09. August 2018 - Aktualisiert 13. August 2018

Hamster

hamster rasseportrait

Goldhamster, Teddyhamster, Zwerghamster & Co. – Hamster gibt es in unterschiedlichen Größen und Farben. Ihr niedliches Aussehen und ihre handliche Größe machen sie besonders bei Familien mit Kindern zu beliebten Haustieren. Doch Hamster sind keineswegs so kuschelig wie sie aussehen. Die kleinen Nager sind recht empfindlich und haben anspruchsvolle Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen.

Charakter

Klein, aber oho!

Sie machen die Nacht zum Tage und verkriechen sich tagsüber in die dunkelsten Ecken – Hamster sind wahre Eigenbrötler. Während sie nachts buddeln, graben, laufen und in ihrem Hamsterkäfig ordentlich Krach schlagen, brauchen sie tagsüber ihre strikte Ruhe. Laute Geräusche aus der Stereoanlage, von spielenden Kindern oder vom Staubsauger vertragen die müden Nagetiere ebenso wenig wie die Annäherungsversuche der Menschen, die sie gerne streicheln und auf den Arm nehmen möchten. Wer sie weckt und aus ihrem Versteck holt, riskiert, ihre scharfen Zähnchen kennenzulernen.

Das richtige Haustier für Kinder?

Betrachtet man die Eigenschaften der Hamster genauer, so wird schnell klar, dass ihre Bedürfnisse mit denen der Kinder nicht immer vereinbar sind. Während die meisten Kinder von einem eigenen Haustier zum Spielen und zum Kuscheln träumen, wünschen sich Hamster tagsüber Ruhe und Frieden und möchten lieber nicht angefasst werden. Wenn es draußen schließlich dunkel wird und die kleinen Nager endlich zu Hochtouren aufdrehen, werden die kleinen Zweibeiner schon bald wieder müde und müssen ins Bett. Als Haustier für kleine Kinder, die das niedliche Nagetier auch gerne mal auf den Wagon der Holzeisenbahn setzen oder im Puppenwagen herumfahren, eignen sich Hamster sicher nicht. Ältere Kinder, die bereits Rücksicht auf die Bedürfnisse ihres kleinen Haustieres nehmen und nicht ganz so früh ins Bett müssen, können mit dem emsigen Racker hingegen viel Freude haben.

Nur gucken, nicht kuscheln

Zu beobachten, wie der Hamster mit seinen kleinen Füßchen im Sand buddelt, Gänge gräbt, Holzspäne zu kleinen Verstecken stapelt und im Laufrad seine Runden dreht, ist für Groß und Klein gleichermaßen faszinierend. Wem das Zuschauen als Unterhaltung genügt und wer ohnehin spät schlafen geht, wird den kleinen Mitbewohner mit seinen besonderen Eigenarten sicherlich schnell ins Herz schließen. Werden ihre Bedürfnisse und ihr Rhythmus akzeptiert, lassen sich manche Hamster mit viel Geduld, Fingerspitzengefühl und kleinen Leckereien sogar zähmen. Ein Tier zum Schmusen werden sie jedoch nie, das verbietet allein ihr kleiner, zerbrechlicher Körper.

hamster haltung

Erscheinungsbild

 Goldhamster und Teddyhamster

Der Bekannteste unter den Hamstern ist wohl der Goldhamster, der auch als „Syrischer Mittelhamster“ bezeichnet wird. Der Teddyhamster bzw. Angora-Hamster gehört zur Gattung der Goldhamster und besitzt im Gegensatz zum klassischen Goldhamster ein langes Fell.

Goldhamster erreichen eine Körperlänge von 15 bis 18 cm und wiegen gerade mal 85 bis 150 g. Neben dem typisch wildfarbenen Fell gibt es sie in zahlreichen Farbvariationen: von cremefarbenen, über schwarze und schwarz-weiß gescheckte bis hin zu dreifarbig gescheckten, weiß-braun-schwarzen Goldhamstern. Je nach Farbgebung und Fell werden sie auch als Schecken, Weißband, Siam-, Russen- oder Seidenhamster bezeichnet.

Zwerghamster

Als Haustiere werden vier verschiedene Zwerghamster-Arten gehalten. Dazu gehören:

  • Chinesische Zwerg- oder Streifenhamster
  • Dsungarische Zwerghamster
  • Campbell-Zwerghamster
  • Roborowski-Zwerghamster

Mit 7 bis 10 cm Körperlänge und einem Gewicht zwischen 25 bis maximal 50 g sind Zwerghamster deutlich kleiner und leichter als ihre Verwandten, die Goldhamster. Der längste von ihnen, der Chinesische Zwerg- oder Streifenhamster ist ein so genannter Langschwanz-Hamster und erreicht inklusive Schwanzende dennoch nur 12 cm. Noch winziger und zerbrechlicher ist der Roborowski-Hamster, der Kleinste unter den Zwerghamstern.

