Französische Bulldogge

französische bulldog

Verspielt, klug und manchmal etwas stur – das ist die Französische Bulldogge.

Die Französische Bulldogge, von ihren Fans auch liebevoll Bully oder Frenchie genannt, ist ein sympathischer Kleinhund mit großem Schmuse-Bedürfnis. Ihrem Charme sind sogar Hollywood-Stars und Diven erlegen. Für wen sie außerdem ein perfekter Begleithund ist, erfahren Sie hier.

Aussehen: Kleines Kraftpaket mit großen Ohren

Mit ihrem kurzen, gedrungenen Körperbau wirkt die Französische Bulldogge auf den ersten Blick kompakt und muskulös. Auffällig sind auch die großen, aufrechtstehenden Fledermausohren über dem eckigen Kopf.

Da zu den Vorfahren der Hunderasse vermutlich die Englische Bulldogge zählt, sind Fang und Rute der kleinen Franzosen charakteristisch kurz.

Das glänzende Fell ohne Unterwolle gibt es in nahezu jeder Farbe: Von gängigen Tönen wie Schwarz oder Weiß bis hin zu rehfarben, creme oder dunkel gestromt sind alle Abstufungen und Fellfarben zulässig.

Wie groß und wie schwer wird eine Französische Bulldogge?

Auf rund 30 Zentimeter Widerristhöhe verteilen sich etwa 8 bis 14 Kilogramm Gewicht. Der Frenchie zählt damit zu den kleinen Hunderassen.

Wann ist eine Französische Bulldogge ausgewachsen?

Seine endgültige Größe erreicht ein Frenchie-Welpe, wenn er ungefähr ein Jahr alt ist. Danach ist allerdings noch nicht Schluss mit dem Wachstum: Bis sie etwa drei Jahre alt ist, wächst die Französische Bulldogge in die Breite und legt dabei einiges an Muskelmasse zu.

Französische Bulldogge im Herbst
Ein kompakter Körperbau und Fledermausohren sind typisch für den Frenchie.

So tickt die Französische Bulldogge: Verhalten und Charakter

Auch wenn sie manchmal grimmig dreinschaut, ist die Französische Bulldogge eine unkomplizierte Frohnatur. Die Tiere sind klug, freundlich, lieben Schmusestunden und sind leicht zu erziehen. Darüber hinaus sind sie verspielt und aufmerksam, gelten als kinderlieb und bellen kaum.

Erziehung für gelehrige Sturköpfchen

Wie alle Doggen braucht auch die Französische Bulldogge eine souveräne Führung – dann ist die Erziehung allerdings ein Leichtes. Die wichtigsten Tipps für brave Frenchies fassen wir für Sie zusammen:

  • Mit positiver Verstärkung bringen Sie Ihrem Welpen schnell die wichtigsten Grundbefehle bei.
  • Bleiben sie konsequent und erliegen Sie nicht dem Charme des kleinen Hundes. Gelingt Ihnen das, haben Sie einen Vierbeiner an der Seite, der zwar einen eigenen Kopf hat, aber gerne den gewünschten Grundgehorsam zeigt.
  • Früh übt sich: Soll Ihr Bully zum Beispiel nachts lieber im eigenen Bettchen schlafen, dulden Sie schon beim kleinen Welpen keine Ausnahmen. Ansonsten wird es später schwierig, ihm das Bettverbot klarzumachen.
  • Setzen Sie bei der Erziehung lieber auf viele kleine Einheiten von wenigen Minuten – denn die Aufmerksamkeitsspanne einer jungen Französischen Bulldogge ist nicht allzu hoch.
  • Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung zu suchen. Eine Hundeschule kann ein wichtiger Partner bei der Erziehung und der Sozialisierung Ihres Welpen sein.

Sind Französische Bulldoggen Kampfhunde?

Die Französische Bulldogge stammt vermutlich von der Englischen Bulldogge ab, die häufig für das namensgebende „Bullbaiting“ eingesetzt wurde. Dabei wurden mehrere Hunde auf einen angebundenen Bullen gehetzt.

