Unter Schlittenhundefahrern war der Alaskan Husky – im Gegensatz zu seinen reinrassigen Verwandten – lange Zeit verpönt. Doch das Image des Mischlings verbessert sich – und das aus gutem Grund. Lesen Sie hier, wieso der Alaskan Husky auch als nicht offizielle Hunderasse Anerkennung verdient.
Bei dem Namen „Husky“ fallen den meisten Hundefans blaue Knopfaugen, ein wuscheliger Pelz und eine weiß-schwarze Fellzeichnung ein. Doch der Alaskan Husky erfüllt diese weitverbreiteten Vorstellungen in der Regel nicht vollständig. Denn der Alaskan Husky ist aufgrund seines Ursprungs aus verschiedenen Kreuzungen überaus wandlungsfähig.
Während die meisten Alaskans blaue Augen haben, gibt es auch einige mit brauner Augenfarbe. Auch können Sie zwischen Tieren mit Steh- oder Schlappohren unterscheiden.
Größe und Gewicht des Alaskan Huskys
Alaskan Huskys werden in der Regel 50 bis 60 Zentimeter groß (Widerristhöhe). Dabei gibt es Tiere, die einen athletischen Körperbau vorweisen und unter 20 Kilogramm wiegen. Andere Exemplare wiederum entsprechen eher dem „typischen“ Bild eines Huskys und erreichen ein Gewicht von bis zu 50 Kilogramm.
Auch das Geschlecht bestimmt die Größe des Hundes. So sind Rüden in der Regel größer als die zierlicheren Hündinnen.
Alaskan Husky vs. Siberian Husky
Auch in Bezug auf die Farbe können Sie sich beim Alaskan Husky auf eine große Vielfalt einstellen. So können Sie braune, weiße, schwarze oder gescheckte Hunde finden.
Im Gegensatz zum Siberian Husky besitzt der Alaskan Husky in der Regel keine typische weiße Gesichtsmaske. Auch ist das Fell der besonderen Linie etwas dünner, reicht aber dennoch für kalte Schneetage aus.
Charakter: Familienhund und Rennhund zugleich
Ein Alaskan Husky ist aufgrund seiner Verträglichkeit und Genügsamkeit gegenüber Menschen nicht nur für sportliche Singles, sondern auch für Familien mit Kindern geeignet. Selbstverständlich sollten diese alt genug sein, um einen respektvollen Umgang mit Tieren begreifen zu können.
Freundlicher Hund mit starkem Jagdtrieb
Beim Gassigehen sollten jedoch Sie als Erwachsener die Leitung übernehmen. Denn fortlaufende Kaninchen oder Rehe bringen den freundlichen Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb oftmals dazu, wie eine Rakete durchzustarten.
Und da Wilderei oder Hetzerei durch freilaufende Hunde strafbar ist und nicht zuletzt für die Wildtiere pure Angst bedeutet, sollten Sie als Hundebesitzer genügend Kraft besitzen, Ihren schweren Hund an der Leine zu halten.
Konsequente Erziehung erforderlich
Um solche Situationen zu vermeiden, sollten Sie natürlich auch auf eine gute Hundeerziehung setzen. Das Gute: Der Alaskan Husky ist zwar manchmal ein stures, aber dennoch intelligentes Wesen. Er liebt sein Rudel und nimmt Neuzugänge mit Freude auf. Als Wachhund ist der Alaskan Husky also eher nicht geeignet.
Alaskan Huskys gibt es in verschiedenen Varianten – und das macht die Zuchtlinie so interessant.
Haltung: Worauf ist bei einem Alaskan Husky zu achten?
Regel Nummer eins lautet: Huskys sind aktive und neugierige Hunde. Sie wollen Beschäftigung und sind nicht dafür gemacht, für lange Zeit in einer Wohnung auf Ihren Feierabend zu warten. Auch reichen den aktiven Tieren kurze Spaziergänge nicht aus und langweilen sie schnell.
Dass überforderte Husky-Besitzer kurze Zeit nach dem Kauf oder der Adoption den Neuzugang wieder abgegeben oder gar aussetzen, ist deshalb traurigerweise keine Seltenheit. Sie sollten daher unbedingt ausreichend Zeit mitbringen und viel Lust auf Bewegung haben.
Wie beschäftige ich meinen Alaskan Husky richtig?
Der Alaskan Husky besitzt viel Ausdauer. Als Hundehalter sollten Sie diese Eigenschaft mit ihm teilen. Denn ohne Sport geht es dem Alaskan, wie eigentlich allen Huskys, bald schlecht.
Natürlich kommt für den Alaskan Husky insbesondere das Schlittenhunderennen infrage. Doch diese Sportart ist natürlich nicht für jede Person geeignet.
