Hund und Katze zusammenführen

hund und katze

Zwei wie Hund und Katz? Sprichwörtlich können sich Hunde und Katzen nicht ausstehen. Doch die vermeintlichen Streithähne können sehr wohl friedlich zusammenleben – sofern ein paar Regeln beachtet werden. Welche das sind und mit welchen Tricks das Zusammenführen von Hund und Katze funktioniert, erfahren Sie hier.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Eine Grundvoraussetzung für das Zusammenführen von Hund und Katze ist, dass bislang keiner der Beiden negative Erfahrungen mit dem jeweils anderen gemacht hat. Wurde eine Katze bereits von einem Hund gejagt und fast „zu Tode“ gebissen, werden Sie alle Mühe haben, die Angst Ihrer Katze zu überwinden und sie an ein Leben mit ihrem „Todfeind“ zu gewöhnen. Auch Hunde, die bereits ihr Leben lang leidenschaftlich Katzen gejagt haben oder die ihrerseits schmerzliche Erfahrungen mit den scharfen Krallen des Stubentigers gemacht haben, werden dieses Tier nur ungern in ihr Rudel aufnehmen.

Das Kennenlernen von Hund und Katze will geplant sein

Um Erfolg zu haben, sollten Sie sich genau auf die erste Begegnung der beiden Tiere vorbereiten. Erstellen Sie einen Plan für die Zusammenführung und nehmen Sie sich für dessen Umsetzung am besten ein paar Tage frei. Sorgen Sie dafür, dass neben Ihnen noch eine weitere Person in den ersten Tagen des Aufeinandertreffens dabei ist, so kann diese sich zum Beispiel ganz der Katze widmen, während Sie sich hauptsächlich um Ihren Hund kümmern. Generell ist es wichtig, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit bei den ersten Begegnungen voll und ganz auf Ihre Tiere richten können. Besondere Ereignisse wie Besuch von Freunden oder große Familientreffen sollten in dieser Zeit besser nicht stattfinden. Selbst laute Nebengeräusche aus dem Radio oder dem Fernseher können die ersten Zusammenkünfte von Hund und Katze empfindlich stören.

Hunde, mit einem angeborenen Jagdinstinkt oder sehr scheue Katzen sind hingegen kein völliges Ausschlusskriterium für ein friedliches Miteinander. Natürlich werden Sie in diesem Fall immer wieder Rückschläge verkraften müssen und die Gewöhnungsphase von Hund und Katze wird einige Zeit beanspruchen – unmöglich ist es jedoch nicht. Selbst die scheinbar ungeeignetsten Hunderassen sind in der Lage friedlich mit einer Katze unter einem Dach zu leben, sofern sie behutsam an den neuen Mitbewohner gewöhnt wurden. Damit das Zusammenführen funktioniert, brauchen Sie also vor allem viel Zeit und noch mehr Geduld. Lassen Sie Hund und Katze auf keinen Fall einfach aufeinander los – der Hund würde die Katze unerbittlich jagen und zurück bliebe eine völlig aggressive oder verängstigte Katze, die sich auf keine zweite Begegnung mit diesem „Monster“ einlassen würde.

 So planen Sie das Kennenlernen von Hund und Katze

 

  • Erstellen Sie einen Plan für die Zusammenführung und nehmen Sie sich für dessen Umsetzung am besten ein paar Tage frei
  • Sorgen Sie dafür, dass neben Ihnen noch eine weitere Person in den ersten Tagen des Aufeinandertreffens dabei ist, so kann diese sich zum Beispiel ganz der Katze widmen, während Sie sich hauptsächlich um Ihren Hund kümmern
  • Generell ist es wichtig, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit bei den ersten Begegnungen voll und ganz auf Ihre Tiere richten können
  • Besondere Ereignisse wie Besuch von Freunden oder große Familientreffen sollten in dieser Zeit besser nicht stattfinden. Selbst laute Nebengeräusche aus dem Radio oder dem Fernseher können die ersten Zusammenkünfte von Hund und Katze empfindlich stören

Wer passt zu wem?

