Agility mit kleinen Hunden

Verfasst von zooplus Redaktion
agility mit kleinem hund

Geben Sie Ihrem kleinen Vierbeiner die Möglichkeit, Hundesport zu treiben.

Nur was für Große? Von wegen! Auch kleine Hunde können beim Agility viel Spaß haben. Ob sich auch Ihr kleiner Vierbeiner für den rasanten Hundesport eignet und auf welche fünf Faktoren Sie als Hundeführer achten sollen, erfahren Sie hier.

Agility: Spaßig, sportlich und beziehungsfördernd

Agility gehört heute zu den beliebtesten Hundesportarten der Welt. Schließlich macht das sportliche Training zum fehlerfreien Überwinden eines Hindernis-Parcours, bestehend aus Tunneln, Wippen, Reifen oder Slalomstangen, nicht nur enorm viel Spaß, sondern verbessert nebenbei auch noch die Kommunikation zwischen Hund und Mensch und sorgt damit auch im Alltag für ein harmonisches Zusammenleben mit dem Vierbeiner.

Kein Wunder also, dass auch immer mehr Besitzer kleinerer Hunde sich für den abwechslungsreichen Sport aus England interessieren. Doch viele Hundeführer von Malteser, Zwergpudel oder kleinen Terriern haben Hemmungen, sich mit Border Collie & Co. beim Agility zu messen.

Übrigens: Die Links zu den im Video gezeigten Produkten finden Sie in der YouTube-Videobeschreibung.

Auch für Mini-Hunde geeignet

Die meisten von uns denken beim Agility an Border Collies oder andere größere, lauffreudige Hunderassen. Kleine Terrier oder Zwergpudel hingegen verbindet man mit dem sportlichen Hundespaß eher nicht. Dabei können auch die niedrig gewachsenen Artgenossen beim Agility viel Spaß entwickeln und den Hindernisparcours schnell und geschickt durchlaufen.

Das haben glücklicherweise auch viele Hundeschulen, Vereine und Wettkampf-Anbieter erkannt und bieten mittlerweile extra Trainingskurse und Wettkämpfe für kleine Hunde an. So ist Agility heute längst nicht mehr nur ein Sport für Große!

Welche kleinen Hunderassen eignen sich für den Hundesport?

Grundsätzlich können alle Hunde – egal wie groß oder klein sie sind – Agility betreiben. Kleine Hunde haben aufgrund ihres geringeren Gewichts sogar häufig den Vorteil. Durch ihre Größe entwickeln sie kaum Gelenkprobleme und Gesundheitsschäden durch die sportliche Belastung.

Das Wichtigste beim Agility ist der Spaß und so sollte sich der kleine Vierbeiner natürlich für Wippe, Tunnel und Co. begeistern können. Kleine Schoßhündchen, die am liebsten herumgetragen werden, eignen sich für den schnellen Hundesport sicherlich nicht.

Lauffreudige Hundezwerge, die neugierig sind und Freude daran haben, Neues zu lernen und gemeinsam mit ihrem Menschen Zeit zu verbringen, werden sich beim Agility-Training garantiert pudelwohl fühlen. Zu den aktiven kleinen Hunderassen gehören zum Beispiel Zwergpudel, Shetland Sheepdog, Parson Russell Terrier, Glatthaar- oder Drahthaar-Foxterrier.

papillon springt über agility hürde © zelenka68 / stock.adobe.com
Viele Hindernisse lassen sich auf kleinere Hunderassen abstimmen.

Kein Sport für Dackel?

Neben dem Spaß spielt natürlich auch die Gesundheit beim Hundesport eine große Rolle. Schließlich soll der Sport die Hunde fit und gesund halten und nicht krank machen. Tatsächlich kann Agility für Hunde mit einem langen Rücken und kurzen, krummen Beinen gesundheitsschädigend sein. Dackel oder zum Beispiel Basset haben nicht nur Schwierigkeiten mit den kurzen Beinen zu springen, sondern würden beim Überwinden der Hindernisse auch ihre lange Wirbelsäule zu stark drehen. Für Hunde mit einer solchen Anatomie ist Agility deshalb nicht ideal.

Ausstattung für Agility mit kleinen Hunden

Bei Ihrem Agility Parcours sind keine Grenzen gesetzt: Erlaubt ist alles, was für die Größe, Gesundheit und Erfahrungslevel Ihres Hundes geeignet ist.

Just for fun oder Training für den Wettkampf?

Gehört Ihr Hundezwerg zu den Hunden mit einem normalen Körperbau und ist gleichzeitig gesund und gerne in Bewegung, steht einer Teilnahme an Agility-Kursen nichts mehr im Weg. Viele Hundeschulen bieten extra Kurse für kleine Hunde an.

Der Vorteil ist: Die Hindernisse sind ganz auf die Größe der Minis abgestimmt und müssen nicht ständig gewechselt werden.  Hunde unterschiedlicher Größen können am Training teilnehmen. Selbst ambitionierte Hund-Mensch-Teams, die eine Teilnahme an Agility-Wettkämpfen anstreben, brauchen übrigens keine Sorge zu haben, dass sie sich im Turnier plötzlich mit größeren Hunden messen müssen.

Denn bei Agility-Wettkämpfen werden die Hunde in die drei Größenklassen Mini, Midi und Maxi eingeteilt. Kleine Hunde mit einer maximalen Schulterhöhe von 34,99 cm nehmen am Mini-Wettbewerb teil. Die Hindernis-Stangen liegen dabei maximal in einer Höhe von 35 cm. So ist sichergestellt, dass nur Hunde mit annähernd gleichen körperlichen Voraussetzungen gegeneinander antreten und die Hindernisse nicht zu hoch für die Kleinen sind.

