07. März 2017 - Aktualisiert 02. November 2018

Kleinpudel

Mit bis zu 10 kg verteilt auf maximal 45 cm Widerristhöhe haben die klugen Kleinpudel für viele Hundefreunde genau die richtige Größe, um als treue Alltagsbegleiter immer mit von der Partie zu sein.

Erscheinungsbild: Pudel im „Kleinformat“?

Pudel gibt es in vier verschiedenen Größen, wobei der Kleinpudel nach dem Groß- oder Königspudel bereits die zweitgrößte Variante ist: Der maximal 6 kg schwere Zwergpudel sowie der bis zu 4 kg leichte Toypudel schauen also zu einem „Kleinpudel“ auf. Allen vier Größen gemeinsam ist in jedem Fall der klassische Pudelstandard inklusive dem gelockten Pudelfell. Dies ist entweder von feiner, wolliger Textur und stark gekräuselt, wobei es bei leichtem Druck mit der Hand kaum nachgibt – dann handelt es sich um einen sogenannten Wollpudel. Das Fell von Schnürenpudeln hingegen bildet mindestens 20 cm lange Schnüre. Die jeweils sehr üppige Haarpracht der beiden Varianten gibt es in sieben Farben: Schwarz, Braun, Silber, Weiß, im rötlichen Fawn sowie in Schwarz-Lohfarben und in Schwarz-Weiß-Gescheckt, auch Harlekin genannt.

Geschichte: Seit Jahrhunderten ein verlockender Allrounder

Alle vier Pudelgrößen stammen von für die Jagd genutzten Wasserhunden ab und haben ihre Wurzeln im Mittelalter, wobei die genaue Herkunft im Dunkeln bleibt. Das Wort „Pudel“ zeugt jedenfalls von der tierischen Affinität zum nassen Element, denn es soll vom altdeutschen Wort für „Pfütze“ kommen. Von den jagdlichen Einsätzen im Wasser stammt die Grundidee der typischen Pudelschur, die ursprünglich einen ganz pragmatischen Nutzen hatte: Das längere Fell bot dem Pudel an Stirn, Brust und Schultern Schutz. An den übrigen Körperpartien schoren die Jäger es, damit ihr Begleiter im Wasser besser schwimmen konnte. Die Vorfahren der heutigen Kleinpudel waren mit ungefähr 10 bis 20 kg etwas schwerer als diese. Woher genau sie stammen, ob aus Russland, Frankreich oder Italien – darüber herrscht Unklarheit. Sicher ist nur, dass sie im Lauf der Jahrhunderte mit Köpfchen und Charme mehr und mehr Hundefreunde für sich begeistern konnten.

Jedoch gaben die Jäger im 17. Jahrhundert bald kurzhaarigeren Hunden den Vorzug vor den krausen Lockenköpfchen. Diese eroberten jedoch mit Schönheit und Cleverness ein neues Terrain: den europäischen Adel. In vielen Damensalons waren Pudel, oft hübsch zurechtgemacht, gern gesehen. Der Pudel hatte sich vom Jagd- zum Gesellschaftshund gemausert. Weil Pudel nicht nur hübsch, sondern auch schlau sind, traten Anfang des 20. Jahrhunderts sogar zahlreiche von ihnen mit Tricks in Zirkussen auf. Englische und französische Zuchtbemühungen führten zu dieser Zeit auch zu bedeutenden Entwicklungen in der Pudelzucht, so dass die hübschen Vierbeiner noch bekannter wurden. Groß- und Kleinpudel sind die ältesten Größenvarianten der Rasse, die 1936 vom FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt wurde. Auch wenn sich viel Pudelhistorie in Deutschland abgespielt haben mag, gilt Frankreich seither als Ursprungsland der Rasse.

