Auch wenn es sich beim Akbash nicht um eine eigenständige Rasse handelt, gilt er als typischer – wenn nicht gar DER typische – Hirtenhund der Türkei. Der imposante Vierbeiner liebt seinen Freiraum und hat einen großen Beschützerinstinkt. Was Sie darüber hinaus über den großen Beschützer wissen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
Auffallend ist beim Akbash seine beeindruckende und imposante Erscheinung. Der türkische Name Akbaş Çoban Köpeği bedeutet „weißköpfiger Hirtenhund“. Er ist immer weiß und wird typisch Hirtenhund sehr groß. Sein Markenzeichen ist eine geringelte Rute.
Diese Herdenschutzhunde haben mittellanges oder langes Fell und Schlappohren. Für die Rasse „Akbash“, die von der FCI nicht anerkannt ist, gibt es eine standardisierte Rassebeschreibung beim amerikanischen United Kennel Club. Für die Population in der Türkei hat diese aber nur eine eingeschränkte Bedeutung.
Wie groß wird ein Akbash?
Studien rund um die Akbash-Population in der Türkei ergaben, dass dieser stämmige Hirtenhund durchschnittlich 75,3 Zentimeter groß ist und dabei ein Gewicht von knapp 45 Kilogramm auf die Waage bringt.
Dabei kommen Rüden meist auf eine Schulterhöhe zwischen 72 bis 82 Zentimeter und wiegen bis zu 60 Kilogramm. Hündinnen sind zwischen 68 bis 75 Zentimeter groß und wiegen 35 bis 50 Kilogramm.
Charakter des Akbash: Wie verhält der Vierbeiner sich im Alltag?
Dieser unabhängige Herdenschützer ist intelligent, willensstark und wenig menschenbezogen. Wie alle Herdenschutzhunde verfügt der Akbash über ein starkes Schutzverhalten. Kein Wunder, denn diese Hunde sind dafür gemacht, selbstständig eine Herde mit Nutztieren gegen Wölfe oder Kojoten zu verteidigen. Sie bringen entsprechend viel Mut, Eigenständigkeit und dominante Wesenszüge mit.
Wie erzieht man den Akbash am besten?
Herdenschutzhunde arbeiten gern eigenständig. Ihre Erziehung kann herausfordernd sein, weil die Vierbeiner kaum einen Will-to-please mit sich bringen. Dies sollte man bei der Erziehung eines Akbash unbedingt berücksichtigen.
Wer diesen ursprünglichen Hund neben seinen Aufgaben als Herdenschutzhund als Familienhund halten möchte, sollte besonders großen Wert auf eine umfassende Sozialisierung legen. So lernt der Akbash schon früh, mit dem aus Sicht eines Herdenschutzhunds oft komplizierten Alltag umzugehen. Wichtig ist dabei auch das Einüben von Hundebegegnungen.
Pflege und Haltung des Akbash: Ein Vierbeiner mit viel Platzbedarf
Die Frage: Wohnung oder Haus? lässt sich für Hunde dieses Typs eindeutig beantworten: Der Akbash braucht viel Freiraum, um artgerecht zu leben.
Diese Hunde leben am besten ländlich, beispielsweise auf einem Bauernhof oder auswärts mit ihrer zu beschützenden Herde. Auch ein Haus mit einem großen, hoch umzäunten Garten, das der Akbash bewachen kann, eignet sich.
Viele dieser Herdenschutzhunde sind gerne bei Wind und Wetter, auch nachts, draußen. Eine Stadtwohnung passt deshalb nicht zu diesem Vierbeiner.
Welche Pflegeansprüche hat der Akbash?
Der Akbash hat harsches, mittellanges Deckhaar und viel weiche Unterwolle. Entsprechend verlieren Hunde dieses Typs vor allem während des Fellwechsels Unmengen von Fell.
Vorbeugend hilft es, den Akbash regelmäßig zu bürsten. Der robuste Herdenschutzhund bringt dennoch jede Menge Haare ins Haus.
Viele praktische Tipps rund um die Hundepflege finden Sie in unseren Ratgebern:
Der Akbash kann gut in einer Familie harmonieren und ist ein loyaler sowie geduldiger Gefährte von großen und kleinen Zweibeinern innerhalb des Rudels. Dabei sollte er aber immer Aufgaben als Arbeitshund erfüllen können – als reiner Begleithund eignet er sich nicht.
Trainieren Sie am besten auch das ruhige Dulden von Besuchern, wie Freunden der Kinder, von klein auf mit dem beschützenden Akbash.
Der Akbash braucht viel Platz und am besten Halter, die ihm einen Garten bieten können.
Sport und Aktivität: Welche Beschäftigung passt zum Akbash?
Herdenschutzhunde wie der Akbash beschäftigen sich am liebsten mit dem Bewachen einer Herde. Anders als leichtfüßige Hütehunde wie der Border Collie sind Herdenschutzhunde kaum für gemeinsamen Hundesport mit ihrem Menschen zu begeistern. Auch lange Spaziergänge oder Wanderungen zählen nicht zu den Hobbys eines Herdenschutzhundes.
Diese Vierbeiner bleiben lieber in ihrem Territorium, das sie leidenschaftlich bewachen. Mit Glück und Geduld können Sie Ihren Akbash-Welpen jedoch für Nasenarbeit interessieren.
Gesundheit: Größe als Risiko
Da der Akbash in Europa keine standardisierte Rasse ist, ist es schwierig, Aussagen zur Gesundheit dieses Hundetyps zu machen. In den USA wird der Akbash gezielter gezüchtet. Hier neigen manche Linien zu Herzproblemen und Epilepsie.
Wie bei vielen großen und schweren Hunden sind außerdem Hüftdysplasien und Magendrehungen ein potenzielles Risiko.
