Tollwut beim Hund This article is verified by a vet

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Was ist Tollwut?

Die Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung, mit der sich neben Hunden und anderen Säugetieren auch Vögel und Menschen anstecken können. Es handelt sich um eine seit der Antike bekannten, vor allem durch Hunde und Raubwild verbreiteten Anthropozoonose. Das heißt Menschen und Tiere können sich gegenseitig mit dieser Krankheit infizieren. Es existieren bereits Berichte von Babyloniern, Griechen und Römern über dieses klinische Bild und die Übertragung der Krankheit durch Bisse.

Das Tollwutvirus ist ein RNA-Virus und gehört zum Genus Lyssavirus und zur Familie der Rhabdoviren. Die Tollwut kommt weltweit vor. Dennoch wurde sie in einigen Ländern durch Maßnahmen wie strenge Einreiseregeln und Quarantäne ausgerottet. In Europa gilt der Fuchs als wichtigstes Virusreservoir für das Tollwutvirus.

Durch Auslegung von Impfködern und somit die orale Immunisierung von Füchsen konnte in Deutschland die Tollwut getilgt werden. Bei Fledermäusen tritt vereinzelt noch die Fledermaustollwut auf. Jedoch unterscheidet sich diese von der klassischen terrestrischen Tollwut. Zuletzt wurde 2013 in Deutschland Tollwut bei einem Welpen diagnostiziert, der illegal aus Marokko importiert wurde.

Wie wird Tollwut beim Hund übertragen?

Das Virus überträgt sich hauptsächlich durch den Speichel von infizierten Tieren. Die Ansteckung erfolgt dabei in der Regel durch einen Biss. Möglich ist jedoch auch eine Übertragung durch Kontakt des Speichels mit Schleimhäuten oder oberflächlichen Wunden. Weitere wege der Übertragung stehen noch zur Debatte. Sobald die Viren an die Eintrittsstelle Gelangen, wandern sie ins zentrale Nervensystem (ZNS) und die Speicheldrüsen. Danach breiten sie sich weiter im Körper des Hundes aus. Die Inkubationszeit beläuft sich bei Tollwut bei Hunden auf zwei bis 24 Wochen. Diese Zeit ist abhängig von der Lage der Eintrittsstelle des Virus. Je näher sich die Bisswunde am ZNS befindet, desto schneller erkrankt der Hund.

Tollwut bei Hunden Symptome

Wie erkenne ich Tollwut beim Hund?

Der Verlauf der Tollwut umfasst drei Phasen, die sich auch überlappen können:

  1. Prodromalphase

Das Prodromalstadium dauert meist einige Tage und ist von Änderungen im Verhalten geprägt. Dabei werden einige Hunde ängstlich und unruhig, manche werden sensibler gegenüber Licht und Geräuschen. Zuvor zurückhaltende Hunde können zutraulicher und aufmerksamer werden. Ein Anzeichen kann vaußerdem ermehrter Speichelfluss durch Schluckbeschwerden sein.

  1. Exzitationsphase

Im Exzitationsstadium, der „rasenden Wut“, werden die Hunde nervöser, wild und leicht erregbar. Sie beißen um sich, greifen an oder sind desorientiert. Zudem nimmt das Speicheln und die Schluckbeschwerden zu.

  1. Paralysephase

Im dritten Stadium der Tollwut, dem Paralysestadium, leiden die Hunde unter Lähmungen, die in Koma und Tod übergehen. Jedoch durchlaufen nicht alle betroffenen Tiere diese klassischen Phasen. Bei manchen Tieren geht die Prodromalphase direkt ins Paralysestadium über.

Diagnose von Tollwut

Eine sichere Diagnose von Tollwut ist nur am toten Tier zu stellen. Zur Diagnose am toten Tier verwendet man meist mehrere Tests. Am lebenden Hund ist nur eine Verdachtsdiagnose, die anhand der aufgetretenen Symptome sowie der Anamnese gemacht wird, möglich. Bei jedem ungeimpften oder unvollständig geimpften Hund, der ohne ersichtlichen Grund speichelt oder unklare neurologische Symptome und Verhaltensänderungen zeigt, besteht Tollwutverdacht.

Bei Verdacht auf eine Tollwutinfektion muss das Veterinäramt verständigt werden, welches weitere Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung vornimmt. Tollwut ist eine sogenannte anzeigepflichtige Tierseuche.

Therapie von Tollwut beim Hund

Ist Tollwut bei Hunden heilbar?

Eine Behandlung von Tollwut beim Hund ist verboten. Auch der Versuch einer Therapie beim Hund ist aufgrund der sehr hohen Ansteckungsgefahr des Menschen untersagt. Die Prognose nach Ausbruch der Krankheit ist auch beim Menschen sehr schlecht. Beim Verdacht auf eine Tollwutinfektion beim Hund entscheidet der Amtstierarzt auf Grundlage der Tollwutverordnung über das weitere Vorgehen.

Vorbeugung von Tollwut: Tollwutimpfung

Da sowohl die Krankheit selbst als auch der Verdacht auf eine Infektion mit Tollwut für den Hund tödlich sein kann, ist eine Impfung gegen Tollwut bei Hunden sinnvoll. In Deutschland sind hierfür ausschließlich inaktivierte Impfstoffe zugelassen. Laut Tollwutverordnung liegt beim Hund ein wirksamer Impfschutz vor, wenn er bei der Erstimpfung mindestens zwölf Wochen alt ist. Außerdem muss die Impfung mindestens 21 Tage zurückliegen. Zuletzt müssen die notwendigen Wiederholungsimpfungen nach den Empfehlungen des Impfstoffherstellers durchgeführt werden. Für Reisen ins Ausland ist bei Hunden immer eine gültige Tollwutimpfung erforderlich.

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