Sportarten für Husky-Besitzer
Als Alternative können Sie folgende Hundesportarten mit Ihrem Hund ausprobieren:
Zughundesport, z. B. Ski- oder Bikejöring (Ziehen eines Ski- oder Fahrradfahrers)
Gemeinsames Fahrradfahren, Joggen oder Wandern sind ebenfalls schöne sportliche Aktivitäten, die Sie gemeinsam mit Ihrem Liebling unternehmen können. Im Grunde kommt es vor allem darauf an, dass das gemeinsame Hobby sowohl Ihrem ausdauernden Hund also auch Ihnen Spaß macht.
Auch in der warmen Jahreszeit ist eine Fahrt mit dem Hundeschlitten möglich.
Ernährung: Was frisst ein Alaskan Husky?
Wer sich viel bewegt, hat auch einen großen Hunger. Dementsprechend hat sich Ihr Alaskan nach einem sportiven Tag hochwertiges Futter verdient, das seinen hohen Bedarf ausreichend deckt.
Ob Nassfutter oder Trockenfutter, hier entscheidet der Geschmack Ihres Hundes. Generell sollten Sie bei der Wahl des Hundefutters auch auf den allgemeinen Zustand und das Alter Ihres Hundes achten.
Fütterungstrend Barfen
Besonders beliebt bei einigen Husky-Besitzern ist das Barfen (biologisch artgerechte Rohfütterung). Diese spezielle Fütterungsweise setzt jedoch große Fachkenntnisse, Zeit und Hygienestandards voraus. Bevor Sie sich für eine Futterumstellung entscheiden, sollten Sie sich diesbezüglich im Vorhinein die Zustimmung Ihres Tierarztes einholen.
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Pflege: Pflegeleicht und genügsam
Das Fell von Huskys pflegt sich fast von selbst. Lediglich bei starken Verschmutzungen nach schlammigen Regentagen oder im Fellwechsel sollten Sie Ihren Hund bei der Fellpflege unterstützen.
Hierbei reicht eine Bürste oder ein Kamm in der Regel aus. Baden sollten Sie Ihren Husky nur in den seltensten Fällen – und dann nur mit speziellem Hundeshampoo.
Weitere Tipps rund um die Hundepflege lesen Sie in unserem Magazin:
Der Alaskan Husky gilt als sehr robust. Für ihn gelten damit die gleichen Regeln wie für andere Haustiere: Eine artgerechte Haltung und Fütterung sorgen für eine gute Gesundheit.
Während für diesen Vierbeiner auch die Fitness eine große Rolle spielt, sollten Sie dennoch nicht damit übertreiben. Denn eine Überbelastung der Gelenke kann Arthrose verursachen, einen für Ihren Hund schmerzhaften Gelenkverschleiß. Um Ihren Schützling davor zu bewahren, sollten Sie das Training langsam beginnen und immer an den Zustand Ihres Hundes anpassen.
Alaskan Husky Enzephalopathie (AHE)
Darüber hinaus gibt es beim Alaskan Husky noch eine ab und an vorkommende Erbkrankheit. Diese führt bereits im Welpenalter zu Störungen des Zentralnervensystems (ZNS). Die Rede ist von der Alaskan Husky Enzephalopathie (AHE).
Die betroffenen Tiere erleiden Krampfanfälle, sind blind und haben Koordinationsstörungen. Auch Lahmheit oder Verhaltensänderungen können auftreten. Nicht selten führt die Erkrankung zum Versterben der Hunde.
Der Auslöser dieses Gendefekts ist eine monogen, autosomal rezessiv vererbbare Mutation. Es kann also sein, dass die Elterntiere keine äußerlichen Anzeichen zeigen, die Erkrankung aber auf die Nachkommen übertragen. Aus diesem Grund sind Zuchtuntersuchungen sowie die Anfertigung familiärer Stammbäume von großer Wichtigkeit.
Wie alt werden Alaskan Huskys?
Ein Alaskan Husky wird durchschnittlich etwa 14 Jahre alt. Das ist für einen Hund seiner Größe eine verhältnismäßig hohe Lebenserwartung.
Geschichte: Polarhunde aus dem Norden
Schon vor 4.000 Jahren setzten in Nordamerika oder in Sibirien lebende Völker Rassen wie den Samojeden oder Siberian Husky als Schlittenhunde ein. Sie halfen dem Menschen als Zug- und Lasttiere auf der Jagd.
Durch Kreuzungen entstanden
Als Hundezüchter in Nordamerika die ursprünglichen Huskys mit Windhunden und Jagdhunden kreuzten, entstand der Alaskan Husky. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Alaskan Malamute.
