Der Český Fousek, der auf Deutsch Böhmischer Rauhbart heißt, ist ein vielseitiger Hund aus der historischen Region Böhmen im heutigen Tschechien. Erfahren Sie hier die wichtigsten Infos über die alte Jagdhunderasse.
Aussehen des Český Fousek: Drahthaariger Vorstehhund
Diese Rasse gehört zu den Vorstehhunden und wird von Laien gerne mit anderen drahthaarigen Vorstehhunden, vor allem mit dem Deutsch Stichelhaar, verwechselt. Wie dieser hat der Český Fousek einen sportlichen Körperbau und Schlappohren.
Die lange Rute wird gemäß Standard um drei Viertel ihrer Länge gekürzt – dies ist allerdings in den meisten Ländern aus gutem Grund nur für den Jagdgebrauch zulässig.
Das um die Lefzen längere Fell war für die deutsche Bezeichnung „Böhmischer Rauhbart“ namensgebend. Über seinem Bart blickt der Vierbeiner treuherzig aus mandelförmigen, klugen Augen.
Wie sieht das Fell dieser Hunderasse aus?
Die Rasse hat dichte, kurze Unterwolle. Darüber wächst raues, drei bis vier Zentimeter langes Deckhaar und zusätzlich bis zu sieben Zentimeter langes, hartes Grannenhaar. Das Grannenhaar unterscheidet den Rauhbart von vielen vierbeinigen Drahthaar-Kollegen. Es wächst vor allem an Brust, Schultern und Rücken.
Die Fellfarben sind gemäß Standard einfarbig braun, braun-meliert und braun-schimmel.
Wie groß wird ein Böhmisch Rauhbart?
Der Böhmisch Rauhbart zählt zu den mittelgroßen bis großen Hunden: Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 60 bis 66 Zentimeter. Hündinnen sind mit 58 bis 62 Zentimeter etwas kleiner und entsprechend leichter: Sie wiegen zwischen 22 bis 28 Kilogramm, männliche Rauhbärte zwischen 28 bis 34 Kilogramm.
Wesen des Böhmischen Rauhbarts: In der Ruhe liegt die Kraft
Ein gut ausgelasteter Český Fousek ist ein ausgeglichener und ruhiger Hund. Auf den ersten Blick ist kaum zu glauben, dass in dem gelassenen Vierbeiner ein leidenschaftlicher Jäger steckt. Der Allrounder vereint bei der Jagd eine starke Nase mit großem Finderwillen sowie hohem Beutetrieb. Dabei überzeugt er mit Ausdauer, Schnelligkeit und Raubwildschärfe.
Was viele Fans der Rasse besonders am Böhmisch Rauhbart schätzen, ist seine große Arbeitsruhe: Er bleibt auch in hektischen Situationen stets konzentriert und gelassen. Gegenüber Menschen und Artgenossen ist der Böhmische Rauhbart freundlich. Er gilt als kinderlieb und ist zu Hause ein angenehmer Gefährte, der nicht zum Kläffen neigt.
Wie erzieht man einen Český Fousek?
Der Böhmisch Rauhbart ist ein leichtführiger Hund, der gerne mit seinem Menschen zusammenarbeitet. Wie bei den meisten Jagdhunden gilt auch für diese Rasse: Die Vierbeiner profitieren enorm von einer professionellen Jagdhundeausbildung. Sollte diese nicht durchlaufen werden, empfiehlt es sich, eine Hundeschule aufzusuchen, die sich rund um Jagdhunde auskennt.
Haltung: Zu wem passt ein Böhmischer Rauhbart?
Der Český Fousek passt am besten zu Jägern, die diesem vielseitigen Hund ermöglichen, seine zahlreichen Talente auszuleben. Er eignet sich aber auch für hundeerfahrene Menschen, die bereit sind, viel gemeinsam mit ihrem Hund zu unternehmen und dafür entsprechend Zeit haben.
Wie sieht das ideale Zuhause für den bärtigen Vierbeiner aus?
