Kleinpudel

Bis zu 10 kg verteilt auf maximal 45 cm Widerristhöhe: Kleinpudel für viele Hundefreunde genau die richtige Größe, um als treue Begleiter immer mit von der Partie zu sein.

Geschichte der Kleinpudel Zucht

Alle vier Pudelgrößen stammen von für die Jagd genutzten Wasserhunden ab und haben ihre Wurzeln im Mittelalter. Die genaue Herkunft bleibt jedoch im Dunkeln. Das Wort „Pudel“ zeugt jedenfalls von der tierischen Affinität zum nassen Element: Es soll vom altdeutschen Wort für „Pfütze“ kommen. Von den jagdlichen Einsätzen im Wasser stammt die Idee der typischen Pudelschur, die ursprünglich einen ganz pragmatischen Nutzen hatte. Das längere Fell bot dem Pudel an Stirn, Brust und Schultern Schutz. An den übrigen Körperpartien schoren die Jäger es, damit ihr Begleiter im Wasser besser schwimmen konnte. Die Vorfahren der heutigen Kleinpudel waren mit ungefähr 10 bis 20 kg etwas schwerer als diese. Woher genau sie stammen ist unklar. Sicher ist nur, dass sie im Lauf der Jahrhunderte mit Köpfchen und Charme immer mehr Hundefreunde für sich begeistern konnten.

Seit Jahrhunderten ein verlockender Allrounder

Jedoch gaben die Jäger im 17. Jahrhundert bald Hunden mit kürzeren Haaren den Vorzug. Die Pudel eroberten jedoch mit Schönheit und Cleverness ein neues Terrain: den europäischen Adel. In vielen Damensalons waren Pudel, oft hübsch zurechtgemacht, gern gesehen. Der Pudel hatte sich vom Jagd- zum Gesellschaftshund gemausert. Weil Pudel nicht nur hübsch, sondern auch schlau sind, traten sogar zahlreiche von ihnen mit Tricks in Zirkussen auf. Englische und französische Bemühungen in der Pudelzucht führten zu bedeutenden Entwicklungen, so dass sie noch bekannter wurden. Klein- und Großpudel sind die ältesten Größenarten der Rasse, die 1936 von der FCI anerkannt wurde. Frankreich seither als Ursprungsland der Rasse.

Bis zu den 1960er Jahren avancierten Pudel in den drei Größen immer mehr zum Modehund. Der Toypudel wurden erst in den 1990er Jahren anerkannt. Doch dann endete die Begeisterung recht abrupt: Vertreter der Hunderasse galten bald als spießige Modehündchen. Schade, denn bei dem Blick auf die frisierten Pudelpuscheln hat so mancher Kritiker offensichtlich den tollen Charakter übersehen. Wie wandlungsfähig Pudel sind, zeigte auch der Amerikaner John Sutor. Er nahm 1976 mit sechs Großpudeln am härtesten Schlittenhunderennen der Welt, dem Iditarod durch Alaska, teil. Er erreichte als einer der wenigen das Ziel. Vielleicht ist also nicht die Rasse altmodisch, sondern die Meinung, die viele Tierfreunde von ihr haben.

Erscheinungsbild

Kleinpudel Gewicht und Größe

Pudel gibt es in vier verschiedenen Größen, wobei der Kleinpudel bereits die zweitgrößte Variante ist: Der maximal 6 kg schwere Zwergpudel sowie der bis zu 4 kg leichte Toypudel schauen also zu einem „Kleinpudel“ auf.

