25. März 2019 - Aktualisiert 29. März 2019

Hunde im Büro

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E-Mails kann er nicht lesen und auch nicht ans Telefon gehen. Dennoch kann ein Hund im Büro die Produktivität und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer erheblich steigern. Wie das funktioniert, welche Rechte Sie als Hundebesitzer und Arbeitnehmer haben und wie Sie Ihren Chef und Ihre Kollegen von den Vorteilen eines Bürohundes überzeugen, erfahren Sie hier.

Hund und Vollzeitjob: Passt das überhaupt zusammen?

Stundenlanges Sitzen vor dem PC, quälend lange Teambesprechungen, wechselnde Kundenbesuche und ständig klingelt das Telefon: Der Arbeitsalltag in vielen Büros scheint für Hunde auf den ersten Blick wenig geeignet zu sein. Schließlich verlangt ein Hund doch die volle Aufmerksamkeit seiner Menschen und er braucht die Natur, wo er sich körperlich und geistig – entsprechend seiner tierischen Bedürfnisse – austoben kann. Ungeachtet dieser scheinbaren Gegensätze haben Hunde in vielen Büros mittlerweile Einzug gehalten und machen es sich unter den Schreibtischen ihrer Besitzer bequem. Zahlreiche Studien belegen sogar, dass das Arbeiten in Anwesenheit eines „Bürohundes“ viele Vorteile mit sich bringen kann und sich positiv auf die Arbeitsleistung und das Betriebsklima auswirkt. Auch Hunde können von der Mitnahme ins Büro profitieren: Sie sind weniger alleine, genießen die Nähe ihrer Bezugsperson und bekommen von vielen Menschen Zuwendung und Unterhaltung. Also eine gute Nachricht für alle Berufstätigen, die von einem eigenen Hund träumen: Wenn die Voraussetzungen stimmen, sind Hund und Büroalltag durchaus vereinbar.

Darf ich meinen Hund mit ins Büro nehmen?

Abgesehen von wenigen internationalen Großkonzernen, die eine eigene „dog policy“ besitzen und ihren Mitarbeitern die Mitnahme ihrer Hunde ausdrücklich erlauben, besteht in keinem europäischen Land ein offizielles Recht, das Arbeitnehmer das Mitbringen ihrer Hunde grundsätzlich zugestehen würde. Ob der eigene Hund mit ins Büro darf, kann gesetzlich also kaum eingefordert werden und hängt in erster Linie vom „goodwill“ des Chefs ab. Und natürlich sollten auch Ihre Kollegen mit dem Bürohund einverstanden sein – schließlich soll der Hund das Betriebsklima verbessern und nicht verschlechtern.

So überzeugen Sie Ihren Chef und Ihre Kollegen

In kleinen Agenturen mit nur wenigen Mitarbeitern und einem tierliebenden Chef, der möglicherweise selbst einen Hund zuhause hat, ist die Mitnahme des eigenen Vierbeiners meist kein Problem. Doch in Büros, in denen bisher noch kein Hund eine Pfote hereingesetzt hat und in denen viele unterschiedliche Menschen zusammen arbeiten, kann die Anfrage, ob der eigene Hund mit zur Arbeit darf, befremdlich sein und dürfte beim Chef nicht unbedingt auf direkte Zustimmung stoßen. Doch geben Sie nicht direkt auf: Mit etwas Geduld und guten Argumenten, können Sie Ihren Vorgesetzen und Ihre Kollegen vielleicht doch noch vom Bürohund überzeugen. Sagt Ihr Chef „Ja“, dann haben Sie bereits die größte Hürde genommen, schließlich hat er in der Angelegenheit das letzte Wort. Allerdings sollten auch Ihre Kollegen bei der Frage „Bürohund: Ja oder Nein?“ unbedingt miteinbezogen werden. Sprechen Sie wenn möglich mit jedem Einzelnen, gehen Sie sicher, dass niemand ihrer direkten Büronachbarn eine ausgeprägte Tierhaarallergie hat und nehmen Sie alle Einwände Ihrer Kollegen ernst. Herrscht gegenseitiges Verständnis und Vertrauen, können Sie vielleicht sogar den größten Kritiker mit den folgenden Argumenten überzeugen – die übrigens wissenschaftlich belegt sind.