Wenn Sie noch keine spezielle Katze bzw. noch keinen genauen Hund im Blick haben, der bei Ihnen als zweites Haustier einziehen soll, können Sie bei der Auswahl natürlich darauf achten, dass die beiden möglichst gut zusammenpassen. Am besten funktioniert die gegenseitige Sozialisierung mit Welpen, die sich gut von Anfang an und ohne „Vorbelastungen“ an ein Zusammenleben mit der anderen Rasse gewöhnen lassen.

hund und katze

Wenn Sie bereits einen älteren Hund bzw. eine ältere Katze im Haus haben, sollte der Neuzugang lieber ruhiger sein, also nicht zu wild und temperamentvoll. Wenn Sie wiederum einen sehr lebhaften Hund zu Hause haben, sollte auch die Katze über ein gewisses Selbstbewusstsein verfügen, um sich gegen das Temperamentbündel behaupten zu können.

Wer war zuerst da?

Einen entscheidenden Einfluss auf das Zusammenführen von Katzen und Hunden hat übrigens auch die Frage, welches Haustier zuerst da war: Hund oder Katze? Während Hunde als Rudeltiere ein neues Familienmitglied in der Regel recht bald akzeptieren, stehen Katzen dem Neuankömmling oft weitaus skeptischer gegenüber und empfinden den Hund eher als Bedrohung ihres Reviers. Eine Katze in einen Hundehaushalt zu integrieren funktioniert also in der Regel reibungsloser als der umgekehrte Fall.

Vorkehrungen für Zuhause

Wenn feststeht, dass ein neuer tierischer Mitbewohner bei Ihnen einziehen soll und Sie bereit sind, entsprechend Zeit, Mühe und Geduld für das Zusammenführen der Tiere aufzubringen, können Sie Ihren zuvor gefassten Plan bald in die Tat umsetzen. Bevor sich Hund und Katze aber das allererste Mal gegenübertreten, empfiehlt es sich, zuhause ein paar Vorkehrungen zu treffen.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Um Konflikte zu vermeiden, sollten Sie einen möglichst neutralen Raum in Ihrem Zuhause für die erste Begegnung auswählen. Der Lieblingsplatz des „alteingesessenen Tieres“ wäre sicherlich ein denkbar ungeeigneter Ort für das erste Kennenlernen. Darüber hinaus sollten Sie dafür sorgen, dass die Katze entsprechende Rückzugsmöglichkeiten erhält, sollte ihr die Angelegenheit nicht geheuer sein. Ein Katzenbaum, ein erhöhtes Regal oder eine leere Fensterbank, von wo aus sie den Hund zunächst aus der Distanz beobachten kann, verschafft Ihrer Katze Sicherheit. Außerdem sollten Sie einen separaten Raum für den jeweiligen Neuankömmling vorbereiten, in dem dieser sich die ersten Tage aufhalten und zurückziehen kann.

Trennung von Futternapf und Katzenklo

Eine räumliche Trennung empfiehlt sich auch für die beiden Futterstellen. Um Futterneid zu vermeiden, sollten Sie für die Futterstelle der Katze am besten ebenfalls eine erhöhte Stelle in der Wohnung auswählen und die Tiere gegebenenfalls zu unterschiedlichen Zeiten füttern. Ebenso wie der Futternapf des jeweils anderen ist für den Hund das Katzenklo absolut tabu. Die Katze braucht am „stillen Örtchen“ unbedingt ihre Ruhe und reagiert auf jede Störung ihrer Privatsphäre äußerst empfindlich. Nicht selten neigen Hunde außerdem dazu, die Hinterlassenschaften im Katzenklo zu fressen, woraufhin die Katze auf andere Orte ausweicht und unsauber wird.

