Zweithund: Welche Hunderassen passen gut zusammen?

Verfasst von Jana Schubert
Zweithund Dalmatiner Zwergspaniel

Dalmatiner und Zwergspaniel mögen Artgenossen.

Manche Hundefreunde möchten am liebsten sofort mit zwei Hunden durchstarten. Bei anderen zieht ein Zweithund erst etwas später ein. Doch welcher Hund passt am besten zum alteingesessenen Gefährten? Neben der Rasse sollten Sie auch Geschlecht und Alter des Zweithundes berücksichtigen.

Bevor Sie sich einen Zweithund zulegen

Ein Zweithund ist eine Anschaffung mit weitreichenden Folgen. Informieren Sie sich vorab ausführlich zu diesem Thema – es sollte Ihnen vollkommen klar sein, was auf Sie zukommt. Die Mehrhundehaltung kann Sie entlasten, da sich die beiden Hunde vermehrt miteinander beschäftigen. Sie kann aber auch bestehende Probleme verstärken. Außerdem relevant: Hunde im Rudel binden sich weniger eng an Menschen.

Holen Sie eine zweite Meinung ein Haben Sie einen Hundetrainer, der Sie und Ihren Ersthund gut kennt? Fragen Sie ihn nach seiner objektiven Einschätzung, ob ein Zweithund für Ihre Hundefamilie eine gute Idee ist.

Rudelhunde, die gut zusammenpassen

Es gibt Vierbeiner, die möchten am liebsten die Nummer Eins ihres Menschen bleiben. Andere wiederum lieben die Gesellschaft von Artgenossen. Zu welcher Gruppe Ihr Hund zählt, hängt zum einen von seiner einzigartigen Persönlichkeit und seinen bisherigen Lebenserfahrungen ab. Zum anderen spielt die Rasse eine große Rolle.

Nordische Hunde eigenen sich für die Haltung in der Gruppe

Ein gutes Beispiel sind die typischen Nordischen Hunde wie Alaskan Malamute, Grönlandhund und Siberian Husky – sie passen gut zueinander und genießen das Leben in größeren Gruppen. Als typische Rudelhunde können sie mit Artgenossen ähnlicher Rassen zusammenleben.

Lauf- und Schweißhunde lieben das Leben in der Meute

Dies trifft ebenfalls auf zahlreiche Lauf- und Schweißhunde wie den English Foxhound, Französische Laufhunde oder den Beagle zu. Sie sind das Jagen und Leben in der Meute gewohnt. Es muss aber nicht gleich eine Meute sein: Natürlich funktioniert das Zusammenleben von Hunden dieser Rassen in der Regel auch in kleinerer Anzahl problemlos.

Diese Hunde sind Zweithund-kompatibel

Eine ausgiebige Sozialisierung im Welpenalter vorausgesetzt, gibt es zahlreiche Hunderassen, die gut mit Artgenossen zusammenpassen und deren Gesellschaft mögen. Weil auch Statur und Sportlichkeit eine Rolle spielen, stellen wir sozialverträgliche Hunde nach Größen geordnet vor.

Natürlich können sich auch kleine Hunde gut mit großen oder Sportskanonen mit gemütlichen Vierbeinern verstehen. Allerdings stellen diese Kombinationen besondere Anforderungen an die Halter, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden müssen.

Kleine Hunde, die Artgenossen mögen

Mittelgroße Hunde, die sozialverträglich sind

Sozialverträgliche große Hunde

Sehr große Hunde, die mit Artgenossen harmonieren

Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schauen Sie sich daher ruhig bei ähnlichen Rassen um. Tauschen Sie sich mit dem Züchter aus und bedenken Sie im Vorfeld: Tiere können immer für eine Überraschung gut sein!

© K.Bry / stock.adobe.com
Einige Herdenschutzhunde wie der Kangal teilen ihr Territorium ungern mit Artgenossen. Daher ist die Hunderasse als Zweithund nicht so gut geeignet.

Gleich und gleich gesellt sich gern?

Es ist sinnvoll, als Zweithund einen Vierbeiner auszuwählen, der ein ähnliches Temperament und einen ähnlichen Bewegungsbedarf hat, wie der bereits vorhandene. Doch ein gleiches Temperament ist keine Garantie für gutes Verstehen.

So sind beispielsweise viele Herdenschutzhunde am liebsten Einzelprinzen und ein Artgenosse oft keine gute Idee. Es nutzt also weder das Motto „Gleich und gleich gesellt sich gern“ noch „Gegensätze ziehen sich an“. Diese Rassen sollten nur unter bestimmten Voraussetzungen mit anderen Rassehunden zusammen gehalten werden:

Auch unter diesen Vierbeinern gibt es Ausnahmen, die sich prima mit anderen Vierbeinern verstehen.

