Parson Russell Terrier

Parson Russell Terrier

Lernen Sie den familienfreundlichen Parson Russell Terrier kennen

Der Parson Russell Terrier ist ein hochläufiger Hund aus Großbritannien, der dem Menschen sehr verbunden ist. Er ist außerdem ein hervorragender und vielseitig einsetzbarer Jagdhund, der sich dank seines freundlichen Wesens aber auch in einer sportlich aktiven Familie wohlfühlt.

Aussehen: Perfekte Maße für den Fuchsbau

Der Parson Russell Terrier ist ein schneller und geschickter Hund – das verdankt er seinem Körperbau: Sein eher quadratisch gebauter Körper ist gut bemuskelt und besitzt harmonische Proportionen.

Wichtigstes Kriterium in allen bekannten Standards ist die sogenannte Spannbarkeit (Brustumfang), mit der eine Ähnlichkeit zur Anatomie des Fuchses gewährleistet werden soll. Schließlich wäre eine zu breite Brust beim Sprengen des Fuchsbaus eher hinderlich.

Wie groß und schwer wird ein Parson Jack Russell?

Zwar werden im FCI-Standard keine genauen Maßangaben zum Brustumfang gegeben, doch anhand der als ideal eingestuften Widerristhöhe von 36 Zentimetern bei Rüden und 33 Zentimetern bei Hündinnen, sollte der Spannbarkeitswert etwa im Bereich von 35 bis 40 Zentimeter liegen. Je nach Körpergröße bringen die kleinen Parson Russell Terrier etwa sechs bis acht Kilogramm auf die Waage.

Haarfarbe und Fellbeschaffenheit

Die Fellfarbe aller Hunde dieses Typs ist entweder vollständig weiß oder zumindest vorwiegend weiß. Vorwiegend weiße Hunde haben zusätzlich lohfarbige, gelbe oder schwarze Abzeichen. Sämtliche Kombinationen dieser Farben sind zugelassen.

Mehrere Variationen gibt es auch bei der Haarbeschaffenheit: So gibt es den Parson Russell Terrier mit rau-, glatt- oder stockhaarigem Fell. Alle drei Typen besitzen eine dichte Unterwolle und sind damit zuverlässig vor Wind und Wetter geschützt.

Junger Parson Russell Terrier © Kristyna / stock.adobe.com
Parson Russell Terrier lieben die Natur.

Charakter: Mit Feuereifer und Verstand

Der kleine, weißhaarige Brite mit dem kurzen Fell ist vor allem als Jagdhund beliebt. Dem Jäger hilft er, wo er nur kann: Er treibt Fuchs und Dachs gekonnt aus ihrem Bau, stöbert zuverlässig Wildschweine und Rehe auf, spürt tote oder verletzte Tiere auf und beweist bei der Jagd auf Enten sein Können als guter Apporteur.

Arbeitsfreudiger Gebrauchshund

Der Parson Russell Terrier ist ein temperamentvoller und arbeitsfreudiger Gebrauchshund, der jede Aufgabe seines „Führers“ dankbar annimmt und sie zuverlässig und schnell erfüllt. Auch wenn sein ansteckender Enthusiasmus es nicht vermuten lässt, geht er dabei stets gewissenhaft vor und agiert weder aggressiv noch ängstlich. Verletzungen vom Wildschwein oder Fuchs sind bei ihm daher sehr selten.

Gleichzeitig arbeitet der Parson Russell Terrier sehr selbstständig, wobei er nie den Kontakt zu seinem Anführer verliert. Selbst bei größeren Treibjagden versichert er sich immer wieder beim Jäger, ob er seine Aufgabe zu dessen Zufriedenheit umsetzt.

Erziehung von Anfang an

Solange der Parson Russell Terrier viel Bewegung und Beschäftigung erfährt und sein Halter ihm die nötige Aufmerksamkeit schenkt, erweist er sich als liebenswürdiger und sanfter Haushund. Seinem Rudelführer leistet er dann bereitwillig Folge. Voraussetzung dafür ist neben genügend Auslastung auch eine konsequente Erziehung.

Als Terrier braucht der Parson Russell einen festen Platz in der Rangordnung – das ist immer der rangniedrigste – und strikte Regeln. Halter, die ihre Rolle als Rudelführer vernachlässigen und ihren Hund auf eine Stufe mit sich selbst stellen, werden womöglich eine böse Überraschung erleben.

Nach der Logik eines Russell Terriers kann nur einer der „Chef“ sein – wenn sein Herrchen diese Rolle nicht einnimmt, übernimmt der selbstbewusste und dominante Vierbeiner eben selbst das Kommando. Zeigen Sie Ihrem Hund also besser von Welpenbeinen an, dass Sie die Hosen anhaben. Beweisen Sie ihm mit viel Ruhe und Geduld, dass er sich auf Ihre Kompetenz und Souveränität verlassen kann.

