01. Juli 2019 - Aktualisiert 12. Juli 2019

Hunde und Kleintiere zusammen halten

american staffordshire terrier mit kaninchen im grass

Sie lieben alle Tiere – doch Ihr Hund hat Kaninchen zum Fressen gern? Leider kein Einzelfall, denn beim Anblick von Meerschweinchen, Hamster oder Kaninchen verwandelt sich so mancher Schoßhund in einen kaum zu zähmenden Wolf. Das wird zum Problem, wenn Kleintiere im gemeinsamen Haushalt leben. Was tun, um ein friedliches Zusammenleben von Hund, Hamster und Co. zu ermöglichen? Wir geben Tipps!

Beuteschema: leider lecker

Die größte Herausforderung für die Zusammenführung von Hund und Kleintier besteht in deren ursprünglicher Beziehung zueinander: Der Hund ist der Jäger, die Kleintiere Beute. Dieses Beziehungsmuster ist seit Tausenden von Jahren festgelegt und spiegelt sich in Körpermerkmalen der Tiere wie Pupillenform, Augenstellung oder Zähnen. Kein Wunder also, dass es vielen Hunden schwerfällt, ihren Jagdinstinkt im Zaum zu halten, wenn sie ein Meerschweinchen oder eine Ratte sehen. Die Kleintiere wiederum spüren instinktiv die Gefahr durch den Prädator und hoppeln zügig vom Hund weg. Dieser Fluchtinstinkt reizt den Jäger im Hundeherz: Er verspürt den Drang, hinterher zu spurten. Viele Hunde sind dann nicht mehr empfänglich für Kommandos.

Hunde und Kleintiere zusammen halten: Welpen an Kleintiere gewöhnen

Am einfachsten ist es, Welpen an Kleintiere zu gewöhnen. Vor allem in der Prägungsphase bis zur 17. Lebenswoche lernen die heranwachsenden Hunde ihre Umwelt nachhaltig kennen. Wer jetzt lernt: Kaninchen und Co. sind nicht Beute, sondern Rudelmitglieder, merkt sich diese Lektion lebenslang. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Hund später fremde Kaninchen oder andere Kleintiere toleriert: An diese sollten Sie ihn erneut behutsam gewöhnen. Jedoch legt eine durchdachte Zusammenführung im Welpenalter die beste Grundlage für ein friedliches Miteinander von Hund und Kleintier. Unterbinden Sie zudem draußen jegliches Jagen nach Vögeln, Mäusen, Ratten oder Kaninchen. Ebenso sollten Sie Ihren Vierbeiner früh davon abhalten, Joggern oder Radfahrern hinterherzulaufen – auch dies gehört zum Jagdinstinkt. Einmal auf den Geschmack gebracht, könnte der Welpe spätestens in der Pubertät auch im eigenen Rudel Grenzen austesten wollen und die Kleintiere jagen.

chihuahua mit kaninchen

Ausgewachsenen Hund an Kleintiere gewöhnen

Vielleicht haben Sie bereits einen Hund, möchten aber einige Farbratten einziehen lassen? Oder Sie leben bereits glücklich mit Meerschweinchen und denken darüber nach, einen erwachsenen Hund aufzunehmen? Diese Varianten sind in jedem Fall herausfordernder als das Vergesellschaften mit einem Welpen. Gehen Sie eine Zusammenführung nur an, wenn Ihr Vierbeiner keinen ausgeprägten Jagdinstinkt hat. Positiv ist zum Beispiel zu werten, wenn er Freundschaften mit einer Katze geknüpft hat. Es ist sinnvoll, einen Plan B in der Tasche zu haben. Dieser kann darin bestehen, dass Sie die Kleintiere künftig räumlich voneinander trennen können, wenn es mit der Harmonie zwischen Hund und Hamster nicht klappen sollte. Oder darin zu wissen, dass Sie das Kleintier in andere gute Hände geben können. Grundsätzlich gilt: Sind die Kleintiere die neuen Mitbewohner, ist die Situation herausfordernder, als wenn der Hund beispielsweise ein neues Revier mit alteingesessenen Kaninchen bezieht.