Hamster-Käufe

Was Sie beim Kauf eines Hamsters beachten sollten

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Hamster als Haustier anzuschaffen, muss sich zunächst einmal überlegen, welche Hamster-Art ihm am meisten zusagt. Alt werden alle Hamster nicht, doch Goldhamster gelten gemeinhin als etwas robuster als ihre zwergenhafte Verwandtschaft. Aber auch Goldhamster leben gerade einmal zwei bis vier Jahre. Während manche Eltern die kurze Lebenserwartung vielleicht als Vorteil sehen, weil ihre Kinder den Umgang mit einem Haustier für einen überschaubaren Zeitraum „üben“ können, müssen Kinder lernen, den frühen Tod ihres kleinen Mitbewohners zu verkraften.

Kosten und Händler

Leider verleitet die kurze Lebensdauer und der günstige Anschaffungspreis (ein Hamster kostet gerade einmal 5 bis max. 20 Euro) auch dazu, einen Hamster einfach mal „nebenbei“ einzukaufen. Doch der Aufwand und die Kosten für Grundausstattung, Futter und Einstreu sowie mögliche Tierarztbesuche sollten keinesfalls unterschätzt werden. Während der Käfig und das passende Zubehör etwa 100 Euro kosten, kommen für Futter und Einstreu monatlich etwa 20 Euro hinzu. Wer mit seinem Hamster möglichst lange Freude haben möchte, sollte nicht nur auf eine artgerechte Hamster-Haltung achten, sondern auch von billigen Schnäppchen aus dem Internet oder dubiosen Zoohändlern Abstand nehmen. Leider werden viele „Mode-Hamsterarten“, ungeachtet möglicher Erbkrankheiten, gekreuzt und vermehrt. Wer sichergehen möchte, dass sein Hamster gesund ist, sollte das Tier deshalb am besten in einer seriösen Tierhandlung vor Ort oder direkt bei einem Züchter kaufen.

hamster frisst im käfig

Die richtige Hamster Ausstattung

Auch wenn sie noch so klein sind, Hamster haben durchaus Ansprüche an ihr Zuhause. Ein ausreichend großer Käfig sowie genügend Material zum Graben, Klettern, Verstecken und Bauen sind Grundvoraussetzungen für eine artgerechte Hamster-Haltung. Kleiner als 100x50x50 cm (BxHxT) sollte der Käfig deshalb nicht sein. Grundsätzlich gilt: Je größer, desto besser – denn je mehr Platz vorhanden ist, desto abwechslungsreicher lässt sich das Hamster-Heim gestalten. Alternativ können Sie Ihren Hamster auch in einem umfunktionierten Aquarium bzw. Terrarium halten. Dies hat den Vorteil, dass der Hamster sich tief in die Einstreu graben kann, ohne dass Heu, Stroh, Sand oder Holz durch die Käfigstäbe hindurch auf Teppichboden oder Parkett fallen. Ein Unterteil mit einem sehr hohen Rand ist deshalb auch für die Käfig-Variante empfehlenswert. Um für ausreichend Luftzirkulation zu sorgen, sollte das Aquarium oben nur mit einem Gitter abgeschlossen werden. Luftiger ist es sicherlich im Käfig, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass der Hamsterkäfig niemals in der Zugluft steht.

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Was gehört in den Hamsterkäfig?

Gefüllt wird der Käfig oder das Hamsterterrarium mit einer hohen Schicht Einstreu, die dem kleinen Nager genügend Raum zum Buddeln und Graben ermöglicht. Empfehlenswert ist dabei eine eher faserige Einstreu-Mischung, bestehend aus Heu, Stroh, Hanf, Weichholzgranulat, Leinen oder Maisfaserholz. Sägespäne sind für Hamster hingegen ungeeignet. Zusätzlich sollte dem Hamster genügend Material zum Nestbau zur Verfügung stehen, dazu gehören Heu, Stroh, Holzwolle oder Streifen aus Papier und Karton. Neben der Standardausstattung - bestehend aus Schlafhäuschen, Futterstelle und Wassertränke - sollte das Hamster-Zuhause viele Erlebnismöglichkeiten bieten. Auch wenn man es tagsüber kaum vermuten würde, nachts geht der Hamster auf Entdeckungstour: er klettert, wühlt, kraxelt, zwängt sich durch enge Höhlen, versteckt sich in schmalen Gängen und wuselt unter Ästen und Steinhaufen hindurch.

Erlebniswelten zwischen Hamsterrädern, Kokosnüssen und Sandbädern

Ein Holzlabyrinth, Äste, Papprollen, Korkrinden, halbe Kokosnüsse, Steine, Tonröhren oder Eierkartons, verteilt auf mehrere Ebenen, sind für die kleinen, abenteuerlustigen Entdecker genau das Richtige. Auch eine Sandbadewanne sollte im Hamsterkäfig nicht fehlen. Empfehlenswert ist dafür Chinchillasand, den Sie entweder in eine mindestens 20 cm große Schale füllen oder in einem anderweitig abgetrennten Bereich des Käfigs. Möchten Sie zusätzlich ein Laufrad in den Käfig stellen, sollten Sie darauf achten, dass dieses nicht zu klein ist, da sich sonst die Wirbelsäule beim Rennen zu sehr krümmt. Es sollte außerdem eine geschlossene Lauffläche aufweisen, damit sich die kleinen Füße des Hamsters nirgendwo einklemmen.

