Bergamasker Hirtenhund

Der urwüchsige und wohl proportionierte Bergamasker Hirtenhund mit den verfilzten Zotten ist mittelgroß und zeichnet sich durch eine besonders innige Bindung zu seinen Menschen aus. Erfahren Sie, was den Zottelhund außerdem auszeichnet.

Bergamasker Hirtenhund

Den Bergamasker Hirtenhund erkennt man auf einen Blick an seinem zottigen Fell.

Aussehen: Gewaltige Haarpracht, wendiger Kern

Wie sein ursprüngliches Herkunftsgebiet, die italienischen Alpen, so wirkt auch der Bergamasker wild und urwüchsig. Sein außergewöhnlich rustikales Zottelfell, das ihn vor jeder Witterung schützt, verleiht ihm einen verwegenen und unerschrockenen Ausdruck und eine imposante Erscheinung.

Unverkennbar: Was macht das Fell dieser Rasse aus?

Die langen gewellten Zotten, bei denen sich Unterhaar und Wolle ineinander verwoben und verfilzt haben, bedecken den gesamten hinteren Bereich des Tiers. Sie sollten allerdings nie so lang sein, dass sie die Bewegungsfreiheit des Vierbeiners einschränken.

In den vorderen Körperpartien, an Kopf, Schulter und auch an der Rute, dominiert das rauere Deckhaar (Ziegenhaar), das im Gegensatz zu den Zotten wöchentlich gebürstet werden sollte.

Farblich präsentiert sich der italienische Hirtenhund vornehmlich in unterschiedlichsten Grauvariationen. Zugelassen sind außerdem einfarbig schwarze, merle-farbene oder falbfarbene (rötlich-braune) Hunde mit weißen Abzeichen.

Wie groß und schwer wird ein Bergamasker Hirtenhund?

Trotz seiner gewaltigen Haarpracht wirkt der mittelgroße Hirtenhund niemals schwer oder plump. Im Gegenteil: Der Bergamasker ist äußerst wendig und besitzt eine gut proportionierte und sportliche Statur.

Bei einer Schulterhöhe von 54 bis 56 Zentimeter bei Hündinnen und 58 bis 60 Zentimeter bei Rüden liegt das Gewicht dieser Rassehunde zwischen 26 bis maximal 38 Kilogramm.

Eigenschaften: Welchen Charakter hat der zottelige Hütehund?

Ursprünglich als Hirtenhund in den italienischen Alpen gezüchtet, war der Bergamasker seiner Herde und seinem Hirten stets treu verbunden. Diese innige Bindung, seine Zuverlässigkeit und seine Gutmütigkeit zeichnen ihn bis heute aus.

Ein Bergamasker bereitet mit seinem gutmütigen und aufgeweckten Wesen Freude. Körperlich und geistig ausgelastet zeigt er sich im Haus als entspannter und geduldiger Hund, der seinen Menschen ausgesprochen viel zurückgibt. So ist er nicht nur ein ausgeglichener und stets gut gelaunter Partner, sondern auch ein gutmütiger Babysitter und ein zuverlässiger und aufmerksamer Wachhund.

Lässt sich der Bergamasker leicht erziehen?

Dank seines menschenbezogenen Wesens und seiner Intelligenz erweist sich dieser Vierbeiner als leichtführig und gut erziehbar. Dennoch hat er seinen eigenen Kopf und hört keineswegs blind auf alle Befehle. Das ist keine Sturheit, sondern Pragmatismus: Er muss hinter den Kommandos seines Herrchens einen Sinn erkennen können.

Selbständiges Handeln und die Fähigkeit situationsbezogen zu denken, liegen dem italienischen Hütehund im Blut. Denn früher hatte er oft die alleinige Verantwortung für eine ganze Herde.

Haltung und Pflege: Wie aufwendig ist das Halten eines Bergamaskers?

Damit die typischen Zotten entstehen, darf das weiche Fell des Welpen nicht gekämmt werden. Eine Ausnahme bilden nur die Bereiche um den Kopf, Schulter und an der Rute, die einmal wöchentlich mit einer Bürste in Kontakt kommen sollten.

Im zweiten Lebensjahr verfilzt das länger gewordene Welpenhaar, indem sich Unterhaar und Wolle ineinander verweben. Die großflächigen Filzplatten werden schließlich in die charakteristischen Zotten getrennt.