Bis zu den 1960er Jahren avancierten Pudel in den drei Größen – Toypudel wurden erst in den 1990er Jahren anerkannt – mehr und mehr zum Modehund, der auf Europas Straßen häufig anzutreffen war. Doch dann endete die große Begeisterung recht abrupt: Pudel galten bald als spießige Modehündchen. Schade, denn bei dem Blick auf die frisierten Pudelpuscheln hat so mancher Kritiker der Rasse offensichtlich den tollen Charakter, die außergewöhnliche Cleverness und nicht zuletzt die vielen alternativen Pudelschur-Möglichkeiten übersehen. Wie wandlungsfähig Pudel sind, zeigte auch der Amerikaner John Sutor, der 1976 mit sechs Großpudeln am härtesten Schlittenhunderennen der Welt, dem Iditarod durch Alaska, teilnahm und als einer der wenigen das Ziel erreichte. Vielleicht ist also nicht die Rasse altmodisch, sondern die Meinung, die viele Tierfreunde von ihr haben.

drei kleinpudel gold braun

Charakterhund mit Charme und Köpfchen

Die klassische „Löwenschur“ mit Beinpuscheln und Krone sowie manche Herrchen, die den Pudel mehr als extravagantes Accessoire statt als Gefährten für jede Lebenslage betrachten, haben dem Image der Rasse nicht gut getan. Wer jedoch etwas Zeit mit einem Kleinpudel verbringt, sieht die verstaubten Klischees schneller verschwinden als Eis in der Sonne schmilzt: Kleinpudel sind freundlich, gut gelaunt und lieben Aktivitäten in der freien Natur. Zudem binden sie sich gerne eng an ihre Familie und zählen außerdem zu den klügsten Hunderassen. Ob kleiner oder größer: Der Kleinpudel versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden. Fremde Menschen sind ihm eher gleichgültig. Je größer der Pudel, desto ruhiger und besonnener ist er – so zumindest die Aussage vieler Pudelfreunde. Der Kleinpudel liegt somit in der goldenen Mitte: Er ist etwas lebhafter als die so schnell nichts aus der Ruhe bringenden Großpudel, jedoch ruhiger als Toy- und Zwergpudel. Ausnahmen bestätigen die Regel. Kleinpudel haben aufgrund ihrer mittleren Größe außerdem den Vorteil, dass sie überall problemlos dabei und auch bei sportlichen Aktivitäten beliebte Begleiter sein können. Um bei einem Welpenkauf mehr über den Charakter ihres Wunschwelpen zu erfahren, empfiehlt es sich, auch die Elterntiere kennenzulernen. Der Jagdtrieb ist bei Kleinpudeln selten stark ausgeprägt.

Die Pflege der Lockenköpfchen

Ein Pudel hat bezüglich seines Fells ein großes Plus: Er haart nicht. Allerdings ist dies streng genommen nicht ganz korrekt: Die losen Pudelhaare fallen nicht aus, sondern sie bleiben in seinem lockigen Fell hängen. Darum ist regelmäßiges Bürsten Pflicht, um Ihren Kleinpudel von den abgestorbenen Haaren zu befreien. Machen Sie sich am besten mindestens einmal wöchentlich auf zu einer sehr gründlichen Fellness-Stunde mit grob gezinktem Kamm und Bürste. Dabei sollten Sie das Haar Ihres Lockenköpfchens scheiteln und sich in Abschnitten durch das dichte Fell arbeiten. Insbesondere die Achseln, der Bauch und die Schenkel neigen zu Verfilzungen – seien Sie hier besonders gründlich und planen gegebenenfalls und je nach Felllänge häufigere Pflegesitzungen ein. Der Pudel benötigt auch eine regelmäßige Schur, bei der das Fell insgesamt gekürzt wird. Es muss sich dabei keinesfalls um die auffällige Löwenschur mit Beinpuscheln und frei rasierter Schnauze handeln – erlaubt ist, was gefällt und womit sich Ihr Hund pudelwohl fühlt. Wenn Sie von einem Profi angeleitet wurden, können Sie die regelmäßige Schur mit einer hochwertigen Schermaschine auch selbst durchführen. Werfen Sie am besten täglich einen Blick in die Hängeohren Ihres vierbeinigen Gefährten. Durch das feuchtwarme Klima und die lockige Haarpracht kann es hier schnell zu Parasitenbefall und Entzündungen kommen.