Nach dem Verbot dieser grausamen Kämpfe nahm die Entwicklung der Bulldoggen eine neue Wendung. Heute gelten sie deshalb nicht als Kampfhunde, sondern sind liebe Gesellschaftshunde.

Haltung und Pflege: Frenchies sind unkompliziert

Bullys haben kurzes Fell und sind deshalb pflegeleicht. Nur bei starken Verschmutzungen sollten Sie den Hund waschen – verwenden Sie dazu ein mildes Shampoo aus dem Fachhandel.

Einige Hunde haben Hautfalten im Gesicht, die Sie regelmäßig mit einem feuchten Tuch reinigen sollten. Das beugt Entzündungen vor.

Auch die Ohren sollten Sie täglich auf Schmutz kontrollieren und bei Bedarf säubern. Hierzu bieten sich spezielle Ohrenreiniger für Tiere an, die ebenfalls im Fachhandel erhältlich sind.

Französische Bulldogge Welpe lächst
Die außergewöhnlichen Ohren der kleinen Vierbeiner aus Frankreich sollten stets sauber sein.

Zu wem passt eine Französische Bulldogge?

Ihre einfache Pflege, ihr freundliches Wesen und die kompakte Größe machen die charismatische Französische Bulldogge zu einem beliebten Stadthund, der unkompliziert in der Haltung ist. Die kinderlieben Tiere eignen sich als Begleithunde für Singles, als Familienhund oder als Anfängerhunde.

Selbst als Gefährte für ältere Menschen ist der kompakte Franzose geeignet: Er ist kein Leistungssportler und passt zu allen Hundefreunden, die keine sportlichen Höchstleistungen mit ihrem Vierbeiner absolvieren wollen.

Der kleine Charmeur kann problemlos in der Großstadtwohnung gehalten werden. Wichtig ist jedoch, dass er mit seinen kurzen Beinen nicht ständig Treppen steigen muss. Für eine kurze Zeit kann man die Französische Bulldogge alleine lassen. Allerdings braucht sie viel Zuwendung und fühlt sich in Gesellschaft viel wohler.

Sollen Ihre Kinder mit der Französischen Bulldogge Freundschaft schließen, klären Sie vorher die Regeln zum Umgang mit dem Tier. Wenn die Kleinen das respektvolle Miteinander lernen und dem Vierbeiner seine Ruhepausen gönnen, entwickelt sich schnell eine Freundschaft fürs Leben.

In der Regel kommt der Bully auch mit anderen Hunden gut zurecht. Sein Jagdtrieb ist kaum ausgebildet – deshalb müssen auch im Haushalt lebende Samtpfoten oder Nachbarskatzen keine Konflikte fürchten.

Was braucht die Französische Bulldogge?

Zur Grundausstattung für Ihren Bully gehören:

Denken Sie daran: Zu diesen Basics kommen noch laufende Kosten für hochwertiges Futter, regelmäßige Tierarztbesuche, die Hundesteuer und eventuell eine Hundehaftpflichtversicherung.

Überlegen Sie vor der Anschaffung auch, wie Sie es mit dem neuen tierischen Mitbewohner im Urlaub halten wollen: Reisen Sie mit Hund? Dann suchen Sie schon im Vorfeld passende Reiseziele und Hotels aus. Ansonsten organisieren Sie eine Unterbringung bei Hundefreunden oder aber in einer Hundepension.

Sport und Aktivitäten: Dabei sein ist alles

Spaziergänge genießt die Französische Bulldogge sehr – im Gegensatz zu großer Hitze. Kurze Strecken in gemütlichem Tempo sind ideal für die kurzbeinigen Fellnasen. Denn bei vielen Bulldoggen sorgt die kurze Kopfform für eine latente Kurzatmigkeit, deshalb geraten sie schneller ins Schnaufen, als ihnen lieb ist.