Fellfarben

Allen vier Größen gemeinsam ist in jedem Fall der klassische Pudelstandard inklusive dem gelockten Pudelfell. Bei Wollpudeln ist das Fell von feiner, wolliger Textur und stark gekräuselt. Dabei gibt es bei leichtem Druck mit der Hand kaum nach. Das Fell von Schnürenpudeln hingegen bildet mindestens 20 cm lange Schnüre. Die jeweils sehr üppige Haarpracht der beiden Varianten gibt es in sieben Farben: Schwarz, Braun, Silber, Weiß, Fawn (Apricot und Rot) sowie in Schwarz-Lohfarben und in Schwarz-Weiß-Gescheckt, auch Harlekin genannt.

drei kleinpudel gold braun

Kleinpudel Charakter

Die klassische „Löwenschur“ sowie manche Herrchen, die den Pudel nur als Accessoire betrachten, haben dem Image der Rasse nicht gut getan. Wer jedoch etwas Zeit mit einem Kleinpudel verbringt, sieht die Klischees schnell verschwinden. Kleinpudel sind freundlich, gut gelaunt und lieben Aktivitäten in der freien Natur. Zudem binden sie sich gerne eng an ihre Familie und zählen außerdem zu den klügsten Hunderassen. Ob kleiner oder größer: Der Kleinpudel versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden. Fremde Menschen sind ihm eher gleichgültig.

Je größer der Pudel, desto ruhiger und besonnener ist er. Das berichten zumindest viele Pudelfreunde. Der Kleinpudel liegt somit in der goldenen Mitte. Er ist etwas lebhafter als Großpudel, jedoch ruhiger als Toy- und Zwergpudel. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Kleinpudel haben aufgrund ihrer mittleren Größe den Vorteil, dass sie überall problemlos dabei sein können. Auch bei sportlichen Aktivitäten sind sie beliebte Begleiter. Um bei dem Kauf eines Kleinpudel Welpen mehr über den Charakter zu erfahren, sollte Sie auch die Elterntiere kennenlernen. Der Jagdtrieb ist bei Kleinpudeln selten stark ausgeprägt.

Die Pflege der Lockenköpfchen

Ein Pudel hat bezüglich seines Fells ein großes Plus: Er haart nicht. Allerdings ist dies streng genommen nicht ganz korrekt. Die losen Pudelhaare fallen nicht aus, sondern sie bleiben in seinem lockigen Fell hängen. Darum ist es Pflicht, Ihren Kleinpudel regelmäßig von den losen Haaren zu befreien. Mindestens einmal wöchentlich sollten Sie sich sehr gründlich mit gezinktem Kamm und Bürste um das Fell kümmern. Dabei sollten Sie das Haar Ihres Lockenköpfchens scheiteln und sich in Abschnitten durch das dichte Fell arbeiten.

Insbesondere die Achseln, der Bauch und die Schenkel neigen zu Verfilzungen. Seien Sie hier besonders gründlich und planen gegebenenfalls und je nach Felllänge häufigere Fellpflege Sitzungen ein. Der Pudel benötigt regelmäßig eine Schur, bei der das Fell insgesamt gekürzt wird. Es muss sich dabei keinesfalls um die auffällige Löwenschur mit Beinpuscheln und frei rasierter Schnauze handeln. Erlaubt ist, was gefällt und womit sich Ihr Hund pudelwohl fühlt. Wenn Sie von einem Profi angeleitet wurden, können Sie die Schur mit einer hochwertigen Schermaschine selbst durchführen. Werfen Sie am besten täglich einen Blick in die Hängeohren Ihres Gefährten. Durch das feuchtwarme Klima und die lockige Haarpracht kann es hier schnell zu Befall durch Parasiten und Entzündungen kommen.

kleinpudel weiß

Kleinpudel Futter

Ernährung mit hohem Fleischanteil

Wie jeder Hund braucht auch ein Kleinpudel eine Ernährung mit hohem Fleischanteil. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Trocken- oder Nassfutter füttern. Bei der Auswahl des Futters für Kleinpudel sollten Sie darauf achten, dass Fleisch in der Zutatenliste ganz oben steht. Es sollte nur wenig oder am besten gar kein Getreide enthalten sein. Bereits der Welpe sollte an einen festen Futterplatz gewöhnt werden, wo er ungestört fressen kann. Bis zum Alter von sechs Monaten bekommt Ihr Vierbeiner optimal drei bis vier Portionen pro Tag. Beim älteren Kleinpudel reichen dann zwei Mahlzeiten täglich.