Fünf Dinge, auf die Sie beim Agility mit kleinen Hunden achten sollten

Egal ob aus Spaß oder sportlichem Ehrgeiz: Wer Agility mit seinem Hund betreiben möchte, sollte sichergehen, dass dieser Sport die richtige Wahl ist und der Hund am gemeinsamen Training viel Freude hat. Tiere, die selbst für einen Spaziergang nur schwer zu motivieren sind, werden vom schnellen Hindernissport wenig begeistert sein – schließlich müssen sie dabei, allein durch Zuruf und ganz ohne Leine, in möglichst hoher Geschwindigkeit den Parcours durchlaufen.

Die Freude an der Bewegung ist also eine Grundvoraussetzung für die Anmeldung zum Agility. Wer Agility mit einem kleinen Hund machen möchte, sollte neben dem „Fun-Faktor“ aber auch die folgenden fünf Dinge beachten.

  • Ist Ihr Hundezwerg gesundheitlich fit?

Wie bereits erwähnt: Sport soll Spaß machen und nicht krank. Bevor Sie mit Ihrem Vierbeiner Agility betreiben, sollten Sie deshalb sichergehen, dass der Sport für ihn nicht gesundheitsschädlich ist und mögliche Gelenk-Probleme nicht noch verstärkt. Zwar sind von Gelenkerkrankungen wie Hüft- oder Ellenbogendysplasie (HD/ED) hauptsächlich größere und schwerere Hunderassen betroffen, doch auch kleinere Rassen können mitunter Probleme mit dem Bewegungsapparat entwickeln. Ihr Tierarzt wird Ihnen nach einer Untersuchung sagen können, ob Agility für Ihren Hund gesundheitlich unbedenklich ist.

  • Wann darf mit dem Training begonnen werden?

Auch wenn kleine Hunde gar nicht groß werden, sollten Sie mit dem Agility-Training warten, bis Ihr Hundezwerg ausgewachsen ist. Auch für kleine Terrier, Pudel oder Malteser kann eine zu frühe körperliche Belastung extrem ungesund sein und spätere Gelenkerkrankungen und Bandscheibenvorfälle begünstigen. Das Wachstum des Hundes sollte deshalb in jedem Fall abgeschlossen sein. An offiziellen Agility-Turnieren dürfen übrigens nur Hunde teilnehmen, die mindestens 18 Monate alt sind.

jack russel terrier auf agility rampe © Cerae / stock.adobe.com
Egal ob Rampe, Tunnel oder Sprungring: Solange Ihr Vierbeiner Spaß hat, ist alles erlaubt.
  • Passen die Hindernisse zu seiner Größe?

Ganz wichtig ist: Die sportliche Ausrüstung wie Hürden, Hindernisstangen, aber auch Tunnel oder Wippen, muss zur Größe Ihres Hundes passen. Ein kleiner Shetland Sheepdog wird sicherlich keine Freude daran haben, wenn er über genauso hohe Hindernisse wie für Schäferhunde oder Huskys springen muss.

Es gibt heute eine ganze Reihe von Agility-Geräten, die speziell für kleine Hunde konzipiert wurden. Hundeschulen, die extra Kurse für kleine Hunde anbieten, achten natürlich darauf, dass auch die Hindernisse entsprechend niedrig sind.

  • Warm-Up für den sportlichen Mini

Auch wenn Ihr kleiner Hund extrem quirlig ist und beim Anblick des bunten Hindernis-Parcours am liebsten sofort loslegen möchte, sollten Sie darauf achten, dass sein Körper auf die schnellen Sprints, die engen Wendungen und die hohen Sprünge vorbereitet ist.

Beim Agility muss Ihr Hund sportliche Höchstleistung erbringen, die er nicht „aus dem Stand heraus“ abrufen kann. Ein kurzes Warm-Up vor dem Training kann das Verletzungsrisiko enorm verringern. Spezielle Aufwärm-Übungen oder zumindest eine kurze Joggingeinheit mit dem Hund sind nach der Autofahrt zum Trainingsgelände empfehlenswert. Im Winter hilft auch ein Hundemantel, die Durchblutung anzuregen und den Hundekörper für den Hundesport warm zu halten.

  • Denken Sie an Pausen

Viele kleine Hunde können vom Hundesport gar nicht genug bekommen und sind mit großer Begeisterung beim Agility dabei. Unermüdlich springen sie über die Hürden, laufen über Wippen und durch Tunnel und möchten am Ende des Parcours gleich wieder von vorne anfangen. Als Hundebesitzer müssen Sie jedoch darauf achten, dass sich Ihr Hund nicht überanstrengt. Schädigungen des Bewegungsapparates durch Überbelastung sind leider nicht selten und dürfen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Regelmäßige Pausen und ein langsam aufgebautes Training sind deshalb unverzichtbar und umso mehr wird sich Ihr Hund auf die nächste Agility-Einheit freuen!

Wir wünschen Ihnen und Ihrem kleinen Begleiter viel Spaß beim Agility!


zooplus Redaktion
zooplus Redaktion

Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team von Experten und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Florian, Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos und Franziska mit ihrer Malterserhündin Emmy sowie ihrem Pferd Rubi. Gemeinsam arbeiten wir mit einem großen Netzwerk aus Tierexperten daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Tierwissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.


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