Tipps: So gelingt das Miteinander von Hund und Kleintier

Egal in welcher Konstellation: Das erste Zusammentreffen soll möglichst entspannt ablaufen. Beispielhaft beschreiben wir die einzelnen Schritte anhand einer Zusammenführung von Hund und Kaninchen:

Die Kaninchen sind zu Beginn in ihrem geschützten Gehege. Der Hund wird für ruhiges Verhalten vor dem Gehege belohnt. Er hält sich hier nicht unbeaufsichtigt auf. Erst wenn er sich absolut gelassen benimmt und keinerlei Anzeichen zeigt, das Kaninchen zu jagen, dürfen Hund und Kaninchen zueinander. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte das Kaninchen sich an die Anwesenheit des Hundes gewöhnt haben und keinen Fluchtinstinkt zeigen. Bei Tieren wie Chinchillas in Volieren oder Hamstern, die nicht frei umherherlaufen, braucht in der Regel keine weitere Zusammenführung zu erfolgen. Achten Sie allerdings darauf, dass es keine Situationen gibt, in denen der Hund auf ein Kleintier außerhalb des schützenden Käfigs trifft – beispielsweise, während Sie sein Zuhause reinigen.

Glückliche Kaninchen und Meerschweinchen leben in großen Gehegen oder haben Auslauf in der Wohnung. Es kann darum sinnvoll sein, den Hund näher mit den Tieren vertraut zu machen. Im nächsten Schritt können Sie direkten Kontakt zwischen Hund und Kaninchen erlauben. Halten Sie den Vierbeiner hierzu an der Leine und belohnen Sie wiederum positives Verhalten. Verhält er sich ruhig und bleiben die Kleintiere gelassen, ist gegenseitiges Beschnuppern erlaubt. Unterbinden Sie jedes hektische Hinterherlaufen sofort. Erst wenn diese Begegnungen beiderseits entspannt verlaufen, können Sie in die nächste Phase gehen. Wechseln Sie bei großen Gehegen auf eine Schleppleine. Klappt der direkte Kontakt problemlos, können Hund und Kaninchen sich ohne Leine begegnen. Erst wenn dies wochenlang harmonisch verläuft, ist es möglich, Hund und Kaninchen oder – Meerschweinchen – allein zu lassen. Es besteht immer ein Restrisiko für das Kleintier. Wir empfehlen darum, Kleintier und Hund nie unbeaufsichtigt zu lassen.

Sicherheit mit Grenzen

Jetzt kennen Sie die Theorie. In der Praxis erschweren einige Faktoren möglicherweise die Zusammenführung. Es wird schwieriger, wenn der Hund bereits ausgewachsen ist, einer Jagdhunderasse angehört oder bereits positive Jagderlebnisse gesammelt hat. Ein Jagdhund, der einmal ein Kaninchen gerissen hat, wird dem Reiz der Beute schwer widerstehen können. Da im Zweifel das Leben des Kleintiers auf dem Spiel steht, macht eine Zusammenführung nicht immer Sinn. Stecken Sie sich kleine Ziele: Im besten Fall verhält der Hund sich außerhalb des Geheges ruhig und das Kaninchen bleibt entspannt. Weiteres Training ist bei einem passionierten Jäger selten erfolgsversprechend. Kann der Hund sich bereits beim ersten Schritt der Zusammenführung nicht beherrschen, sollten Sie ihm den Zugang zum entsprechenden Raum oder Gartenbereich entziehen. Achtung: Hunde können nicht nur hoch springen, einige bringen großes Buddeltalent mit sich. Wenn eine räumliche Trennung nicht garantiert ist, ist es sicherer, ein neues Zuhause für die Kleintiere oder den vierbeinigen Jäger zu suchen.

Welche Hunderasse passt zu Kaninchen und Co.?

Wer seinen künftigen Hund mit einem oder mehreren Kleintieren vergesellschaften möchte, sollte eine Hunderasse wählen, die keinen großen Jagdtrieb hat. Schauen Sie sich hierzu die ursprüngliche Verwendung der Rasse an: Viele Terrier sind dazu gezüchtet worden, um Ratten zu jagen. Keine gute Ausgangslage für ein Zusammenleben mit Kleintieren. Besser geeignet sind zum Beispiel Rassen wie der Retriever. Bei Hütehunden zeigt sich der Jagdtrieb in anderer Form, nämlich im Hüten. Dies ist für ein Kleintier zwar ungefährlicher, doch können Langohren und Co. beim „Treiben“ Angst bekommen. Hunde, die vorwiegend als Begleithund gezüchtet wurden, eignen sich ebenfalls gut. Dazu gehören unter anderem die „Schoßhunde“ wie der Malteser oder Pekingesen. In Sachen Jagdtrieb gibt es allerdings immer wieder Ausnahmen: Ein Terrier, der von klein auf mit Kaninchen großgeworden ist, mag wunderbar mit ihnen harmonieren. Die Regel ist dies nicht.

Welches Kleintier passt zum Hund?

