Pudel

Verfasst von Natalie Decker
Pudel

Pudel haaren nicht und können deshalb oftmals auch von Allergikern gehalten werden.

„Das also war des Pudels Kern!“ Im berühmten Drama „Faust I.“ von Johann Wolfgang Goethe erscheint Mephisto in der Gestalt eines Pudels. Doch was ist in Wirklichkeit der Kern dieses traditionsreichen Rassehundes? Sicher ist, Pudel sind viel mehr als gestylte Mode-Hündchen.

Aussehen: Majestätischer Hund mit üppiger Haarpracht

Pudel zählen sicherlich zu den elegantesten und stolzesten Begleithunden der Welt. Die harmonischen Proportionen, der tänzelnde Gang und nicht zuletzt die gelockte oder geschnürte Haarpracht, die zu verschiedenen Frisuren geformt wird, verleihen dem Pudel einen beinah majestätischen Eindruck.

Das Fell des Pudels ist fein, wollig und dicht. Es unterliegt keinem Jahreszeitenwechsel und wächst fortlaufend. Pudel haaren nicht und benötigen daher eine regelmäßige Schur. Von Natur aus gehören Pudel jedenfalls zu den lang- und rauhaarigen Hunden.

Fellfarben beim Pudel

Das Spektrum der Fellfarben reicht von Schwarz über Silber, Grau und Weiß bis hin zu Braun, Falbfarben und Apricot. Alle Farben müssen dabei so regelmäßig wie möglich sein. Augenlider, Nasenschwamm, Lippen, natürliche Öffnungen, Fußballen und bei Rüden der Hodensack sind gut pigmentiert.

Der sogenannte „Wollpudel“ trägt das lockige Haar sehr gekräuselt und gibt dem Pudel sein typisches Aussehen. Beim heute eher seltenen „Schnürenpudel“ bildet das Haar lange Schnüre, die mindestens 20 Zentimeter lang sein sollten.

Von groß bis klein: Die Zuchtformen des Pudels

Hinsichtlich ihrer Größe unterscheidet man beim Pudel vier verschiedene Typen:

  • Großpudel (Königspudel): Widerristhöhe 45-60 Zentimeter
  • Kleinpudel: Widerristhöhe 35-45 Zentimeter
  • Zwergpudel: Widerristhöhe 28-35 Zentimeter
  • Toypudel: Widerristhöhe weniger als 28 Zentimeter

Trotz der Größenunterschiede teilen sich alle vier Pudelvarianten das gleiche Erscheinungsbild. Der geradlinig geformte Kopf und die leicht schräg stehenden Augen verleihen dem Pudel einen selbstbewussten und vornehmen Ausdruck.

Typisch ist auch der recht kurze Rücken im Vergleich zu eher langen Beinen. Die Rute ist dabei hoch angesetzt und wird bei Bewegung schräg aufgerichtet getragen.

Pudel-Welpe © yihchang / stock.adobe.com
Auch kleine Vertreter der Rasse brauchen viel Auslauf, um körperlich und geistig fit zu bleiben.

Charakter: Was ist das Besondere am Pudel?

Fans bezeichnen Pudel gerne als die intelligenteste Hunderasse der Welt. Nicht zu Unrecht, denn Pudel sind tatsächlich für ihre außerordentliche Lern- und Dressurfähigkeit bekannt.

Sie gelten als sehr anpassungsfähig und können problemlos überallhin mitgenommen werden. Menschen gegenüber zeigen sie sich sehr aufgeschlossen und freundlich. Kein Wunder, dass der Pudel als Familienhund so beliebt ist.

Im Zusammenleben mit seinen Menschen zeigt sich der wesensfeste Pudel sehr gutherzig, lebhaft und verspielt.

Haltung: Ist ein Pudel für Anfänger geeignet?

Die Haltung eines Pudels erweist sich in den meisten Fällen als sehr einfach. Ihre Lernwilligkeit und ihr menschenbezogenes Wesen machen diese Tiere zu beliebten und leicht erziehbaren Familienhunden, die sich auch für Anfänger eignen.

Da Pudel bereits als Welpen extrem aufnahmefähig sind und sich schnell das Verhalten ihrer Vorbilder einprägen, sollten Sie auf eine frühzeitige Einübung der wichtigsten Befehle achten.

