English Setter

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Jäger mit viel Charme

Der sportliche English Setter ist schön, klug – und ein leidenschaftlicher Jäger. Wer mit dem Gedanken spielt, sein Leben mit einem Exemplar dieser Rasse zu teilen, sollte viel Zeit für gemeinsame Abenteuer in der Natur sowie eine solide Basis an Know-how und Erfahrung rund um Hunde mitbringen.

Sportliche Schönheit

Der English Setter ist ein sehr sportlicher und bewegungsfreudiger Hund, was man ihm auch ansieht: Er wirkt dynamisch und elegant. Beim Umhertoben in Wald und Flur fliegen die Schlappohren umher – ein Setter in seinem Element strahlt pure Lebensfreude aus. Während Rüden zwischen 65 und 68 cm groß sind, können Hündinnen eine Widerristhöhe von 61 – 65 cm erreichen. Tiere aus Arbeitslinien sind oftmals etwas kleiner. English Setter wiegen um die 25 bis 30 Kilogramm. Das lange, seidenweiche und leicht gewellte Fell kann gemäß Standard die Farben Weiß mit Schwarz, Orange, Zitrone oder Leberbraun haben. Dabei gibt es auch getüpfelte, gefleckte oder dreifarbige English Setter. Die Grundfarbe ist allerdings immer Weiß.

Vom Jagd- zum Familienhund

Zu den Vorfahren des English Setter zählen langhaarige „Vogelhunde“, die bereits im Mittelalter für die Jagd auf Federvieh verwendet wurden. Auch Pointer zählen zu den Ahnen dieser Rasse, die im 19. Jahrhundert maßgeblich durch die Zucht des Sir Edward Laverack geprägt wurde: Laverack wählte Jahrzehnte lang die schönsten und wesensstärksten Hunde für seine Setter-Zucht aus und erlangte hierdurch eine hohe Bekanntheit. Im Jahre 1860 stellte er die ersten Welpen unter der Rassebezeichnung English Setter vor. Die Gründertiere der English-Setter waren der Überlieferung nach der Rüde Ponto und die Hündin Old Moll.

Der English Setter ist ein klassischer Vorstehhund, der mit hoher Geschwindigkeit seine Beute sucht. Hat der ausgezeichnete Nasenarbeiter sein Ziel erreicht und die Beute vor Augen, zeigt er dies durch die Vorstehhaltung an und bleibt still vor dem Wild sitzen – hierin hat übrigens auch der Name „Setter“ seinen Ursprung. Nun gibt der Jäger das Kommando zur Jagd, woraufhin der Hund den Vogel aufscheucht, so dass sein Mensch ihn erlegen kann. Neben dem English Setter zählen außerdem der Gordon Setter, der Irish Red Setter sowie der Irish Red and White Setter zur Setter-Familie. Aufgrund seiner Schönheit und seines sanftmütigen Wesens ist der English Setter in den vergangenen Jahren mehr und mehr als Familienhund in Mode gekommen. Diese Entwicklung ist mit Vorsicht zu betrachten, denn Eigenschaften wie Jagdtrieb und großer Bewegungsdrang sind über Jahrhunderte innerhalb der Rasse gefördert worden und lassen sich nicht in allen Fällen mit einem Leben als Familienhund vereinbaren. Heutzutage ist der English Setter vor allem in den USA sowie Frankreich und Skandinavien beliebt und dort in manchen Gebieten häufiger anzutreffen als in seiner Heimat Großbritannien.

Wesen: freundlich und sozial

Der English Setter gehört zu den freundlichsten Jagdhunden überhaupt: Er ist liebenswürdig, gutmütig und verfügt über ein hohes Maß an Sozialverträglichkeit mit Mensch und Tier. Darum eignet er sich auch als Familienhund, sofern er seine sportlichen Ambitionen ausleben kann. Der kinderliebe Vierbeiner ist ein sanftmütiger und geduldiger Gefährte. Viele Setter sind selbst regelrechte Kindsköpfe, lieben Spiele und tollen gerne mit fliegenden Ohren umher. Grundsätzlich darf in seinem Zuhause ruhig viel los sein – der English Setter mag Besuch ebenso wie die Gesellschaft anderer Hunde und kann auch mit Samtpfoten gut Freundschaft schließen, wenn er diese als zu seinem Rudel gehörig kennenlernt. Außerhalb der eigenen vier Wände verwandelt der English Setter sich meist schnell vom geselligen Schmuser zum passionierten Jäger, dem nichts entgeht – dies kann beispielsweise auch für Nachbars Katze gelten. Behalten Sie den starken Jagdtrieb Ihres Vierbeiners immer im Hinterkopf, wenn Sie mit ihm unterwegs sind.

