Zwerghamster

Verfasst von Sabrina Quente
zwerghamster blauer hintergrund

Kugelform und Kulleraugen: Zwerghamster geizen nicht mit Niedlichkeit.

Der kleine Zwerghamster erfreut sich als Haustier großer Beliebtheit. Die Winzlinge machen sich nicht nur durch ihr niedliches Äußeres, sondern auch durch einige faszinierende Eigenschaften interessant. Die wichtigsten Fakten fasst der folgende Artikel zusammen und gibt Tipps rund um die Haltung.

Aussehen: Vielfalt in Größe und Farbe

Schwarze Knopfaugen, kleine Ohren, kurze Beine und ein rundlicher Körper – das sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten aller Zwerghamster. In ihrer Größe und Farbe zeigen sich die Vertreter dieser Kleintierrasse dagegen vielfältig.

Welche Zwerghamster-Arten gibt es?

Insgesamt gibt es 20 verschiedene Arten. Als Heimtiere haben sich die folgenden durchgesetzt:

Die bekannteste und als Haustier am weitesten verbreitete Art ist der Dsungarische Zwerghamster. Der Chinesische Streifenhamster ist im Vergleich eher seltener in Haushalten zu finden. Er zählt außerdem zu den Langschwanz-Zwerghamstern, alle anderen gehören zu den Kurzschwanz-Hamstern.

Größenunterschiede

Die vier Arten unterscheiden sich vor allem in der Größe. Der Dsungarische und der Campbell-Zwerghamster werden etwa acht bis zehn Zentimeter groß. Mit etwa sieben Zentimetern ist der Roborowski die kleinste Art.

Der größte Vertreter ist der Chinesische Streifenhamster, der etwa zwölf Zentimeter lang wird und einen längeren Schwanz hat als seine Artgenossen.

dschungarischer zwerghamster in sandbecken © Ирина Орлова / stock.adobe.com
Ein Sandbad unterstützt Ihren Zwerghamster (hier ein Dschungarischer Zwerghamster) bei der Fellpflege.

Wie unterscheiden sich männliche und weibliche Zwerghamster?

Bei allen Arten lassen sich Männchen und Weibchen im direkten Vergleich unterscheiden. So ist der Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und dem After beim männlichen Minihamster in der Regel erkennbar größer als beim Weibchen.

Was sind typische Zwerghamster-Farben?

Alle Zwerghamster-Arten werden in den verschiedensten Farben gezüchtet. Von Grau über Braun bis sandfarben und von hell bis dunkel kommen alle möglichen Schattierungen bei den Knirpsen vor. Der Bauch vieler Arten ist heller als der Rest des Körpers. Beim Roborowski-Zwerghamster fehlt der dunkle Aalstrich am Rücken.

Die Zwerge halten anders als andere Hamster keinen Winterschlaf. Einige Arten wie die Dsungaren bekommen dafür in der kalten Jahreszeit ein helles, dichtes Winterfell.

Charakter: Energiegeladene Nachtschwärmer

Zwerghamster sind wie der Teddy-Hamster oder der Goldhamster nachtaktiv. Am besten beobachten kann man sie in der Dämmerung und in den späten Abendstunden.

Zu sehen gibt es dabei einiges. Denn die Zwerge sind quirlige und viel beschäftigte Tiere: Sie futtern, buddeln und flitzen durch den Käfig.

Annäherungsversuche sollten Sie nur dosiert unternehmen. Denn obwohl der Dsungarische Vertreter als entspannt, freundlich und zutraulich gilt und sogar handzahm wird, sind Hamster grundsätzlich keine Schmusetiere.

Die kleinen Hamster bleiben am liebsten auf Abstand und sind deshalb weniger für Kinder, dafür für Berufstätige geeignet, die nach der Arbeit gern noch ein wenig tierische Action beobachten.

Haltung und Pflege: Was muss ich bei einem Zwerghamster beachten?

Bei der Haltung eines Minihamsters ist es wichtig, das winzige Format zu beachten. Damit die Knirpse nicht durch die Gitterstäbe eines Käfigs entwischen, ist ein Nagarium die bessere Wahl.

Informieren Sie sich in unserem großen Hamsterratgeber über die ideale Größe und Ausstattung Ihres Nagariums.

Was braucht ein Zwerghamster im Käfig?

Wenn Sie einen Zwerghamster-Käfig einrichten – oder besser ein Nagarium –, dürfen natürlich Futterstellen, eine Toilettenecke und ein Sandbad nicht fehlen. Wichtig ist auch eine gewisse Höhe für die Einstreu, damit Ihr Knirps seiner Lieblingsbeschäftigung Buddeln nachgehen kann.

Unverzichtbar ist außerdem das passende Zwerghamster-Spielzeug. Denn wie alle anderen Hamsterarten stecken auch die Zwerge voller Energie und haben einen großen Bewegungsdrang. Holzhäuschen, Brücken, Röhren oder unbehandelte Zweige sorgen für Abwechslung und Nagespaß.

Im Online-Shop von Zooplus finden Sie eine große Auswahl an Zwerghamster-Zubehör.

Braucht mein Zwerghamster Artgenossen zum Glücklichsein?