Vernachlässigte oder gelangweilte Pudel entwickeln oftmals eigene Verhaltensweisen, die nicht im Sinne ihrer Besitzer sein dürften.

Abwechslung erwünscht

Pudel sind sehr anpassungsfähig und fühlen sich selbst in Stadtwohnungen wohl. Wichtig ist dabei jedoch, dass die intelligenten und sportlichen Rassehunde körperlich und geistig ausgelastet sind.

Bei der Beschäftigung mit Ihrem Pudel sollten Sie deshalb viele neue Anregungen und interessante Abwechslung einplanen.

Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang vor allem der Hundesport. Agility, Obedience, Dogdancing oder Mobyclass bereiten Ihrem Pudel viel Freude und werden Sie als Team noch enger zusammenführen.

Pudel © Linas T / stock.adobe.com
Mit seinem sanften und verspielten Wesen und seiner Lernwilligkeit ist der Pudel ein beliebter Familienhund.

Pflege des Pudels: Regemäßige Schur erforderlich

Das Fell muss mehrmals in der Woche mit einer Bürste gepflegt werden, um zu vermeiden, dass es verfilzt. Da Pudel nicht haaren, bedarf es einer regelmäßigen Schur mit einer Schermaschine.

Um Krankheiten zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen, sollten neben der regelmäßigen Fellpflege auch Zähne, Augen und Ohren gründlich kontrolliert werden. Rücken und Gliedmaßen sollten abgetastet und Krallen kurz gehalten werden.

Ernährung für Pudel

Welche Ernährung Ihr Pudel benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Alter, Gewicht, Aktivität und Gesundheitszustand sollten bei der Auswahl des Futters eine Rolle spielen. Dabei können Sie sowohl zu Trocken- und Nassfutter als auch zu Frischfutter greifen.

Häufige Wechsel im Futternapf vertragen viele Hunde nicht gut. Falls Sie auf ein anderes Futter umstellen möchten, sollten Sie dies schrittweise tun. So kann sich Ihr Pudel langsam an die neue Nahrung gewöhnen und sie ohne Magenprobleme genießen.

Gesundheit: Typische Pudel-Krankheiten

Bei Pudeln treten eine Reihe rassespezifischer Erbkrankheiten auf – begünstigt durch die Tatsache, dass einige Züchter bei der Auswahl ihrer Zuchttiere Äußerlichkeiten vor Robustheit stellten.

Zu den häufigsten erblich bedingten Krankheiten gehören Augenprobleme, wie die Progressive Retinaatrophie (PRA) und der Katarakt, die beide zur Erblindung führen können, sowie Gelenkprobleme.

Dazu gehören die vor allem bei großen Hunden bekannte Hüftgelenksdysplasie (HD) und die Patellaluxation, bei der die Kniescheibe herausspringt und der Pudel lahmt.

Geschichte: Woher stammt der Pudel?

Der genaue Ursprung des Pudels konnte bis heute nicht hinreichend geklärt werden. Vermutlich gab es ähnliche Hunde bereits in der Antike, im Römischen Reich und im alten Persien.

Im Mittelalter begegnete man den gelockten Hunden sowohl in Ungarn und Russland als auch in Frankreich und Deutschland.

Der Streit um die Beanspruchung des Herkunftslandes des Pudels endete erst in den 30er-Jahren. Als die FCI den Pudel als eigenständige Hunderasse anerkannte, einigte man sich bei der Angabe des Herkunftslandes auf Frankreich.

Vom Jagdhund zum Zirkusartisten

Der französische Rassename „Caniche“ ist dabei eng mit dem früheren Einsatzgebiet des Pudels verbunden. Die Bezeichnung stammt vom französischen Wort „cane“ ab, das eine weibliche Ente benennt.

So wurden Pudel ab dem 14. Jahrhundert in erster Linie als Jagdhunde für Wildgeflügel eingesetzt. Zu dieser Zeit gab es den Pudel ausschließlich in mittlerer Größe, was heute ungefähr der Größe des Kleinpudels entspricht.

Mit der Reinzucht des intelligenten und treuen Rassehundes begann man etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aufgrund ihrer ausgeprägten Dressurfähigkeit und Lernwilligkeit wurden die Vierbeiner häufig in Zirkussen eingesetzt, wo sie einem entzückten Publikum ihre Kunststücke präsentierten.

