Dürfen Hunde Äpfel essen? Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

dürfen hunde äpfel essen

Äpfel sind ein gesunder und leckerer Snack für zwischendurch. Bei den Kernen ist jedoch Vorsicht geboten!

„An apple a day keeps the doctor away“ ist ein bekanntes Sprichwort. Aber sind Äpfel für Hunde genauso gesund wie für Menschen? In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Informationen rund um die Frage: „Dürfen Hunde Äpfel essen?“.

Sind Äpfel gut für den Hund?

Äpfel sind voller gesunder Nährstoffe und daher ein leckerer und guter Snack für Hunde. Sie sind besonders reich an Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B6 (Pyridoxin), Vitamin B1 (Thiamin) und Vitamin B5 (Pantothensäure).

Außerdem enthalten sie viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Kalium und Magnesium. Die zahlreichen Pektine (eine bestimmte Art von Ballaststoffen) in den Apfelschalen helfen zudem bei der Verdauung.

Äpfel können bei Darmproblemen helfen

Bei Hunden mit bestimmten Darmproblemen können Äpfel sogar zu einer Verbesserung der Beschwerden führen. Es gibt Empfehlungen, die Ernährung von Hunden mit Dickdarmdurchfall oder Reizdarmsyndrom (Irritables Kolonsyndrom, IBS) mit geriebenen Äpfeln zu ergänzen. Dadurch erhöht sich der Anteil an Rohfasern in der Ration.

Wie viel Apfel darf mein Hund fressen?

Zu viel Obst kann bei Hunden eine abführende Wirkung haben und Bauchschmerzen verursachen. Geben Sie Ihrem Hund daher nie zu viele Äpfel – ein paar Stücke pro Tag sind in der Regel ausreichend. Vor allem bei kleinen Hunden und Welpen sollten Sie lieber vorsichtiger dosieren.

Darf jeder Hund Apfel essen?

Im Prinzip kann jeder Hund Äpfel fressen, unabhängig von Alter, Rasse oder Geschlecht. Sie sollten jedoch alle Fütterungsempfehlungen befolgen, um sicherzustellen, dass Ihr Hund dadurch keine gesundheitlichen Probleme bekommt.

Außerdem sollten Sie die Fütterung von Äpfeln sofort einstellen, wenn Ihr Hund Anzeichen einer Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie zeigt.

Dürfen Welpen Äpfel essen?

Wie ihre erwachsenden Artgenossen können auch Welpen Äpfel essen. Wichtig ist, dass Sie die Menge an das Gewicht Ihres Welpen anpassen und stets auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Besonders in der Wachstumsphase Ihres Welpen ist dies wichtig, um ihm den besten Start ins Leben zu ermöglichen.

Lese-Tipp: Welpenernährung: Wie wähle ich das richtige Futter?

Hund frisst Apfel
Vorsicht bei der Dosierung: Äpfel enthalten viel Zucker und können in großen Mengen bei Hunden zu Übergewicht führen.

Welche Art von Apfel darf mein Hund essen?

Rohe Äpfel, gekochte Äpfel, Äpfel mit und ohne Schale – Apfel ist nicht gleich Apfel. Grundsätzlich gilt: Hunde dürfen alle Apfelsorten essen, roh, wie gekocht – vorausgesetzt, sie sind reif, unverdorben und beinhalten keine Kerne mehr. Erfahren Sie im Folgenden außerdem, was Sie bei Fütterung von Äpfeln an Ihren Hund beachten sollten:

Hunde können Äpfel mit Schale fressen. Dies setzt jedoch voraus, dass der Apfel frisch und die Schale unbehandelt ist.

Wurde der Apfel gespritzt, können die Chemikalien je nach aufgenommener Dosis gesundheitliche Probleme verursachen. Daher sollten Sie gespritzte Äpfel vor dem Füttern waschen oder schälen.

Apfelkerne enthalten den Stoff Amygdalin, eine Vorstufe der Blausäure (Cyanwasserstoff, HCN). Diese stört die Zellatmung und macht Apfelkerne in großen Mengen für Hunde giftig. Um gefährliche Vergiftungen bei Ihrem Hund zu vermeiden, sollten Sie daher die Kerne vorher entfernen.

Apfelmus ist für Hunde in kleinen Mengen unbedenklich, solange es keine zusätzlichen Süßungsmittel oder Gewürze enthält. Insbesondere Birkenzucker (Xylit) ist für Hunde giftig und daher auch im Apfelmus ein No-Go für Ihren Hund.

Ein Tipp für den heißen Sommer: Frieren Sie selbstgemachtes, ungesüßtes Apfelmus als kühlenden Snack für Ihren Hund im Gefrierschrank ein – gefüllt in einen Kong oder auf einer Schleckmatte ist dies ein idealer und erfrischender Beschäftigungs-Snack.

Sie können Ihrem Hund Apfelessig geben, um den Darm zu entschlacken – bitte tun Sie dies aber nur in Absprache mit Ihrem Tierarzt! Die empfohlene Dosis beträgt in der Regel ein Teelöffel bis zwei Esslöffel – direkt ins Futter gegeben oder mit frischem Trinkwasser vermischt.

Negative Folgen: Wann sind Äpfel für Hunde gefährlich?

Das Wichtigste zuerst: Äpfel sind in normalen Mengen nicht giftig für Hunde – mit Ausnahme ihrer Kerne. Dennoch können Äpfel aufgrund ihrer Eigenschaften gewisse Nachteile für Ihren Hund haben:

Zu viel Apfel, zu viel Gewicht

So lecker ein Apfel für Ihren Hund auch sein mag, hundert Gramm Apfel enthalten etwa 10 Gramm Zucker. Um Übergewicht zu vermeiden oder loszuwerden, sollte er daher nicht zu viel von diesem natürlichen Snack essen.

Blähungen bei zu großen Mengen

Größere Mengen an Obst wie Äpfel können bei Hunden Blähungen verursachen. Wenn Ihr Hund nach dem Fressen von Äpfeln zu Blähungen neigt, sollten Sie den Anteil von Äpfeln in der Ration senken oder Ihrem Hund überhaupt keine Äpfel mehr geben.

Allergien sind möglich

Wie alle anderen Lebensmittel können auch Äpfel bei Hunden eine allergische Reaktion auslösen. Auch eine Kreuzreaktion mit Baumpollen, Kartoffeln oder Mais ist beschrieben.

Wichtig: Wenn Ihr Hund allergisch auf Äpfel reagiert, sollte er sie nicht mehr fressen!

Fazit: Dürfen Hunde Äpfel essen?

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, Hunde dürfen Äpfel essen, solange Sie sie reif und kernfrei verfüttern. Äpfel liefern Ihrem Hund zahlreiche nützliche Nährstoffe, die die Verdauung Ihres Hundes unterstützen können. Geriebene Äpfel finden daher in der Tiermedizin häufig Verwendung, insbesondere bei Verdauungsproblemen.

Bitte beachten Sie jedoch, dass die gefressene Menge von entscheidender Bedeutung ist. Zu viele Äpfel können den gegenteiligen Effekt haben und Verdauungsprobleme verursachen. Halten Sie sich daher immer an die allgemeinen Fütterungsempfehlungen und wenden Sie sich idealerweise vorab an Ihren Tierarzt.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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