Grundsätzlich sind Ihnen bei der Gestaltung des Innenraums kaum Grenzen gesetzt – nur auf Materialien aus Kunststoff, Plastik und Lack sollten Sie bei den Nagern verzichten. Ein erlebnisreicher Käfig ersetzt übrigens auch nicht den Freilauf, den Sie Ihrem Hamster ab und zu gönnen sollten. Um zu vermeiden, dass Ihr Hamster unter dem Sofa oder hinter den Gardinen verschwindet und sich an den Stromkabeln zu schaffen macht, sollten Sie den Laufbereich im Zimmer allerdings begrenzen.

Hamster Ernährung

Im Tierhandel findet sich eine große Auswahl an Hamsterfuttermischungen, die aus verschiedenen Getreidesorten, Blüten, getrockneten Kräutern und Früchten bestehen. Der Anteil an Nüssen, Ölsaaten und Weizen sollte eher gering sein. Zusätzlich zu einem hochwertigen Trockenfutter können Sie Ihrem Hamster mit besonderen Leckereien eine Freude machen. Einem fingernagelgroßen Stück Paprika, einer halben Gurkenscheibe, einer kleinen Kartottenscheibe, einer Rosine oder einer Hagebutte kann kaum ein Hamster widerstehen – mit ein bisschen Geduld wird er Ihnen diese Leckerbissen sogar aus der Hand fressen und sich nach und nach vielleicht auch an die menschlichen Berührungen gewöhnen. Um den Bedarf am tierischen Eiweiß zu decken, sollte der Hamster darüber hinaus zwei bis dreimal die Woche eine getrocknete Grille, einen Mehlwurm oder Hüttenkäse serviert bekommen.

süß hamster

Hamster-Pflege und Käfig-Reinigung

Bei einer artgerechten Haltung und richtiger Ernährung erledigt sich die Zahn- und Fellpflege des Hamsters von ganz allein. Hamster sind sehr reinliche Tiere, die sich ähnlich wie Katzen regelmäßig belecken und das Fell sauber halten. Und auch das Wälzen im Sandbad dient der Fell- und Krallenpflege des kleinen Nagers. Bei der Reinigung des Käfigs ist der Hamster hingegen auf die Hilfe von uns Menschen angewiesen. Um die Entwicklung von Keimen und strengen Ammoniak-Gerüchen zu vermeiden, muss die Einstreu regelmäßig ausgetauscht werden. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie dabei der „Pipi-Ecke“ schenken, also dort wo der Hamster regelmäßig sein Geschäft verrichtet. Um diese Arbeit zu erleichtern, können Sie so genannte Kleintiertoiletten kaufen, die die meisten Hamster problemlos annehmen. Ab und zu, mindestens zwei bis dreimal im Jahr, sollten Sie außerdem den gesamten Käfig inklusive Innenausstattung gründlich reinigen (währenddessen sollten Hamster aus dem Käfig genommen werden). Achten Sie außerdem darauf, dass Wasser in der Tränke täglich ausgetauscht wird und das Futter im Napf frisch ist.

Ein Hamster als Haustier: Vor- und Nachteile zusammengefasst

Auch wenn Hamster noch so günstig zu kaufen sind: Sie sind Lebewesen und haben wie jedes Haustier Bedürfnisse. Sie müssen gefüttert werden, ihre Behausung muss gesäubert werden, Wasser und Streu müssen regelmäßig ausgetauscht werden und ihr Bewegungsbedürfnis muss mit kreativen Baumaterialien und regelmäßigem Freilauf befriedigt werden. Als Tier auf Probe für kleine Kinder, die sich unbedingt ein eigenes Haustier wünschen oder als „Lückenfüller“ für Menschen, die vor der Haltung einer Katze oder eines Hundes zurückschrecken, ist der Hamster nicht zu empfehlen. Der Hamster braucht einen Halter, der seine Bedürfnisse ernst nimmt, der seinen Wunsch nach Ruhe und Abgeschiedenheit am Tag akzeptiert und der sich nicht daran stört, wenn er nachts zu Hochform aufläuft und in seinem Käfig kräftig Radau macht. Auch wenn Sie zu der Sorte Mensch gehören, die mit wenig Schlaf auskommen, sollten Sie von einer Unterbringung im Schlafzimmer auf jeden Fall absehen. Ab Geschlechtsreife sind Hamster übrigens absolute Einzelgänger und einen weiteren Hamster im Käfig ertragen sie genauso wenig wie ständige Streicheleinheiten ihres Menschen. Anders als etwa Hunde oder Katzen teilen Hamster das Bedürfnis nach Nähe nicht. Wenn es Ihnen jedoch genügt dem Hamster einfach nur zuzuschauen, ihn abends beim Bauen, Wühlen, Kraxeln und „Hamstern“ im Käfig zu beobachten und seine besonderen Eigenarten akzeptieren, wird Ihnen der kleine Nager als Haustier sicherlich viel Freude bereiten.

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