Damit seine Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird, sollten die langen und leicht welligen Zotten ab und zu gekürzt werden.

Bergamasker Hirtenhund Fell © volofin / stock.adobe.com
Das Fell des italienischen Hirtenhunds ist pflegeleichter als es aussieht, zieht allerdings viel Dreck an.

Weitere Tipps zur Hundepflege bieten unsere Ratgeber:

Pflegeleicht und wenig haarend, aber anfällig für Dreck

Dank der Verfilzungen haart der Bergamasker in der Wohnung kaum. Allerdings bleibt in der verfilzten Haarstruktur allerhand Dreck hängen. Einen Bergamasker nach einem ausgedehnten Waldspaziergang im Herbst so zu säubern, dass er die Natur nicht auf Teppichböden und der Couch verteilt, ist ein ganzes Stück Arbeit.

Für „Sauberkeitsfanatiker“ ist dieser urwüchsige Naturbursche eher nichts. Dafür machen Sonne, Regen, Kälte oder Wind dem robusten Hund nichts aus. Bedenken Sie jedoch, dass die Zotten nur langsam trocknen. Nach einem Ausflug durch den Regen bleibt das Fell längere Zeit feucht und es kann zum typischen „Hundgeruch“ kommen.

Sind Bergamasker Hunde gute Familienhunde?

Sein Charakter macht den kinderlieben Italiener zu einem liebenswürdigen und unkomplizierten Familienhund, der am täglichen Leben seiner Familie teilhaben möchte. Er genießt den engen Kontakt zu seinen Menschen, liebt das Spielen mit den Kindern und blüht in der Gesellschaft mit all seinen Lieben regelrecht auf. Das Alleinsein liegt dem Familienhund hingegen eher nicht.

Wohnung oder Haus: Was braucht ein Bergamasker Hirtenhund zum Glücklichsein?

Körperlich und geistig ausgelastet, zeigt er im Haus seine ruhige und ausgeglichene Seite. Eine kleine Wohnung würde diesem naturverbundenen Rassehund allerdings nicht gerecht werden. Als Halter eines Bergamasker Hirtenhundes sollte man ein Haus mit einem großen, eingezäunten Garten besitzen, in dem er sich bei Wind und Wetter austoben kann.

Sport und Aktivität: Beschäftigung für den Hirten

Diese Hunderasse braucht viel Auslauf und ausreichende Bewegungsmöglichkeiten. Als Hüte- und Gebrauchshund möchte der Bergamasker „arbeiten“.

Ausgedehnte Spaziergänge, gemeinsame Fahrradtouren und Beschäftigungsspiele, die ihn auch geistig fordern, sind unerlässlich, um den intelligenten Naturburschen zufriedenzustellen. Die täglichen Gassirunden sollten deshalb nicht nur ausgiebig, sondern auch abwechslungsreich sein.

Welche Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es?

Such- und Apportierspiele oder das Beibringen kleiner „Kunststücke“ sind eine gute Möglichkeit, um den intelligenten Hund zur Kopfarbeit zu animieren. Entsprechend begeistert zeigt sich der arbeits- und bewegungsfreudige Vierbeiner auch beim Hundesport. Ob Dogdancing, Mantrailing, Agility oder auch eine Ausbildung zum Begleit-, Fährten- oder Rettungshund bieten sich für den vielseitigen Bergamasker an.

Gesundheit: Wie robust ist der Bergamasker?

Hohe Tierarztrechnungen sind bei diesem robusten Rassehund kaum zu befürchten. Anders als bei vielen anderen Hunderassen seiner Größe, die viele gesundheitliche Tests vor der Zuchtzulassung durchlaufen müssen, wird bei ihm lediglich eine Röntgenaufnahme der Hüfte verlangt.

Wie alt wird ein Bergamasker?

Eine Lebenserwartung von 15 Jahren ist bei dieser Rasse keine Seltenheit – schließlich ist der Bergamasker von jeglicher Modezucht verschont geblieben.

Zu einem möglichst langen Hundeleben können Sie mit ausgewogener Ernährung beitragen, die alle wichtigen Nährstoffe enthält. Wenn Sie sein Futter nicht selbst zubereiten können oder wollen, akzeptiert dieser Vierbeiner auch Fertignahrung ohne Probleme.

