Tibet Terrier

tibet terrier

Anders als es sein Name vermuten ließe, ist dieser langhaarige Rassehund kein Terrier, sondern ein aus Tibet stammender Hütehund, dessen Aufgabe darin bestand, die Viehherden in Höhen um die 5000 Meter zu bewachen. Seine entsprechend robuste Gesundheit, seine enormen Sprung- und Kletterkünste sowie sein aufmerksames, charmantes Wesen hat er sich auch als heutiger Familienhund bewahrt.

Tibet Terrier Wesen

Charmanter Charakter mit eigenem Kopf

Für aktive Menschen mit einem Sinn für Humor ist dieser charmante Rassehund mit dem langen Fell der passende Partner. Denn der Tibet Terrier ist ein wahrer Clown, der es versteht, mit seiner liebenswürdig-fröhlichen und verspielten Art die Menschen für sich einzunehmen. Er liebt das Zusammensein mit seiner Familie draußen in der Natur und zeigt nicht nur bei Wanderungen im Gebirge, sondern auch beim Hundesport sein außerordentliches Sprungtalent und seine hohe Lauffreude. Allerdings sollte man aufpassen, dass man sich von dem freundlichen Temperamentsbündel nicht zu sehr um die Pfote wickeln lässt, denn der Tibet Terrier hat durchaus seinen eigenen Kopf, den er bei Kommandos seines Herrchens oder Frauchens auch gerne mal auf stur stellt.

Sturkopf und Gewohnheitstier

Glücklicherweise lässt sich der Tibet Terrier trotz aller Sturheit gut erziehen. Sein menschenbezogenes, freundliches Wesen, seine schnelle Auffassungsgabe und Intelligenz machen ihn zu einem lernwilligen Schüler. Konsequenz und Geduld sind dabei die wichtigsten Kriterien für eine gelungene Erziehung. Befehle, die mit Druck oder Härte ausgesprochen werden, ignoriert er hingegen geflissentlich. Ähnliches Trotzverhalten zeigt er auch bei großen Veränderungen. Eine geänderte Fütterungs- oder Gassigehzeit, ein neuer Schlafplatz oder ein anderes Futter akzeptiert der Tibet Terrier erst nach einiger Zeit. Mit einem festen Rhythmus und ein bisschen Geduld bekommen Sie das tibetische Gewohnheitstier aber gut in den Griff.

Wie gut eignet sich der Tibet Terrier als Familienhund?

Wer seine Eigenarten akzeptiert, wird mit diesem liebenswerten Rassehund viel Freude haben.

Der Tibet Terrier ist ein sportlicher Begleiter, fröhlicher Spielkamerad und aufmerksamer Wächter zugleich. Seine Familie und besonders Kinder liebt er über alles und meldet frühzeitig, wenn sich Besuch ankündigt. Fremden begegnet er mit einer vornehmen Zurückhaltung, nervös oder aggressiv zeigt er sich jedoch nie. So macht ihn nicht nur sein hübsches Aussehen, sondern auch seine gute Sozialverträglichkeit zu einem gern gesehenen Gast, den man problemlos überallhin mitnehmen kann. Wenn möglich, sollte man dies auch tun, denn langes Alleinsein verträgt der anhängliche Vierbeiner gar nicht gut.

Erscheinungsbild

Nicht nur das freundliche Wesen, sondern auch seine mittlere Größe und seine robuste Konstitution machen ihn zu einem angenehmen Familienhund. Tibet Terrier erreichen eine Schulterhöhe von 35 bis 41 cm und bringen je nach Größe und Geschlecht 11 bis 15 kg auf die Waage. Hündinnen sind in der Regel etwas kleiner und leichter als Rüden.