Hund Kaninchen oder Meerschweinchen: Die Langohren sollten ebenso wie Meerschweinchen mindestens zu zweit einziehen und benötigen ein großes Gehege. Sind sie daran gewöhnt, können sie draußen überwintern. Leben sie im Haus, sollten Sie ihnen regelmäßig freien Auslauf ermöglichen. Dies wiederum ist nur möglich, wenn Hund und Kaninchen oder Meerschweinchen entspannt miteinander umgehen. Alternativ ist eine komplette räumliche Trennung nötig. Diese ist aber vor allem im Zusammenleben mit kleinen Kindern schwierig.

Hund und Degus, Chinchillas, Hamster oder Mäuse: Diese Kleintiere sind keine Kuscheltiere, sondern Mitbewohner zum Beobachten. In einer ausreichend großen Voliere benötigen sie keinen Freilauf. Wenn der Hund lernt, sich im gleichen Raum entspannt zu verhalten und nicht bellend am Gitter steht, ist dies als Zusammenführung bereits ausreichend. Achten Sie allerdings darauf, dass die Anwesenheit des Hundes die Tierchen nicht stresst. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie den Hund nicht längere Zeit unbeaufsichtigt im Raum mit der Voliere oder dem Käfig lassen.

Hund und Ratten: Farbratten leben gemeinsam in großen Käfigen oder Volieren in der Wohnung. Viele Halter gönnen den zutraulichen Nagern Freilauf oder tragen sie mit sich herum. Dieses unbeschwerte Zusammenleben im Alltag ist nicht immer möglich, wenn ein Hund im Haushalt lebt. Einige Hunderassen wie der Prager Rattler oder verschiedene Terrier wie der Yorkshire Terrier wurden sogar speziell für die Rattenjagd gezüchtet. Selbst wenn solche Hunde Frieden mit den Ratten schließen, kann der alte Instinkt unerwartet durchbrechen. Besser ist es, Hunde und Ratten nicht zu nah zueinander zu lassen. Achtung: Ratten wiederum können kleinere Nager wie Degus, Mäuse oder Hamster als Beute ansehen.

Meistgelesene Beiträge

Liebt mein Hund mich? 10 Zeichen, die es beweisen

Liebt mein Hund mich? Wenn wir jemanden lieben, interessiert es uns natürlich, ob derjenige die gleichen Gefühle für uns hegt wie wir für ihn. Auch bei unseren kaninen Kumpels wollen wir die Zeichen lesen können, mit denen sie uns wissen lassen, dass sie uns genauso in ihrem Herzen tragen wie wir sie. Doch Hunde haben andere Wege, ihre Liebe zu zeigen. Und sie können “Ich liebe Dich” nicht mit Worten zum Ausdruck bringen. Aber sie finden andere liebenswerte Wege, uns zu zeigen, wie gern sie uns haben. Es ist einfacher als gedacht, diese Zeichen zu erkennen. Denn die Fähigkeit, die Sprache unserer geliebten Hunde zu verstehen, schlummert in jedem von uns.

Beliebte Hundenamen mit P für das Jahr 2019

Kennen Sie das französische System „Ein Buchstabe pro Jahr“? Seit 1926 haben alle in Frankreich geborene Welpen eines Jahrgangs denselben Anfangsbuchstaben. In diesem Jahr ist der Buchstabe P an der Reihe. Dieser Tradition folgend stellen wir Ihnen deshalb die 30 schönsten Hundenamen mit P vor – für alle, die noch auf der Suche nach einem passenden Namen für Ihren Liebling sind.

10 Zeichen, dass Ihr Hund glücklich ist

“Woran erkenne ich, dass es meinem geliebten Hund gut geht?”. “Woher weiß ich, dass ich im Umgang mit meinem Hund alles richtig mache und er bei mir ein schönes Leben hat, das ihn rundum glücklich macht?”. Das sind Fragen, die sich viele Hundebesitzer stellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr kaniner Kumpel happy ist, ist dann besonders hoch, wenn er ausgelastet ist. Das erreichen Sie unter anderem dadurch, dass Sie sich viel mit ihm beschäftigen, zum Beispiel, indem Sie einen großen Anteil des Tages dem gemeinsamen Spiel widmen. Auch – das können wir nicht häufig genug betonen –  hochwertiges Futter aus dem Fachhandel ist für seine körperliche und seelische Gesunderhaltung und damit für seine positive Stimmungslage maßgeblich entscheidend. Endgültigen Aufschluss über die Zufriedenheit Ihres geliebten Vierbeiners gibt letzendlich nur das Hormonbild.