Auch wenn sie gemütliche Spaziergänge mögen, freuen sich die kleinen Kraftpakete über Beschäftigung. Dabei darf das Köpfchen ruhig mehr gefordert werden als den Körper. Üben Sie beispielsweise regelmäßig einfache Tricks ein.

Die soziale Französische Bulldogge spielt auch gern mit anderen Hunden. Außerdem schätzt sie intensive Schmuseeinheiten und ist mit einem ruhigen Nachmittag in Ihrer Gesellschaft absolut zufrieden – unter der Bedingung, dass sie ausreichend Aufmerksamkeit erhält.

Gesundheit: Die Probleme eines Modehundes

So unkompliziert das Wesen der Bulldogge aus Frankreich ist, so anspruchsvoll ist das Thema Gesundheit. Einige rassetypische Erbkrankheiten und Besonderheiten im Umgang mit dem Hund haben wir im Folgenden zusammengefasst:

  • Aufgrund ihrer kurzen Kopfform (Brachycephalie) neigen Vertreter der Rasse zu Atemproblemen und zum Schnarchen. Bei Welpen sind kleine Schnarcher noch charmant, bei einem ausgewachsenen Bully können sie auf Dauer zum Problem werden.
  • Bereits im Junghundealter kann die Französische Bulldogge Krankheiten wie Nickhautdrüsenvorfälle haben – dies kann bei Bedarf operativ korrigiert werden.
  • Meist vertragen Französische Bulldoggen keine Hitze. Längere Gassirunden sollten Sie in den heißen Sommermonaten deshalb auf den frühen Morgen und den späten Abend verlegen.
  • Achten Sie im Sommer unbedingt darauf, dass Ihr Bully einen kühlen Platz im Schatten hat.
  • Schützen Sie den Hund vor Zugluft, da die Augen empfindlich reagieren können.

Wie alt wird die Französische Bulldogge? Lebenserwartung von Frenchies

Die kleinen Franzosen haben es nicht leicht, auf die Welt zu kommen: Aufgrund der Anatomie sind natürliche Geburten bei Bullys kaum möglich.Der Kopf ist im Verhältnis zum Becken schlicht zu groß. Bekommt eine Französische Bulldogge Welpen, ist ein Kaiserschnitt deshalb keine Seltenheit.

Ist das Prozedere überstanden, werden Französische Bulldoggen durchschnittlich neun bis elf Jahre alt.

Was frisst die Französische Bulldogge?

Die kleinen Fellnasen fressen gern und neigen deshalb zu Übergewicht. Gleichzeitig haben manche Vertreter der Hunderasse einen empfindlichen Magen oder Blähungen. Deshalb ist die Wahl des richtigen Futters für den Frenchie besonders wichtig.

Unabhängig davon, ob Sie Nass- oder Trockennahrung füttern möchten, eignet sich für die Französische Bulldogge am besten Tiernahrung mit hohem Fleischanteil.

Tipp: Sie erkennen passende Sorten daran, dass Fleisch an erster Stelle der Deklaration steht. Getreide sollte dagegen möglichst gar nicht auftauchen.

Haben Sie eine passende Futtersorte gefunden, sollten Sie anschließend keine Experimente mehr wagen. Das gilt auch für Leckerli-Sorten.

Ein heranwachsender Bully erhält bis zu vier Portionen Futter täglich, beim erwachsenen Hund sind zwei Mahlzeiten ausreichend. Nach dem Fressen sollte Ihre Französische Bulldogge sich etwas ausruhen dürfen. Eine gute Fütterungszeit ist nach einem Spaziergang.

Zur Zahnpflege eignen sich spezielle Zahnpflege-Snacks aus dem Fachhandel. Auch getrocknete Rinderohren oder das regelmäßige Kauen von rohen Rindfleischstücken sind gut für die Beißerchen. Schweinefleisch ist allerdings tabu. Natürlich sollte Ihre Französische Bulldogge den ganzen Tag über Zugang zu frischem Trinkwasser haben.

