Brandlbracke (Vieräugl)

Verfasst von Kerstin S.

Wegen der rostfarbenen Flecken an den Augenbrauen wird die Brandlbracke auch Vieräugl genannt. Dabei braucht diese Hunderasse gar kein zweites Augenpaar, denn bei der Jagd verlässt sie sich vor allem auf die Nase. Lernen Sie die Jagdhunderasse aus Österreich näher kennen und erfahren Sie mehr über ihren Charakter.

Brandlbracke

Die Brandlbracke ist ein athletischer Jagdhund für erfahrene Hundehalter, die genauso gern auf Jagd gehen wie er.

Aussehen der Brandlbracke: Dynamischer Laufhund

Wie alle Bracken hat die Brandlbracke Schlappohren und eine lange Rute. Es sind sportliche, robuste Hunde mit glattem, schwarz-lohfarbenem Fell. Die charakteristischen gelben Flecken über den Augen sind für die Brandlbracke gemäß Standard Pflicht. Weiße Flecken im Brustbereich sind erlaubt.

Wie groß wird die Brandlbracke?

Brandlbracken-Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 50 bis 56 Zentimeter. Hündinnen werden 48 bis 54 Zentimeter groß. Damit ist das „Vieräugl“ die größte der österreichischen Bracken.

Brandlbracke Porträt © Martina Berg / stock.adobe.com
Die rostfarbenen Flecken an den Augenbrauen der Brandlbracke sehen aus wie ein zusätzliches Augenpaar, deshalb ist der Spitzname der Rasse Vieräugl.

Charakter: Jäger mit Familiensinn

Die Brandlbracke ist ein Vollblut-Jäger und auf die Schweißjagd im Gebirge spezialisiert. Hierbei verfolgt sie ausdauernd und beharrlich Fährten. Sie arbeitet eigenständig, aber dennoch gerne mit ihrem Menschen zusammen.

Wie die übrigen österreichischen Bracken ist sie für Jäger ein hervorragender Familienhund. Denn nach getaner Arbeit schätzt sie das gemütliche Zuhause und harmoniert gut mit Kindern.

Erziehung der Brandlbracke

Essenziell für die Erziehung dieser Rasse ist eine professionelle Jagdhundeausbildung. Hat die Brandlbracke diese erfolgreich absolviert, profitieren Mensch und Hund auch im Alltag davon. So ist Freilauf ohne Leine bei einer wohlerzogenen, jagdlich genutzten Bracke kein Problem.

Vieräugl sind spurlaut, das bedeutet: Sie verfolgen ihre Fährten bellend. Bellen gehört für Bracken also zum guten Ton. Dennoch sind die Hunde zuhause weder Kläffer noch übermäßig territorial.

Haltung: Zu wem passt eine Brandlbracke?

Eine Brandlbracke gehört in Jägerhand. Sie passt gut zu einer Jägerfamilie und ist kein Hund für die Stadt. Optimal für diesen robusten und dynamischen Vierbeiner ist ein Haus mit großem Garten.

Von hier aus können Mensch und Hund regelmäßig zu Streifzügen – gerne ins Hochgebirge – aufbrechen. Denn dieser Vierbeiner braucht viel Zeit mit seinem Menschen in der Natur, um glücklich zu sein.

Versteht die Brandlbracke sich mit anderen Haustieren?

Mit Artgenossen kommen die meisten Vieräugl gut zurecht. Mit Katzen können die Jäger harmonieren, wenn sie sie von klein auf gewohnt sind. Kommt eine neue Katze zu einer erwachsenen Bracke, ist es wichtig, auf eine vorsichtige Zusammenführung zu achten.

Fellpflege der Brandlbracke

Dieser Hund hat keine Unterwolle. Entsprechend einfach ist die Fellpflege. Es reicht aus, das glatte Fell regelmäßig mit einer Bürste oder einem Massagehandschuh zu massieren. Ratsam ist außerdem eine routinierte Pflege der Schlappohren, da diese zu Entzündungen neigen können.

Weitere Tipps rund um die Pflege Ihrer Brandlbracke finden Sie in unseren Ratgebern:

Die Brandlbracke auf Jagd: Beschäftigung

Alle Bracken sind begeisterte Jagdhunde. Bei der Jagd ist das Vieräugl ein Allrounder, der für die Jagd auf Füchse ebenso wie für die Jagd auf Wildschweine zum Einsatz kommen kann. Die Brandlbracke eignet sich hervorragend für die Suche nach verletztem Wild und kann nicht nur bei der Jagd, sondern auch nach Wildunfällen zum Einsatz kommen.

Wie jagt diese Hunderasse?

Der Name ist Programm: Die Brandlbracke beherrscht das „Brackieren“. Darunter verstehen Jäger das Treiben des Wildes auf lange Distanz in Richtung der Jäger. Die Hunde bellen dabei, damit der Jäger weiß, wo sich sein tierischer Gefährte befindet.

Wie beschäftigt man Vieräugl abseits der Jagd?

In ihrer „Freizeit“ genießen Brandlbracken lange Wanderungen mit ihrem Menschen. Außerdem können sie sich für jede Art von Nasenarbeit begeistern, beispielsweise beim Mantrailing.

Brandlbracke bei der Nasenarbeit © Martina Berg / stock.adobe.com
In der Nasenarbeit ist die Brandlbracke ein echtes Naturtalent.

