ist per se kein Allergieauslöser, Weizenprotein oder ein anderes Getreideprotein kann in seltenen Fällen eine Allergie hervorrufen. Die genannten Auslöser sind jedoch nicht etwa stärker allergen als andere Stoffe, die Hunde kommen mit ihnen einfach am häufigsten in Kontakt. Das Verteilungsmuster für den Juckreiz ist dem der Atopie sehr ähnlich und ist damit nicht typisch für die Futtermittelallergie. Der Juckreiz tritt meist vier bis 24 Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auf und betrifft am häufigsten Gesicht, Ohren, Pfoten, Achseln und Innenschenkelbereich.

Pilzinfektion (Dermatophyten)

Darüber hinaus kann eine Infektion mit Microsporum canis oder seltener Trichophyton mentagrophytes zu Juckreiz beim Hund führen. Die Pilzinfektionen beim Hund treten eher selten auf, im Grunde nur bei einer Immunsuppression, mangelhafter Pflege oder engem Kontakt zu einem infizierten Tier. Die Übertragung erfolgt durch Pilzsporen aus der Umgebung, die äußerst widerstandsfähig sind oder durch infizierte Haare. Der Juckreiz entsteht an den Kontaktstellen mit den infizierten Haaren oder im Fall von T. mentagrophytes an Stellen mit direktem Bodenkontakt wie Gesicht und Beine bzw. Pfoten.

Zu den sekundären Ursachen für Juckreiz zählen vor allem systemische Erkrankungen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist.

Durch einige Erkrankungen wie eine Hypothyreose, Morbus Cushing (Hyperadrenokortizismus) oder auch autoimmune Krankheiten entstehen diverse Veränderungen auf der Haut und im Fell. Diese entwickeln sich aufgrund von Mängeln im Schutzwall der Haut, einer Schwächung des Immunsystems, einer Verlangsamung des Haarzyklus oder im Fall von Cushing mit dünner und unelastischer Haut aufgrund der Überproduktion an Kortison. Diese Erkrankungen zeigen sich erstmal mit Hautveränderungen ohne Juckreiz. Durch die Stukturveränderungen der Haut und der Unterdrückung des Immunsystems haben Infektionserreger wie Bakterien und Hefepilze (Malassezien) jedoch leichtes Spiel. Sie setzen sich auf die veränderte Haut und rufen eine Infektion hervor. Diese Infektionen nennt man Sekundärinfektionen, da sie sich auf eine bestehende Erkrankung „setzen“. Sie ziehen wiederum Juckreiz nach sich. Der Juckreiz in diesen Fällen ist von der Intensität der Sekundärinfektion abhängig.

Demodikose

Bei einer Demodikose ernähren sich die Milben zwar ebenso wie andere Milben von Gewebsflüssigkeit und Zellabfall, ihren Kot lagern sie allerdings in ihren eigenen Zellen, wodurch keine allergische Reaktion beim Hund auftritt. Die Hautveränderungen durch die Demodex-Milben treten meist ohne Juckreiz auf. Der Juckreiz, der fast nur bei der generalisierten Form auftritt, entsteht erst nach Besiedlung der Hautveränderung durch Bakterien und Hefepilze, also sekundär.

Diagnostische Herangehensweise bei Juckreiz

Da so viele Gründe für Juckreiz bei Hunden existieren, sind eine ausführliche Anamnese und ein genauer Vorbericht die Grundlage für ein strukturiertes Vorgehen bei der Diagnosefindung durch den Tierarzt. Bereits aus Signalement und Vorbericht kann man hilfreiche Hinweise bekommen. Besonders wichtig sind folgende Punkte:

  • Signalement, das heißt Rasse, Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht
  • Alter bei Beginn der Juckreizproblematik
  • Ähnliche Symptome bei Eltern und/oder Wurfgeschwistern
  • Lokalisation des Juckreizes
  • Saisonalität
  • Andere Tiere oder Menschen im Haushalt betroffen
  • Bei Vorbehandlung: Ansprechen auf vorherige Therapie
  • War zuerst Juckreiz vorhanden oder waren zuerst Hautveränderungen vorhanden?

