Bergamasker Hirtenhund

Bergamasker Hirtenhund

Der urwüchsige und wohl proportionierte Bergamasker Hirtenhund mit den verfilzten Zotten ist mittelgroß und zeichnet sich durch eine besonders innige Bindung zu seinen Menschen aus.

Eigenschaften

Ursprünglich als Hirtenhund in den italienischen Alpen gezüchtet, war der Bergamasker seiner Herde und seinem Hirten stets treu verbunden. Diese innige Bindung, seine Zuverlässigkeit und seine Gutmütigkeit zeichnen ihn bis heute aus und machen den kinderlieben Italiener heute zu einem liebenswürdigen und unkomplizierten Familienhund, der am täglichen Leben seiner Familie teilhaben möchte. Er genießt den engen Kontakt zu seinen Menschen, liebt das Spielen mit den Kindern und blüht in der Gesellschaft mit all seinen Lieben regelrecht auf. Das Alleinsein liegt dem Familienhund hingegen eher nicht.

Lässt sich der Bergamasker leicht erziehen?

Dank seines menschenbezogenen Wesens und seiner Intelligenz erweist er sich als leichtführiger und gut erziehbarer Hund – wenngleich er durchaus seinen eigenen Kopf hat. Ein Bergamasker hört keineswegs blind auf alle Befehle. Der Grund hierfür ist nicht etwa Sturheit, sondern einfach Pragmatismus: Er muss hinter den Kommandos seines Herrchens einen Sinn erkennen können. Selbständiges Handeln und die Fähigkeit situationsbezogen zu denken liegt dem Hirtenhund, der in seinen Anfängen oft die alleinige Verantwortung für eine ganze Herde hatte, einfach im Blut. Eine gewisse Freiheit sollte man diesem Rassehund also zugestehen. Dazu gehört auch, dass er über viel Auslauf und Bewegungsmöglichkeiten verfügen sollte. Als Hüte- und Gebrauchshund möchte er „arbeiten“: Ausgedehnte Spaziergänge, gemeinsame Fahrradtouren und Beschäftigungsspiele, die ihn auch geistig fordern, sind unerlässlich, um den intelligenten Naturburschen zufrieden zu stellen.

Gutmütiger Kinderfreund und zuverlässiger Wachhund

Körperlich und geistig ausgelastet zeigt er sich im Haus als überaus entspannter und geduldiger Hund, der seinen Menschen ausgesprochen viel zurückgibt. So ist er nicht nur ein ausgeglichener und stets gut gelaunter Partner, sondern auch ein gutmütiger Babysitter und ein zuverlässiger und aufmerksamer Wachhund, der seinen Menschen jederzeit mutig und beschützend zur Seite steht.

Erscheinungsbild

Viel zu tun hat der Bergamasker als Wachhund allerdings nicht – was nicht nur an seiner recht geringen Verbreitung, sondern auch an seinem beeindruckenden Äußeren liegt. Meist genügt ein Blick dieses kräftigen Hundes mit den gewaltigen Zotten und jeder Angreifer besinnt sich eines Besseren. Wie sein ursprüngliches Herkunftsgebiet so wirkt auch der Bergamasker immer noch wild und urwüchsig. Sein außergewöhnlich rustikales Zottelfell, das ihn vor jeder Witterung schützt, verleiht ihm einen verwegenen und unerschrockenen Ausdruck.

Gewaltige Haarpracht

Die langen gewellten Zotten, bei denen sich Unterhaar und Wolle ineinander verwebt und verfilzt haben, bedecken den gesamten hinteren Bereich, sollten allerdings nie so lang sein, als dass seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt wäre. In den vorderen Körperpartien, an Kopf, Schulter und auch an der Rute, dominiert das rauere Deckhaar (Ziegenhaar), das im Gegensatz zu den Zotten wöchentlich gebürstet werden sollte. Farblich präsentiert sich der Hirtenhund vornehmlich in den unterschiedlichsten Grauvariationen, aber auch einfarbig schwarze, merle-farbene oder falbfarbene (rötlich-braune) Hunde mit weißen Abzeichen sind zugelassen.

Trotz dieser gewaltigen Haarpracht wirkt der mittelgroße Hirtenhund niemals schwer oder plump. Im Gegenteil, der Bergamasker ist äußerst wendig und besitzt eine gut proportionierte und sportliche Statur. Bei einer Schulterhöhe von 54 bis 56 cm bei Hündinnen und 58 bis 60 cm bei Rüden liegt das Gewicht dieser Rassehunde zwischen 26 bis maximal 38 kg.

