English Foxhound

english foxhound

Eine Hundemeute rund um berittene Jäger in feinem Zwirn – dies ist das Bild, das viele mit der Rasse English Foxhound verbinden. Denn diese smarten Briten gehören zu den klassischen Laufhunden für Hetzjagden und bleiben darum aus gutem Grund in der Regel professionellen Jägern vorbehalten.

Erscheinungsbild: Blickfang Laufhund

Bei einer Widerristhöhe zwischen 58 und 64 cm bringt der English Foxhound ein Gewicht von um die 35 kg auf die Waage. Und diese Kilos sind sportlich verteilt, wie man auf den ersten Blick sieht: Die Optik spiegelt die Ausdauer dieses passionierten Jagdhundes wider: Die tiefe Brust bietet Platz für die Lungen eines Dauerläufers, die Muskeln sind gleichmäßig ausgeprägt, aber nicht voluminös. Die langen Beine ermöglichen dem Foxhound eine flotte Geschwindigkeit beim Laufen. In der Zucht galt die Begabung zum Jagen stets mehr als das optische Erscheinungsbild, dennoch ist der Foxhound ein eleganter Blickfang. Das harsche Fell kann gemäß Standard in folgenden Farben vorkommen: Weiß, Weiß mit Schwarz sowie Weiß mit Orange.

Geschichte: Jagdgefährten des Adels

Der English Foxhound kann als Klassiker unter den britischen Jagdhunden bezeichnet werden. Diese altehrwürdige Rasse ist vermutlich eine Kreuzung zwischen mittelalterlichen Bracken und Windhunden, die für mehr Leichtigkeit bei den vormals behäbigeren Spürnasen sorgen sollten. Ihr Einsatzgebiet war und ist die Jagd, genauer gesagt: Die berittene Fuchsjagd in der Meute, auch „Parforcejagd“ genannt. Bei dieser Hetzjagd verfolgt die Meute Wild wie beispielsweise Rehe oder Füchse bis zu dessen Erschöpfung. Die ausdauernden Hunde können bis zu fünf Stunden auf den Fersen ihrer Beute bleiben. Sie sind zwar nicht schneller als die Verfolgten, ermüden das Wild jedoch, so dass der menschliche Jäger es erlegen kann. Ihre Blüte hatte die Parforcejagd im 18. und 19. Jahrhundert, wo sie vom deutschen, britischen und französischen Adel betrieben wurde. Denn nur der Adel konnte sich diese aufwändige Jagdform erlauben – und zerstörte auf den kilometerlangen, nicht vorhersehbaren Strecken nicht selten zahlreiche Äcker unter den Hufen der Pferdetrosse. Mittlerweile ist diese Jagdform in Großbritannien – sowie den meisten anderen Ländern Europas – verboten. In Deutschland liegt dieses Verbot übrigens ursprünglich nicht in der aus Tierschutzsicht fragwürdigen Jagdpraktik begründet. Vielmehr zielte das Verbot zur Zeit seines Inkrafttretens in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts darauf ab, die Privilegien des Adels zu begrenzen – und damit auch die Hetzjagd. Doch wenige Jahrzehnte später bekräftigten Jagdgesetze das Verbot. Das Aus für den English Foxhound bedeutete dies allerdings nicht: Heute sind Schleppjagden eine wildfreundliche Alternative – nicht das Erlegen von Wild, sondern die Freude am gemeinsamen schnellen Ritt mit der Meute steht dabei im Mittelpunkt. 1964 erfolgte die Anerkennung der Rasse durch die FCI. Neben dem English Foxhound gibt es außerdem den eng verwandten, etwas leichter gebauten American Foxhound.

English Foxhound Charakter: Gesellig & freundlich

Dieser freundliche Hund schätzt das Leben in der Meute, wo er sich gut mit seinen Artgenossen versteht. Gemäß seinem ursprünglichen Verwendungszweck und dem Leben seiner Vorfahren, die fast ausnahmslos in großen Rudeln lebten, zeigt der English Foxhound zwar guten Gehorsam, geht aber in der Regel keine enge Bindung zu einzelnen Menschen ein. Auch heute wachsen die Hunde in der Meute heran und verbleiben dort. Bei erwünschter stärkerer Prägung auf Menschen, müsste man den English Foxhound bereits im Welpenalter aus der Meute herausnehmen, was allerdings nicht praktiziert wird, denn diese Hunde sind vor allem professionelle Jagdgefährten und keine Begleithunde. Zudem bewahrt der Foxhound sich immer einen relativ hohen Grad an Eigensinn und zeigt keinen ausgeprägten „Will-to-please“. Trotz ihres Eigensinns hat die Rasse auch eine anhängliche Seite: Viele Foxhounds lieben es, gestreichelt zu werden, und sind zudem recht verspielt.

