Klein, aber ein echter Vollblutjäger: Die Alpenländische Dachsbracke ist ein hervorragender Schweißhund und wagt sich gemeinsam mit ihrem Menschen gern hoch hinaus. Am liebsten geht er auf die Jagd im Hochgebirge. Was die Hunderasse noch auszeichnet, zeigt dieser Beitrag.
Die Alpenländische Dachsbracke ist ein kurzbeiniger, also „niederläufiger“, kompakter, gut bemuskelter Hund mit starkem Knochenbau. Zwar teilt sie sich mit dem Dackel die kleinen Beine und die Schlappohren. Allerdings ist die Dachsbracke kräftiger, hat eine rundere Schnauze und einen massigeren Hals.
Das stockhaarige, kurze Fell gibt es in zwei Farbvarianten: Einfarbig Hirschrot und Schwarz mit rotem Brand inklusive roten Punkten über den Augen. Diese zweite Farbvariante wird auch „Vieräugl“ genannt.
Wie groß wird die Alpenländische Dachsbracke?
Eine Alpenländische Dachsbracke kommt auf eine Schulterhöhe von 34 bis 42 Zentimeter und zählt damit zu den kleinen bis mittelgroßen Hunden.
Charakter: Ein freundlicher Jagdhund
Wie viele der österreichischen Bracken ist die Alpenländische Dachsbracke ein ausdauernder Jäger. Trotz ihrer handlichen Größe ist die Dachsbracke mutig und bereit, ihr Rudel im Ernstfall zu verteidigen. In der Familie ist sie ein ruhiger und liebevoller Gefährte.
Da sie beim Jagen eigenständig unterwegs ist, kann die Dachsbracke dazu neigen, einen Dickkopf zu entwickeln.
Was sollten Halter bei der Erziehung der Alpenländischen Dachsbracke beachten?
Die Alpenländische Dachsbracke sollte eine Jagdhundeausbildung durchlaufen und anschließend jagdlich geführt werden. Die Ausbildung stellt einen wichtigen Teil der Erziehung dieses Hundes dar.
Neigt diese Rasse zum Bellen?
Da die Alpenländische Dachsbracke spurlaut jagt und wachsam ist, gehört Bellen zu ihrer Natur. Anti-Bell-Training kann dabei helfen, dass Kläffen abseits des Waldes zunicht zur Herausforderung für Halter wird.
Haltung und Pflege: Zu wem passt die Alpenländische Dachsbracke?
Die Alpenländische Dachsbracke passt zu engagierten Jägern, die einen vielseitigen, handlichen Jagdhund suchen, der gut mit der Familie harmoniert. Reine Freizeitjäger könnten diesen Hund unterfordern. Besser passt er zu professionellen Jägern, die täglich im Revier unterwegs sind.
Trotz der kleinen Größe ist dieser Hund nichts für das Leben in der Stadt. Er fühlt sich in der Natur wohl. Optimal ist ein Haus mit einem umzäunten Grundstück. Zwar kommt die Dachsbracke im Gebirge prima zurecht – allzu viele Treppen sollte es aufgrund ihrer Statur in ihrem Zuhause aber nicht geben.
Versteht sich die Dachsbracke mit anderen Tieren?
Die Dachsbracke ist wildscharf, wird also kleine Tiere wie Ratten oder Kaninchen töten, wenn sie auf sie trifft. Mit Katzen lebt die Alpenländische Dachsbracke am besten nur zusammen, wenn sie feline Gesellschaft von klein auf gewohnt ist.
Mit Artgenossen kommt sie zurecht, sofern sie gut sozialisiert ist.
Tipps für die Fellpflege der Alpenländischen Dachsbracke
Das kurze Stockhaar der Dachsbracke ist pflegeleicht. Massieren Sie diesen Hund regelmäßig mit einem Pflegehandschuh, um lose Haare zu entfernen. Wichtig ist es, die Schlappohren des Hundes alle paar Tage anzuschauen und bei Bedarf zu säubern. Denn in dem feuchten Klima können sich schnell Ohrenentzündungen bilden.
Wie Sie bei der Pflege Ihres Hundes am besten vorgehen, erfharen Sie in unseren Ratgebern:
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Die richtige Beschäftigung für die Alpenländische Dachsbracke
Die Alpenländische Dachsbracke ist prädestiniert für die Schweißarbeit, zum Beispiel die Nachsuche auf verletztes Wild. Dabei kann sie hervorragend zum Totverbeller oder Totverweiser ausgbildet werden.
Totverbeller bellen so lange am toten Wild, bis der Jäger zu ihnen kommt.
Totverweiser laufen zum Jäger zurück, signalisieren, dass sie totes Wild gefunden haben, und laufen zwischen totem Wild und Jäger hin und her, bis der Jäger vor Ort ist.
Beim „Brackieren“ jagt die Dachsbracke Füchse oder Hasen mit lautem Gebell, also „spurlaut“. Dabei kommt sie im Hochgebirge ebenso zum Einsatz wie im flachen Land.
