27. Mai 2019 - Aktualisiert 31. Mai 2019

5 gute Gründe zur Adoption eines älteren Hundes

alte hund im grass

Seien wir mal ehrlich: Fast jeder Hundenarr wünscht sich einen kleinen, kuscheligen Welpen. Erwachsene Hunde, etwa aus dem Tierheim oder einer Tierschutzorganisation, haben gegen so viel Niedlichkeit häufig schlechte Chancen auf eine erfolgreiche Vermittlung. Das ist schade, denn die Adoption eines älteren Hundes bringt viele Vorteile mit sich. Welche das sind und warum viele Vorurteile über erwachsene Hunde nicht stimmen, erfahren Sie hier.

Erwachsene Hunde lassen sich nicht mehr formen, sie integrieren sich schlechter in eine neue Familie, sind schwer erziehbar und häufig krank. Dies sind die Vorurteile, die viele Menschen im Kopf haben, wenn sie über die Adoption eines älteren Hundes nachdenken. Häufig erweisen sich diese Bedenken jedoch als unbegründet. Stattdessen gestaltet sich das Zusammenleben mit einem erwachsenen Hund meist als unkomplizierter und entspannter als gedacht. Doch warum ist das so? Die folgenden fünf Gründe verraten Ihnen, warum sich der Kauf eines Adult-Hundes lohnt und wie ältere Hunde zu einer Bereicherung für die gesamte Familie werden können.

5 gute Gründe zur Adoption eines älteren Hundes

alte hund mit balle
  • Sie sehen schon beim Kauf, was Sie bekommen

Beim Kauf eines Welpen müssen Sie sich sehr genau über die Eltern und Großeltern des Hundes informieren, um einschätzen zu können, in welche Richtung sich der kleine Fellfreund entwickeln wird, welche Charaktereigenschaften er einmal haben wird, welche Fellfarbe er bekommt, wie aktiv und gesund er im Alter sein wird. Doch selbst wenn Sie Ahnentafeln studiert, sich über typische Rasseeigenschaften informiert und den Züchter befragt haben, bleibt ein Rest Ungewissheit.

Ältere Hunde verändern sich dagegen kaum mehr. Ihr Charakter ist in der Regel gefestigt und auch äußerlich brauchen Sie keine überraschenden Entwicklungen bei Ihrem neuen Vierbeiner zu befürchten. Sie sehen bereits vor dem Kauf, ob der Hund zum Beispiel sehr aktiv ist, wie viel er haart, ob er zu Übergewicht neigt oder ob er womöglich Gelenkprobleme entwickelt hat. Bereits beim ersten Besuch merken Sie, wie der Hund auf Sie reagiert, ob er ruhig und gelassen bleibt oder eher schüchtern oder nervös wirkt.

Natürlich sollten Sie sich so gut wie möglich auch über die Vergangenheit des Hundes erkundigen, aber zusätzlich können Sie – mit ein bisschen Einfühlungsvermögen – bereits beim „lebenden Objekt“ beobachten, welche Neigungen, Eigenarten und Vorlieben Ihr zukünftiger Mitbewohner hat und sich entsprechend darauf vorbereiten.

  • Ältere Hunde kennen die Regeln

Die Sorge, dass vor allem ältere Hunde, die im Tierheim gelandet sind, schwer erziehbar sind und sich schlechte Eigenarten bereits verfestigt haben, ist in vielen Fällen unbegründet. Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen die bisherigen Besitzer mit der Erziehung des Hundes überfordert waren und sie den Hund aufgrund seines schwierigen Verhaltens abgeben mussten. Die Mehrzahl der erwachsenen Hunde, die in einem Tierheim, einem Verein oder einer anderen Organisation auf ein neues Zuhause warten, werden jedoch aufgrund von privaten oder beruflichen Veränderungen abgegeben, etwa aufgrund einer Scheidung, eines Umzuges, einer neuen Arbeitsstelle oder eines Sterbefalls.

In der Regel hat der Hund also die wichtigsten Regeln im Zusammenleben mit den Menschen bereits gelernt. Er ist stubenrein, weiß, dass es Futter nur zu festen Zeiten gibt und hält sich an die Nachtruhe. Im besten Fall hat er auch die Grundlagen der Hundeerziehung bereits verinnerlicht und reagiert auf Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“ oder „Bei Fuß“.

  • Ältere Hunde sind dankbar und lernfreudig

Natürlich müssen auch erwachsene Hunde manchmal noch erzogen werden. Die beste Erziehung des Welpen nützt nichts, wenn Sie später nicht fortgeführt und konsequent beibehalten wird. Manche Hunderassen merken sofort, wenn Ihr Besitzer nachlässig wird und nutzen solche Schwachstellen schamlos aus. Ein gewisses Knowhow in Sachen Hundeerziehung sollten Sie als Halter deshalb in jedem Fall besitzen – auch wenn Ihr neuer Hund bereits älter ist. Besonders wenn sich doch einmal schlechte Angewohnheiten verfestigt haben, braucht es Konsequenz und Geduld, um den Hund umzuerziehen.