Üppiger Schutzmantel in vielen Farben

Das charakteristischste Markenzeichen des Tibet Terriers ist das üppige, lange Haarkleid, das ihm bereits im rauen Klima Tibets einen zuverlässigen Schutz bot. Selbst Schneestürme und Temperaturen von minus 40 Grad Celcius können diesem Hund nichts anhaben. Aber auch Wärme verträgt der Tibet Terrier dank seines langen Fells, das bei Bewegung im Sommer wie eine Art Fächer funktioniert, recht gut. Das feine und lange Deckhaar, welches sowohl glatt als auch gewellt vorkommt, wird von einer feinen, dichten Unterwolle unterlegt. Farblich präsentiert sich das Fell sehr facettenreich, so sind fast alle Farben und Kombinationen, bis auf schokoladen- oder leberbraun erlaubt. So reicht die Farbpalette von Weiß, über Cremefarben, Gold und Grau bis hin zu Schwarz. Neben einfarbigen, werden auch zwei- und dreifarbige Hunde akzeptiert. Allen Hunden – egal welcher Farbe – sind die schwarze, ledrige Nase und die dunklen Augenringe gemein.

Quadratisch, sportlich und kompakt

Unter dem langen, facettenreichen Haarkleid verbirgt sich ein kraftvoller, muskulöser und quadratisch gebauter Körper, der den Tibet Apso (=langhaariger Hund) zu bemerkenswert sportlichen Leistungen befähigt. Anders als beim Lhasa Apso oder Malteser sollte das Haar deshalb auch nie bis zum Boden reichen oder den Hund in seinen Bewegungen einschränken.

Passend zu seinem Spitznamen „Schneelöwen“, wie ihn die Tibeter respektvoll nennen, besitzt der Tibet Terrier sehr breite, runde und flache Pfoten, die in dieser Form bei keiner anderen Hunderasse vorkommen und die im Schnee ein problemloses Laufen – wie auf Schneeschuhen – ermöglichen.

tibet terrier welpe zweifarbig

Geschichte

Der genaue Ursprung des „Schneelöwen“ ist weitestgehend unbekannt. Vermutet wird, dass Hunde seines Typs bereits vor mehr als 2.000 Jahren als heilige Tempelhunde in einem tibetischen Kloster gehalten wurden. Im Laufe der Jahrhunderte passten sich die Hunde perfekt an die rauen Bedingungen ihrer Heimat an. Ihr üppiges, doppeltes Haarkleid, ihre breiten, flachen Pfoten und ihre beweglichen Krallen machten sie zu robusten und geschickten Kletterern und zu wertvollen Helfern in den unwirtlichen Gegenden am Himalaya-Gebirge. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Viehherden zu hüten und falls nötig einzelne, ausgerissene Rinder wieder zurück zur Herde zu treiben. Er arbeitete dabei meist im Rudel und an der Seite seines „großen Bruders“, dem Tibetmastiff (Do-Khyi).

Von Tibet nach England

Bei den Tibetern gilt der Tibet Terrier bis heute als Glücksbringer und Friedensstifter. Allein der Glaube an die Reinkarnation (Wiedergeburt) verbot ihnen den Handel mit den heiligen Hunden. Den Weg nach England fanden sie erst, als die britische Ärztin Dr. Greig im Jahr 1922 eine reiche tibetische Dame in Indien operierte und als Dank für die Heilung einen gold-weißen Welpen geschenkt bekam. Zurück in England begann Dr. Greig, die von dem liebenswürdigen Wesen und dem hübschen Äußeren der Hunde begeistert war, eine eigene Zucht der Tibet Terrier unter dem Namen „of Lamleh“ aufzubauen. Im Jahr 1930 erkannte der britische Kennel Club die Rasse offiziell als „Tibet Terrier“ an. Warum nicht die eigentliche Rassebezeichnung „Tibet Apso“ (Tibet Langhaar) verwendet wurde, ist bis heute nicht geklärt. Versuche, den irreführenden Anhang „Terrier“ aus dem Namen zu streichen, sind bislang jedoch gescheitert. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in Europa weitere Zuchtstätten aufgebaut, die meist auf englische Tibet Terrier zurückgingen. Bis heute besitzt England das Patronat über die Einhaltung des Rassestandards.

