11. Dezember 2017 - Aktualisiert 24. April 2019

Bakterien-Krankheiten beim Hund

Pug at the Vet

Sie sind klitzeklein und überall: Bakterien! Sie lauern draußen in der Natur, im Wald, auf der Hundewiese und auf den Feldern. Viele von ihnen sind völlig harmlos für unsere Vierbeiner, doch manche Bakterien können zu ernsthaften Erkrankungen unserer Hunde führen. Wir stellen Ihnen hier fünf bekannte Bakterieninfektionen vor und erläutern ihre Behandlungsmöglichkeiten.

Bakterien spielen im Körper unserer Hunde eine wichtige Rolle. Im Darm sorgen sie für eine gesunde und verdauungsfördernde Darmflora und auf der Haut bilden sie die wichtige Hautflora. Doch leider sind nicht alle Bakterien so harmlos und nützlich. Einige sind sogar ausgesprochen gefährlich – für unsere Hunde, wie auch für uns Menschen. So handelt es sich zum Beispiel bei der Leptospirose um eine so genannte Zoonose, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann und umgekehrt. Die Anzeichen, Behandlung und Vorbeugung einiger bakterieller Krankheiten möchten wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen.

1. Borreliose

Die Borreliose-Bakterien werden durch Zecken übertragen, die unseren Hunden am Waldrand, im Feld und im hohen Gras auflauern. Je nach Region ist die Gefahr für den Biss einer infizierten Zecke unterschiedlich hoch. In den nördlichen Breitengraden gehört die Borreliose jedoch zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Hundekrankheiten. Natürlich führt nicht jeder Zeckenstich automatisch zum Ausbruch der Krankheit, doch wenn der Hund erst einmal infiziert ist, zeigt sich die Krankheit leider oft viel zu spät.

Symptome

Im Vergleich zu anderen bakteriellen Erkrankungen reagiert das Immunsystem unserer Hunde häufig erst nach mehreren Wochen auf die Borrelien.

Ein weiteres Problem ist, dass die Symptome recht unspezifisch sind und nicht zwangsläufig auf eine Borreliose zurückzuführen sind. Dazu gehören zum Beispiel Fieber, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Die bei Menschen typische und leicht erkennbare ringförmige Rötung um den Zeckenbiss tritt bei Hunden häufig nicht auf oder ist aufgrund des Fells nicht sichtbar. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es nicht selten zu schmerzhaften Entzündungen der Gelenke, die sich vor allem nach dem Aufstehen zeigen. Wenn Ihr Hund lahmt, sich weniger bewegt und abgeschlagen wirkt, sollten Sie unverzüglich Ihren Tierarzt aufsuchen.

Behandlung

Je früher die Symptome einer Borreliose erkannt und behandelt werden, desto höher sind die Heilungschancen Ihres Hundes. Wenn ein Test den Verdacht auf eine Borrelien-Infizierung bestätigt hat, wird dem erkrankten Hund ein spezielles Antibiotikum verabreicht. Leider ist die Antibiotika-Behandlung jedoch nicht immer erfolgreich, besonders wenn die Krankheit bereits zu weit fortgeschritten ist. Chronische Beschwerden bis hin zu schweren bis tödlichen Spätschäden an lebensnotwendigen Organen wie Niere oder Herz können die Folge sein.

Vorbeugung

Zum Glück können Sie einiges tun, um Ihren Hund vor Zecken zu schützen und schwere Krankheitsverläufe rechtzeitig zu stoppen. Wenn Sie in stark gefährdeten Gebieten leben, kann eine Impfung Ihres Hundes gegen Borreliose empfehlenswert sein. Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat und wägen Sie Nutzen und Nebenwirkungen einer Impfung ab. Auch spezielle Sprays oder Tinkturen sowie Antizecken-Halsbänder können helfen, das Risiko eines Zeckenbiss zu reduzieren.