Erziehung zur Jagd

Die meisten English Foxhounds werden jagdlich geführt und erhalten eine entsprechende Jagdhundeausbildung, die auch zwingend notwendig ist. Bei der Haltung eines English Foxhounds als Begleithund können einige Hürden auf Sie zukommen, denn der Vierbeiner ist ein passionierter Jäger, der zudem keine enge Bindung mit einzelnen Menschen eingeht. Insbesondere, wenn er schon längere Zeit in einer Meute lebt, ist es schwierig, eine enge Beziehung zu dem geselligen Vierbeiner aufzubauen. Fördern Sie die Bindung mit gemeinsamen Ritualen und viel positiver Motivation. Diese muss nicht immer nur aus Leckerlis bestehen – auch Streicheleinheiten oder kleine Spiele können den agilen Hund belohnen. Die Rasse gilt als sehr sozial und kommt prima mit Artgenossen zurecht. Dass dieser Vierbeiner einen großen Jagdtrieb hat, dürfte jedem klar sein – passen Sie den Auslauf entsprechend an und tragen Sie dafür Sorge, dass Nachbars Katze oder Kitze am Wegesrand unbehelligt bleiben.

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English Foxhound Futter: Ernährung für Langstreckenläufer

Der English Foxhound benötigt ein artgerechtes Futter, was bedeutet: Es soll viel Fleisch enthalten! Bieten Sie Ihrem English Foxhound darum Nass- oder Trockenfutter ohne Getreide an, bei dem Fleisch den Hauptbestandteil ausmacht. Insbesondere bei jagdlich geführten Foxhounds richtet sich der Energiebedarf stark nach den tatsächlich verbrauchten Kalorien – an Tagen mit langen Läufen von bis zu 15 km benötigt der Vierbeiner entsprechend mehr Energie. Bei hohen sportlichen Anforderungen ist ein Futter mit einem höheren Fettanteil zu empfehlen. Reichen Sie Ihrem Vierbeiner rund drei Stunden vor einer Sporteinheit die letzte Portion, so dass er ausreichend Zeit hat, diese vor seinem Einsatz zu verdauen. Zwischenmahlzeiten sind auch bei längeren Sporteinheiten meist nicht notwendig. Wichtig ist, dass der Vierbeiner nach getaner Arbeit ein reichhaltiges Mahl und ausgiebige Ruhepausen erhält. Der Foxhound ist ein sehr guter Futterverwerter – um Übergewicht zu vermeiden, sollten Sie seine Taille im Blick haben und die Rationen entsprechend kürzen, wenn er Fett ansetzt. Trockenkauartikel sind eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan des Vierbeiners. Vermeiden Sie jedoch das Verfüttern von Pansen, da dieser im Verdacht steht, bei Foxhounds die sogenannte Hound-Ataxie zu begünstigen. Denken Sie an ausreichend Flüssigkeit: Ermöglichen Sie es Ihren Foxhounds, auch während einer Jagd mindestens stündlich Wasser aufzunehmen. Innerhalb der Zwingerhaltung sollte immer ausreichend frisches Wasser für alle Vierbeiner bereitstehen.

Gesundheitliche Schwachstellen

Ein gesunder Foxhound ist grundsätzlich ein sehr robuster Vierbeiner. Doch wer diese Laufhunde halten möchte, sollte sich vorab über die sogenannte Hound-Ataxie informieren. Es handelt sich hierbei um eine neurologische Störung, die vor allem English Foxhounds und Beagles betrifft. Sie tritt meist zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr auf und zeigt sich in Form von Bewegungsstörungen und Spastiken. Die Ursache hierfür ist ein Abbau von weißer Substanz im Brustmark und grauer Substanz im Hirnstamm des Hundes. Ob die Fütterung von Pansen den Ausbruch der Krankheit begünstigt, ist nicht abschließend geklärt – es empfiehlt sich allerdings, vorsorglich darauf zu verzichten. Die Krankheit schreitet in der Regel weiter fort, ohne dass es wirksame Therapiemöglichkeiten gäbe. English Foxhounds sollten zudem hinsichtlich Hüftdysplasien untersucht werden, bevor mit ihnen gezüchtet wird. Desweiteren gilt es grundsätzlich, Übergewicht zu vermeiden, denn zu wenig geforderte English Foxhounds setzen schnell Fett an. Die Hunde können ein Alter von bis zu 13 Jahren erreichen.

Beschäftigung für Dauerläufer

Viele Kilometer in vollem Galopp – dies ist das Pensum, das English Foxhounds nicht nur schaffen, sondern auch zu schätzen wissen. Schleppjagden sind eine gute Alternative zu den früheren Hetzjagden und werden mittlerweile in ganz Europa organisiert – beispielsweise von Schleppjagdvereinen. Dabei folgen die Tiere einem Fuchsschwanz oder einer Spur aus Pansenlake, die aus Behältern tropft, die Reiter weiter vorne mit sich führen. Sollten Sie – auch wenn dies nicht der Idealfall ist – einen nicht jagdlich geführten English Foxhound halten, können Sie mit ihm Radtouren unternehmen oder sich über Sportarten wie Canicross informieren. Zusätzlich sollte Ihr Foxhound Platz zum Toben haben – idealerweise innerhalb eines großen, umzäunten Grundstücks und mit Artgenossen. Sollte Ihr Exemplar aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen nicht mehr jagen können, bieten Sie ihm stattdessen geistige Auslastung und prüfen Sie, ob langsamere Nasenarbeit, beispielsweise beim geführten Mantrailing, für Ihren Hund in Frage kommt.