Wichtig ist auch, Leckerlis und Hundesnacks in die Tagesration einzurechnen, um Übergewicht zu vermeiden. Um die Zähne Ihres Kleinpudels zu pflegen, können Sie manchmal ein paar Stücke rohes Rindfleisch – niemals Schweinefleisch! – geben. Auch natürliche Kauartikel wie getrocknete Rinderohren unterstützen die Zahnpflege. Manche Hundehalter gewöhnen ihre Welpen auch an das Zähneputzen mit Zahnpasta für Hunde. Regelmäßig durchgeführt ist dies sehr wirkungsvoll. Achten Sie darauf, dass Ihr Kleinpudel immer Trinkwasser zur freien Verfügung hat.

Kompetente Kleinpudel Zucht als beste Vorsorge

Dass der Pudel vor rund 50 Jahren seinen Status als Modehund verloren hat, hat der Rasse eher gutgetan. Somit kam es nicht zu Extremen, die die Gesundheit gefährdeten oder zu einer Schwemme von Schwarzzüchtern. Dennoch gibt es auch bei Kleinpudeln einige Dinge zu beachten. So können diese zu erblich bedingten Augenkrankheiten wie PRA (Progressive Retinaatrophie) sowie Grauem Star neigen. Gute Züchter schließen betroffene Tiere von der Zucht aus, zumal PRA mittlerweile durch einen Gentest vorab ermittelt werden kann. Die Vorsorge ist sehr wichtig, denn beide Erkrankungen können zum kompletten Verlust des Sehvermögens führen. Kleinpudel können außerdem zu Patellaluxationen neigen. Dabei rutscht die Kniescheibe aus ihrer Position, der betroffene Hund versucht das Bein daraufhin auffällig zu schonen. Achten Sie regelmäßig auf die Ohrenpflege, da die hängenden Lauscher Ihres Kleinpudels zu Entzündungen neigen können.

Wie alt werden Kleinpudel?

Gesunde Kleinpudel begleiten ihre Halter eine lange Zeit. Sie haben eine Lebenserwartung von bis zu 17 Jahren.

Erziehung

Mit einem Kleinpudel teilen Sie Ihr Zuhause mit einem der cleversten Hunde überhaupt. Er besticht aber nicht nur durch Klugheit, sondern ist auch sehr kooperativ. Er lernt gerne gemeinsam mit seinem Halter. Darum ist er auch ein prima Hund für Anfänger. Mit dem Kleinpudel können Sie beide das Meistern neuer Aufgaben genießen. Sie können zusammen Spaß beim Einüben kleiner Tricks haben, auf die Sie dann beide stolz sind. Bei der Erziehung brauchen Sie lediglich etwas Geduld und Konsequenz. Starten Sie beim Welpen mit kurzen und spielerischen Einheiten. So machen Sie ihm Lust auf Lernen und überfordern den Junghund nicht.

kleinpudel welpe weiß

Beschäftigung für den talentierten Kleinpudel

Ein Kleinpudel ist ein Begleiter für (fast) jede Lebenslage. Er ist ein Vierbeiner mit mittlerem Bewegungsdrang. Das bedeutet, dass er lange Wanderungen mit Ihnen ebenso genießt wie einen verregneten Nachmittag zuhause. Hauptsache, er ist dabei! Auch als Begleithund bei Ausritten oder Radtouren können Sie ihn gut mitnehmen. Dafür sollten Sie ihn als erwachsenen Hund langsam an die Strecken heranführen. Außerdem ist es wichtig, die Geschwindigkeit und Streckenlänge nicht zu übertreiben. Der Kleinpudel übt zudem mit Leidenschaft kleine Tricks ein und schätzt Hundesport mit Köpfchen wie Dogdance. Manche Kleinpudel eignen sich sogar für eine Ausbildung zum Rettungshund. Sicher ist: Mit dem cleveren Kleinpudel kommt keine Langweile auf!

Ist ein Kleinpudel Ihr Traumhund?

