03. August 2018 - Aktualisiert 06. August 2018

Urlaub ohne Hund: Hundesitter oder Hundepension?

labrador gelb im grass

Endlich Urlaub! Doch was ist, wenn der Hund nicht mitkommen kann? Hundesitter oder Tierpensionen können in diesem Fall aushelfen. Doch welche Betreuungsform ist besser für den Hund, wie hoch sind die Kosten und was gilt es zu beachten? Wir zeigen Ihnen Vor- und Nachteile und geben Tipps für eine gelungene Unterbringung Ihres Lieblings.

Ob private Reise oder beruflicher Auslandsaufenthalt – nicht immer kann der eigene Hund mitkommen. Sei es, weil der Flug zu lang ist, die Autofahrt zu beschwerlich, die Einreisebestimmungen für Hunde zu streng oder das Hotel keine Haustiere erlaubt – Gründe, warum der Vierbeiner zu Hause bleiben muss, gibt es viele. Entsprechend groß ist in vielen Städten und im Internet das Angebot für eine Hundebetreuung während der Ferien. Doch wo ist der Hund besser aufgehoben, beim Hundesitter oder in einer Hundepension?

Unterbringung in der Hundepension

Im Idealfall bleiben Hunde während einer längeren Abwesenheit ihres Herrchens oder Frauchens bei Familienmitgliedern oder engen Freunden. Doch nicht jeder Hundebesitzer kann auf eine solche private Lösung zurückgreifen. Der Platz in einer Hundepension scheint in diesem Fall eine gute Alternative zu sein. Hier werden mehrere Hunde gleichzeitig in Zimmern oder Zwingern untergebracht – je nach sozialer Verträglichkeit mit anderen Artgenossen zusammen oder allein.

Große Unterschiede in Bezug auf Unterbringung, Kosten und Personal

Die Qualität der Unterbringung kann dabei stark variieren – vom liebevoll eingerichteten, sauberen „Hotelzimmer“ mit Hundespielzeug bis hin zum kahlen, schmuddeligen Hundezwinger ist alles möglich. Und auch hinsichtlich des Betreuungspersonals existieren zwischen den Hundepensionen erhebliche Unterschiede. Während manche Hundepensionen sehr familiär geführt werden und versuchen, ihren vierbeinigen Gästen möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken, kommen in anderen Pensionen häufig sechs oder mehr Hunde auf einen einzelnen Hundepfleger. Eine individuelle Betreuung, die Rücksicht auf das Bewegungs- und Beschäftigungsbedürfnis des einzelnen Hundes nimmt, kann bei einem solchen Betreuungsschlüssel sicherlich nicht mehr gewährleistet werden. Große Unterschiede gibt es auch in Bezug auf die Kosten, die von 10 Euro pro Tag bis hin zu 50 Euro pro Tag reichen können, wobei teuer nicht zwangsläufig gut sein muss.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Um sicher zu gehen, dass Ihr Liebling gut untergebracht ist, müssen Sie sich die Hundepension deshalb vorher genau anschauen. Sind die Zimmer hell und sauber? Herrscht eine entspannte und angenehme Atmosphäre? Wie viel Personal ist vor Ort und welchen Eindruck machen die Personen auf Sie? Wie ist der Umgang mit den Hunden? Haben die Tiere genügend Auslauf?

Bekommen die Hunde ihr gewohntes Futter? Diese Fragen können Sie nur bei einem Besuch vor Ort und in einem persönlichen Gespräch mit den Pensionsbetreibern klären. Je nach Entfernung von Ihrem Wohnort empfiehlt sich manchmal auch ein unangemeldeter Besuch der Hundepension – wie überall gibt es leider auch unter den Hundepensions-Besitzern „schwarze Schafe“, die viel versprechen, aber nur wenig halten.

