Was tun, wenn die Katze unsauber ist?

katze unsauber

Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Benutzt die Fellnase das Katzenklo nicht mehr richtig oder putzt sie sich nur unzureichend ist dies ein ernstes Warnzeichen für schwere gesundheitliche oder psychische Probleme! Ist die Katze unsauber äußert es sich auf verschiedene Art und Weise. Verrichtet der Stubentiger sein Geschäft außerhalb der Katzentoilette ist dies nicht zu übersehen. Doch auch, wenn die Katze sich nicht mehr oder zu häufig putzt kann dies auf eine ernsthafte körperliche oder psychische Krankheit hinweisen.

Erste Station: der Tierarzt

Zeigt Ihre Katze ein auffälliges Putzverhalten oder Unsauberkeit, sollte der erste Gang zum Tierarzt führen. Dieser kann die Fellnase unter die Lupe nehmen und körperliche Ursachen ausschließen. Übermäßiges Putzen kann ein Ausdruck von Allergien oder ein typisches Symptom von Ungeziefer sein, Unsauberkeit tritt oft bei Blasenentzündungen oder anderweitigen Infektionen auf. Ist Ihre Katze aber körperlich gesund geht es an die Ursachenforschung.

Markieren oder Unsauberkeit?

Gerade bei Katern wird Unsauberkeit oft als Markierverhalten abgeschrieben – oder anders herum. Doch woran erkennt man, ob die Katze markiert oder unsauber ist?

Beobachten Sie Ihre Katze beim Geschäft am falschen Ort. Markierverhalten erkennen Sie daran, dass Ihre Katze aufrecht steht und mit gestrecktem, zitternden Schwanz waagerecht nach hinten uriniert. Ein Großteil der nicht kastrierten Kater markiert, doch auch Kätzinnen markieren während der Rolligkeit oder vor der Kastration. Markieren ist aber nicht immer hormonbedingt. In vielen Fällen möchte die Katze einfach nur ihr Revier verteidigen – zum Beispiel dann, wenn mehrere Katzen oder auch andere Tiere zu Ihrem Haushalt gehören.

Hockt sich Ihre Katze aber während des Geschäfts hin, ist dies ein Zeichen dafür, dass Ihre Katze unsauber ist.

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Was macht eine Katze unsauber?

Was muss passieren, damit reinliche Tiere wie die Katze unsauber werden? Bestehen keine körperlichen Ursachen und gibt der Tierarzt grünes Licht, weist Unsauberkeit oft auf eines hin: Chronischen Stress. Führen Sie sich eines vor Augen: Die Katze möchte Sie mit diesem Verhalten nicht ärgern. Oft versteht sie gar nicht, dass urinieren an ungewünschter Stelle unangenehm für den Menschen ist – sie hat oft einfach keine andere Alternative, sich auszudrücken. Bestrafen Sie Ihre Katze nun, schimpfen Sie mit ihr oder tunken sogar ihre Nase in den Urin helfen Sie ihr nicht – sie erzeugen nur mehr Stress und setzen einen unheilvollen Kreislauf in Gang. Die Katze fühlt sich weiter unter Druck gesetzt und das Unsauberkeitsproblem wird weiter verstärkt. Ihre Energie investieren Sie besser in die Ursachenforschung.

Oft ist Unsauberkeit an nicht artgerechte Lebensbedingungen gekoppelt. Haben Sie eventuell eine junge Katze vom Bauernhof zu sich geholt, können ihr aber keinen Artgenossen, Freigang im Garten oder Beschäftigung bieten? Vielleicht arbeiten Sie viel, so dass Ihre Katze rund um die Uhr allein ist? Vielleicht gab es aber auch einschneidende Veränderungen im Leben Ihrer Katze: Ein Umzug, ein neuer Lebenspartner, ein Baby? Vielleicht sie die Katzentoilette unglücklich platziert und Ihre Katze fühlt sich im Durchgangszimmer unsicher oder die Mitkatzen lassen ihre Fellnase nicht in Ruhe ihr Geschäft verrichten.

Das Putzverhalten der Katze

Putzen ist genau wie Schlafen ein lebenswichtiger Teil des Alltags Ihrer Katze. Katzen sind sehr hygienische Tiere, mit Ihrer Zunge lösen Sie lose Haare aus ihrem Fell und entfernen Gras, Blätter oder kleinere Schmutzansammlungen wie beispielsweise nach dem Besuch des Katzenklos. Gerät das Putzverhalten der Katze aus dem Lot, kann sich dies durch eine unzureichende Reinigung zeigen – oder zu extrem ausgeprägtes Putzverhalten.

Der Charakter Ihrer Katze prägt die Zeit und Intensität, mit der sie sich der Körperpflege widmet. Ändert Ihre Katze ihr Reinigungsverhalten aber urplötzlich, ist dies Grund zur Sorge.

So genanntes „Overgrooming“ bezeichnet oft plötzlich auftretendes, übertriebenes Putzverhalten. Dem Menschen fällt oft erst auf, dass etwas nicht stimmt, wenn er haarlose Stellen am Bauch, Schenkelinnenseiten, Schwanzansatz oder anderen Stellen entdeckt. Overgrooming kann physische und psychische Ursachen haben. Kann Ihr Tierarzt kein gesundheitliches Problem wie eine Allergie oder eine Futtermittelallergie feststellen, sollten Sie Stress als Ursache in Erwägung ziehen.

Das gleiche gilt für unzureichendes Putzverhalten. Reinigt Ihre Katze sich nach dem Besuch der Katzentoilette nicht mehr, kann dies am fortschreitenden Alter oder einer Infektion im Mundbereich liegen. Doch auch chronischer Stress oder Angststörungen sind nicht auszuschließen.

Nehmen Sie auch hier die Lebensbedingungen Ihrer Katze unter die Lupe. Schläft Ihre Fellnase genug und wirkt sie ausgelastet? Oder haben Sie den Eindruck, dass Ihre Katze gestresst ist – vielleicht besonders in Gegenwart neuer Familienmitglieder oder zu einer bestimmten Tageszeit? Vielleicht kommt Ihr Katzensenior aufgrund des neuen Kittens im Haushalt nicht mehr zur Ruhe?

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Hilfe vom Fachmann

Können Sie beim besten Willen keine Ursache finden, warum Ihre Katze unsauber wird, sich unwohl fühlt, markiert oder sich nicht oder zu exzessiv putzt, können so genannte „Katzenverhaltenstherapeuten“ oder „Katzenpsychologen“ helfen. Diese Fachleute haben sich eindringlich mit dem Katzenverhalten beschäftigt und können zwischen Ihnen und Ihrer Katze vermitteln, Probleme benennen und Missverständnisse lösen.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Katze alles Gute!

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