Pflegeleicht

Das kurze, glatte Fell des English Foxhounds stellt keine Herausforderung hinsichtlich der Pflege dar. Regelmäßiges Bürsten oder eine Masssage mit einem Pflegehandschuh entfernen überschüssige Haare und sind für viele Vierbeiner ein Genuss. Insbesondere, wenn Sie einen English Foxhound nicht in der Meute, sondern als Begleithund halten, sollten Sie solche bindungsstärkenden Rituale von klein auf mit ihm einüben. Bei älteren Hunden sollten Sie die Krallen regelmäßig untersuchen, um schmerzhaftem Hängenbleiben vorzubeugen, wenn diese zu lang werden. Überprüfen Sie Ihre Hunde auch regelmäßig auf Parasiten im Fell und sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über eine entsprechende Prophylaxe.

Zu wem passt ein English Foxhound?

Dieser Vierbeiner ist klar ein Hund für fortgeschrittene Hundehalter, die ihn auch jagdlich nutzen. Er eignet sich kaum als reiner Begleithund, denn nur den wenigsten Hundehaltern dürfte es möglich sein, diesen sportlichen Vierbeiner auszulasten. Die meisten English Foxhounds leben gemeinsam in großzügigen Zwingeranlagen und in der Regel verlassen nur jagduntaugliche Foxhounds diese Meute. Er ist also nicht nur ein Hund für Kenner, sondern für Spezialisten, die sich dieser Art des Jagdhundesports verschrieben und entsprechende räumliche Gegebenheiten für den Hund parat haben.

Sollten Sie sich für die Haltung eines solchen Vierbeiners als Begleithund interessieren, beispielsweise bei einem jagduntauglichen Hund, sollten Sie ihn unbedingt gut auslasten und über Erfahrungen mit Jagdhunden verfügen. Zudem sollte auch ein nicht mehr für die Jagd geeigneter Foxhound einen Artgenossen als Begleiter haben – es sei denn er, wurde aufgrund von sozialen Unverträglichkeiten von der Jagd ausgeschlossen. In jedem Fall gilt es, bereits vor Einzug des Hundes mit dem Meute-Besitzer zu klären, welche Anforderungen der Vierbeiner an sein neues Zuhause stellt.

Ein eingezäunter Garten muss absolut ausbruchssicher sein. Der Foxhound gilt als kinderlieb und kommt mit zweibeinigem Nachwuchs meist wunderbar zurecht. Haustiere wie Katze oder Kaninchen hingegen sind eher keine geeigneten Mitbewohner. Es mag Foxhounds geben, die beispielsweise mit Katzen großgeworden sind und diese in ihrem Rudel akzeptieren. Allerdings gilt hier: Vorsicht ist besser als Nachsicht und einen passionieren Hetzjäger in einen Katzenhaushalt einziehen zu lassen, ist grundsätzlich schlicht keine gute Idee.

Wo finde ich einen English Foxhound?

Diese Rasse wird in der Regel von Jägern für Jäger gezüchtet – und das ist auch gut so. Interessieren Sie sich für die Haltung dieser Hunde und verfügen über entsprechend Zeit, Geld und Raum, um eine Meute aufzubauen, können Sie sich in Schleppjagdvereinen hierüber informieren. Diese sind Ihnen vermutlich ohnehin bereits bekannt, denn ohne diese Form der organisierten Jagd macht der Aufbau einer eigenen Meute wenig Sinn. Halten Sie in jedem Fall Abstand von einzelnen Foxhounds, die ohne Papiere gezüchtet wurden und deren Eltern nicht jagdlich geführt werden. Meist handelt es sich hierbei um unseriöse Verkäufer, die mit dem Klassiker unter den Jagdhunden Geld verdienen wollen. Die Welpen sind in der Regel dann auch keine reinrassigen Foxhounds, sondern Mischlinge. Klüger ist es, sich bei der Suche nach Mischlingen mit Foxhound-Anteil an den Tierschutz zu wenden, anstatt dubiose Zuchtpraktiken zu unterstützen.

Wer auf der Suche nach einem bereits ausgewachsenen English Foxhound ist, kann beispielsweise bei professionellen Schleppjagd-Meuten fündig werden. Diese geben immer mal wieder ältere Hunde ab, die nicht für den sehr anspruchsvollen Einsatz bei Schleppjagden geeignet sind. Allerdings sollten Sie sich hier selbstkritisch fragen und in Gesprächen mit dem Meuteführer klären, ob Sie die Möglichkeit haben, diesem sportlichen Hund mit den bereits beschriebenen Charaktereigenschaften ein artgerechtes Zuhause zu bieten.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit mit Ihrem sportlichen English Foxhound!

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