Anhand dieser Angaben und nach der klinischen Untersuchung kann der Tierarzt mit der Diagnostik beginnen.

Ektoparasiten sind häufige Ursachen für Juckreiz, meist sind sie gut nachweisbar. Anhand von Hautgeschabseln, Tesa-Abklatsch, der Flohkamm-Probe und Abstrichen kann man den Krabbeltieren auf die Spur kommen. Gelingt kein Nachweis von Parasiten und ist dennoch der klinische Verdacht sehr hoch, sollte eine diagnostische Therapie erfolgen, das heißt man verabreicht ein Mittel gegen den vermuteten Parasiten und wartet den Erfolg ab.

Mit Hilfe von zytologischen Verfahren oder einem Antibiogramm mit Erregernachweis kann man Bakterien und Hefepilze als Erreger identifizieren. Hier gilt es die Ursache für die Besiedlung dieser Infektionserreger zu ermitteln.

Für Pilzinfektionen (Dermatophyten) gibt es ebenso verschiedene Diagnose-Methoden. Sehr einfach ist die Untersuchung mit der Wood´schen Lampe, bei der im positiven Fall eine grüne Fluoreszenz des Haarschaftes gesehen wird. Allerdings zeigt sich dies nur bei Infektionen mit einigen Stämmen von Microsporum canis, somit spricht ein negatives Ergebnis nicht dafür, dass kein Hautpilz vorhanden ist. Außerdem kann eine Pilzkultur angelegt werden. Das Material für die Pilzkultur kann durch Haarezupfen, Geschabsel oder die McKenzie-Methode (Zahnbürstenmethode) gewonnen werden. Des Weiteren steht ein Dermatophyten-PCR-Test zur Verfügung, den verschiedene Labors anbieten, auch hier werden Haare und Hautgeschabsel als Material verwendet.

Die Allergiediagnostik stellt eine kniffligere Herausforderung dar. Leider existieren keine einfachen und sicheren Tests, die uns sagen um welche Allergie es sich handelt. Somit ist nur eine strukturierte Allergieaufarbeitung diagnostisch verwertbar. Die Diagnose einer Kontaktallergie ist oftmals relativ einfach, da der Juckreiz nach Kontakt mit einem bestimmten Stoff oder einer Substanz ganz lokal auftritt. Bei den anderen Allergien ist eine sogenannte Ausschlussdiagnostik empfehlenswert, das heißt man schließt eine Allergie nach der anderen aus. Man beginnt mit der häufigsten und gemeinhin am einfachsten zu diagnostizierenden Allergie an: der Flohspeichelallergie. Mithilfe des Flohkamms sind möglicherweise Flöhe oder Flohkot zu finden. Falls keine Flöhe aufzufinden sind, beginnt man mit der diagnostischen Therapie für mehrere Wochen. Wenn keine Besserung durch eine wiederholte und konsequente Flohbehandlung aufgetreten ist, nimmt man sich die Futtermittelallergie vor. Hierfür wird eine Ausschlussdiät durchgeführt. Der Hund sollte über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen mit einer Proteinquelle und einer Kohlenhydratquelle gefüttert werden, die er noch nie zuvor bekommen hat. Auf dieses Futter kann der Körper nicht allergisch reagieren, wenn kein Kontakt dazu bestand. In dieser Zeit darf der Hund nichts anderes fressen, auch die Leckerli dürfen ausschließlich aus den Proteinen und Kohlenhydraten der Diät bestehen. Wenn sich der Juckreiz und andere Symptome in der Zeit der Diät deutlich gebessert haben bzw. ganz verschwunden sind, sollte wieder das vorher gegebene Futter gefüttert werden. Dies nennt man Provokation. Nur wenn der Hund nun wieder mit Symptomen reagiert, ist dies ein Beweis für das Vorliegen einer Futtermittelallergie. Fall sich keine Besserung durch die diagnostische Therapie und eine Ausschlussdiät einstellt, ist der Verdacht für das Vorliegen einer Atopie hoch. In diesem Fall kann ein Intrakutantest oder ein Serumallergietest auf Umweltallergene durchgeführt werden um die auslösenden Allergene zu ermitteln.

