Zweithund: Welche Hunderassen passen gut zusammen?

Als Zweithund kann man einen Dalmatiner gut mit einem Zwergspaniel vergesellschaften.

Dalmatiner und Zwergspaniel mögen Artgenossen.

Manche Hundefreunde möchten am liebsten sofort mit zwei Hunden durchstarten. Bei anderen zieht ein Zweithund erst etwas später ein. Doch welcher Rassehund passt am besten zum alteingesessenen Gefährten? Natürlich spielt nicht nur die Rasse bei der Suche nach einem Zweithund eine Rolle, sondern viele weitere Faktoren wie Geschlecht, Alter und Sozialisierung. Trotzdem vertragen sich manche Hunde besser miteinander als andere. Wir geben Tipps rund um Hunderassen, die gut zusammenpassen.

Rudelhunde, die gut zusammenpassen

Es gibt Vierbeiner, die die Gesellschaft von Artgenossen lieben. Darum eignen sie sich bestens für die Haltung im Rudel. Sie leben gerne mit ihresgleichen zusammen. Viele davon binden sich außerdem weniger eng an Menschen.

Ein gutes Beispiel sind die typischen Nordischen Hunde wie Alaskan Malamute, Grönlandhund und Siberian Husky – sie passen gut zueinander und genießen das Leben in größeren Gruppen. Als typische Rudelhunde können sie mit Artgenossen ähnlicher Rassen zusammenleben.

Dies trifft ebenfalls auf zahlreiche Lauf- und Schweißhunde wie den English Foxhound, Französische Laufhunde oder den Beagle zu. Sie sind das Jagen und Leben in der Meute gewohnt. Es muss aber nicht gleich eine Meute sein: Natürlich klappt das Zusammenleben von Hunden dieser Rassen in der Regel auch in kleinerer Anzahl problemlos.

Diese Hunde mögen Artgenossen

Eine ausgiebige Sozialisierung im Welpenalter vorausgesetzt, gibt es zahlreiche Hunderassen, die gut mit Artgenossen zusammenpassen und deren Gesellschaft mögen. Weil auch Statur und Sportlichkeit eine Rolle spielen, stellen wir sozialverträgliche Hunde nach Größen geordnet vor.

Natürlich können sich auch kleine Hunde gut mit großen oder Sportskanonen mit gemütlichen Vierbeinern verstehen. Allerdings stellen diese Kombinationen besondere Anforderungen an die Halter, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden müssen.

Kleine Hunde, die Artgenossen mögen

Mittelgroße Hunde, die sozialverträglich sind

Sozialverträgliche große Hunde

Sehr große Hunde, die mit Artgenossen harmonieren

Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schauen Sie sich daher ruhig bei ähnlichen Rassen um. Tauschen Sie sich mit dem Züchter aus und bedenken Sie im Vorfeld: Tiere können immer für eine Überraschung gut sein!

Kangal ist als Zeithund nicht so gut geeignet.
Einige Herdenschutzhunde wie der Kangal teilen ihr Territorium ungern mit Artgenossen. Daher ist die Hunderasse als Zweithund nicht so gut geeignet.

Gleich und gleich gesellt sich gern?

Es ist sinnvoll, als Zweithund einen Vierbeiner auszuwählen, der ein ähnliches Temperament und einen ähnlichen Bewegungsbedarf hat, wie der bereits vorhandene. Doch ein gleiches Temperament ist keine Garantie für gutes Verstehen.

So sind beispielsweise viele Herdenschutzhunde am liebsten Einzelprinzen und ein Artgenosse oft keine gute Idee. Es nutzt also weder das Motto „Gleich und gleich gesellt sich gerne“ noch „Gegensätze ziehen sich an“.

Wer mit einem Hund zusammenlebt, der Artgenossen skeptisch gegenübersteht, sollte vor dem Einzug eines zweiten Hundes Rücksprache mit einem Experten, beispielsweise einem Hundetrainer, halten.

Diese Rassen sollten nur unter bestimmten Voraussetzungen mit anderen Rassehunden zusammen gehalten werden:

Auch unter diesen Vierbeinern gibt es Ausnahmen, die sich prima mit anderen Vierbeinern verstehen.

Sozialverträgliche Hunde aus dem Tierschutz

Wer auf der Suche nach einem Zweithund ist, findet im Tierschutz zahlreiche Rassehunde oder Mischlinge, die sozialverträglich sind. Tierheimmitarbeiter können Auskunft darüber geben, wie gut der jeweilige Vierbeiner mit anderen Hunden zusammenpasst. Häufig sind Tierschutz-Hunde aus dem Ausland, die ehemals ein Leben als Straßenhund fristeten, sehr verträglich mit Artgenossen.

Für sie ist es besonders gut, wenn ein vorhandener Ersthund sie in ihrem neuen Alltag begleitet. Denn die Gelassenheit des Ersthundes beruhigt sozialverträgliche Zweithunde.

Aber auch im Tierschutz gibt es Vierbeiner, die lieber Einzelprinz sein möchten. Die beteiligten Rassen können bei der Einschätzung helfen, doch bei Mischlingen kann der „Schein trügen“. Vertrauen Sie auf die Einschätzung der Tierschützer, die alles dafür tun, ihre Schützlinge in gute Hände zu vermitteln.

Für welchen Zweithund soll ich mich entscheiden?

Wer vor dieser Frage steht, sollte sich nicht nur um die Rasse Gedanken machen:

Welche Rolle spielt das Geschlecht?

Für Hunde, die sich mit jedem Artgenossen pudelwohl fühlen, spielt das Geschlecht keine große Rolle. Doch bei vielen wird es harmonischer, wenn Rüde und Hündin zusammenleben. Bedenken Sie jedoch, dass mindestens einer davon kastriert sein sollte, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Welche Rolle spielt das Alter beim Zweithund?

Beim Alter ist Fingerspitzengefühl gefragt. Gleichaltrige Hunde harmonieren oft am besten zusammen. Wenn zwei Welpen verschiedener Rassen zusammen aufwachsen, kann sogar eine Freundschaft fürs Leben entstehen.

Doch auch von souveränen Ersthunden können Jungspunde viel lernen. Wird es einem Senior-Hund jedoch zu viel, kann es ungemütlich werden. Dies gilt vor allem, wenn das Temperament nicht alters-, sondern zusätzlich rassebedingt verschieden ist.

Welche Rolle spielt die Herkunft?

Eine ausgiebige Sozialisierungsphase ist das A und O, wenn es darum geht, ob Hunderassen zueinander passen. Sie werden aus einem eher einzelgängerisch veranlagten Terrier kein „Partytier“ machen. Aber der Hund gewöhnt sich an Gesellschaft und hat es dann im Mehrhundehaushalt einfacher.

Welche Rolle spielt die Beschäftigung beim Zweithund?

Manche Hundefreunde möchten mit dem zweiten Hund bewusst andere Aktivitäten planen. Dann können sich zwei Hunderassen unterschiedlichen Charakters eignen.

Bedenken Sie allerdings: Die Planung sollte wohlüberlegt sein. Manche Halter gehen doppelte Gassirunden, weil die Vierbeiner komplett unterschiedliche Ansprüche haben. Auch Hundesport nimmt viel Zeit in Anspruch. Planen Sie realistisch, damit keiner der Vierbeiner zu kurz kommt.

Quelle:
Krämer, Eva-Maria: 250 Hunderassen, Stuttgart 2012

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