kleinpudel weiß

Kleinpudel Futter

Zum Anbeißen: Ernährung mit hohem Fleischanteil

Wie jeder Hund braucht auch ein Kleinpudel eine Ernährung mit hohem Fleischanteil – egal, ob Sie Trocken- oder Nassfutter füttern. Achten Sie darauf, dass Fleisch in der Zutatenliste ganz oben steht und nur wenig oder am besten sogar gar kein Getreide enthalten ist. Bereits der Welpe sollte an einen festen Futterplatz gewöhnt werden, wo er ungestört fressen kann. Bis zum Alter von sechs Monaten bekommt Ihr Vierbeiner optimal drei bis vier Portionen pro Tag, beim älteren Kleinpudel reichen dann zwei Mahlzeiten täglich. Wichtig ist auch, Belohnungsleckerlis und Hundesnacks in die Tagesration einzuberechnen, damit Ihr Kleinpudel nicht in die Breite geht. Um die Beißerchen Ihres Lockenköpfchens zu pflegen, können Sie ab und zu ein paar Stücke rohes Rindfleisch – niemals Schweinefleisch! – geben, an dem es ordentlich zu kauen hat. Auch Naturkauartikel wie getrocknete Rinderohren unterstützen die Zahnpflege. Manche Hundebesitzer gewöhnen ihre Welpen auch an das regelmäßige Zähneputzen mit spezieller Hundezahnpasta – regelmäßig durchgeführt ist dies sehr wirkungsvoll. Achten Sie darauf, dass Ihr Kleinpudel immer Trinkwasser zur freien Verfügung hat.

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Kompetente Kleinpudel-Zucht als beste Gesundheits-Vorsorge

Dass der Pudel vor rund 50 Jahren seinen Status als absoluter Modehund verloren hat, hat der Rasse eher gutgetan, denn so kam es nicht zu gesundheitsgefährdenden Extremen oder zu Schwarzzüchter-Schwemmen. Dennoch gibt es auch bei Kleinpudeln einige Dinge zu beachten: So können diese zu erblich bedingten Augenkrankheiten wie PRA (Progressive Retinaatrophie) sowie Grauem Star – hiervon gibt es allerdings auch eine nicht-erbliche Variante – neigen. Gute Züchter schließen betroffene Tiere von der Zucht aus, zumal PRA mittlerweile durch einen Gentest schon vor Ausbruch ermittelt werden kann. Die Vorsorge ist sehr wichtig, denn beide Erkrankungen können zum kompletten Verlust des Sehvermögens führen. Kleinpudel können außerdem zu Patellaluxuationen neigen – dabei rutscht die Kniescheibe aus ihrer Position, der betroffene Hund versucht das Bein daraufhin auffällig zu schonen. Achten Sie auch auf regelmäßige Ohrenpflege, da die hängenden Lauscher Ihres Kleinpudels zu Entzündungen neigen können. Gesunde Kleinpudel begleiten ihre Halter eine lange Zeit: Sie können bis zu 17 Jahre alt werden.

Gelehrige Kleinpudel

Mit einem Kleinpudel teilen Sie Ihr Zuhause mit einem der intelligentesten Hunde überhaupt. Er besticht aber nicht nur durch Klugheit, sondern ist auch sehr kooperativ und lernt gerne gemeinsam mit seinem Halter – darum ist er auch ein prima Hund für Anfänger. Mit dem Kleinpudel können Sie beide das Meistern neuer Aufgaben genießen und zusammen Spaß beim Einüben kleiner Tricks haben, auf die Sie dann beide stolz sein können. Sie brauchen lediglich etwas Geduld und Konsequenz. Starten Sie beim Welpen mit kurzen und spielerischen Erziehungseinheiten. So machen Sie ihm Lust auf Lernen und überfordern die noch kurze Aufmerksamkeitsspanne des Junghunds nicht.

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Beschäftigung für den talentierten Kleinpudel

Ein Kleinpudel ist ein Begleiter für (fast) jede Lebenslage: Er ist ein Vierbeiner mit mittlerem Bewegungsdrang, was bedeutet, dass er lange Wanderungen mit Ihnen ebenso genießt wie einen verregneten Nachmittag zuhause – Hauptsache, er ist dabei! Auch als Begleithund bei Ausritten oder Radtouren können Sie ihn gut mitnehmen, wenn Sie ihn als erwachsenen Hund langsam an die Strecken heranführen und es mit Geschwindigkeit und Streckenlänge nicht übertreiben. Nicht nur Körper- sondern auch Kopf-Training ist wichtig: Der Kleinpudel übt mit Leidenschaft kleine Tricks ein und schätzt Hundesport mit Köpfchen wie Dogdance. Manche Kleinpudel eignen sich sogar für eine Rettungshundeausbildung. Sicher ist: Mit dem cleveren Kleinpudel kommt keine Langweile auf!