Bei Verdacht auf einen sekundären Juckreiz sollte unbedingt nach der zugrundeliegenden Ursache wie hormonelle Erkrankungen geforscht werden, beispielsweise mit Blutuntersuchungen inklusive Schilddrüsenwerten.

Therapie von Juckreiz

Bei extremem Juckreiz ist es häufig vor oder während der Diagnostik notwendig das Leid des Hundes mit Medikamenten zügig zu lindern. Dies ist mit schnell wirksamen Medikamenten wie Glukokortikoiden oder Oclacitinib sowie lokaler Therapie beispielsweise mit Shampoos möglich. Dennoch ist es unbedingt notwendig den Grund des Juckreizes ausfindig zu machen, damit dem Hund dauerhaft geholfen werden kann.

Da häufig Ektoparasiten den Grund für einen Juckreiz darstellen, ist die Gabe eines geeigneten Antiparasitikums durch den Tierarzt notwendig. Diese Therapie erfolgt nach Nachweis der jeweiligen Parasiten oder gegebenenfalls bei sehr starkem Verdacht. Auch die Therapie einer Flohspeichelallergie erfolgt durch regelmäßige Gabe eines Präparats gegen Flöhe sowie falls notwendig der medikamentellen Reduktion des Juckreizes.

Je nach Ausprägung einer Pilzerkrankung ist eine lokale Therapie mit Salben oder Tinkturen oder die systemische Therapie mit Antimykotika notwendig. Es sollte jedoch immer bedacht werden, dass es sich bei einer Dermatophytose um eine Zoonose handelt, das heißt auch der Mensch kann sich anstecken. Somit ist bei einer ausgeprägten Dermatophytose gegebenenfalls auch eine Umgebungsbehandlung von Nöten. Falls ein ausgeprägter Juckreiz besteht, sollte dieser nicht mit Glukokortikoiden behandelt werden, da sich sonst die Pilzerkrankung verstärkt.

Die Kontaktallergie wird durch Behandlung des Juckreizes sowie Vermeidung des Allergens therapiert. Zusätzlich kann eine Allergenverdünnung an der betreffenden Kontaktstelle durch Shampoonieren mit speziellen Präparaten erfolgen.

Falls eine Futtermittelallergie vorliegt empfiehlt sich ebenso die Allergenvermeidung, also eine Fütterung von Futterbestandteilen, die der Hund gut verträgt und auf die er nicht reagiert.

Die einzige „ursächliche“ Therapie der Atopie stellt eine Hyposensibilisierung, eine allergenspezifische Immuntherapie, dar, bei der dem Hund gezielt die Allergene, auf die er reagiert, in steigender Konzentration verabreicht werden. Ziel ist es das Immunsystem des Hundes zu stimulieren und eine Toleranz der juckreizauslösenden Allergene zu erreichen. Allerdings sprechen nicht alle Hunde zufriedenstellend auf diese Therapie an. Oftmals ist eine zusätzliche Therapie mit juckreizmindernden Medikamenten wie Kortison, Antihistaminika, Cyclosporin oder Oclacitinib notwendig. Essentielle Fettsäuren können außerdem dazu beitragen Juckreiz zu reduzieren. Seit kurzem ist eine weitere Behandlung des Juckreizes bei Atopie möglich: die biologische Behandlung mit monoklonalen Antikörpern. Bisher scheint diese Art der Therapie äußerst erfolgversprechend zu sein, zudem ist sie sehr gut verträglich.

Sekundäre Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen können je nach Ausprägung mit antibakteriellen oder antimykotischen lokalen Therapeutika (Shampoos, Salben, Sprays etc) oder Antibiotika und Antimykotika behandelt werden. Darüber hinaus sollte immer nach der ursächlichen Krankheit gesucht und diese therapiert werden.

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