Im Gegensatz zu seinen Ahnen ist der Alaskan Husky jedoch keine standardisierte Hunderasse. Er stellt vielmehr einen aus anderen Hunden entwickelten Hundetyp dar. Von der FCI ist der Alaskan Husky daher nicht als eigenständige Rasse anerkant.
Kauf: Wo finde ich einen Alaskan Husky?
Huskys sind auch in Deutschland aufgrund ihrer Schönheit sehr beliebte Hunde. Doch leider kommt diese Eigenschaft nicht allen Exemplaren zugute. So können Sie als Interessierter schnell dubiosen Händlern zum Opfer fallen, die kranke Welpen auf der Straße oder aus dem Auto heraus verkaufen.
Vermittung durch den Tierschutz
Um dem ein Ende zu setzen, ist es wichtig, dass Sie sich vor dem Kauf über seriöse Züchter informieren. Auch einige Tierheime oder Tierschutzorganisationen vermitteln regelmäßig Huskys, die ihr Zuhause verloren haben.
Sie wollen einen Alaskan Husky kaufen oder adoptieren? In unseren Ratgebern finden Sie alle wichtigen Informationen:
Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Alaskan Husky
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das vierbeinige Energiebündel aus den USA.
Was versteht man unter einem Alaskan Husky?
Der Alaskan Husky ist keine eigenständige Hunderasse, sondern ein Hundetyp, der in unterschiedlichen Linien gezüchtet wird. Er wird als Schlittenhund, Familienhund und Begleithund gehalten.
Was ist der Unterschied zwischen Alaskan Husky und Siberian Husky?
Im Gegensatz zum Alaskan Husky ist der Siberian Husky eine von der FCI offiziell anerkannte Hunderasse. Der Siberian Husky wird in der Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp, geführt. Seriöse Züchter halten die Rassestandards in Bezug auf Größe, Fellfarbe und Wesen ein. Beim Alaskan Husky gibt es solche festen Zuchtstandards nicht. Nichtsdestotrotz haben sich inzwischen auch beim Alaskan einige Zuchtlinien entwickelt, deren Stammbäume weit zurückreichen, sodass sie einer offiziell anerkannten Rasse sehr nahekommen.
Welche Rasse ist besser: Siberian Husky oder Alaskan Husky?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Generell lässt sich allerdings festhalten, dass der Alaskan Husky ursprünglich gezüchtet wurde, um einen optimalen Schlittenhund zu erhalten. Deswegen werden bei Schlittenhunderennen immer öfter Alaskans statt Siberian Huskys eingesetzt. Dementsprechend hoch ist sein Bewegungsbedarf.
Ist der Alaskan Husky für Anfänger geeignet?
Als ausdauernder, arbeitsfreudiger Hund ist der Alaskan Husky für Anfänger nicht unbedingt zu empfehlen. Er besitzt einen großen Bewegungsdrang sowie einen ausgeprägten Jagdtrieb, weshalb er von erfahrenen Haltern geführt werden solle.
Fazit: Passt ein Alaskan Husky zu mir?
Obwohl ein Alaskan Husky ein sehr guter Familienhund ist, verlangt er viel Aufmerksamkeit und Zeit von Ihnen – gerade im Vergleich zu weniger aktiven Hunden wie beispielsweise der Englischen Bulldogge. Sind Sie sich dessen bewusst und freuen Sie sich auf abenteuerliche Expeditionen mit Ihrem tierischen Freund, ist ein Alaskan Husky wie für Sie geschaffen.
Steckbrief zum Alaskan Husky
Besonderheiten:
Der Alaskan Husky ist ein vielseitiger Hundetyp, der aus Rassen wie dem Siberian Husky sowie verschiedenen Wind- und Jagdhunden entstanden ist.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
Das „bunte Schoßhündchen“ aus Russland, wie der Name übersetzt lautet, erfreut sich auch außerhalb seines Heimatlandes wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn schließlich ist der Bolonka Zwetna ein richtiger kleiner Sonnenschein, der mit seinem fröhlichen und unkomplizierten Charakter seinen Besitzern viel Freude bereitet.
Leichtführig, menschenfreundlich und belastbar: Der mittelgroße Labrador Retriever ist als Familienhund überaus beliebt. Als ursprünglicher Arbeitshund möchte er aber auch körperlich und geistig gefordert werden.
Der Zwergspitz beeindruckt nicht mit Größe, dafür aber mit Freundlichkeit, Selbstbewusstsein und Energie. Kein Wunder also, dass immer mehr Vierbeiner dieser Spitz-Variante die Herzen zahlreicher Hundefreunde erobern. Erfahren Sie im zooplus Magazin alles über den Pomeranian.