weiß und braun english setter

Erziehung für kluge Sensibelchen

English Setter sind klug und haben Spaß am Lernen – optimale Grundvoraussetzungen also, um diesen Vierbeiner erfolgreich zu erziehen. Bei aller Sanftmütigkeit ist der English Setter dennoch teilweise eigensinnig. Damit er seinen Dickkopf nicht durchsetzt, braucht dieser Jagdhund klare Strukturen und Regeln, die ihm Orientierung bieten und in die er sich dann gerne einfügt. Ausnahmen können bei diesem Hund schnell das Tor zu aus Sicht des Vierbeiners neuen Regeln bilden. Also bleiben Sie unbedingt mit allen Familienmitgliedern konsequent, wenn Sie diesen Hund erziehen. Vergessen Sie bitte nicht: Nur ein gut ausgelasteter English Setter ist leicht zu erziehen – denn wird er nicht ausreichend Gelegenheiten zum Bewegen und Jagen haben, wird er sich diese selbst suchen. Die Erziehung erfordert ein hohes Maß an Konsequenz in Kombination mit Feinfühligkeit, denn der English Setter kann ein stures Sensibelchen sein. Hundeerfahrung ist empfehlenswert. Erkundigen Sie sich in den Hundeschulen Ihrer Umgebung rechtzeitig danach, ob diese entsprechende Angebote und Erfahrungen mit Jagdhunden haben.

Gesundheit und Pflege

English Setter gelten als sehr robuste Hunde, die durchschnittlich ein Alter von 11 bis 13 Jahren erreichen. Auch 15 Jahre alte Exemplare sind keine Seltenheit. Achten Sie beim Kauf eines English Setter von einem seriösen Züchter auf entsprechende Zuchtuntersuchungen der Elterntiere – so minimieren Sie das Risiko auf bestimmte Krankheiten wie Taubheit und Hüftdysplasie, von denen der English Setter etwas häufiger betroffen ist als andere Hunderassen. Bei diesen freundlichen Jagdhunden ist die Wahrscheinlichkeit einer Glutenunverträglichkeit sowie die Entstehung von Hauttumoren geringfügig erhöht. Achten Sie bei Ihrem Gefährten auf die schlanke Linie – insbesondere Setter mit zu wenig Bewegung sowie kastrierte Hunde neigen zu Übergewicht, was sich wiederum negativ auf die Gelenke auswirkt. Das seidig lange Fell dieses Hundes benötigt regelmäßige Pflege. Bürsten Sie Ihre vierbeinige Schönheit am besten täglich. So haben Verfilzungen keine Chance und Sie befreien Ihren Hund außerdem von Mitbringseln in Form von kleinen Zweigen oder Schmutz, die er bei seinen Stöberrunden gerne in den langen Haaren sammelt. Baden sollten Sie diesen Hund nur im Notfall und dann mit einem milden Hundeshampoo – meist ist es ausreichend, den getrockneten Schmutz aus dem Fell zu kämmen. Kontrollieren Sie die Schlappohren regelmäßig und reinigen Sie sie bei Bedarf mit einem speziellen Ohrreiniger.

English Setter Ernährung : Fitness beginnt im Napf

Entdecken Sie unsere Auswahl an Hundefutter speziell für English Setter!

Ein wichtiger täglicher Beitrag zur Gesundheit Ihres Vierbeiners ist ein hochwertiges Hundefutter. Egal, ob Sie sich für Nass- oder Trockenfutter entscheiden: Füttern Sie eine Tiernahrung mit einem hohen Fleischanteil, bei der Fleisch an erster Stelle der Deklaration steht. Nur so erhält Ihr English Setter einen ausgewogenen Anteil hochwertiger Proteine. Bezüglich der Menge sind Fütterungsempfehlungen der Hersteller nur Richtwerte, die stark von Konstitution und dem täglichen Energieverbrauch Ihres Gefährten beeinflusst werden. Kontrollieren Sie darum beim erwachsenen Hund am besten regelmäßig das Gewicht, um einer Zu- oder Abnahme entgegenzuwirken. Sportlich aktive English Setter neigen nicht zu Übergewicht. Den Welpen sollten Sie drei- bis viermal täglich füttern, beim erwachsenen Hund reichen zwei Portionen pro Tag. English Setter können sensibel auf Futterumstellungen reagieren, weswegen es bei dieser Rasse besonders wichtig ist, diese nur sehr vorsichtig durchzuführen. Mischen Sie hierfür täglich etwas mehr des neuen Futters unter das bereits bekannte. Stellen Sie Ihrem English Setter immer Trinkwasser zur freien Verfügung bereit. Als Leckerlis eignen sich beispielsweise Trockenkauartikel oder hochwertige Belohnungs-Snacks mit hohem Fleischanteil und ohne Zucker. Auch Zahnpflegesnacks können eine gute Möglichkeit sein, Ihren Hund auf gesunde Weise zu belohnen.

Beschäftigung für Naturfreunde

Dieser Hund ist eine echte Sportskanone und braucht täglich viel Bewegung an der frischen Luft. Ausgewachsene English Setter sind gute Begleiter bei Joggingrunden, Fahrradtouren oder Ausritten. Optimal ist es natürlich, wenn der Setter jagdlich geführt wird oder zumindest eine entsprechende Ausbildung genießen darf. Probieren Sie ansonsten Hundesport mit Ihrem Setter aus: Wie wäre es beispielsweise mit Mantrailing? Auch Apportierspiele mögen viele Exemplare dieser Rasse. Vergessen Sie bei allem Sport und Spiel dennoch nicht die Ruhepausen, damit Ihr Setter nicht überdreht – gemeinsame Schmusemomente und Zeiten zum Entspannen sind ebenso wichtig wie sportliche Auslastung. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Ihr Vierbeiner mit der Zeit ständig unter Spannung steht.

english setter im grass

Passt ein English Setter zu mir?

