Old English Sheepdog (Bobtail)

Old English Sheepdog

Fröhliche Schönheit

Der eindrucksvolle Brite mit dem einzigartigen Fell ist auch unter dem Namen „Bobtail“ bekannt und mittlerweile ein beliebter Familienhund. Er ist ein idealer Begleiter für Naturfreunde mit viel Platz, die gerne draußen sind und Spaß an der Pflege seines üppigen Haarkleids haben.

Hundebär mit prächtigem Fell

Am auffallendsten an den britischen Schäferhunden ist zweifelsohne ihr Fell: Üppig und dicht bedeckt es den ganzen Vierbeiner und lässt ihn dadurch massiger aussehen, als er unter der Haarpracht eigentlich ist. Die Rasse erreicht eine Widerristhöhe von bis zu 61 cm und wiegt um die 30 Kilogramm. Das harte Fell bildet keine Locken, sondern fällt zottig. Die dichte Unterwolle ist wasserfest. Während Rumpf und Hinterläufe mit Ausnahme der erlaubten weißen „Socken“ einfarbig sind, kann der Rest des Körpers grau oder blau schattiert sein. Die seitlich an dem großen, quadratischen Kopf getragenen Ohren sind klein. Viele Halter erleichtern ihrem Bobtail die Sicht, indem sie die Haare über den Augen zusammenbinden oder abschneiden. Bei dieser Rasse ist der Name keinesfalls immer Programm: „Bobtail“ bedeutet eigentlich „Stummelschwanz“, doch die kurze Rute ist kein Muss. Einige Hunde kommen mit einem Stummelschwanz zur Welt, das Kupieren ist erfreulicherweise mittlerweile in den meisten Ländern verboten. Die meisten Bobtails können also mit einer langen Rute wedeln. Typisch Bobtail sind außerdem die an Bären erinnernden Bewegungen sowie die eigenwillige Stimme.

Vom Arbeits- zum Familienhund

Das Aussehen war den aus Großbritannien stammenden Schäfern und Viehtreibern, bei denen die Vorfahren des heutigen Bobtails zum Einsatz kamen, vermutlich herzlich egal: Entscheidend waren eine robuste Gesundheit und die charakterliche Eignung zum Hüten. Wie genau die Rasse zustande kam, liegt heute im Dunkeln – einige Hundeexperten gehen von Kreuzungen von Owtscharkas sowie Bergamasker Hirtenhunden mit britischen Schäferhunden als Ursprung der heutigen Old English Sheepdogs aus. Immer wieder erblickten stummelschwänzige Welpen das Licht der Welt, wobei vermutlich auch einige Halter die Rute kupierten, damit die Hunde als Arbeitshunde anerkannt und von Steuern befreit wurden. Ab 1873 konnten Hundefreunde die direkten Vorläufer der Rasse auf Ausstellungen bewundern, zwei Jahre später wurden die ersten beiden Vierbeiner unter dem Namen „Short Tailed English Sheepdog“ offiziell eingetragen. 1885 erstellten die Liebhaber der Rasse den ersten Standard, den der Kennel Club 1890 anerkannte. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die heutige Rassebezeichnung „Old English Sheepdog" gültig. Seither ist aus dem ehemals derben Arbeitshund die heutige Hundeschönheit geworden. Der potenzielle Aufstieg zum Modehund birgt jedoch einige Gefahren für Gesundheit sowie Charakter dieser außergewöhnlichen Vierbeiner.

bobtail welpe

Fröhlicher Begleithund

Bobtails sind freundliche und unternehmungslustige Gefährten mit dem typischen Charme der selbstständigen Hütehunde. Ihr fröhliches Wesen zaubert jedem Hundefreund ein Lächeln ins Gesicht. Sie sind stark mit ihrer menschlichen Familie verbunden und gelten als sehr kinderlieb. Aggressivität ist ihnen in der Regel fremd, dennoch sind sie wachsam und können Familienangehörige im Zweifel beschützen. Zudem sind sie stark territorial. Achten Sie beim Kauf eines Bobtails unbedingt darauf, diesen von einem kompetenten Züchter zu erwerben, um einen wesensstarken Hunde zu erhalten und Zuchten, die Aussehen vor Charakter und Gesundheit stellen, nicht zu unterstützen.

Konsequente Erziehung ohne Härte

Trotz aller Freundlichkeit schlummert im Bobtail das Erbe aller Hütehunde: Der kluge Vierbeiner fühlt sich für die Sicherheit des Rudels verantwortlich und trägt diese Verantwortung im Zweifel allein auf den haarigen Schultern. Denn wenn die Zweibeiner nicht konsequent sind, setzt der Bobtail sofort selbst seinen Willen durch – irgendjemand muss schließlich wissen, wo es langgeht! Der Dickkopf ist allerdings auch ein Sensibelchen – seien Sie darum immer geduldig und nie hart zu Ihrem tierischen Begleiter. Einfühlsame, konsequente Führung sowie eine umfangreiche Sozialisierung sind der Schlüssel zum Erfolg in der Bobtail-Erziehung.