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Gute Argumente für einen Bürohund

  • Die Anwesenheit eines Hundes wirkt beruhigend und sorgt nachweislich für Entspannung und weniger Stress im Arbeitsalltag. Ist ein Hund zugegen, verhalten sich die Menschen bedächtiger und freundlicher. Wutausbrüche oder Sticheleien unter den Kollegen werden weniger.
  • Der Hund trägt nachweislich zu einem guten Betriebsklima bei. Indem er für Harmonie, gute Laune und gemeinsamen Gesprächsstoff sorgt, stärkt er den Teamgeist unter den zweibeinigen Kollegen.
  • Gelegentliches Streicheln des Hundes verschafft den Mitarbeitern nicht nur kleine Denkpausen, sondern setzt gleichzeitig Oxytocin frei (Glückshormone). Die Menschen werden entspannter und können anschließend konzentrierter und produktiver weiterarbeiten.
  • Die Pausen werden zum Gassi gehen an der frischen Luft genutzt, was die Gesundheit und Kreativität der Mitarbeiter fördert.
  • Das Risiko und die damit verbundenen Kosten für berufs- oder stressbedingte Erkrankungen wie Kopfschmerzen, Erschöpfungserscheinungen, Verdauungsprobleme, Bluthochdruck und Burnout werden durch einen Bürohund reduziert (Quellen: Studie der Universität Buffalo, New York, USA; Bundesverband Bürohund)

Was muss mein Hund als Bürohund können?

Damit Ihr Hund ein erfolgreicher Bürohund wird, der sich – wie oben beschrieben – positiv auf die Arbeit aller Mitarbeiter im Unternehmen auswirkt, muss er natürlich ein paar Voraussetzungen erfüllen. Ein ungestümer Welpe, der die Büroeinrichtung auseinandernimmt oder ein aggressiver Vierbeiner, der jeden Kollegen oder Kunden, der das Büro betritt, mit Knurren oder lautem Bellen begrüßt, trägt sicherlich nicht zur Stressreduktion bei. Grundsätzlich sollte der Hund bereits ein gewisses Alter erreicht haben und kein Welpe oder Junghund mehr sein. Er muss gut erzogen sein, den Grundgehorsam beherrschen und vor allem gut sozialisiert sein. Menschen muss er uneingeschränkt freundlich begegnen, er darf weder aggressiv noch nervös oder ängstlich sein und kein territoriales Verhalten zeigen. Außerdem sollte Ihr Hund akzeptieren, wenn er eine Zeitlang mal nicht im Mittelpunkt steht oder Sie ihn für ein wichtiges Kundenmeeting auch mal allein im Büro zurücklassen müssen. Hilfreich ist es, wenn Ihr Hund noch eine weitere Bezugsperson im Büro bekommt und sich Kollegen in Ihrer Abwesenheit problemlos um ihn kümmern können.

Als Hundebesitzer sollten Sie aber auch Verständnis haben, dass nicht jeder Mitarbeiter ein Tierfreund oder Hundenarr ist. Wenn sich Ihr Hund jedoch vorbildlich verhält, jeden Menschen so annimmt, wie er ist und dabei Ruhe und Aufgeschlossenheit demonstriert, wird er damit sicherlich auch das dickste Eis zum Schmelzen bringen. Sollten Sie Bedenken wegen des Benehmens Ihres Hundes haben, sollten Sie das „Projekt Bürohund“ übrigens besser noch einmal verschieben und sich zunächst dem Einüben des Grundgehorsams widmen. Auch der Besuch einer Hundeschule kann in vielen Fällen hilfreich sein.

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Welche Voraussetzungen muss der Arbeitsplatz erfüllen?

Nicht nur Ihr Hund, auch der Arbeitsplatz muss gewisse Gegebenheiten aufweisen, damit sich Hund und Kollegen mit der Situation wohlfühlen. Entscheidend ist, dass es im Büro genügend Platz gibt und der Hund einen eigenen Rückzugsort bekommt. Dies kann ein Körbchen oder eine Decke neben Ihrem Schreibtisch sein oder auch eine Hundebox. Der ihm zugewiesene Platz sollte beständig sein und nicht in einem Durchgang stehen. Überlegen Sie sich außerdem, wo Sie Trinknapf oder Futter Ihres Hundes platzieren. Ideal ist es, wenn auch der Vierbeiner einen festen Ort zum Einnehmen seiner Mahlzeiten bekommt – entweder in einer Ecke im Büro oder in der Gemeinschaftsküche. Darüber hinaus muss das Büro gut zu lüften sein und auch im Sommer nicht zu heiß werden. Geeignete Grünflächen in der Nähe sind wichtig, damit Ihr Hund in den Pausen den nötigen Auslauf erhält. Und zu guter Letzt sollten Sie natürlich auch den Gesundheitszustandes Ihres Hundes im Blick haben: Hunde, die zu Gelenkerkrankungen neigen, sollten häufiges Treppensteigen vermeiden. Ein Büro in einem höheren Stockwerk, das man nicht mit einem Aufzug erreichen kann, wäre in diesem Fall vermutlich nicht der richtige Ort.