Oftmals verlieben sich Hundefreude in das gutmütige Wesen und die bildschöne Optik dieses Vierbeiners, ohne sich vorher ausreichend mit seinen Bedürfnissen zu beschäftigen. Dies ist schade für diesen sympathischen und naturliebenden Vierbeiner. Über den Einzug eines English Setter sollten Sie darum nur nachdenken, wenn Sie Jäger sind oder zumindest sehr sportlich. Das Bewegungsbedürfnis dieses Vierbeiners und seine Freude an der Natur sollten nicht unterschätzt werden. Auch das Fell bedarf einiger Pflege, so dass diese Rasse sich nur für ambitionierte Hundefreunde eignet, die viel Zeit gemeinsam mit ihrem Gefährten verbringen können. Für Hundeanfänger ist er eher nicht zu empfehlen. Ein English Setter sollte nicht in einer kleinen Wohnung und erst recht nicht in einer Stadtwohnung gehalten werden, sondern am besten im Haus mit angeschlossenem Garten leben – sichern Sie diesen entsprechend mit einem Zaun ab, um dem Frischluftfan die Möglichkeit zu geben, dort nach Herzenslust umherlaufen zu können.

Überlegungen vor dem Kauf

Wenn ein English-Setter-Welpe bei Ihnen einziehen soll, übernehmen Sie damit für viele Jahre lang die Verantwortung für ein Hundeleben. Darum ist es am besten, sich vor dem Einzug bewusst zu machen, welche Verpflichtungen Sie hiermit eingehen. Denn ein English Setter kostet nicht nur bei der Anschaffung Geld – und ein Exemplar von einem seriösen Züchter kann durchaus kostspielig sein, auch wenn der Kauf hier in jedem Fall alternativlos sein sollte. Es kommen langfristig regelmäßige Kosten für hochwertiges Hundefutter, Tierarztbesuche sowie Hundesteuer und Hundeversicherung auf Sie zu. Überlegen Sie, wer den Hund im Krankheitsfall oder Urlaub betreut. Optimal wäre beispielsweise die Betreuung durch bereits bekannte Familienmitglieder. Der freundliche English Setter ist außerdem ein tierisch guter Reisebegleiter, wenn Sie einen Wanderurlaub planen. Viele Hotels begrüßen heutzutage auch gerne vierbeinige Gäste.

Wo finde ich meinen English Setter?

Wenn Sie auf der Suche nach einem Welpen sind, sollten Sie unbedingt einen Züchter aufsuchen, der mit Papieren, also mit Abstammungsnachweis, züchtet. Kaufen Sie keinesfalls bei Privatpersonen oder Hundehändlern, die „English Setter“ ohne Papiere anbieten – in Ihrem eigenen Interesse und im Interesse des Tierschutzes sowie der Rasse. Denn nur seriöse Züchter, die einem Verein angehören und sich an dessen Richtlinien orientieren, bieten Ihnen die Möglichkeit auf einen nachweisbar „echten“ English Setter. Die Papiere sollten von einem Hundezuchtverein ausgestellt sein. Unterhalten Sie sich mit den Züchtern über deren Gesundheitsvorsorge und lassen Sie sich relevante Ergebnisse der Vorfahren schriftlich zeigen. Beim English Setter geht mit den Papieren auch eine Prüfung der Elterntiere bezüglich der jagdlichen Eignung einher. Hundefreunde, die Geld sparen möchten und einen Hund ohne Papiere erwerben, zahlen in der Regel später nach, denn die entsprechenden Welpen haben meist weder eine ausgiebige Sozialisierung erfahren noch sind ihre Vorfahren charakterlich und gesundheitlich für die Zucht prädestiniert.

Sollten Sie auf der Suche nach einem ausgewachsenen English Setter sein, ist es sinnvoll, sich an Setter- oder Jagdhunde-Vereine zu wenden, die häufig Setter oder aber Setter-Mischlinge auf Ihren Vermittlungsseiten vorstellen. Oftmals haben die vorigen Besitzer das Bewegungsbedürfnis der sportlichen Hunde unterschätzt oder sich von der Schönheit und Gutmütigkeit der Hunde um die Pfote wickeln lassen, ohne ihnen ein artgerechtes Setter-Leben bieten zu können. Solche Second-Hand-Hunde können herausfordernde, aber gleichzeitig auch sehr bereichernde neue Mitbewohner für Sie werden. Informieren Sie sich vorher ausreichend über die Vorgeschichte und lernen Sie den Hund am besten bei einem gemeinsamen Gassi-Gang besser kennen, damit Sie sich vor der Entscheidung gegenseitig beschnuppern können.

Wir wünschen Ihnen viele glückliche Abenteuer mit Ihrem English Setter!

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