Eignung: Ist ein Parson Russell Terrier ein Familienhund?

Seine menschenbezogene Art und sein freundlich-sanftes Wesen machen den Parson Russell Terrier auch zu einem hervorragenden Familien- und Begleithund. Besonders verbunden fühlt er sich kleinen Kindern, mit denen er seine Leidenschaft für das Toben und Spielen teilt. Beim Ballspiel im Garten oder beim Fangen spielen ist er mit Begeisterung dabei.

Viel Bewegung und Beschäftigung notwendig

Seinen kleinen zweibeinigen Mitspielern nimmt der gelassene Hund dabei nichts krumm. So ist er trotz seiner ausgeprägten Jagdleidenschaft und seiner Unerschrockenheit, ein liebenswürdiger und umgänglicher Familienhund – vorausgesetzt er lebt in einer sportlich aktiven Familie.

Denn: Wer den lebhaften und ausdauernden Vierbeiner als Familienhund halten möchte, muss sich bewusst sein, dass ein Parson Russell Terrier viel Bewegung und Beschäftigung benötigt und mit seinem Hang zu Dominanz umzugehen wissen.

Ist der Parson Russell Terrier ein Stadt- oder ein Landhund?

Wie bereits seine Vorfahren liebt der Parson Russell Terrier Pferde. Das Paradies für ihn ist das Leben auf einem Reiterhof, wo er nach Lust und Laune seinen Interessen nachgehen und seine Menschen bei langen Ausritten begleiten kann.

Wer dem Parson Russell Terrier keinen ganzen Reitstall zur Verfügung stellen kann, sollte ihm entsprechende Alternativen bieten. Die naturverbundene Fellnase ist besser in einem Haus mit Garten aufgehoben als in der Stadt.

Sind die kleinen Jäger für Anfänger geeignet?

Für Anfänger ist der Parson Russell Terrier nicht geeignet. Durch seine Verbundenheit zum Menschen und seine freundliche Natur bringt er zwar das nötige Maß an Unterordnungsbereitschaft mit. Doch er ist und bleibt ein Terrier mit einem recht hohen Grad an Durchsetzungsvermögen und Sturheit.

Deshalb braucht das selbstbewusste Energiebündel unbedingt einen Halter, der auf dessen Eigenarten mit der nötigen Konsequenz und einer guten Portion Geduld reagiert. Unerlässlich für ein harmonisches Zusammenleben ist darüber hinaus, dass der Hund viel Bewegung und Beschäftigung erfährt. Je mehr Gelegenheiten er zum Laufen und Spielen bekommt, desto seltener wird er auf „dumme Gedanken“ kommen.

Sport und Aktivitäten: Viel Hundesport für den Familienhund

Jagen und Herumstreunen liegen dem Parson Russell Terrier im Blut. Trotz seiner kompakten Größe braucht er deshalb enorm viel Platz – vor allem draußen in der Natur. Mit Begeisterung begleitet er Herrchen und Frauchen auf Fahrradtouren oder beim Jogging oder erkundet frei seine Umgebung.

Welche Hundesportarten eignen sich für den Parson Russell Terrier?

Um den Hund körperlich und geistig auszulasten, ist aber auch jede andere Form von Hundesport geeignet. Ob Agility, Obedience, Flyball oder Turnierhundesport: Dank seiner geschickten Motorik, seinem außerordentlichen Lauf- und Springvermögen, seiner Ausdauer und Schnelligkeit sowie seiner großen Intelligenz ist der Parson Russell Terrier in fast allen Sportarten mit Begeisterung und Erfolg dabei.

Pflege des Parson Russell Terrier

Der Parson Russell Terrier ist in allen Fellvarianten pflegeleicht. Bei glatthaarigen Hunden reicht regelmäßiges Bürsten, etwa ein- bis zweimal pro Woche, völlig aus.

Bei rauhaarigen oder stockhaarigen (broken-coated) Vertretern verfängt sich Schmutz leichter im Fell. Deshalb muss bei ihnen etwas häufiger zur Bürste oder zum Kamm gegriffen werden. In der Zeit des Haarwechsels sollten Sie außerdem die Unterwolle mit einer Drahtbürste herauskämmen und loses Deckhaar mit den Fingern abzupfen.

Gesundheit: Veranlagung zu Augenproblemen

Wichtigste Voraussetzung für gesunde Welpen sind gesunde Elterntiere. Informieren Sie sich deshalb gut, ob alle vorgeschriebenen Gesundheitstests abgenommen wurden und ob darüber hinaus weitere freiwillige Untersuchungen vorgenommen wurden. Lassen Sie sich zusätzlich zur Ahnentafel eine Kopie der Testergebnisse aushändigen.