Zucht und Kauf eines Tibet Terriers

Zuchtvereine finden sich heute in zahlreichen europäischen und nordamerikanischen Ländern. Die offiziellen Vereine, die in der Regel Mitglied in der FCI (Fédération Cynologique Internationale) sind, dem weltweit größten kynologischen Dachverband, kümmern sich um die Erhaltung der tibetischen Rasse, ihrer Gesundheit und ihrer einzigartigen Wesensmerkmale. Sie kontrollieren die Zucht ihrer Mitglieder auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Zuchtanforderungen und sind ein guter Ansprechpartner für alle, die sich für die Rasse des Tibet Terriers interessieren. Der Weg über einen offiziellen Verein lohnt sich nicht nur, um sich eingehend über die Rasse zu informieren und Besitzer von Tibet Terriern kennenzulernen, sondern auch um in Kontakt mit seriösen Züchtern zu treten.

Warum Sie nur bei einem seriösen Züchter kaufen sollten

Züchter, die ihre Welpen direkt in Kleinanzeigen im Internet oder der Zeitung anpreisen, sind meist keine Mitglieder in einem Zuchtverein und wenig vertrauenswürdig. Ihre Zucht wird nicht kontrolliert und so handelt es sich bei den angebotenen „Schnäppchen“ nicht selten um kranke oder verhaltensgestörte Tiere. Wem das Wohl des Tibet Terriers am Herzen liegt und wer von einem gesunden und wesensfesten Welpen träumt, sollte deshalb nur bei einem seriösen Züchter kaufen, der Mitglied in einem eingetragenen Verein ist und sich an die vorgeschriebenen Zuchtauflagen hält. Allerdings sollten Sie selbst bei seriösen Züchtern nicht „blind“ den erstbesten Welpen kaufen. Der Kauf eines Hundes sollte immer gut überlegt sein, schließlich wird er für viele Jahre ein wichtiges Familienmitglied, das erzogen, gepflegt, ernährt und unterhalten werden möchte. Ein guter Züchter wird Sie dabei unterstützen und Ihnen zahlreiche Tipps mit auf den Weg geben. Ein persönliches Verhältnis zum Züchter, der Ihnen sympathisch ist und den Sie immer wieder gerne um Rat fragen, kann dabei von unschätzbarem Wert sein.

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Gesundheit und Pflege

Dank der Bemühungen vieler Züchter konnte sich der Tibet Terrier bis heute seine Ursprünglichkeit bewahren. Auch gesundheitlich gehört er zweifellos zu den robusteren Hunderassen. Seine Lebenserwartung liegt mit 13 bis 15 Jahren im oberen Bereich. Rassetypische Krankheiten sind beim Tibet Apso kaum bekannt, allerdings ist auch diese Rasse nicht vor typischen Hundekrankheiten, wie etwa der Hüftgelenksdysplasie (HD), Patellaluxation oder Augenerkrankungen (z.B. progressive Retinaatrophie (PRA), Linsenluxation), gefeit. Züchter, die Mitglied in einem eingetragenen Verein sind, müssen ihre Tiere vor Zuchtverwendung deshalb auf die genetisch bedingten Erkrankungen testen lassen.

Viele Haare, viel Pflege?

Wie gut es einem Tibet Terrier geht, erkennt man meist bereits am Zustand seines Haars. Nicht selten gehen Erkrankungen bei ihm mit Veränderungen der Fellstruktur oder mit einem Nachlassen des Glanzes einher. Eine gute Fellpflege ist daher das A und O und dass diese bei einem solch üppigen und langen Fell nicht ganz einfach ist, leuchtet ein. Doch keine Sorge, auch Hundeanfänger, werden mit ein bisschen Übung, den richtigen Werkzeugen und dem nötigen Knowhow die Fellpflege Ihres Lieblings bald im Griff haben. Grundsätzlich muss das Fell mehrmals pro Woche gebürstet werden, wobei vor allem die Unterwolle von den abgestorbenen Haaren befreit werden muss. Sie sollten dabei sehr vorsichtig und immer von unten nach oben vorgehen. Auch um ein regelmäßiges Bad werden Sie bei dem langen Fell, in dem sich nach einem Waldspaziergang auch gerne mal Dreck verfängt, nicht herum kommen.

tibet terrier spielt im grass

Bitte nicht schneiden!