hundesitters mit viele hunde

Hören Sie auf Ihren Bauch – und auf Ihren Hund

Neben dem oben genannten „Fakten-Check“ nach Sauberkeit, Betreuungsschlüssel und Fütterungsmethoden, sollten Sie bei dem Besuch der Hundepension also auch immer auf Ihr Bauchgefühl hören – und auf das Ihres Hundes. Schließlich haben Hunde meist ein sicheres Gespür dafür, wem sie vertrauen können und wem nicht. Beobachten Sie daher Ihren Hund bei dem Besuch sehr genau. Wie verhält er sich in der Hundepension? Reagiert er freundlich und neugierig auf die Betreuer oder reagiert er scheu oder nervös? Nicht alle Hunde eignen sich für eine Unterbringung in einer Hundepension. Manche reagieren verstört auf einen Wechsel ihrer gewohnten Umgebung, dem Fehlen ihrer Bezugsperson und auf fremde Menschen und Hunde. Für sie würde ein Aufenthalt in einer Hundepension puren Stress bedeuten. Wägen Sie deshalb genau ab, was Sie Ihrem Liebling zutrauen können. Fasst Ihr Hund schnell Vertrauen zu anderen Menschen und spielt er gerne mit anderen Hunden, kann ein Aufenthalt in einer netten Hundepension hingegen ein guter Platz für ihn sein – der sich manchmal sogar wie Urlaub für Ihren Hund anfühlt.

Betreuung durch einen Hundesitter

Gehört Ihr Hund eher zu den misstrauischen Rassen, die sich mit zu großen Veränderungen schwer tun, kann ein Hundesitter die bessere Wahl für ihn sein. Hundesitter betreuen in der Regel nur einen bis maximal drei Pflegehunde gleichzeitig, wodurch eine intensivere Betreuung des einzelnen Hundes gewährleistet werden kann. In der Regel zieht der Hund während Ihrer Abwesenheit in den Privathaushalt des Hundesitters ein, so dass er sich zwar an eine neue Umgebung gewöhnen muss, weiterhin aber in einem familiären Umfeld betreut wird und einen Alltag erlebt, der dem zu Hause recht ähnlich sein wird.

Der erste Kontakt mit dem Hundesitter

Die meisten Hundesitter bieten ihre Dienste nicht erwerbsmäßig an, sondern übernehmen die Hunde in ihrer Freizeit. Meist handelt es sich um Menschen, die bereits einen eigenen Hund besitzen (oder besaßen) und viel Zeit und Freude daran haben, sich den Vierbeinern zu widmen. Da grundsätzlich jede Person „Tierbetreuer“ werden kann und es sich nicht um geschultes Personal wie in Tierpensionen oder Tierheimen handelt, ist die Bandbreite der Hundesitter-Persönlichkeiten und ihrer jeweiligen Erfahrungen entsprechend groß. Bevor Sie Ihren Hund in die Obhut eines Tiersitters geben, sollten Sie sich deshalb am besten mehrfach mit ihm treffen. Besuchen Sie ihn mit Ihrem Hund zu Hause, unternehmen Sie gemeinsame Spaziergänge und beobachten Sie, wie der Hundesitter mit Ihrem Hund umgeht und wie Ihr Hund auf den neuen „Freund“ reagiert. Besonders, wenn bereits ein Hund im Haushalt lebt, ist es wichtig zu prüfen, wie dieser auf den neuen vierbeinigen Mitbewohner reagiert. Viele Hundesitter bieten auch einen Probetag an, um zu testen, ob sich Ihr Hund wirklich wohlfühlt.

Klären Sie vorher alle offenen Fragen

Sprechen Sie bereits vor Ihrem Urlaub genau ab, was Sie von dem Hundesitter erwarten. Je genauer Sie Ihre Wünsche in Bezug auf Fütterung, Beschäftigung, Auslauf, Pflege und anderen Ritualen äußern, desto besser kann der Hundesitter auf diese Vorstellungen eingehen. Auch wenn Ihnen die vielen Aufforderungen und Fragen an den Hundesitter vielleicht unangenehm sind, denken Sie immer daran, dass es um das Wohl Ihres Hundes geht. Schließlich werden auch Sie Ihre Auszeit ohne Hund nur genießen können, wenn Sie wissen, dass es Ihrem Liebling gut geht.