Geschichte

Der urtümliche Hirtenhund mit den charakteristischen Zotten gehört zu einer der ältesten Hunderasse Italiens. Zwar konnte seine genaue Herkunft bislang nicht abschließend geklärt werden, doch es wird vermutet, dass seine Vorfahren bereits vor ca. 2000 Jahren im Gefolge phönizischer und römischer Soldaten aus dem asiatischen Raum nach Italien gelangten. Sicher ist, dass der „Cane da Pastore Bergamasco“ (oder auch einfach „Cane delle Alpi“) ab dem 16. Jahrhundert in den italienischen Alpen beheimatet ist, wie erste schriftliche Aufzeichnungen von Wanderhirten belegen.

Welche Aufgaben hatte der Bergamasker Hirtenhund ursprünglich?

Unter den dort ansässigen Hirten machte sich der originelle Hund dank seines herausragenden Arbeitseifers und seiner bedingungslosen Treue einen Namen. Er führte die Viehherden von Weide zu Weide und beschützte Hirte und Herde zuverlässig und mutig vor jedweden Angriffen. Trotz seiner positiven Eigenschaften und seiner großen Verdienste als Hirtenhund, blieb der Bergamasker jenseits der Alpen lange unbekannt. Zwar wurde im Jahr 1898 ein erster Standard formuliert, doch italienische Kynologen wurden erst Mitte des 20. Jahrhunderts wirklich auf ihn aufmerksam. 1959 erkannte der Internationale Hundeverband FCI den Bergamasker schließlich als Hüte- und Gebrauchshund an und machte ihn damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

bergamasker hirtenhund im grass

Zucht

Bis heute ist dieser außergewöhnliche Vierbeiner jedoch ein sehr seltener Rassehund. Lange Zeit blieben die Hirten der abgelegenen Alpenregionen mit ihren Hunden unter sich und züchteten sie ausschließlich für den Eigenbedarf. Auch wenn sich mittlerweile ein paar Liebhaber auf nahezu allen Kontinenten finden lassen, gibt es weltweit nur ca. 2000 Bergamasker Hirtenhunde. Nur 200 von ihnen werden zur Zucht eingesetzt.

Weite Wege und lange Wartezeiten für einen Welpen

Einen geeigneten Züchter in der Nähe zu finden, dürfte bei diesem seltenen Rassehund daher eher schwierig werden. Doch wenn Sie sich wirklich in einen Bergamasker verliebt haben und sicher sind, dass Sie seinem Bewegungs- und Beschäftigungsdrang sowie seinem intensiven Bedürfnis nach viel menschlicher Nähe nachkommen können, sollte Ihnen kein Weg zu weit und keine Wartezeit auf einen Welpen zu lang sein.

Gesundheit

Ein Bergamasker ist für jede Familie eine Bereicherung. Dabei bereitet nicht nur sein gutmütiges und aufgewecktes Wesen Freude, sondern auch seine Robustheit und Vitalität. Teure Tierarztrechnungen müssen Sie bei diesem durchweg gesunden Rassehund nicht befürchten. Eine Lebenserwartung von 15 Jahren ist bei ihm keine Seltenheit – schließlich ist der Bergamasker von jeglicher Modezucht verschont geblieben. Anders als bei vielen anderen Hunderassen seiner Größe, die viele gesundheitliche Tests vor der Zuchtzulassung durchlaufen müssen, wird bei ihm lediglich eine Röntgenaufnahme der Hüfte verlangt.

Wie viel Pflege bedarf der Bergamasker?

Ähnlich überschaubar erweist sich die Pflege dieses Hirtenhundes. Damit die typischen Zotten entstehen, darf das weiche Fell des Welpen nicht gekämmt werden. Eine Ausnahme bilden nur die Bereiche um den Kopf, Schulter und an der Rute, die einmal wöchentlich mit einer Bürste in Kontakt kommen sollten. Im zweiten Lebensjahr verfilzt das länger gewordene Welpenhaar, indem sich Unterhaar und Wolle ineinander verweben. Die großflächigen Filzplatten werden schließlich in die charakteristischen Zotten getrennt. Damit seine Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird, sollten die langen und leicht welligen Zotten ab und zu gekürzt werden.

Nichts für Sauberkeitsfanatiker!