Rund um die Gesundheit im weiteren Sinne gilt auch: Der mutige Akbash ist schwer zu beeindrucken. Das bedeutet, dass er oftmals Gefahren der Zivilisation, beispielsweise durch Autos oder Fahrräder, nicht richtig einschätzen kann.
Wie alt kann ein Akbash werden?
Diese Hunde können ein durchschnittliches Alter von acht Jahren erreichen. Natürlich gibt es auch einzelne Hunde dieses Typs, die zehn Jahre und älter werden.
Ernährung in XL: Große Hunde, große Ansprüche
Die Ernährung des Akbash sollte an Hunde großer Rassen angepasst sein. So sollten Sie vor allem im Welpen- und Junghund-Alter darauf achten, dass der Vierbeiner nicht zu schnell an Masse zunimmt, um das Skelett nicht zu überlasten. Hierbei unterstützen Welpen- und Junghundnahrung für Hunde großer Rassen und die jeweils zugehörigen Futterempfehlungen.
Da XL-Hunde wie der Akbash zu Magendrehungen neigen können, sollte der Hund mindestens zwei Mahlzeiten am Tag bekommen und anschließend ruhen.
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Herkunft und Geschichte: Woher stammt der Akbash?
Der Akbash gilt als Vorfahre verschiedener weißer Hirtenhunde. Aus der Türkei stammend, gelangte der Hund Ende der 1970er Jahre des vorigen Jahrhunderts in die USA. Hier gewann die Rasse schnell einige Fans. Mittlerweile hat sich die Zucht dort etabliert. In der Türkei gibt es heute jedoch nur wenige offizielle Akbash-Züchter.
Als Rasse ist der Akbash nicht von der FCI anerkannt. Allerdings führt der amerikanische United Kennel Club (UKC) diesen Herdenschutzhund seit 1998 als eigenständige Rasse.
Anschaffung: Tipps zum Kauf eines Akbash
Dieser Vierbeiner ist in Europa selten – auch in der Türkei gibt es nur wenige Hundefreunde, die gezielt den Akbash züchten. Wer auf der Suche ist, kann sich im Tierschutz nach Hunden dieses Typs umsehen.
Herdenschutzhunde haben es im Tierschutz ohnehin oft schwer, da sie unter räumlichen engen Bedingungen besonders leiden und schwer zu vermitteln sind. Wer unbedingt einen Welpen dieses Typs möchte, muss mitunter lange warten oder weit fahren.
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Der Akbash hat viel mit anderen Herdenschutzhunden gemeinsam. Insbesondere zu nennen sind der Anatolische Hirtenhund und der ebenfalls nicht von der FCI anerkannte Kangal. Beide stammen genau wie der Akbash aus der Türkei. Auch mit dem ungarischen Kuvasz und dem Pyrenäenberghund teilt der Akbash viele äußere und innere Charaktermerkmale.
Fazit: Ein Arbeitshund für das Leben auf dem Land
Der Akbash ist ein beeindruckender Charakterkopf. Er passt am besten zu souveränen Hundehaltern, die ihm viel Freiraum und vor allem eine Aufgabe als Herdenschutzhund geben. Als reiner Begleithund sollte der Akbash nicht gehalten werden.
Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Akbash
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um den weißen Herdenschutzhund aus der Türkei:
Eignet sich der Akbash für Anfänger?
Der Akbash passt am besten zu erfahrenen und sehr souveränen Hundehaltern, die sein Verhalten als Herdenschutzhund einordnen können. Somit passt er nicht zu Anfängern.
Ausnahmen sind möglich, wenn in der Landwirtschaft tätige Hundefreunde ihre Herde erstmals mit einem Herdenschutzhund schützen möchten – beispielsweise vor Wolfangriffen. Die Neu-Halter sollten dabei engen Kontakt zu Herdenschutzhunde-erfahrenen Haltern haben.
Wie verhält sich diese Rasse gegenüber fremden Menschen und Tieren?
Der Akbash ist misstrauisch bis feindlich gegenüber fremden Artgenossen. Er duldet keine Fremden in seinem Revier. Allerdings: So blitzschnell er auf Eindringlinge reagieren kann, so gemütlich macht er es sich gerne, wenn keine potenzielle Bedrohung in Sicht ist.
Versteht sich der Akbash mit Katzen?
Wird der Welpe an Katzen gewöhnt, akzeptiert er diese als Rudelmitglied und wird sie beschützen. In den USA sind einige auf dem Land lebende Halter sogar auf den Akbash gekommen, weil dieser ihre kleinen Hunde oder Katzen vor Koyoten schützt.
Fremde Katzen kann der Riese auf vier Pfoten jedoch als Beute ansehen. Ähnlich verhält es sich übrigens mit Artgenossen: Der Akbash akzeptiert oft nur Hunde, die im eigenen Rudel leben – für fremde Tiere ist eine intensiv begleitete Zusammenführung wichtig.
Steckbrief zum Akbash
Kurzinfo:
Der Akbaş Çoban Köpeği, kurz „Akbash“, ist ein großer Hirtenhund aus der Türkei. Er ist von der FCI nicht als Rasse anerkannt und sollte als Arbeitshund und somit als Herdenschutzhund gehalten werden.
Charakter:
Territorial, hoher Schutztrieb, eigenwillig
Widerristhöhe:
Rüden: 72-82 cm Hündinnen: 68-75 cm
Gewicht:
Rüden: bis zu 60 kg Hündinnen: bis zu 50 kg
Fell:
kurzes bis langes Fell in Weiß
Fellpflege:
regelmäßig bürsten erforderlich, vor allem während des Fellwechsels – kann stark haaren.
Beschäftigung:
braucht neben seiner Arbeit als Herdenschutzhund kaum Beschäftigung.
Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.
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