Sozialverträgliche Hunde aus dem Tierschutz

Wer auf der Suche nach einem Zweithund ist, könnte im Tierheim fündig werden. Dort gibt es zahlreiche Rassehunde oder Mischlinge, die sozialverträglich sind. Großer Vorteil: Hunde aus dem Tierschutz haben das Leben als Rudelhund oft schon ausprobiert. Tierheimmitarbeiter können daher verlässlich Auskunft darüber geben, wie gut der jeweilige Vierbeiner mit anderen Hunden zusammenpasst.

Nicht immer sind Tierschutz-Hunde als Zweithund geeignet

Häufig sind Tierschutz-Hunde aus dem Ausland, die ehemals ein Leben als Straßenhund fristeten, sehr verträglich mit Artgenossen. Für sie ist es besonders gut, wenn ein vorhandener Ersthund sie in ihrem neuen Alltag begleitet. Denn die Gelassenheit des Ersthundes beruhigt sozialverträgliche Zweithunde.

Aber auch im Tierschutz gibt es Vierbeiner, die lieber Einzelprinz sein möchten. Die beteiligten Rassen können bei der Einschätzung helfen, doch bei Mischlingen kann der „Schein trügen“. Vertrauen Sie auf die Einschätzung der Tierschützer, die alles dafür tun, ihre Schützlinge in gute Hände zu vermitteln.

zwei Hunde spielen im Park © sanjagrujic / stock.adobe.com
Damit Hund und Zweithund ein Dreamteam werden, sollten Sie einiges bei der Wahl der Rasse, des Geschlechts und des Alters beachten.

Zweithund gesucht: Wie treffe ich die richtige Wahl?

Sie wissen nun, welche Rassen tendenziell sozialverträglich sind. Doch wenn Sie sich einen Zweithund zulegen wollen, sollten Sie sich nicht nur um die Rasse Gedanken machen. Auch die Frage Rüde oder Hündin, das Alter und die geplanten Aktivitäten sind von Interesse.

Das Geschlecht des Zweithundes

Für Hunde, die sich mit jedem Artgenossen pudelwohl fühlen, spielt das Geschlecht keine große Rolle. Doch bei vielen wird es harmonischer, wenn Rüde und Hündin zusammenleben. Bedenken Sie jedoch, dass mindestens einer davon kastriert sein sollte, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Das Alter des Zweithundes

Beim Alter ist Fingerspitzengefühl gefragt. Gleichaltrige Hunde harmonieren oft am besten zusammen. Zwei Senioren gehen sich gegenseitig nicht auf die Nerven und zwei junge Hunde können prima zusammen spielen. Wenn zwei Welpen verschiedener Rassen zusammen aufwachsen, kann sogar eine Freundschaft fürs Leben entstehen.

Allerdings stellt die Erziehung zweier junger Hunde das Leben rasch auf den Kopf! Im Doppelpack werden so manche tapsigen Welpen zu unkontrollierbaren Rabauken. Ein Welpe als Zweithund zu einem Welpen? Das sollten sich nur Experten zutrauen.

Tipp Eine sinnvolle Kombination ist ein älterer Zweithund zu einem jüngeren Ersthund oder andersherum. Der jüngere Hund kann vom älteren Lernen und gewinnt Sicherheit.

Die Beschäftigung mit den Hunden

Manche Hundefreunde möchten mit dem zweiten Hund bewusst andere Aktivitäten planen. Wer bisher einen wuseligen Jagdhund hatte, wünscht sich vielleicht einen ruhigen Schoßhund, den er mit in Büro nehmen kann. In diesem Fall können sich zwei Hunderassen unterschiedlichen Charakters eignen.

Bedenken Sie allerdings: Die Planung sollte wohlüberlegt sein. Manche Halter gehen doppelte Gassirunden, weil die Vierbeiner komplett unterschiedliche Ansprüche haben. Auch Hundesport nimmt viel Zeit in Anspruch. Planen Sie realistisch, damit keiner der Vierbeiner zu kurz kommt.

Quellen:


Jana Schubert
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Jana Schubert

Schon als Baby habe ich lieber mit unserer Perserkatze gekuschelt als mit meinem Teddy. Später ging ich meinen Eltern so lange auf die Nerven, bis ich ein Pferd adoptieren durfte. Mit meinen Tieren habe ich viel erlebt. Und auch wenn das Leben mit Tieren nicht immer einfach ist, kommt für mich kein anderes in Frage. Denn Tiere berühren mich an einer Stelle meiner Seele, wo sonst nichts und niemand hinkommt. Diesen Zauber spüre ich sogar, wenn ich über Vierbeiner schreibe. Ich hoffe, etwas davon kommt bei Ihnen an.


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Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund glücklich ist, ist dann besonders hoch, wenn er ausgelastet ist. Das erreichen Sie unter anderem dadurch, dass Sie sich viel mit ihm beschäftigen. Zum Beispiel, indem Sie einen großen Anteil des Tages dem gemeinsamen Spiel widmen.

Auch hochwertiges Futter ist für seine körperliche und seelische Gesunderhaltung und damit für seine positive Stimmungslage maßgeblich entscheidend.

Endgültigen Aufschluss über die Zufriedenheit Ihres geliebten Vierbeiners gibt letztendlich nur das Hormonbild.