Was hilft gegen tierische Langeweile im Büro?

Sind alle äußeren Voraussetzungen erfüllt, der Hund ist gut erzogen und Chef und Kollegen haben Ihr „Okay“ gegeben, spricht nichts mehr dagegen, dass Sie Ihren Hund mit ins Büro nehmen. Allerdings sollten Sie sich bereits im Vorfeld Strategien überlegen, Ihren Hund im Arbeitsalltag bei Laune zu halten. Natürlich muss Ihr Hund ein ruhiges und gelassenes Naturell besitzen und nicht jede Minute Ihre Aufmerksamkeit und Entertainment verlangen – schließlich sind Sie im Büro zum Arbeiten. Nichtsdestotrotz bieten sich kleine Aufgaben für Ihren Hund an, um ihm das Gefühl zu geben, dass er dazugehört und gebraucht wird. Vielleicht hat er Spaß daran, alte Dokumente in Form von Papierkugeln in den Mülleimer zu räumen? Auch kleinere Botengänge zu Kollegen, das Öffnen von Türen oder das Betätigen der Lichtschalter können Sie Ihrem Hund mit ein bisschen Übung beibringen. Mit positiver Belohnung in Form von Leckerlis oder Clickertraining können Sie bereits zuhause die gewünschten Tricks trainieren. Und nicht zuletzt sorgen natürlich Hundespielzeug, Kauartikel oder kleine, gesunde Leckerlis für Abwechslung und tierische Unterhaltung.

Wie gewöhne ich meinen Hund an den Büroalltag?

Damit das Arbeiten mit Hund erfolgreich verläuft, achten Sie auf eine sanfte Eingewöhnung Ihres Hundes. Es bringt nichts, wenn Sie Ihren Hund von einem Tag auf den anderen plötzlich acht Stunden mit ins Büro schleppen. Selbst den gelassensten und anpassungsfähigsten Vierbeiner würde dies überfordern. Geben Sie Ihrem Hund und Ihren Kollegen Zeit, sich langsam aneinander zu gewöhnen und bringen Sie ihn anfangs nur für ein paar Stunden mit. Um eine positive Eingewöhnung auf allen Seiten zu gewährleisten, sollten Sie die ersten Tage und Wochen mit Ihrem Chef besprechen. Vielleicht erlaubt er Ihnen, anfangs nur vormittags ins Büro zu kommen und die restliche Zeit des Tages im Homeoffice zu arbeiten. Wenn Ihre Anwesenheit im Büro mehrere Stunden erforderlich ist, sollten Sie für die Wochen der Eingewöhnung vielleicht einen Hundesitter oder eine Hundetagesstätte suchen, der Ihren Hund für ein paar Stunden übernimmt, so dass er anfangs nur ein paar Stunden pro Tag im Büro verbringt. Nach und nach können Sie die Stundenzahl dann erhöhen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und der Auslauf Ihres Hundes kommt im Büroalltag nicht zu kurz, stehen die Chancen gut, dass er bald den ganzen Tag an Ihrer Seite verbringen kann.

Fazit: Ein Bürohund als „Klimaretter“

Sicher ist, ein Bürohund ist in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung und trägt durch die gemeinsam verbrachte Zeit nicht nur zu Ihrer Zufriedenheit und der Ihres Hundes bei, sondern auch zum Wohlbefinden und zur Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter. Geben Sie Ihren Kollegen dabei immer das Gefühl, dass nicht nur Sie allein, sondern alle gemeinsam für das Wohlergehen Ihres Hundes verantwortlich sind. Das stärkt den Zusammenhalt untereinander und schafft gegenseitiges Vertrauen. Haben Sie immer ein offenes Ohr für die Anregungen oder Bedenken Ihrer Kollegen. Fürchten Kollegen Läuse oder Parasiten im Büro, besorgen Sie zum Beispiel ein Attest vom Tierarzt, dass Ihr Hund rundum gesund und sein Fell frei von Ungeziefer ist. Auch ein Zertifikat über den Besuch einer Hundeschule kann manche Kritiker überzeugen. Stören sich Kollegen am Hundegeruch, achten Sie auf ausreichende Belüftung und vor allem auf eine gründliche Fellpflege Ihres Lieblings. Gut gepflegte Hunde riechen weniger und sorgen damit für ein angenehmes Klima – nicht nur im Büro, sondern auch unter Ihren Kollegen.

In diesem Sinne: Viel Erfolg für das Arbeiten mit Ihrem Bürohund!

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