Dank der Verfilzungen haart der Bergamasker in der Wohnung kaum, allerdings bleibt in der verfilzten Haarstruktur natürlich auch allerhand Dreck hängen. Einen Bergamasker nach einem ausgedehnten Waldspaziergang im Herbst wieder so sauber zu bekommen, dass er nicht den ganzen Dreck auf Teppichböden und der Couch verteilt, ist daher schon ein Stück Arbeit. Für „Sauberkeitsfanatiker“ ist dieser urwüchsige Naturbursche eher nichts. Sonne, Regen, Kälte oder Wind machen dem robusten Hund nichts aus. Allerdings sollte man bedenken, dass die Zotten nicht sehr schnell trocknen. Nach einem Ausflug durch den Regen bleibt das Fell längere Zeit feucht und es kann zum typischen „Hundgeruch“ kommen.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält, ist für die gesunde Entwicklung des Bergamaskers genauso wichtig wie für alle anderen Hunde auch. Grundsätzlich ist dieser Rassehund allerdings nicht anspruchsvoll. Wenn Sie sein Futter nicht selbst zubereiten können oder wollen, akzeptiert er auch Fertignahrung ohne Probleme. Egal ob Trocken- oder Nassfutter, BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) oder selbst Gekochtes, wichtig ist, dass die Zusammensetzung stimmt und Ihr Hund mit allen nötigen Mineralien und Nährstoffen versorgt ist, die er braucht. Welche das sind und in welcher Menge er diese braucht, hängt dabei von vielen individuellen Faktoren ab. Alter, Gewicht und Aktivitätsgrad sollten bei der Auswahl des Futters deshalb berücksichtigt werden. Viele Besitzer eines Bergamaskers bevorzugen übrigens Trockenfutter, denn die Barthaare nach dem Verzehr von Nassfutter wieder sauber zu bekommen, ist zuweilen eine Herausforderung.

Haltung

Während der Bergamasker in Bezug auf seine Ernährung und seine tägliche Pflege eher wenige Ansprüche stellt, dürfen seine Anforderungen an körperlicher und geistiger Beschäftigung nicht unterschätzt werden. Auch als Familienhund möchte der tüchtige Hirtenhund „gebraucht“ werden. Die täglichen Spaziergänge sollten daher nicht nur ausgiebig, sondern auch abwechslungsreich sein. Such- und Apportierspiele oder das Beibringen kleiner „Kunststücke“ sind eine gute Möglichkeit, um den intelligenten Hund zur Kopfarbeit zu animieren. Entsprechend begeistert zeigt sich der arbeits- und bewegungsfreudige Vierbeiner auch beim Hundesport. Ob Dogdancing, Mantrailing, Agility oder auch eine Ausbildung zum Begleit-, Fährten- oder Rettungshund bieten sich für den vielseitigen Bergamasker an.

Was braucht ein Bergamasker Hirtenhund zum Glücklichsein?

Körperlich und geistig ausgelastet, zeigt er im Haus seine ruhige und ausgeglichene Seite. Eine kleine Wohnung würde diesem naturverbundenen Rassehund allerdings nicht gerecht werden. Als Halter eines Bergamasker Hirtenhundes sollte man ein Haus mit einem großen, eingezäunten Garten besitzen, in dem er sich bei Wind und Wetter austoben kann.

Sie merken, es braucht schon etwas Platz, Zeit und Vitalität, um diesen originellen Hund zufrieden zu stellen. Als Dank erhalten Sie mit dem Bergamasker jedoch einen unglaublich liebenswürdigen und gutmütigen Begleiter, der für seine Familie alles tun würde.

Meistgelesene Beiträge

Katzenalter

Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren, wobei es hier auch auf die Rasse und Gewicht des Hundes ankommt. Wie lässt sich also das Katzenalter bestimmen? Und wie alt werden Katzen überhaupt? Ab welchem Alter gelten Katzen als Seniorenkatzen?

Die 10 beliebtesten Zierfische für Ihr Aquarium

Die Haltung von Zierfischen wird immer beliebter. Kein Wunder, schließlich ist der Anblick der bunten Unterwasserwelt im eigenen Wohnzimmer nicht nur faszinierend, sondern auch beruhigend und entspannend in unserem sonst so hektischen Alltag. Doch welche Fische eignen sich am besten für das eigene Aquarium? Wir stellen Ihnen die 10 beliebtesten Süßwasserfische und ihre Eigenschaften vor.

Kitten entwurmen

Wurmbefall kommt bei jungen Kätzchen relativ häufig vor. Bleibt er unbehandelt, so kann er zu ernsthaften Erkrankungen führen. Glücklicherweise lassen sich die Parasiten aber recht einfach bekämpfen, sobald das Problem erkannt wurde. Lassen Sie Ihre kleinen “Tiger zum Streicheln”, wie Victor Hugo Katzen liebevoll bezeichnete, erstmals drei Wochen nach der Geburt entwurmen und anschließend wiederkehrend alle drei bis vier Wochen. Das ist jedoch nur ein allgemeiner Richtwert. Nur ein Tierarzt kann letztendlich darüber entscheiden, in welchem Zyklus Sie Ihre Kitten entwurmen sollten. Gerade auch in Tierheimen müssen sehr häufig Wurmmittel verabreicht werden, weil sich die Kitten leider teils im sehr schlechten Zustand befinden, wenn sie dort abgegeben werden.