Die Erziehung erwachsener Hunde ist dabei jedoch nicht zwangsläufig schwieriger oder komplizierter als bei einem Welpen. Denn das Gute ist: Hunde lernen nie aus. Bis ins hohe Alter sind sie in der Lage, sich Kommandos, Regeln und bestimmte Verhaltensweisen anzueignen. Oft zeigen besonders erwachsene Hunde, die gemeinhin ruhiger und gelassener agieren und sich weniger durch ihre Umwelt ablenken lassen als Welpen, eine hohe Lernbereitschaft. Das zeigt sich auch im Training: Während Junghunde schnell überfordert sind, haben ältere Hunde eine viel längere Aufmerksamkeitsspanne.

Darüber hinaus erweisen sich ältere Hunde, die etwa aus dem Tierheim gerettet wurden, als besonders dankbare Zeitgenossen. Sie wissen, was sie Ihnen zu verdanken haben und werden alles tun, um Ihnen zu gefallen. Diese Dankbarkeit für die neue Chance, die Sie ihm gegeben haben, wird der Hund Ihnen jeden Tag zeigen – und dass nicht nur, wenn er sich an Sie kuschelt, sondern auch wenn er Ihre Befehle befolgen soll.

  • Senior-Hunde wissen auch das Nichtstun zu schätzen

Während Welpen vom Herumtollen nie genug bekommen und am liebsten den ganzen Tag mit Ihnen spielen würden, weiß ein älterer Hund seine Ruhezeiten zu schätzen. Gerne döst er in seinem Körbchen vor sich hin und regt sich auch nicht auf, wenn Sie ihn dabei mal für kurze Zeit allein lassen. Er freut sich auch über kurze Gassi-Runden und braucht nicht jeden Tag das „volle Programm“.

Wie viel Auslauf und Beschäftigung Ihr Hund genau benötigt, ist dabei natürlich von Hund zu Hund verschieden. Besonders Arbeits- und Gebrauchshunderassen bleiben ein Leben lang aktiv und brauchen auch im Alter noch eine sinnvolle Aufgabe. Doch selbst der sportlichste Vierbeiner lernt mit zunehmendem Alter auch mal die Ruhe zu genießen – schließlich lässt sich dabei prima Kraft tanken für den nächsten Spaziergang mit seinem Herrchen.

alte golden retriever mit alte frau
  • Sie sparen Geld

Im besten Fall ist der erwachsene Hund bei der Adoption bereits geimpft, entwurmt und ggf. gechipt. Viele ältere Hunde sind außerdem kastriert. Teure Tierarztrechnungen für Schutzimpfungen oder eine mögliche Kastration bleiben Ihnen beim Kauf eines älteren Hundes also in der Regel erspart. Darüber hinaus zahlen Sie für die Adoption eines Tierheim-Hundes in der Regel nur eine verhältnismäßig geringe Schutzgebühr. Und selbst wenn Sie Ihren älteren Hund bei einem Züchter kaufen, ist der Kaufpreis deutlich geringer, als bei einem reinrassigen Welpen, der gut und gerne 1.000 Euro und mehr kostet.

Natürlich kann es sein, dass Ihr Hund im Alter krank wird und Tierarztkosten entstehen – aber diese Kosten können auch beim Kauf eines Welpen früher oder später auf Sie zukommen. Mit einer bedarfsgerechten Ernährung, regelmäßigen Check-ups beim Tierarzt, der Einhaltung empfohlener Schutzimpfungen sowie einer artgerechten Haltung und Pflege können Sie außerdem viele Krankheiten vermeiden oder zumindest rechtzeitig erkennen, so dass eine schnellere und damit günstigere Behandlung möglich ist. Erkundigen Sie sich bei der Adoption des Hundes in jedem Fall, ob bereits Beschwerden aufgetreten sind und ob gegebenenfalls in der Familie des Hundes Krankheiten bekannt sind. Der Vorteil beim Kauf eines älteren Hundes ist schließlich, dass Sie sehen, „was“ Sie kaufen und sich auf mögliche Schwächen Ihres Tieres besser einstellen können.

Brauchen Sie noch mehr Gründe?

Als Käufer eines älteren Hundes wissen Sie, auf wen Sie sich einlassen – Sie kaufen also nicht die berühmt-berüchtigte „Katze im Sack“. Auch die Arbeit, die mit dem Kauf eines Welpen unweigerlich auf Sie zukommt (Impftermine, Besuch einer Hundeschule, Erziehungs- und Sozialisationstraining, häufigere Fütterungszeiten etc.) bleibt Ihnen bei der Adoption eines Adult-Hundes weitestgehend erspart. Menschen, die nicht täglich mehrere Stunden Welpen-Training erübrigen können, sind mit einem erwachsenen Vierbeiner daher manchmal besser beraten. Und auch wenn die Schnauze langsam grau und der Gang langsamer wird: Die Dankbarkeit und Liebe Ihres Hundes, dem Sie ein neues Zuhause und damit eine zweite Chance gegeben haben, werden die letzten Zweifel an der Adoption eines älteren Hundes garantiert beseitigen.

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