Um die Gesundheit der Rasse nicht zu gefährden, müssen grundsätzlich alle Tiere, bei denen ein Gendefekt oder bereits eine Erkrankung vorliegt, konsequent von der Zucht ausgeschlossen werden.

Erblich bedingte Augenprobleme

Dank strenger Zuchtvorgaben ist der Parson Russell Terrier bis heute ein sehr robuster und vitaler Arbeitshund, der relativ wenig rassespezifische Erkrankungen kennt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei zwölf bis 14 Jahren.

Ein Problem stellen, wenn überhaupt, Augenprobleme dar. Das gilt vor allem für wilde Zuchten, in denen die Tiere vor ihrem Zuchteinsatz nicht hinreichend untersucht wurden. Hunde aus einer seriösen Zucht sollten deshalb in jedem Fall auf folgende Augenerkrankungen getestet worden sein:

  • Katarakt oder Grauer Star: Erblich bedingte Trübung der Augenlinse, die operativ behandelt werden kann, sofern sie rechtzeitig erkannt wird.
  • Linsenluxation: Erblich bedingte Verschiebung der Augenlinse, durch die bei ausbleibender Operation ein Glaukom (Grüner Star) entsteht, der zur Erblindung des Hundes führt.
  • Progressive Retina Atrophie (PRA): Erblich bedingtes, langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut, das in fast allen Fällen zur Erblindung beider Augen führt.

Weitere (seltene) Anfälligkeiten des Parson Russell Terrier

Neben den genannten Augenerkrankungen sind vereinzelt Fälle von weiteren Erkrankungen bekannt, die bei Hunden aus einer seriösen Zucht glücklicherweise äußerst selten auftreten.

Das sind etwa Patellaluxation, eine Verschiebung der Kniescheibe, oder Fälle von ein- oder beidseitiger Taubheit, verursacht durch das bei weißen Hunden vorkommende Piebald-(Schecken-)Gen.

Ernährung: Welches Futter braucht der Parson Russell Terrier?

Um herauszufinden, welche Bedürfnisse Ihr Hund genau hat, ist es sinnvoll, zunächst eine genaue Analyse anhand dieser individuellen Kriterien beim Tierarzt vornehmen zu lassen. Zum Glück ist die Ernährung Ihres Parson Russells nicht schwieriger oder aufwendiger ist als bei anderen Hunderassen.

Wie für alle Hunde gilt, dass der Parson Russell Terrier in erster Linie hochwertige Proteine benötigt. Um alle lebensnotwendigen Nährstoffe zu erhalten, braucht er außerdem Gemüse, Obst und Wasser.

Eine große Auswahl an hochwertigem Hundefutter finden Sie im Onlineshop von zooplus!

Geschichte der Rasse: Arbeitstauglichkeit im Fokus

Mit der Hündin „Trump“ begann der englische Pfarrer John Russell seine Terrierzucht. Das Hauptziel war die Arbeitstauglichkeit der Tiere als Jagdhunde. Ein einheitliches Rassebild verfolgte der Engländer nicht und achtete bei seinem Zuchtmaterial in erster Linie auf die Gebrauchstüchtigkeit der Hunde.

Er nahm die unterschiedlichsten Einkreuzungen mit verschieden farbigen Arbeitsterriern aus Devon, New Forest oder weiter entfernten Gegenden vor. Dabei griff er vor allem auf Fox Terrier zurück, die sich hervorragend für die Fuchsjagd zu Pferd eigneten. Deshalb waren Russells „Working Terrier“ zunächst „Mischlinge“, die reinrassigen Terriern hinsichtlich ihrer Jagdfähigkeiten nicht selten überlegen waren.

Parson Russel Terrier sind beliebt bei Jägern und Reitern

Spätere Versuche von Fremdeinkreuzungen nach Russells Tod mit Rassen wie Corgies, Beagles oder Bullterrier lieferten wenig erfreuliche Ergebnisse. So besann man sich wieder verstärkt auf den von Russell verbreiteten Hundetyp. Je nach Beinlänge (Hoch- oder Niederläufigkeit) gab man ihm schließlich den Namen Jack Russell Terrier beziehungsweise Parson (Jack) Russell Terrier.

Zwar sehen einige Kynologen den Einfluss von John Russell auf den heutigen Rassetyp als gering an. Doch Fakt ist, dass der von Russell bevorzugte Arbeitsterrier einen exzellenten Ruf unter Jägern und Reitern hat.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges erfreuen sich die Parson Jack Russell Terrier als Jagdhunde, aber auch als Familien- und Begleithunde einer zunehmenden Beliebtheit.