Gesundheit: Seriöse Zucht ist entscheidend

Die Brandlbracke bringt kaum Risiken für bestimmte Erkrankungen mit sich. Verantwortungsvolle Züchter tun alles dafür, gesunde Nachkommen ins Leben zu begleiten. Entscheidend hierfür sind gesunde Elternteile.

Vor dem Zuchteinsatz lassen seriöse Züchter verschiedene Untersuchungen der Augen durchführen, um Erkrankungen wie eine Progressive Retina-Atrophie auszuschließen. Ebenso werden nur Brandlbracken für die Zucht zugelassen, die frei von Hüftdysplasie sind.

Wie alt wird ein Vieräugl?

Eine Brandlbracke kann ein durchschnittliches Alter von 12 Jahren und mehr erreichen.

Ernährung der Brandlbracke

Als mittelgroßer, robuster Laufhund benötigt dieser Vierbeiner kein spezielles Futter. Was er jedoch braucht, ist eine artgerechte Verpflegung.

Erfahren Sie in unseren Ratgebern, was dabei wichtig ist und welche Ernährungsform zu Ihrem Vierbeiner passt:

Herkunft und Geschichte der Brandlbracke

Gemäß ihrer Herkunft wurden Brandlbracken früher auch „Kärntner Brandln“ genannt. Bereits im 15. Jahrhundert belegen Abbildungen in „Jagdbüchern“ und auf Gemälden die Existenz von Jagdhunden, die der heutigen Brandlbracken ähnlich sehen. Sie begleiteten schon den österreichischen Kaiser Maximilian I. (1493-1519) bei der Jagd.

1883 entstand der erste Standard für die Rasse mit Gründung des Österreichischen Hundezuchtvereins. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Bestand der Hunde jedoch gefährdet. Viele engagierte Hundezüchter haben die Brandlbracke nicht nur in die Gegenwart überführt, sondern den Bestand in den letzten Jahren stabilisiert.

Anschaffung: Wo kann man eine Brandlbracke kaufen?

Zwar gehören Brandlbracken zu den selteneren Rassen, doch insbesondere in deutschsprachigen Ländern hat die dynamische Rasse die Herzen einiger Hundefreunde erobert. So kommen in Deutschland pro Jahr mehrere Dutzend Welpen zur Welt.

Jäger verkaufen reinrassige Brandlbracken mit FCI-Papieren ausschließlich an andere Jäger. Ansprechpartner rund um die Rasse finden sich vor allem bei Vereinen für Österreichische Bracken – diese gibt es zum Beispiel in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz. Von Zeit zu Zeit vermitteln diese Vereine auch ältere Bracken in ein neues Zuhause.

Brandlbracken aus dem Tierschutz

Bracken-Mischlinge finden sich häufig im internationalen Tierschutz. Doch auch für Bracken „aus zweiter Hand“ gilt: Aufgrund der großen Jagdpassion erfordern sie intensives Know-how rund um Jagdhunde.

Sie möchten eine Brandlbracke kaufen oder adoptieren? Unsere Ratgeber liefern Ihnen vorab alle wichtigen Informationen:

Ähnliche Rassen

Die Brandlbracke hat viele Gemeinsamkeiten mit den übrigen Österreichischen Bracken. Dazu zählen die Tiroler Bracke und die Steirische Rauhaarbracke. Vom Wesen her sehr ähnlich, ist die Brandlbracke tendenziell etwas größer und (noch) athletischer als ihre österreichischen Kollegen.

Auch mit den übrigen Bracken in Europa teilt sie viele Eigenschaften. Ebenfalls sicher im Hochgebirge unterwegs und dabei ganz auf die Nachsuche spezialisiert ist der Bayrische Gebirgsschweißhund.

Fazit: Typisch Bracke

Die Jagdpassion kombiniert mit dem großen Familiensinn der österreichischen Bracken prädestinieren diese Rasse für viele Jägerfamilien. So ist die Brandlbracke ein menschenfreundlicher, in der Jagd beharrlicher und sehr robuster Gefährte, der ausschließlich in Jägerhände gehört.

Steckbrief Brandlbracke

Kurzinfo:Die Brandlbracke ist die größte der österreichischen Bracken. Sie eignet sich für Jäger, die einen loyalen Familienhund an ihrer Seite wünschen.
Charakter: ausdauernd, kinderfreundlich, große Jagdpassion, wildscharf
Widerristhöhe:Rüden: 50-56 cm
Hündinnen: 48-54 cm
Gewicht:um die 20 kg
Fell:Schwarzes Fell mit rötlichen Abzeichen über den Augenbrauen
Fellpflege:Haart nur wenig, Pflegeaufwand für das Fell gering, Ohrenpflege erforderlich.
Auslauf:Vielseitiger Jagdgebrauchshund, kommt vor allem für die Nachsuche sowie für das Brackieren von Hase und Fuchs zum Einsatz.
Anfängerhund:ja
Bellen:Bellt, neigt aber nicht zum Kläffen
Lebenserwartung:12 Jahre und mehr
Typische Krankheiten:Hüftdysplasie, Augenerkrankungen
FCI-Gruppe:Gruppe 6, Sektion 1.2
Herkunft:Österreich

Quellen:


puppy

Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.


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