Welche Beschäftigung braucht diese Bracke in der „Freizeit“?
Befindet sich eine Alpenländische Dachsbracke nicht auf der Jagd, schätzt sie Wanderungen mit ihrem Menschen. Als ausgezeichnete Schnüffelnase können auch Hundesportarten wie Mantrailing für die Alpenländische Dachsbracke interessant sein.
Da sie bei Bedarf kleines Haar- und Federwild apportiert, kann Dummytraining eine spannende Beschäftigung für Dachsbracken sein, die aufgrund von hohem Alter oder sonstigen Veränderungen nicht (mehr) für die Jagd geeignet sind.
Alpenländische Dachsbracke ist gern bei der Jagd aktiv und braucht auch abseits davon viel Beschäftigung.
Gesundheit: Regeln für die Dachsbracken-Zucht
Diese Hunderasse gilt als wetterfest, robust und ausdauernd. Damit das so bleibt, achten seriöse Züchter darauf, nur gesunde Elterntiere miteinander zu verpaaren, um Krankheiten vorzubeugen. Hierbei spielt auch der Inzucht-Koeffizient eine Rolle, der niedrig gehalten werden soll.
Um den Genpool möglichst groß zu halten, sollte eine Verpaarung mit den gleichen Elternteilen nicht wiederholt werden. Die Hunde müssen gesunde Hüften haben und das Blut auf verschiedene genetische Erkrankungen testen lassen.
Seriöse Züchter sowie die Vereine für Dachsbracken geben gerne Auskunft rund um die Gesundheitsvorsorge.
Was ist bei der Ernährung der Alpenländischen Dachsbracke zu beachten?
Der gut bemuskelte Vierbeiner sollte nicht zu viel Speck ansetzen, denn Übergewicht bringt auch bei Hunden viele Probleme für die Gesundheit mit. Achten Sie darauf, dass Sie die Taille Ihres Hundes deutlich sehen und die Rippen gut tasten können.
Wie viele kleinere Hunde kann auch die Alpenländische Dachsbracke ein Alter von etwa 14 Jahren erreichen.
Herkunft und Geschichte: Woher kommt die Alpenländische Dachsbracke?
Die niederläufige Bracke ist aus hochläufigen Bracken entstanden. Ziel der Zucht war es, langsamere Hunde zur Jagd zu Fuße zu züchten. Die Alpenländische Bracke gilt als das Bindeglied zwischen den hochläufigen Bracken und dem Dachshund. So soll der Dackel von niederläufigen Bracken abstammen.
Hunde, die der heutigen Alpenländischen Dachsbracke ähneln, gab es bereits im Mittelalter. Der internationale Dachsbrackenclub (heute „Club Dachsbracke“) wurde 1896 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Rasse in den österreichischen Alpenländern und im Erzgebirge gezüchtet. Darum lautete der Name bis 1975 „Alpenländisch Erzgebirgler Dachsbracke“.
Anschaffung: Wo kann ich eine Alpenländische Dachsbracke adoptieren?
Die Alpenländische Dachsbracke wird ausschließlich von Jägern in Jägerhand abgegeben. In vielen Ländern züchten die zuständigen Vereine auf Bedarf und geben die Dachsbracken nur an Vereinsmitglieder ab. So verhindern sie, dass es zu viele Welpen gibt, die nicht bei Jägern unterkommen.
Wer sich für die Adoption einer Alpenländischen Dachsbracke interessiert, sollte mit einem Verein für die Rasse Kontakt aufnehmen.
Gut zu wissen: Die Alpenländische Dachsbracke zählt offiziell zu den Schweißhunden und nicht, wie die übrigen österreichischen Bracken, zu den Laufhunden.
Fazit: Kleiner und vielseitiger Profijäger
Die Alpenländische Dachsbracke zeigt wieder einmal: Auf die Größe kommt es nicht an. Der ausdauernde Hund ist ein facettenreicher Jagdhund, der ausschließlich professionell geführt werden sollte.
Steckbrief zur Alpenländischen Dachsbracke
Kurzinfo:
Dieser Hund gehört zu den österreichischen Schweißhunden. Er wird von Jägern für Jäger gezüchtet und kommt vor allem beim Brackieren und für die Nachsuche im Hochgebirge zum Einsatz.
Charakter:
hoher Jagdtrieb, ausdauernd, zuhause gemütlich
Widerristhöhe:
34-42 cm
Gewicht:
ca. 10 kg
Fell:
Stockhaariges Fell in Rot oder Schwarz mit Brand (Vieräugl)
Fellpflege:
Wenig Fellpflege, einmal die Woche bürsten reicht. Haaren durchschnittlich.
Auslauf:
Jagdgebrauchshund, der viel Auslastung braucht und täglich im Jagdrevier unterweg sein sollte
Anfängerhund:
Ja, aber Jagdhundeausbildung soll durchlaufen werden.
Bellen:
Vokalfreudiger Hund, der gerne bellt und spurlaut jagt
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