Darüber hinaus empfiehlt es sich Ihren Hund nach einem Spaziergang in der freien Natur, vor allem am Wald- oder Wiesenrand, gründlich abzusuchen. Das ist gar nicht so aufwendig wie Sie vielleicht denken, denn Zecken beißen sich nicht sofort fest. Bis zu dem Zeitpunkt des Festbeißens sind sie gut auf der Felloberfläche zu erkennen und können problemlos mit einem Tuch entfernt werden. Hat eine Zecke sich bereits festgebissen, entdecken Sie sie meist am Kopf und Hals, an den Ohren, zwischen den Zehen, am Bauch oder den Schenkelinnenseiten. Die Zecke muss mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder Pinzette vollständig heraus gehebelt werden. Sie sollte auf keinen Fall gedreht oder gequetscht werden, denn bei dieser Prozedur könnten gefährliche Borrelien-Erreger in den Blutkreislauf Ihres Tieres gelangen.

2. Colibacillose

Auslöser einer Colibacillose ist die Infektion mit so genannten Coli-Bakterien, zum Beispiel Escherichia coli (E-Coli) oder Enterokokken. Während lange Zeit vor allem Menschen an den Keimen erkrankten, sind mittlerweile auch Hunde immer häufiger von E-Coli-Bakterien betroffen. Die Bakterien gelangen zum Beispiel durch Lecken des Anus oder durch verunreinigtes Wasser in den Organismus des Hundes und können dort zu schwerwiegenden Darm- oder Harnwegsinfektionen führen.

Symptome

Schmerzhafte Harnwegsentzündungen, Durchfall oder Erbrechen können also auch immer eine Folge von Bakterien sein. Gefährdet sind dabei besonders Welpen, die noch keine ausreichende Schutzbarriere gegen die Krankheitserreger aufgebaut haben. In seltenen Fällen kann eine Infizierung mit Coli-Bakterien auch zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung des Welpen führen.

 Behandlung

Die Anzeichen einer Infizierung sind nicht immer leicht zu erkennen. Besonders Magen-Darm-Beschwerden werden nicht direkt mit einer Colibacillose in Verbindung gebracht. Hält der Durchfall länger an und es kommen sogar Fieberschübe hinzu, sollten Sie mit Ihrem Hund unverzüglich zum Tierarzt. Nur der Veterinär kann Ihnen eine sichere Diagnose geben und wichtige Therapiemaßnahmen einleiten. Im Allgemeinen bestehen letztere aus einer Behandlung mit Antibiotika. Mittels einer Harn- oder Kotuntersuchung wird dabei in der Regel ein genaues Antibiogramm (Resistenztests) erstellt, das Aufschluss über Anzahl und Resistenzen der Keime gibt und damit auf das speziell benötigte Antibiotikum. Je nach Befund dauert die Antiobiotika-Behandlung 10 Tage bis drei Wochen.

 Vorbeugung

Anders als wir Menschen können sich Hunde natürlich nicht durch Händewaschen vor gefährlichen Erregern schützen. Dennoch spielt auch bei unseren Vierbeinern die Hygiene eine wichtige Rolle. Halten Sie Futternäpfe und Schlafplätze sauber und wechseln Sie regelmäßig, mehrmals am Tag, das Trinkwasser Ihres Hundes. Der beste Schutz vor Coli-Bakterien bietet jedoch eine gesunde Darmflora. Gerät der Darm ins Ungleichgewicht, zum Beispiel durch eine ungesunde und unverträgliche Nahrung oder durch Stress, können Schädlinge leichter eindringen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die frei von Schadstoffen ist, ist für das Wohlergehen Ihres Hundes von immenser Bedeutung. Begleitend zur Antibiotika-Behandlung empfiehlt sich deshalb auch eine spezielle Diät für Ihren Hund, die die Darmflora natürlich unterstützt und zum Aufbau einer gesunden Schutzbarriere beiträgt.

3. Leptospirose

Die Leptospirose, auch Stuttgarter Hundeseuche genannt, wird durch lange, gewundene Bakterien, den so genannten Leptospiren, hervorgerufen, die in kontaminierten Pfützen, Pflanzen oder Teichen auf ihre „Opfer“ lauern. Eine Ansteckung kann auch direkt über den Urin von Wild oder Nagetieren erfolgen, die die gefährlichen Erreger in sich tragen und ausscheiden. Die hochansteckende Krankheit, die besonders bei jungen und immunschwachen Hunden tödliche Organschäden hervorrufen kann, ist eine Zoonose, das heißt Menschen und Tiere können sich gegenseitig mit den Erregern anstecken. In vielen europäischen Ländern zählt der Schutz gegen die Leptospirose deshalb zu den Pflichtimpfungen.