Ein Alltag im Büro inklusive Mittagsrunde im Park und abends fünfzehn Minuten Apportieren – das ist diesem Jagdgebrauchshund zu wenig. Das ländliche Leben mit einem großen Grundstück passt grundsätzlich besser zum Rauhbart als eine Wohnung in der Stadt.
Doch Freilauf im eingezäunten Garten ist kein Ersatz für die geliebten Aufgaben: Ein Hundetrainer, der täglich viele Stunden mit seinem Český Fousek auf dem Hundeplatz ist und ihn einbezieht, kann es sich abends mit seinem Vierbeiner in der städtischen Wohnung gemütlich machen.
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Ist ein Böhmischer Rauhbart ein Familienhund?
Der Český Fousek fügt sich gut in eine Familie mit Kindern ein und kann auch mit Katzen Freundschaft schließen, wenn er diese von klein auf gewohnt ist. Bei einer Zusammenführung mit einem älteren Český Fousek, gilt es, ihn vorsichtig mit Katzen zusammenzuführen. Denn als potenziell raubwildscharfer Jäger kann der Rauhbart zur Gefahr für die Samtpfote werden.
Fellpflege des Böhmisch Rauhbart
Mit einem Böhmisch Rauhbart sollten Sie einmal die Woche zur Bürste greifen, um Verfilzungen zu verhindern. Zwar haaren drahthaarige Vierbeiner weniger, doch es empfiehlt sich zweimal jährliches Trimmen, um abgestorbene Haare aus dem Fell zu entfernen.
Wichtig ist auch, das Fell nach jeder Waldrunde gründlich nach Zecken, Grannen und Kletten zu durchsuchen. Bei schlappohrigen Hunden wie dem Český Fousek sollten Sie die Ohren regelmäßig kontrollieren, um sie bei Bedarf zu reinigen. So beugen Sie Entzündungen vor.
Sport und Aktivität: Wie beschäftigt man einen Böhmischen Rauhbart am besten?
Die liebste Beschäftigung dieser Hunderasse sind Einsätze bei der Jagd: Ob Treibjagd, Drückjagd, Wasserwildjagd oder Nachsuche – der konzentriert arbeitende Vierbeiner ist gern dabei. Außerhalb der Saison oder in Nicht-Jäger-Familien kann der Český Fousek auch anderweitig gut beschäftigt werden.
Ein Böhmischer Rauhbart braucht viel Beschäftigung und ist für Aktivitäten wie Wanderungen ein idealer Begleiter.
Gesundheit des Český Fousek
Der Böhmisch Rauhbart gilt als robuste Rasse, die wenig mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen hat. Seriöse Züchter fördern dies zusätzlich. So sind nur Verpaarungen von Hunden ohne Hüftdysplasie und ohne genetische Erkrankungen erlaubt. Da der Genpool in vielen Ländern klein ist, ist bei der Zucht auf einen möglichst geringen Inzucht-Koeffizienten zu achten.
Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Český Fousek?
Der sportliche und ausdauernde Vierbeiner kann ein Alter von 12 Jahren und mehr erreichen.
Was müssen Halter zur Ernährung des Böhmisch Rauhbart wissen?
Es gibt weder besondere Ansprüche noch bekannte Unverträglichkeiten, die in dieser Rasse häufiger vorkommen. Darum können Halter sich nach Belieben für hochwertiges Trockenfutter oder Nassfutter entscheiden.
Wer sich Hintergrundwissen rund ums Barfen aneignet, kann auch dies in Betracht ziehen. BARF-Anfänger sollten sich aber ausführlich informieren und das Vorhaben bei den tierärztlichen Kontrollen erwähnen. Denn nur bei einem gut durchdachten Menüplan ist der Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Herkunft: Einer der ältesten rauhaarigen Vorstehhunde Europas
Rund um Böhmen waren die Vorfahren des Český Fousek bereits vor Jahrhunderten beliebte Jagdgefährten. Im 14. Jahrhundert erwähnen schriftliche Quellen sie unter der Bezeichnung „canis behemicus“ („böhmischer Hund“). 1724 beschreibt der Oberförster und Jagdschriftsteller Hans Friedrich v. Flemming in seiner Schrift „Der vollkommene teutsche Jäger“ die „böhmischen rauhaarigen Wasserhunde“.