Erste Gewöhnung an Gerüche und Geräusche

Parallel zu den Vorbereitungen in der Wohnung können Sie auch die Tiere auf den Einzug des jeweils anderen bereits „einstimmen“. Eine Möglichkeit ist, dass Sie das Fell beider Tiere mit einem trockenen Tuch abreiben und dieses danach am Futterplatz des Gegenparts platzieren. So können sich Hund und Katze an den Geruch des anderen gewöhnen und verbinden ihn aufgrund der Kombination Geruch=Futter mit etwas Positivem. Sollte der Hund dazu neigen, laut zu bellen, kann man die Katze an dieses für sie ungewohnte und eventuell furchteinflößende Geräusch ebenfalls im Vorfeld gewöhnen. Nehmen Sie das Hundegebell dazu auf und spielen Sie es anschließend der Katze vor – zuerst leise und dann langsam immer lauter, bis die tatsächliche Lautstärke des Bellgeräuschs erreicht ist. Wenn eine Katze in einen Hundehaushalt dazu kommt, sollte man ihr vor der ersten Begegnung mit dem Hund außerdem die Möglichkeit geben, die neue Umgebung zunächst allein zu erkunden. Während eine Person mit dem Hund spazieren geht, kann die Katze erste Streifzüge durch die Wohnung unternehmen. So kennt sie sich beim Zusammentreffen schon etwas aus und weiß um ihre Rückzugsmöglichkeiten.

Wie läuft die erste Begegnung ab?

Nach den Vorbereitungen in der Wohnung und den ersten Eingewöhnungsmaßnahmen bei den noch getrennten Tieren, steht einer ersten Begegnung von Hund und Katze nun nichts mehr im Weg. Doch selbst wenn Sie sich noch so gut vorbereitet haben und sich für alles gewappnet fühlen: Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. Erwarten Sie nicht, dass sich Hund und Katze über ein Kennenlernen freuen. „Liebe auf den ersten Blick“ gibt es bei diesen naturgemäß verfeindeten Tieren wohl eher nicht. Schrauben Sie also Ihre Erwartungen zurück und lassen Sie sich von Rückschlägen, die anfangs garantiert auftreten, nicht unterkriegen. Es wird einige Zeit dauern, bis sich Hund und Katze verstehen.

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Beide Tiere sollten so ausgeglichen wie möglich sein, bevor sie sich das erste Mal sehen. Unternehmen Sie mit Ihrem Hund deshalb kurz vorher einen ausgiebigen Spaziergang, so dass er körperlich ausgelastet und zufrieden ist. Negativ auf das eigene Wohlbefinden schlägt sich übrigens auch ein hungriger Magen aus. Sorgen Sie also dafür, dass beide Tiere vorher gefressen haben und satt sind. Stellen Sie Radio oder Fernseher in dem Zimmer aus, in dem die Zusammenführung stattfinden soll und leinen Sie Ihren Hund im Zimmer an – alternativ können Sie auch die Leine fest in der Hand halten. Das Anleinen ist immens wichtig, um mögliche Jagdszenen zwischen Hund und Katze unbedingt zu vermeiden. Wenn der Hund die Katze bei der ersten Begegnung durch die ganze Wohnung jagen würde, wäre dies in der Regel das Ende für eine gelungene Zusammenführung.

Der erste Kontakt

Ist der Hund nun sicher angeleint, kann eine andere Person die Katze ins Zimmer lassen. Wie nah sie dem Hund kommt, sollte die Katze unbedingt selbst entscheiden. In den meisten Fällen flüchten sich Katzen erst einmal auf einen hohen und möglichst weit entfernten „Aussichtspunkt“, von dem aus sie die Situation und ihren „Gegner“ beobachten können. Für fast alle Tiere bedeutet das Kennenlernen eines neuen Mitbewohners im „eigenen Revier“ Stress. Angst und Nervosität sind in der Regel vorherrschend und werden erst nach und nach von einer gewissen Neugierde auf den neuen Partner abgelöst. Verlangen Sie also nicht zu viel von Ihren Tieren und beenden Sie das erste Kennenlernen bereits nach ein paar Minuten – selbst wenn es überraschend positiv verlaufen ist.

Wie verhalte ich mich während des Zusammentreffens?