Symptome

Je nach Bakterien-Unterart sowie Alter und Konstitution des Hundes verläuft die Leptospirose sehr unterschiedlich. Während manche Hunde gar keine Krankheitsanzeichen erkennen lassen und die Bakterien unbemerkt im Körper bekämpft werden, ist das Wohlbefinden anderer infizierter Hunde stark beeinträchtigt. Zu den typischen Symptomen gehören Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieberschübe.  Auch Muskelkrämpfe, Hautrötungen und Gelbsucht können je nach Bakterienstamm auftreten. Bei Nichtbehandlung kommt es zu irreparablen Leber- und Nierenerkrankungen, die besonders für Welpen meist tödlich enden.

Behandlung

Sobald Ihr Tierarzt eine Infizierung mit den gefährlichen Leptospiren diagnostiziert hat, wird unverzüglich mit der Gabe eines speziellen Antibiotikums begonnen. Falls bereits Nieren- oder Leberschäden festgestellt wurden, müssen weitere Behandlungsschritte zur Erhaltung der Nieren- und Leberfunktion eingeleitet werden. Eine bleibende Niereninsuffizienz oder Leberschäden sind trotz dieser Maßnahmen jedoch nicht ausgeschlossen.

Vorbeugung

Der beste Schutz gegen die Leptospirose ist und bleibt die Schutzimpfung. Schließlich können Sie das Lecken oder Trinken von Wasserquellen, die möglicherweise mit den Bakterien infiziert sind, nicht immer verhindern. Nach einer dringend erforderlichen Grundimmunisierung im Welpenalter, sollte die Impfung gegen die Leptospiren-Erreger übrigens einmal im Jahr wiederholt werden, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Die Impfung unterscheidet sich damit von den anderen empfohlenen Schutzimpfungen gegen Staupe, Hepatitis oder Parvovirose, bei denen eine Auffrischung nur etwa alle drei Jahre erforderlich ist.

4. Salmonellose

Zunächst die gute Nachricht: Hunde mit einem gesunden Immunsystem zeigen sich gegenüber Salmonellen-Erregern recht resistent. Kranke, schwache oder junge Hunde hingegen können jedoch – genauso wie der Mensch – ernsthaft krank werden. Übertragen wird die Salmonellose in erster Linie über unser Geflügel. So kann der Verzehr von rohem Fleisch oder der Kontakt mit dem Kot dieses Geflügels zur Infektion des Hundes führen.

Symptome

Die Anzeichen können auch bei diesem Erreger recht unterschiedlich sein – je nach aufgenommener Bakterienmenge und Konstitution des Hundes. Sie reichen von leichtem Durchfall, über starken, teilweise mit Blut vermischten Brechdurchfall und Fieber, bis hin zu Abzessbildungen auf inneren Organen, die wiederum zu Gelbsucht, Lungen- oder Gelenkentzündungen und Störungen des Nervensystems führen können. Weitere Begleiterscheinungen einer Salmonellose sind Trägheit und Apathie.

Behandlung

Auch hier erfolgt die Behandlung – wie üblich bei Bakterienerkrankungen – mittels Antibiotika. Sind innere Organe wie Leber, Niere oder Milz bereits angegriffen, kann die Einnahme weiterer Medikamente erforderlich sein.

Vorbeugung

Anders als bei der zuvor vorgestellten Leptospirose gibt es gegen die Salmonellose keine Schutzimpfung. Dennoch gibt es ein paar wenige Maßnahmen, die das Risiko einer Infektion senken können. Falls Sie Ihren Hund mit rohem Fleisch ernähren, sollten Sie die Herkunft des Fleisches kennen. Im besten Fall kaufen Sie das Fleisch direkt beim Metzger Ihres Vertrauens. Bei qualitativ hochwertigem Rohfleisch lässt sich der Weg zum Erzeuger in der Regel zurückverfolgen. Rohes Geflügel aus einer unbekannten Quelle sollten Sie besser vermeiden. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Vierbeiner möglichst nicht in Kontakt mit dem Kot von Tauben und Enten kommt.