Was ist der Unterschied zwischen einem Jack Russell und Parson Russell?

Bis 1999 wurde der Parson Russell Terrier in der FCI als Jack Russell Terrier bezeichnet. Seit 2001 fasst sie unter dem Namen „Parson Russell Terrier“ alle hochläufigen Hunde dieses Typs zusammen und unter dem Namen „Jack Russell Terrier“ die niederläufigen, also kurzbeinigen Typen dieses Arbeitsterriers.

Der original englische Standard nimmt diese Unterscheidung hingegen nicht vor. Um Verwechslungen zu vermeiden und zu betonen, dass es sich bei ihren Hunden um die hochläufige Variante handelt, stellen viele Züchter, die sich am englischen Original orientieren, dem Rassenamen deshalb das Wort Parson vorneweg. Sie bezeichnen damit denselben Hundetyp wie die FCI mit Parson Russell Terrier.

Parson Russell Terrier spielt © olgagorovenko / stock.adobe.com
Viel Aktivität und Hundesport machen den Parson Russell Terrier glücklich.

Kauf: So finden Sie Ihren Parson Russell Terrier

Sie möchten jetzt gerne einen Parson Russell Terrier kaufen? Dann sollten Sie sich zunächst die Frage stellen, welchen Typ Sie bevorzugen und welchen „Zweck“ der Hund erfüllen sollte. Wenn Sie einen hochläufigen und arbeitstauglichen Terrier für die Jagd suchen, müssen Sie sich an einen anderen Züchter wenden als Hundefreunde, die sich einen lebhaften Familienhund wünschen.

Bevor Sie sich für einen Züchter und einen Welpen entscheiden, sollten Sie sich also sorgfältig über dessen Zuchtziele informieren. Wichtig zu wissen ist auch, an welchem Standard sich der Züchter orientiert. Züchtet er die hochläufigen Terrier nach dem Standard der FCI oder stützt er sich auf die Vorgaben des englischen Original-Standards?

Wie finde ich einen guten Züchter?

Ob ein Züchter seriös ist oder nicht und wie „reinrassig“ seine Hunde sind, lässt sich bei dieser Rasse nicht allein am Standard oder einer bestimmten Vereinszugehörigkeit bemessen. Es ist daher umso wichtiger, bei der Züchterauswahl mit Bedacht und Sorgfalt vorzugehen.

Treffen Sie sich möglichst mit verschiedenen Züchtern und machen Sie sich ein genaues Bild von den jeweiligen Zuchtstätten und -hunden, bevor Sie eine Kaufentscheidung fällen. Bei der Suche nach Züchtern lohnt sich übrigens ein Blick auf die Website des Parson Russell Terrier Club Deutschland.

Der Züchter sollte offen und ehrlich zu Ihnen sein und sich ausführlich mit Ihnen über seine Zucht und seine Rassevorstellungen unterhalten. Ein guter Züchter fragt Sie auch nach Ihren Wünschen und wird Ihnen – falls diese nicht zu seinen Hunden passen – gegebenenfalls vom Kauf abraten.

Wie viel kostet ein Parson Jack Russell Terrier?

Einem Züchter, der sich in erster Linie aus Liebe einer bestimmten Rasse verschrieben hat, liegt viel am Wohl seiner Zöglinge. Er wird sie nicht zu jedem Preis abgeben, wenn er das Gefühl hat, dass der Käufer als Halter dieser liebenswürdigen, aber anspruchsvollen Rasse nicht geeignet ist. Bei einem Preis von unter 1.000 Euro sollten Sie deshalb skeptisch sein.

Fazit: Passt der Parson Russell Terrier zu mir?

Der Parson Russell Terrier ist für aktive Familien mit Kindern eine gute Wahl. Wer schon Erfahrungen mit Hundeerziehung gesammelt hat, wird das Zusammenleben mit den Jagdhunden mühelos harmonisch gestalten können und viel Freude mit den süßen Vierbeinern haben.

Quellen:

Unsere beliebtesten Beiträge
10 min

Bolonka-Zwetna

Das „bunte Schoßhündchen“ aus Russland, wie der Name übersetzt lautet, erfreut sich auch außerhalb seines Heimatlandes wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn schließlich ist der Bolonka Zwetna ein richtiger kleiner Sonnenschein, der mit seinem fröhlichen und unkomplizierten Charakter seinen Besitzern viel Freude bereitet.

9 min

Zwergspitz

Der Zwergspitz beeindruckt nicht mit Größe, dafür aber mit Freundlichkeit, Selbstbewusstsein und Energie. Kein Wunder also, dass immer mehr Vierbeiner dieser Spitz-Variante die Herzen zahlreicher Hundefreunde erobern.