Der Erste Weltkrieg bedeutete für die Geschichte des Český Fousek eine Zäsur: Waren diese Hunde zuvor die beliebtesten rauhaarigen Vorstehhunde auf dem Gebiet der damaligen Tschechoslowakei, galt die Rasse Mitte der 1920er Jahre als nahezu ausgestorben. Übriggebliebene typische Vertreter dienten als Basis für das Wiederaufleben der Zucht.
Trotz der langen Rasse-Historie hat der Welthundeverband FCI den Český Fousek erst 1963 anerkannt. Heute ist der Böhmisch Raubart nicht nur in Tschechien und der Slowakei wieder ein beliebter Jagdhund: Auch im übrigen Europa und sogar in den USA trifft man mittlerweile auf Vertreter der Rasse.
Anschaffung: Wo kann man einen Böhmisch Rauhbart kaufen?
Die meisten Rauhbärte findet man auch heute in Tschechien, wo die Rasse wieder sehr beliebt ist. Doch auch in den Niederlanden und in den USA gibt es viele Züchter. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind vereinzelt Český-Fousek-Züchter zu finden. Diese sind oft in eigenen Vereinen organisiert, die Interessenten auch bei der Vermittlung von Welpen aus Tschechien behilflich sind.
Es empfiehlt sich unbedingt, sich bei Interesse an einem Český Fousek an einen solchen Verein zu wenden, um an einen seriösen Züchter zu gelangen.
Möchten Sie einen Böhmischen Rauhbart kaufen oder adoptieren? Unsere Ratgeber zeigen, was Sie vor der Anschaffung wissen sollten:
Aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit werden der Český Fousek und der Deutsch Drahthaar häufig verwechselt. Auch vom Wesen her haben die beiden Rassen viele Gemeinsamkeiten und teilen ihre Leidenschaft für die Jagd.
Noch ähnlicher ist der allerdings wenig bekannte Deutsch Stichelhaar, in den nachweislich Český Fousek eingekreuzt wurde. Sogar Kenner können diese beiden Rassen auf den ersten Blick manchmal nicht unterscheiden. Ebenfalls zu den ähnlichen Hunden zählt der französische Griffon Korthals.
Fazit: Freundlicher Rauhbart
Zwar ist der Český Fousek in erster Linie ein Hund von Jägern für Jäger. Seine Gelassenheit und die vielseitigen Talente machen es aber auch sportlichen Hundefreunden ohne Jagdschein möglich, einem Böhmisch Rauhbart ein hundegerechtes Zuhause zu bieten. Während die Haltung für Jäger weniger Herausforderungen birgt, sieht es für Nicht-Jäger anders aus: Sie sollten viel Zeit für gemeinsamen Hundesport in der Natur mitbringen.
Steckbrief zum Böhmischen Rauhbart
Kurzinfo:
Der Böhmische Rauhbart (Český fousek) ist ein ruhiger und gleichzeitig vielseitger Jagdgebrauchshund. Er eignet sich für Jäger und sportlich ambitionierte Hundefreunde.
weiche, kurze Unterwolle, darüber längeres drahtiges Deckhaar und bis zu 7 cm langes Grannenhaar Farben: einfarbig braun, braun-meliert und braun-schimmel
Fellpflege:
geringer Pflegeaufwand, einmal wöchentlich abbürsten haaren während des Fellwechsels durchschnittlich
Beschäftigung:
benötigt viel geistige und körperliche Auslastung
Anfängerhund:
nur sofern man eine jagdliche Ausbildung mit dem Hund durchläuft
Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.
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