Auf keinen Fall sollten Sie das Fell Ihres Tibet Terriers aus Verzweiflung um die aufwendige Pflege scheren lassen! Die Länge des Fells ist für die Rasse ein natürlicher Schutzmantel vor jeder Witterung. Im Winter ist sie ein warmer Schutzmantel, im Sommer eine kühlende „Klimaanlage“ und darf deshalb keinesfalls gekürzt werden. Wenn Sie mit der Fellpflege Ihres Tibeters überfordert sind, wenden Sie sich an Ihren Züchter oder einen eingetragenen Rasseverein. Erfahrene Tibet Terrier-Besitzer werden Ihnen gerne hilfreiche Tipps geben und zeigen, wie Sie das Fell ihres Tibet Terriers richtig pflegen.

Tibet Terrier Ernährung

Neben der Pflege hat auch die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit des Hundes. Da beim Tibet Terrier keine rassetypische Allergiegefahr besteht und er aufgrund seines Bewegungsdrangs eher selten zu Übergewicht neigt, unterscheidet sich seine Ernährung grundsätzlich nicht von der anderer Hunderassen. Wie alle Hunde ist auch der Tibet Terrier ein Nachfahre des Wolfs und damit ein Karnivore, also Fleischfresser. Fleisch dient dem Hund als wichtigste Proteinquelle und so sollte qualitativ hochwertiges Fleisch, zum Beispiel Muskelfleisch, Pansen, aber auch Innereien, wie Herz und Leber, ganz oben auf seinem Speiseplan stehen. Um den Nährstoffbedarf vollständig abzudecken, muss es mit Gemüse, abgekochtem Reis oder Nudeln ergänzt werden.

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Futter kaufen oder lieber selbst zusammenstellen?

Wer das Futter seines Lieblings selbst zusammenstellen möchte, sollte sich in jedem Fall einen genauen Überblick verschaffen, welche Nährstoffe und Mineralien sein Hund braucht und in welchem Verhältnis diese im Futter enthalten sein sollten. Das Hinzufügen von hochwertigen Fetten, Quark oder auch Zusatz-Vitaminpräparaten kann empfehlenswert sein. Alternativ können Sie Ihren Tibet Terrier natürlich auch mit Trocken- oder Nassfutter aus dem Tierbedarf ernähren. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick auf die genauen Verpackungsinhalte, denn die Qualität der angebotenen Futtersorten kann sehr unterschiedlich sein. Beginnt die Inhaltsangabe mit „Getreide“ oder „tierischen Nebenerzeugnissen“ ist dies ein Hinweis auf eher minderwertiges Futter.

Was Sie bei der Haltung eines Tibet Terriers beachten sollten

Langweilig wird es mit einem Tibet Terrier zu Hause sicherlich nicht! Für aktive Menschen, die sich viel bewegen, gerne wandern und viel Zeit haben, sich um die richtige Pflege und den benötigten Auslauf Ihres Vierbeiners zu kümmern,  werden mit dieser Rasse einen idealen Partner für ihre Aktivitäten finden. Der Tibet Terrier liebt ausgedehnte Spaziergänge und scheut selbst anstrengende Wanderungen im steilen Gelände nicht. Wer nicht gerade in den Bergen wohnt, kann seinen Tibet Terrier aber auch beim Hundesport richtig auslasten. Ob Agility, Dog Dance, Turnierhundesport oder Obedience – der Tibet Terrier lässt sich für viele Hundesportarten begeistern, die ihn sowohl körperlich als auch geistig fordern. Derart ausgelastet, wird sich Ihr Hund zu Hause als ruhiger und gutmütiger Mitbewohner präsentieren, der sich auch in einem Stadthaus wohlfühlt – zumindest so lang er nicht allein gelassen wird.

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