Liebling der Promis

Im Verlauf gezielter Zuchtbemühungen entstanden schließlich Groß-, Klein- und Zwergpudel, die aufgrund ihrer Vielseitigkeit im Aussehen und ihrem Wesen einen großen Anklang bei der Bevölkerung fanden. So wurden aus den ursprünglichen Jagdhunden mehr und mehr Familien- und Begleithunde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebten Pudel ihren Höhepunkt als Familienhunde. In den 50er- und 60er-Jahren liefen sie damit sogar dem beliebten Schäferhund den Rang ab. Wer etwas auf sich hielt, hatte einen Pudel an seiner Seite.

Berühmte Persönlichkeiten wie Maria Callas, Grace Kelly, Sir Winston Churchill, Thomas Mann und John Steinbeck besaßen den stolzen und eleganten Rassehund.

Anschaffung: Tipps zur Auswahl des Züchters

Sollten Sie sich für einen Pudel-Welpen interessieren, informieren Sie sich umfassend über die Zuchtauswahl, die Zuchtbedingungen und die gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen, die der Züchter mit seinen Tieren wahrnimmt.

Seriöse Züchter züchten nach den Vorgaben der FCI und sind in der Regel Mitglied in einem Verein.

Bei ihrer Zucht haben sie nicht nur die Gesundheit ihrer Welpen, sondern auch deren Eltern und näheren Verwandten im Blick. Gesunde Elterntiere bringen schließlich auch gesunde Welpen zur Welt. Das Auftreten von Erbkrankheiten kann damit vermieden werden.

Wie viel kostet ein Pudel?

Ein weiterer Hinweis auf eine seriöse Zucht ist der Welpenpreis, der in der Regel bei ca. 1.000 bis 2.000 Euro je nach Pudelgröße liegen sollte. Lassen Sie die Finger von vermeintlichen Schnäppchen – nicht selten bezahlen Sie diese Ersparnis mit der Gesundheit Ihres Hundes.

Bei gesunden Pudeln halten sich die Kosten für Tierarztbesuche meist in einem überschaubaren Rahmen.

Fazit: Charmanter Gefährte

Seine gesellige Art und auch sein gutes Benehmen machen den Pudel zu einem angenehmen Begleiter in jeder Lebenslage. Diese Hunde eignen sich für Familien und Singles, für Anfänger und Hundekenner – und oft sogar für Allergiker.

Steckbrief zum Pudel

Besonderheiten: Intelligenter Vierbeiner, der in vier verschiedenen Größenschlägen gezüchtet wird.
Charakter: agil, treu, leicht erziehbar, kinderlieb
Widerristhöhe: Großpudel (Königspudel): 45-60 cm Kleinpudel: 35-45 cm Zwergpudel: 28-35 cm Toypudel: weniger als 28 cm
Gewicht: Großpudel (Königspudel): 18-28 kg Kleinpudel: 7-17 kg Zwergpudel: 3-6 kg Toypudel: 2-4 kg
Fell: lockig oder in Schnüren, in den Farben Schwarz, Weiß, Braun, Silber, Fawn, Schwarz-Weiß gescheckt und Black-and-Tan
Fellpflege: aufwendig, mehrmals wöchentlich bürsten, regelmäßige Schur
Auslauf: mehrere Stunden täglich, Hundesport
Anfängerhund: ja
Bellen: moderat bis stark bellfreudig
Lebenserwartung: 12-17 Jahre, je nach Größe
Typische Krankheiten: Hüftgelenksdysplasie, progressive Retinaatrophie (PRA), Grauer Star, Patellaluxation
Preis: 1.000-2.000 €, ja nach Größe
Herkunft: Frankreich
FCI-Gruppe: Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde Sektion 2: Pudel

Quellen:


Natalie Decker
Profilbild Natalie Decker (mit Pferd)

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, hat Loriot einmal gesagt. Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen und ergänzen: „Ein Leben ohne Pferd, Katze und Kaninchen ebenfalls!“ Mein Herz schlägt für alle großen und kleinen Tiere und ich habe das große Glück, als freie Autorin über meine Leidenschaft schreiben zu dürfen. Mit meinen Artikeln möchte ich für den Tierschutz sensibilisieren und Tierfreund/innen nützliche Tipps geben.


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