Ist ein Kleinpudel Ihr Traumhund?

Kleinpudel sind unkomplizierte Gefährten für Familien mit oder ohne Kinder oder für junge und ältere Singles, die gerne Zeit mit ihrem Vierbeiner verbringen. Sie mögen nicht lange Zeit alleine bleiben, da sie die Rudelnähe lieben. Da Kleinpudel keine Haare verlieren, werden sie oftmals auch Allergikern empfohlen. Ganz so einfach ist das Leben mit Pudel für Allergiker aber nicht unbedingt – allergische Familienmitglieder sollten sich bei ihrem Arzt beraten lassen und zusätzlich beobachten, ob sie im Züchterhaushalt allergisch reagieren. Planen Sie auch den Urlaub- oder Krankheitsfall, bevor ein Kleinpudel bei Ihnen einzieht. Da Kleinpudel die Gesellschaft ihrer Familie lieben und außerdem leicht überall hin mitzunehmen sind, kommt vielleicht auch ein Urlaub mit dem Vierbeiner für Sie infrage – erkundigen Sie sich vorab über mögliche Reiseziele und hundefreundliche Hotels. Egal ob der Kleinpudel Ihr erster Hund ist oder nicht: Eine gute Hundeschule ist immer ein Plus in der Sozialisierung und Erziehung Ihres neuen Familienmitglieds. Machen Sie sich am besten bereits vor Ankunft des kleinen Welpen auf die Suche nach einer Hundeschule, die Ihnen sympathisch ist.

Halten Sie vor dem Einzug des Neuankömmlings auch die künftigen zeitlichen sowie finanziellen Verpflichtungen im Blick. Zur Grundausstattung gehören neben dem Kaufpreis für den Welpen Näpfe, Halsband, Brustgeschirr, Leine, Hundebett und Decke, Kamm, Bürste, ein mildes Hunde-Shampoo, eine Sicherung für die Fahrt im Auto, Spielzeug und eine Zeckenzange. Zu den fortlaufenden Kosten zählen die Haftpflichtversicherung für Hunde sowie die in Ihrer Region geltenden Hundesteuern und natürlich ein hochwertiges Futter. Zu Beginn wird Ihnen vermutlich der Züchter eine Ration des gewohnten Futters mitgeben, die Sie unbedingt auch noch eine Zeitlang geben sollten, damit dem Welpen der Einzug in das neue Zuhause nicht erschwert wird. Denken Sie auch an den regelmäßigen Tierarzt-Check und die damit verbundenen Kosten.

braun kleinpudel im grass

So finden Sie Ihren Kleinpudel!

Jeder Kleinpudel-Fan kann seinen Beitrag zur Gesunderhaltung der Rasse leisten, indem er bei einem seriösen Züchter kauft. Seriöse Züchter sind ohne Ausnahme einem Verein angeschlossen und geben ihre Schützlinge nur entwurmt, geimpft sowie mit Abstammungsnachweis ab. Außerdem informieren sie die Käufer bereitwillig über ihre generationsübergreifende Gesundheitsvorsorge, geben Tipps zu Charakter und Ernährung rund um den Kleinpudel und lassen sich nach Vorankündigung auch gerne besuchen, damit Sie die Elterntiere und Ihren Wunschwelpen kennenlernen können. Zur seriösen Kleinpudel-Zucht gehört auch, den künftigen Besitzern „auf den Zahn“ zu fühlen – wundern Sie sich also nicht über eventuelle Fragen zu Ihrer Lebenssituation und Hundeerfahrung, sondern freuen Sie sich darüber, dass dem Züchter das Wohlergehen seiner Welpen am Herzen liegt.

Wenn es auch ein älterer Kleinpudel sein darf, schauen Sie sich im örtlichen Tierschutz oder bei speziellen „Pudel in Not“-Vereinen um. Wie Hunde aller Rassen können Kleinpudel aus verschiedenen Gründen auf der Suche nach einem neuen Zuhause sein: Einige haben ihren Besitzer überlebt oder sind „Trennungsopfer“. In jedem Fall kann es jedoch eine bereichernde Erfahrung sein, einem schon älteren Kleinpudel ein neues Zuhause zu geben.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kleinpudel eine großartige Zukunft mit zahlreichen Pudelwohlfühlmomenten!

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