Tipp: Viele Besitzer eines Bergamaskers bevorzugen Trockenfutter, denn die Barthaare nach dem Verzehr von Nassfutter wieder sauber zu bekommen, ist zuweilen eine Herausforderung.

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Kauf: Wo findet man einen Bergamasker Hirtenhund?

Der außergewöhnliche Vierbeiner gehört zu den seltenen Hunderassen. Lange Zeit blieben die Hirten der abgelegenen Alpenregionen mit ihren Hunden unter sich und züchteten sie ausschließlich für den Eigenbedarf.

Auch wenn sich mittlerweile ein paar Liebhaber auf nahezu allen Kontinenten finden lassen, gibt es weltweit nur etwa 2.000 Bergamasker Hirtenhunde und nur 200 von ihnen werden zur Zucht eingesetzt. Einen geeigneten Züchter in der Nähe zu finden, erfordert bei diesem seltenen Rassehund viel Geduld.

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Geschichte des italienischen Hirtenhunds

Der urtümliche Hirtenhund mit den charakteristischen Zotten ist eine der ältesten Hunderassen Italiens. Zwar ist seine genaue Herkunft bislang nicht abschließend geklärt. Allerdings vermutet man, dass seine Vorfahren bereits vor rund 2.000 Jahren im Gefolge phönizischer und römischer Soldaten aus dem asiatischen Raum nach Italien gelangten.

Sicher ist, dass der „Cane da Pastore Bergamasco“ oder auch einfach „Cane delle Alpi“ seit dem 16. Jahrhundert in den italienischen Alpen beheimatet ist, wie erste schriftliche Aufzeichnungen von Wanderhirten belegen.

Welche Aufgaben hatte der Bergamasker Hirtenhund ursprünglich?

Unter den dort ansässigen Hirten machte sich der originelle Hund dank seines herausragenden Arbeitseifers und seiner bedingungslosen Treue einen Namen. Er führte die Viehherden von Weide zu Weide und beschützte Hirte und Herde zuverlässig und mutig vor Angriffen.

Trotz seiner positiven Eigenschaften und seiner großen Verdienste als Hirtenhund, blieb der Bergamasker jenseits der Alpen lange unbekannt. Zwar wurde im Jahr 1898 ein erster Standard formuliert, doch italienische Kynologen wurden erst Mitte des 20. Jahrhunderts auf ihn aufmerksam.

1959 erkannte der Internationale Hundeverband FCI den Bergamasker schließlich als Hüte- und Gebrauchshund an und machte ihn damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

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Fazit: Schöner, aber seltener Zottel

Um diesen originellen Hund zufrieden zu stellen, sind Platz, Zeit und Vitalität gefragt. Vor allem brauchen Fans der Rasse aber Geduld, wenn sie einen Bergamasker-Welpen adoptieren möchten. Wer einen der Zottelvierbeiner findet, darf sich auf einen liebenswürdigen und gutmütigen Begleiter freuen, der für seine Familie alles tun würde.

Steckbrief zum Bergamasker Hirtenhund

Besonderheiten:Der Bergamasker Hirtenhund ist ein freundlicher Hütehund aus Italien, dessen zottiges Fell ihn einzigartig macht.
Charakter:umgänglich, menschenbezogen, geduldig, intelligent
Widerristhöhe:
Hündinnen: 54-56 cm
Rüden: 58-60 cm
Gewicht:Hündinnen: 26-32 kg
Rüden: 32-38 kg
Fell: lange, gewellte Zotten und raues Deckhaar
Farben: unterschiedliche Grauvariationen, zugelassen sind auch einfarbig schwarze, merle-farbene oder falbfarbene (rötlich-braune) Hunde mit weißen Abzeichen
Fellpflege:raues Deckhaar einmal die Woche bürsten
Auslauf:braucht viel Auslauf, Beschäftigung und Abwechslung
Anfängerhund: nur für erfahrene Halter
Bellen: bellt, wenn es Anlass gibt
Lebenserwartung:ca. 15 Jahre
Typische Krankheiten:robuste Hunderasse
FCI-Gruppe: 1
Herkunft:Italien

Quellen:

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