Kleinpudel sind tolle Gefährten für Familien oder Singles, die gerne Zeit mit ihrem Vierbeiner verbringen. Sie mögen nicht lange Zeit alleine bleiben, da sie die Rudelnähe lieben. Da Kleinpudel keine Haare verlieren, werden sie oftmals auch Allergikern empfohlen. So einfach ist das Leben mit Pudel für Allergiker aber nicht. Allergische Personen sollten sich bei ihrem Arzt beraten lassen. Beobachten Sie, ob sie im Haushalt des Züchtres allergisch reagieren. Planen Sie auch den Urlaub- oder Krankheitsfall, bevor ein Kleinpudel Welpe bei Ihnen einzieht. Da Kleinpudel die Gesellschaft ihrer Familie lieben, kommt vielleicht ein Urlaub mit dem Vierbeiner für Sie infrage. Erkundigen Sie sich vorab über mögliche Reiseziele und Hotels, die Hunde akzeptieren. Egal ob der Kleinpudel Ihr erster Hund ist oder nicht. Eine gute Hundeschule ist immer ein Plus in der Sozialisierung und Erziehung.

Machen Sie sich bereits vor Ankunft des Welpen auf die Suche nach einer Hundeschule, die Ihnen sympathisch ist. Halten Sie vor dem Einzug des Kleinpudels auch die künftigen zeitlichen sowie finanziellen Verpflichtungen im Blick. Zur Grundausstattung gehören: Näpfe, Halsband, Brustgeschirr, Leine, Hundebett und Decke, Kamm, Bürste, ein mildes Hunde-Shampoo, eine Sicherung für die Fahrt im Auto, Spielzeug und eine Zeckenzange. Zu den fortlaufenden Kosten zählen die Haftpflichtversicherung für Hunde sowie die in Ihrer Region geltenden Hundesteuern. Dazu muss natürlich hochwertiges Futter gerechnet werden. Zu Beginn wird Ihnen vermutlich der Züchter eine Ration des gewohnten Futters mitgeben. Diese sollten Sie unbedingt auch noch eine Zeitlang geben, damit dem Welpen der Einzug in das neue Zuhause nicht erschwert wird. Denken Sie auch an den regelmäßigen Tierarzt-Check und die damit verbundenen Kosten.

braun kleinpudel im grass

So finden Sie Ihren Kleinpudel Welpen!

Jeder Fan der Kleinpudel kann seinen Beitrag zur Gesundheit der Rasse leisten, indem er bei einem seriösen Züchter kauft. Seriöse Kleinpudel Züchter sind ohne Ausnahme einem Verein angeschlossen. Außerdem geben sie ihre Schützlinge nur entwurmt, geimpft sowie mit Nachweis über Abstammung ab. Sie informieren die Käufer bereitwillig über ihre Gesundheitsvorsorge. Daneben geben seriöse Züchter Tipps rund um den Kleinpudel. Nach Vereinbarung eines Termins lassen sie sich gerne besuchen, damit Sie die Elterntiere und Ihren Welpen kennenlernen. Zur seriösen Kleinpudel Zucht gehört auch, den künftigen Besitzern „auf den Zahn“ zu fühlen. Wundern Sie sich also nicht über eventuelle Fragen zu Ihrer Lebenssituation und Hundeerfahrung. Freuen Sie sich darüber, dass dem Züchter das Wohlergehen seiner Welpen am Herzen liegt. Das ganze hat natürlich seinen Preis. Doch aufgrund der Zeit und Kosten des Züchters sollte man bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Wenn es auch ein älterer Kleinpudel sein darf, schauen Sie sich im örtlichen Tierheim um. Auch bei speziellen „Pudel in Not“-Vereinen können Sie Ihren Traumhund finden. Wie Hunde aller Rassen können Kleinpudel aus verschiedenen Gründen eine neues Zuhause suchen. Einige haben ihren Besitzer überlebt oder sind „Trennungsopfer“. In jedem Fall kann es eine bereichernde Erfahrung sein, einem älteren Kleinpudel ein liebevolles Zuhause zu geben.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kleinpudel eine großartige Zukunft mit zahlreichen schönen Momenten!

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