5. Staphylokokken

Staphylokokken befinden sich sowohl auf der Haut des Menschen als auch bei Hunden. Bei letzteren können Unterarten dieses Erregers jedoch zu bakteriellen Hautentzündungen führen. Besonders wohl fühlen sich die Bakterien in Schleimhäuten oder offenen Wunden und können von anderen Tieren oder Menschen übertragen werden.

Symptome

Die ausgelöste Hautinfektion zeigt sich in der Regel am Rumpf des Hundes, zwischen den Zehen oder an den Ellenbogen. Bei Welpen sind die Anzeichen der bakteriellen Infektion meist am Bauch zu erkennen. Zu den Symptomen gehören Juckreiz, gerötete, eitrige Hautstellen, Haarausfall, Geschwüre und Furunkel.  Die Entzündung kann sich auf Herz, Knochen und Gelenke ausweiten.

Behandlung

Je nach Erreger und Schwere der Infektion kann es ausreichen, die betroffene Stelle mit einem antibiotischem Shampoo zu waschen und anschließend mit einer antibiotischen Salbe zu behandeln. Ist der Juckreiz stark ausgeprägt empfiehlt es sich außerdem, dem Hund einen Trichter anzulegen, damit er die betroffene Stelle mit dem Maul nicht erreicht. In manchen Fällen ist aber auch ein operativer Eingriff oder eine Entgiftung im Krankenhaus nötig, wenn die Bakterien zum Beispiel eine Blutvergiftung ausgelöst haben. Falls Sie eine Hautentzündung bei Ihrem Hund feststellen, sollten Sie in jedem Fall so bald wie möglich Ihren Tierarzt aufsuchen. Er kann Ihnen sagen, ob und welche Behandlung im speziellen Fall Ihres Hundes vonnöten ist.    

Vorbeugung

Wie bei allen Bakterien spielt auch hier die Hygiene eine wichtige Rolle. Achten Sie bei Wundbehandlungen unbedingt auf Sauberkeit und vermeiden Sie, dass Ihr Hund mit der Zunge in Kontakt mit infizierten Wunden kommt. Wichtig ist außerdem eine angemessene Pflege Ihres Hundes. Halten Sie sich an die empfohlene Fellpflege und suchen Sie den Körper Ihres Hundes regelmäßig nach möglichen Veränderungen ab.

Weitere bakterielle Gefahren für Ihren Hund

Natürlich sind die fünf hier vorgestellten Infektionen nicht die einzigen Hundekrankheiten, die durch Bakterien ausgelöst werden. Auch bei der Tuberkulose, Listeriose, Yersinia, Ehrlichiose, Anaplasmose, den Streptokokken oder beim Wundstarrkrampf (Tetanus) handelt es sich um bakterielle Krankheiten, die für unsere Hunde zur Bedrohung werden können. So unterschiedlich diese Bakterien und ihre Ausprägungen sein können, so ist der Schutz vor einer Infektion doch bei allen gleich. Denn gegen Hygiene und ein gutes Immunsystem haben die wenigsten Erreger eine Chance.

So bleibt Ihr Hund gesund

Zur Stärkung des Immunsystems und zur Bekämpfung von Bakterien sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Ernähren Sie Ihren Hund gesund und ausgewogen. Achten Sie auf eine hochwertige Qualität der Lebensmittel oder des Fertigfutters und sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund alle wichtigen Nährstoffe über seine Nahrung aufnimmt.
  • Entsorgen Sie übrig gebliebene Futterreste umgehend und spülen Sie den Futternapf gründlich aus.
  • Wechseln Sie das Wasser im Wassernapf Ihres Hundes regelmäßig aus (mindestens zweimal am Tag!)
  • Halten Sie Ihren Hund wenn möglich davon ab, aus Pfützen oder anderen stehenden Gewässern zu trinken.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Tierkot.
  • Sorgen Sie für eine angemessene Pflege Ihres Hundes. Neben der notwendigen Fellpflege sollten Sie regelmäßig die Haut, Ohren, Zehen und Maul Ihres Hundes reinigen und kontrollieren. Zwar können Sie damit eine Infektion nicht immer verhindern, doch werden Sie äußerliche Anzeichen schneller erkennen und behandeln können.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute!

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