Ernährung und Gesundheit

Wie jeder Hund braucht auch der Bobtail ein Futter mit einem hohen Fleischanteil. Achten Sie darum darauf, dass Fleisch an erster Stelle der Deklaration steht. Wenn Sie eine Futterumstellung planen, gehen Sie behutsam vor, damit der Magen Ihres Vierbeiners sich an die neue Nahrung gewöhnen kann: Mischen Sie am besten Tag für Tag mehr von dem unbekannten in das bekannte Futter. Gönnen Sie Ihrem Vierbeiner nicht nur während seiner Mahlzeit, sondern auch danach Ruhe – viel Action ist unmittelbar nach dem Fressen nicht angesagt, um einer Magendrehung vorzubeugen. Bei den Fellbergen eines Bobtails ist es nicht einfach, die Taille im Blick zu behalten. Wiegen Sie Ihren Hund am besten regelmäßig, um einer Zu- oder Abnahme rechtzeitig entgegenwirken zu können. Die Fütterungsempfehlungen der Hersteller können ein grober Anhaltspunkt sein, doch der tägliche Bedarf Ihres Vierbeiners richtet sich auch nach dessen Konstitution und seiner Aktivität. Vergessen Sie bei der Berechnung der täglichen Futtermenge nicht, eventuelle Leckerlis mit einzukalkulieren.

Grundsätzlich ist der Old English Sheepdog eine robuste Hunderasse mit guter Gesundheit. Vereinzelt kann es zu Hüft- und Ellbogendysplasien kommen, was nochmals die Notwendigkeit unterstreicht, einen guten Züchter mit entsprechenden Gesundheitsvorsorge-Untersuchungen seiner Zuchttiere aufzusuchen. Diese sollten auch Augenuntersuchungen beinhalten, da die Rasse eine Disposition zu Grauem Star haben kann. Old English Sheepdogs können bis zu 15 Jahre alt werden.

Bobtail steht in einer Wiese

Vierbeiner für Fellfans

Wer über den Einzug eines Bobtails nachdenkt, der sollte in jedem Fall viel Freude an Fellpflege haben: Die Rasse gehört zweifelsohne zu den pflegeintensivsten. Für die Halter bedeutet dies, dass sie jede Woche mehrere Stunden mit Kamm und Co. das Fell ihres Vierbeiners bearbeiten. Hierzu gehören tägliche Handgriffe sowie wöchentliche Fellness-Sitzungen, die durchaus bis zu drei Stunden dauern können. Wichtig ist, dass Ihr Bobtail immer einen guten Durchblick hat! Schneiden Sie also entweder vorsichtig das Fell über den Augen ab oder flechten Sie ihm regelmäßig einen kleinen Zopf. Zum Alltag eines Bobtail-Halters gehören die Sichtkontrolle von Ohren, Augen, Genitalregion und das tägliche Abwischen der Tränenflüssigkeit um die Augen – damit beugen Sie einem Verfärben des Fells in dieser Region vor. Tasten Sie den Bobtail nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken oder „Mitbringseln“ wie kleinen Zweigen oder Blättern ab. Bei Bedarf waschen Sie den „Bart“ Ihres Gefährten mit lauwarmem Wasser und einem milden Hundeshampoo aus dem Fachhandel. Nehmen Sie sich für die wöchentliche Pflege Ihres Bobtails viel Zeit und führen Sie diese am besten nach einer ausgiebigen Gassi-Runde durch, damit der Vierbeiner nicht unruhig wird. Gewöhnen Sie Ihren Liebling schon vom Welpen-Alter an die gemeinsame Pflege-Zeit, so dass diese ihm zum gewohnten Entspannungs-Ritual wird. Legen Sie sich vorher Bürsten, Kämme und alle weiteren Utensilien wie Klammern oder Feuchttücher zurecht.

Naturfreund bei Wind und Wetter

Als Hütehund ist der Bobtail ein Allrounder und kann an vielen Hundesportarten Gefallen finden. Am besten probieren Sie einfach aus, was Ihnen gemeinsam am meisten Spaß macht. Stereotype Wiederholungen sind dem klugen Vierbeiner vermutlich schnell zu langweilig, sorgen Sie für Abwechslung! Auch die Arbeit als Fährten- und Rettungshund kann Ihrem Bobtail viel Freude bereiten. Zur täglichen Routine gehören lange Spaziergänge, denn diese Rasse liebt es, bei Wind und Wetter draußen zu sein.

Passt ein Old English Sheepdog zu mir?