In der Natur sind Zwerghamster zeitweise als kleine Familien unterwegs. Doch sobald sie ihre elterlichen Pflichten erledigt haben, bevorzugen sie wieder das Leben als Einzelgänger. Eine Paarhaltung ist mit viel Know-how möglich. Einfacher und sicherer ist jedoch die Einzelhaltung.

Ernährung: Was essen Zwerghamster?

Zwerghamster ernähren sich genau wie Goldhamster und andere Hamsterarten von pflanzlicher Nahrung und tierischem Eiweiß. Wenn Sie Ihren Zwerghamster artgerecht ernähren möchten, bietet sich eine Hamsterfuttermischung als Basis an. Diese können Sie dann ganz einfach mit dem Lieblingsfutter Ihres Zwergs aufpeppen.

Was mögen Zwerghamster am liebsten?

Die Liste der Dinge, die Minihamster zum Fressen gernhaben, ist lang. Darauf finden sich unter anderem:

  • Gräser
  • Wiesenkräuter
  • Körner
  • Gemüse
  • getrocknete Insekten

Obst sollte besser nicht verfüttert werden, bei Nüssen ist weniger mehr. Nicht fehlen darf selbstverständlich frisches Wasser.

Gesundheit: Was sind typische Krankheiten bei den Zwergen?

Hamster gelten im Allgemeinen als robust. Trotzdem können auch bei Zwerghamstern gesundheitliche Beschwerden auftreten:

  • Gerät das Verdauungssystem des Hamsters aus dem Gleichgewicht, sind Darmprobleme die Folge. Achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung.
  • Zahnprobleme entstehen, wenn der Hamster nicht die Möglichkeit hat, Äste oder Zweige anzuknabbern.
  • Parasiten wie Milben fühlen sich in ungepflegtem Fell wohl. Dem lässt sich mit einem Sandbad vorbeugen, das Sie Ihrem Hamster in seinem Zuhause unbedingt bieten sollten.

Wie alt werden Zwerghamster?

Wer sich für einen Hamsterkauf entscheidet, sollte wissen: Kleine Nager leben oft nicht so lange wie Katzen oder einige Vogelarten. Das gilt auch für Hamster.

Bei gewissenhafter Pflege liegt die Zwerghamster-Lebenserwartung aber immerhin zwischen anderthalb und drei Jahren – genug Zeit, sich an Ihrem Minihamster zu erfreuen.

Herkunft: Woher stammt der Minihamster ursprünglich?

Bevor sie die Haushalte von Hamsterfans erobert haben, lebten Zwerghamster in den Steppenregionen und Halbwüsten Asiens, etwa in der Mongolei und in Kasachstan. Einige Arten leben in Gegenden, in denen Getreide angebaut wird. Sie sind Meister darin, unterirdische Gänge zu graben.

Kauf: Woher bekommt man einen Minihamster?

Auch wenn es die Möglichkeit gibt, Nager bequem im Internet zu kaufen, ist der Gang zum Züchter oder ins Tierheim noch immer die bessere Wahl.

So können Sie sich eingehend rund um Ihren neuen Mitbewohner informieren und sicher sein, einen gesunden und munteren Hamster im Miniaturformat aus guten Händen zu bekommen.

Wie viel kostet ein Zwerghamster?

So klein die Minihamster sind, so gering ist auch ihr Preis: Im Schnitt kostet ein Exemplar zwischen fünf und 15 Euro.

Denken Sie jedoch daran, dass für das Nagarium, die Ausstattung, das Zwerghamster-Spielzeug und den Tierarzt noch weitere Kosten hinzukommen.

Fazit: Sind Zwerghamster pflegeleicht?

Als Haustiere sind Zwerghamster einfach zu halten und zu pflegen. Die Voraussetzung ist allerdings, Sie bieten ihrem Winzling eine artgerechte Unterkunft und Ernährung. Denn die Ansprüche an ihr Refugium sind groß.

So niedlich sie sind: Die Knirpse sind keine Kuscheltiere. Allerdings sind sie ideal für Menschen, die gern für ein Tier sorgen und sich aus respektvoller Distanz daran erfreuen möchten.

Zwerghamster: Steckbrief

Name: Zwerghamster
Größe: Je nach Art 7-12 cm
Durchschnittliche Lebenserwartung: Ca. 1,5-3 Jahre
Haltung: Großer Käfig oder Nagarium mit Buddelmöglichkeiten
Sozialverhalten: Einzelgänger
Fell: Kurz, verschiedene Farbvarianten je nach Art
Pflegeaufwand: Mittel
Bewegungsbedarf: Sehr hoch
Herkunft: Asien

Quellen:


Sabrina Quente
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Sabrina Quente

Tiere begleiten mich schon, seitdem ich denken kann. Es existiert kaum ein Kinderfoto ohne Wellensittich auf dem Kopf oder Katze auf dem Schoß. Seit über zehn Jahren schreibe ich als Redakteurin über verschiedene Themen von der Krankenversicherung bis hin zur Katzenhaltung. Immer dabei: meine Katze Mimi, die für viele Texte die beste Impulsgeberin ist und weiß, wann es Zeit für eine Schreibpause ist.


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