hundesitter glücklich

Kosten und weitere Formalitäten

Die meisten Hundesitter bieten neben der Urlaubsübernahme eine stundenweise Betreuung für Hunde an und berechnen in diesem Fall ca. 10 bis 25 Euro pro Stunde – abhängig von ihrer Erfahrung und ihren genauen Aufgaben. Zieht der Hund für mehrere Tage bei ihnen ein, berechnen die meisten Hundesitter eine Tagespauschale – auch hier kann der Preis von Hundesitter zu Hundesitter erheblich schwanken. Wenn Sie sich auf einen Preis geeinigt haben, sollten Sie außerdem klären, wie es um den Versicherungsschutz gestellt ist. Bietet der Hundesitter seine Dienste offiziell an und verlangt dafür Geld, so sollte er auch eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung besitzen. Auch manche Privathaftpflichtversicherungen übernehmen durch Hunde verursachte Schäden, allerdings sollten Sie sich dazu genau die Versicherungspolice durchlesen. Neben Kosten und Versicherung sollten Sie außerdem mögliche Notfälle besprechen, also was passiert, wenn der Hundesitter während Ihrer Abwesenheit plötzlich erkrankt und sich nicht mehr um Ihren Hund kümmern kann? Wer kann in diesem Fall einspringen? Und was ist, wenn Ihr Hund plötzlich erkrankt? Kann der Hundesitter mit Ihrem Hund zum Tierarzt? Darf er ihm Medikamente geben und welche Entscheidungsbefugnisse räumen Sie ihm ein? Je genauer Sie im Vorfeld planen, desto besser sind Sie für alle Eventualitäten gewappnet.

Was Sie sonst noch beachten sollten

Eine vorausschauende Planung und genaue Absprache mit dem Hundepfleger oder dem Hundesitter ist das A und O für eine gelungene Unterbringung Ihres Hundes. Dazu gehört natürlich auch, dass Sie sich so früh wie möglich, um die Betreuung kümmern. Besonders kleine Hundepensionen, die nur wenige Hunde aufnehmen, sind in der Ferienzeit schnell ausgebucht. Natürlich gibt es berufliche Reisen oder gar Krankenhausaufenthalte, die nicht vorhersehbar sind und bei denen eine kurzfristige Betreuung Ihres Hundes organisiert werden muss. Im besten Fall haben Sie sich dazu schon vor dem Kauf Ihres Hundes Gedanken gemacht und Familienmitglieder, Nachbarn oder Freunde gefragt, ob sie im Notfall bereit sind, Ihren Hund zu übernehmen. Wer ein solches Netzwerk nicht im Rücken hat, nimmt am besten Kontakt zu einem Hundesitter auf – unabhängig davon, ob ein Urlaub ohne Hund ansteht oder nicht. Im besten Fall kennt Ihr Hund den Hundesitter bereits durch mehrere Treffen und Spaziergänge und hat bereits Vertrauen zu ihm gefasst. So wird er sich um einiges leichter bei ihm abliefern lassen als bei einem fremden Hundesitter.

Frühzeitig für den Notfall planen

Neben Hundesittern und Hundepensionen bieten auch viele Tierheime eine kurzfristige Aufnahme von Hunden an, etwa wenn Herrchen oder Frauchen kurzfristig ins Krankenhaus müssen. Allerdings sollten Sie bedenken, dass die große Anzahl anderer Hunde, die Zwinger, das fremde Personal und der ungewohnte Tagesablauf auf viele Hunde, denen ihre vertraute Bezugsperson fehlt, sehr beängstigend wirken. Eine Unterbringung im Tierheim sollte deshalb nur als letztmögliche Lösung herangezogen werden. Vermeiden Sie diesen Stress für sich und Ihren Hund und kümmern Sie sich frühzeitig um alternative Unterbringungsmöglichkeiten – egal, ob Sie nun Urlaub mit oder ohne Hund planen. Es kann schließlich immer mal sein, dass Sie sich nicht selbst um Ihr Tier kümmern können.

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