Die pflegeintensive Rasse eignet sich gut für Menschen, die nicht bequem sind und den hohen Zeitaufwand für die Pflege nicht scheuen. Diese sollte kein „notwendiges Übel“ sein, sondern auch Ihnen Spaß machen, so dass sie jahrelang ohne Groll absolviert werden kann. Fans von klinisch reinen Wohnungen sollten einen großen Bogen um Bobtails machen, denn trotz Fellpflege verliert diese Rasse immer mal wieder Haare und bringt nach Spaziergängen im Regen einigen Schmutz ins Haus. Ein Old English Sheepdog eignet sich eher nicht für eine Stadtwohnung, optimal ist für ihn ein Haus mit eingezäuntem Garten, so dass er möglichst viel Frischluft schnuppern kann. Bewegungsfreudige Familien mit Kindern können große Freude am Zusammenleben mit einem Bobtail haben. Regeln Sie bereits vor dem Einzug Ihres Vierbeiners, wer den Hund im Urlaub betreut oder aber, ob Ihr tierischer Gefährte bei Reisen mit von der Partie sein darf. Ein Wanderurlaub in nicht zu heißen Gefilden in einem tierfreundlichen Hotel kann sich prima für Ihren Old English Sheepdog eignen – vorausgesetzt, er ist gut sozialisiert und nicht nur auf sein Revier fixiert. Bedenken Sie vor dem Kauf neben dem Anschaffungspreis sowie den Ausgaben für die Erstausstattung auch die dauernden Kosten inklusive Futter, Tierarzt sowie Hundehaftpflicht- und -steuer.

Wo finde ich meinen Wunsch-Bobtail?

Wenn Sie sich für den Einzug eines Old English Sheepdog als neues Familienmitglied entschieden haben, können Sie sich auf die Suche nach einem seriösen Züchter machen. Schauen Sie sich hierbei gründlich um und lassen Sie sich eventuell von Hundevereinen für Herdenschutz- oder Hütehunde beraten, denn durch die zunehmende Beliebtheit des Bobtails gibt es immer mehr Züchter, die mehr Wert aufs Aussehen als auf Gesundheit und Wesen legen. Natürlich sollte der Züchter einem Verein angehören und seine Welpen nur mit Abstammungsnachweis abgeben. Ein Bobtail aus gesunder Zucht ist gut sozialisiert, ausgeglichen und rundherum sympathisch. Besuchen Sie den Züchter in dessen Zuhause, so dass Sie sich gegenseitig beschnuppern können – auch er wird einige Fragen an Sie haben, wenn ihm das Wohl seiner Schützlinge am Herzen liegt.

Haben Sie Interesse an einem erwachsenen Bobtail, schauen Sie sich im Internet nach entsprechenden „Herdenschutzhunde in Not“- oder „Bobtail in Not“-Organisationen um, die Tiere vermitteln, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Zuhause verloren haben. Klären Sie bei einem gemeinsamen Gespräch mit der zu vermittelnden Stelle, ob Sie und der jeweilige Vierbeiner Dream-Team-Potenzial haben könnten.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem einzigartigen Old English Sheepdog!

Meistgelesene Beiträge

Die 10 beliebtesten Zierfische für Ihr Aquarium

Die Haltung von Zierfischen wird immer beliebter. Kein Wunder, schließlich ist der Anblick der bunten Unterwasserwelt im eigenen Wohnzimmer nicht nur faszinierend, sondern auch beruhigend und entspannend in unserem sonst so hektischen Alltag. Doch welche Fische eignen sich am besten für das eigene Aquarium? Wir stellen Ihnen die 10 beliebtesten Süßwasserfische und ihre Eigenschaften vor.

Antennenwels

Der Antennenwels (Ancistrus) gehört zur Familie der Harnischwelse bzw. Saugwelse (Loricariidae) und ist ein robustes und friedliches Tier. Es verträgt sich sehr gut mit anderen Fischarten aus dem Gebiet des Amazonas. Trotzdem muss man bei der Haltung verschiedene Dinge beachten, damit sich die Tiere wohlfühlen.

Schmetterlingsbuntbarsch

In warmen Seen Venezuelas und Kolumbiens leben die Schmetterlingsbuntbarsche im klaren Wasser in Ufernähe. Die bunten Gesellen mit dem typischen schwarzen Streifen schillern in allen Regenbogenfarben und sind ein gern gesehener Gast im Süßwasseraquarium. Mit etwas Erfahrung und sorgfältiger Pflege sind die geselligen Tiere eine wunderschöne Bereicherung für die heimische Unterwasserwelt im Wohnzimmer. Unter Aquarienfreunden auch kurz als „Rami“ bezeichnet, gehört der Schmetterlingsbuntbarsch zu den Klassikern unter den Süßwasserfischen.