Wichtig ist, dass Sie selbst Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Sind Sie selbst angespannt und nervös bei dem ersten Zusammentreffen wird sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf Ihr Tier übertragen. Schlüpfen Sie stattdessen lieber in die Rolle eines Moderators, der den Tieren Sicherheit und Gelassenheit vermittelt. Streicheln Sie Hund und Katze und sprechen Sie ruhig und leise. Sollte Ihr Hund wie wild an der Leine zerren, versuchen Sie ihn abzulenken, indem Sie sich vor ihn setzen und ihm die Sicht auf die Katze nehmen. Machen Sie dabei jedoch nicht den Fehler, beruhigend auf ihren Hund einzureden. Der Hund, der nicht die genauen Worte, sondern nur den Tonfall zu deuten versteht, wird diese Art der Zuwendung als Bestätigung seines Verhaltens auffassen und es entsprechend wiederholen. Loben Sie ihn also erst, wenn er es schafft ruhig zu bleiben im Angesicht der Katze. Hilfreich erweisen Sich auch Leckerlis als positive Verstärkung – damit dies funktioniert, sollten sie allerdings wirklich nur verteilt werden, wenn sich Hund bzw. Katze gut verhalten haben.

Wie lange dauert es, Hund und Katze aneinander zu gewöhnen?

Nach dem ersten Aufeinandertreffen heißt es nun „üben, üben, üben!“ Je nachdem wie viel Angst die Katze zeigt, sollten Sie das Kennenlernen in den ersten Tagen auf wenige Minuten pro Tag beschränken. In der restlichen Zeit sollten sich die Tiere unbedingt in getrennten Räumen aufhalten. Anfangs reichen den beiden Tieren pro Tag ein bis zwei Begegnungen von je fünf Minuten. Wenn Sie merken, dass sich die Aufregung der ersten Zusammenkünfte langsam legt können Sie die Zeit auf zehn bis 15 Minuten ausweiten. Bis es soweit ist, können jedoch manchmal gut und gerne zwei Wochen vergehen. Drängen Sie Ihre Tiere zu nichts und lassen Sie sie selbst entscheiden, wann Sie soweit sind, für längere Zeit mit dem anderen in einem Raum zu sein. Als Besitzer kennen Sie Ihre Tiere am besten und werden merken, wann die Neugierde auf den neuen Mitbewohner größer ist als die anfängliche Furcht voreinander.

Nach dem ersten Kontakt

Nach den ersten Tagen des Beschnupperns beginnt die eigentliche Kennenlernphase. Hunde und Katzen sind zwei grundverschiedene Tiere, die über eine völlig unterschiedliche Körpersprache kommunizieren. Es braucht also eine Weile, bis die Tiere lernen, das Verhalten des jeweils anderen richtig einzuschätzen. Erst wenn der Hund die Katze nicht mehr als Beute ansieht und die Katze den Hund nicht mehr als Fressfeind wahrnimmt, sind sie bereit, sich langsam näher zu kommen. Bis dies soweit ist und eines der Tiere sozusagen das „Eis bricht“, vergehen nicht selten ein paar Monate.

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Während sie die Zeit der Zusammenkünfte immer weiter ausdehnen, ist es wichtig, dass Sie den Tieren so viel Normalität wie möglich suggerieren. Versuchen Sie, Ihre Aufmerksamkeit auch mal auf etwas anderes als Ihre Tiere zu lenken. Sie können kochen, in einer Zeitung blättern, Blumen gießen oder eine SMS auf Ihrem Handy tippen – damit zeigen Sie Hund und Katze, dass es ganz normal ist, dass sie fortan gemeinsam im Haus leben.

Alleine „aufeinander loslassen“ dürfen Sie die Tiere allerdings erst, wenn Sie wirklich sicher sind, dass beide gelassen aufeinander reagieren und keiner dem anderen Schaden zufügt. Bis Sie die Tiere ohne Aufsicht alleine im Haus lassen können, vergeht nicht selten ein halbes Jahr.

Der Weg zu einem eingespielten Team

Um Hund und Katze erfolgreich zusammenzuführen und an ein gemeinsames Leben zu gewöhnen, brauchen Sie in jedem Fall einen langen Atem. Wann das Ende der Eingewöhnungszeit gekommen ist, entscheiden dabei niemals Sie, sondern immer die Tiere. Irgendwann wird sich Ihre Geduld aber auszahlen und aus Ihrem Hund und Ihrer Katze wird ein eingespieltes Team, bei dem keiner der beiden mehr aufeinander verzichten möchte.

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