Lesen Sie auch unseren Artikel über die Ernährung der Französischen Bulldogge und entdecken Sie eine große Auswahl an Frenchie-Futter im Online-Shop von zooplus!

Geschichte: Junge Rasse mit alten Wurzeln

Die Französische Bulldogge wird auch unter dem Namen Bouledogue français geführt und gehört wie Möpse, Bordeaux Doggen und Mastiffs zur Familie der Molosser.

Den doggenartigen Hunden sind zwar die uralten Vorfahren gemeinsam, dennoch ist die Französische Bulldogge eine noch recht junge Rasse. Sie wird erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gezielt gezüchtet.

Hundeexperten sind sich uneinig, welche Rassen in den Franzosen stecken. Vermutlich waren die ersten Frenchies ursprünglich schlicht kleinwüchsige Englische Bulldoggen aus Großbritannien, die englische Weber bei ihrer Ansiedelung in der Normandie im Gepäck hatten.

1880 wurde der erste Rasseverein in Frankreich gegründet. 1888 erhielt die Französische Bulldogge endlich ihren eigenen Standard. Stammvater der Rasse war der berühmte Rüde Loupi. In Paris avancierten die kleinen Hunde schnell zum Lieblingshaustier, insbesondere bei ärmeren Hundefreunden.

Später eroberten Frenchies mit ihrem außergewöhnlichen Aussehen und dem sympathischen Charakter den europäischen Adel und die USA. Dort nennt man sie aufgrund ihres besonderen Aussehens augenzwinkernd Batpigs, also Fledermausschweinchen.

Concept for Life Breed Fech Bulldog 2020

Kauf: So finden Sie Ihren Bully

Bevor Sie eine Französische Bulldogge kaufen, haben wir noch ein paar wertvolle Tipps für Sie. Wichtig ist, den richtigen Züchter zu finden und Anbieter zu vermeiden, die die extreme Kurzköpfigkeit der Rasse fördern.

Die Französische Bulldogge ist mittlerweile ein echter Star in der Hundewelt. Leider ruft ihre Beliebtheit schwarze Schafe auf den Plan, die nur aus Profitgründen züchten. Achten Sie beim Kauf eines Bully-Welpen also darauf, einen seriösen Züchter zu finden.

Woran Sie einen seriösen Züchter erkennen und welche Fragen Sie ihm stellen sollten, lesen Sie im Artikel Wichtige Fragen an den Hundezüchter.

Französische Bulldogge Welpe
Frenchies sind schon im Welpenalter zum Dahinschmelzen süß.

Eine Überlegung wert: Französische Bulldogge aus dem Tierschutz

Sie möchten einem älteren Bully ein Zuhause bieten? Prima! In Tierheimen oder Pflegestellen warten zahlreiche Französische Bulldoggen auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Lohnen kann sich auch eine Internet-Recherche nach speziellen „Bulldogge in Not“-Organisationen.

Die Mitarbeiter von Tierheimen oder Pflegestellen finden gemeinsam mit Ihnen heraus, ob der Charakter Ihres Wunschhundes zu Ihnen passt – im Idealfall können Sie beide ein paar Gassirunden drehen und sich beschnuppern, bevor Ihr kleiner Franzose einzieht.

Fazit: Ein Star unter Stars und Hundefreunden

Der Schauspieler Hugh Jackman zeigt sich auf Fotos gerne mit seinen beiden Französischen Bulldoggen. Sängerin Madonna ist dem Charme der Franzosen ebenfalls erlegen und Lady Gaga musste zwei ihrer Französischen Bulldoggen nach einer Entführung sogar gegen Lösegeld freikaufen.

Das zeigt: Die Französische Bulldogge ist heißbegehrt. Der kleine Franzose bereichert den Alltag – egal, ob er friedlich schlummernd im Hundebettchen kuschelt oder von Ihnen neue Tricks lernt. Wir wünschen Ihnen eine tierisch tolle Zeit mit Ihrer Französischen Bulldogge!

Quellen:

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