Finnischer Lapphund (Suomen Lapinkoira) Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Finnischer Lapphund auf Wiese

Finnische Lapphunde sind tolle Familienhunde mit sportlichem Wesen.

Der freundliche und gut gelaunte, hübsche Finnische Lapphund findet auch außerhalb seiner Heimat Finnland immer mehr Anhänger. Wenn Sie sich für diese Hunderasse interessieren, sollten Sie eines mit ihr gemeinsam haben: Die Liebe zur Bewegung in der Natur.

Aussehen: Was sind die äußeren Merkmale vom Finnischen Lapphund?

Der mittelgroße Finnische Lapphund erreicht eine Körpergröße von etwa 49 Zentimetern (Rüden) beziehungsweise 44 Zentimetern (Hündinnen) und ein Gewicht zwischen 16 und 25 Kilogramm.

Aufgrund seiner meist kalten Heimat hat der Finnische Lapphund ein dichtes und mittellanges Fell, das ihn vor Kälte schützt. Was die Farben anbelangt, so ist der Finnische Lapphund für sein breites Farbspektrum bekannt. Es gibt nur wenige andere Hunderassen, die so farbenfroh sein können wie der Finnische Lapphund.

Der Schwanz des Finnischen Lapphunds ist normalerweise mittellang und dicht.

Zwei Finnische Lapphunde rennen © Mikkel Bigandt / stock.adobe.com
Finnische Lapphunde können verschiedene Fellfarben haben.

Charakter: Sanftmütiger Sportler

Als aktiver Hütehund ist der Finnische Lapphund ein freundlicher und aufmerksamer Hund. Außerdem zeichnet er sich durch Intelligenz, Sanftmut und Neugierde aus, was ihn zu einem guten tierischen Begleiter macht.

Mit diesen Eigenschaften ist der Finnische Lapphund auch als Wachhund geeignet, da er Unbekannte durch Bellen anzeigt. Er neigt jedoch nicht zum Kläffen und lässt sich in ungewohnten Situationen nicht leicht aus der Ruhe bringen.

Finnische Lapphunde sind sanft zu Kindern und können auch gut mit älteren oder körperlich behinderten Menschen umgehen. Auch mit anderen Haustieren können sie zusammenleben, vorausgesetzt, Sie sozialisieren ihn bereits im Welpenalter.

Finnischer Lapphund Agility © Juha Saastamoinen / stock.adobe.com
Der Finnische Lapphund mag es sportlich.

Haltung: Sanfte, aber konsequente Erziehung

Der ursprüngliche Hütehund ist lernfreudig und sehr kooperativ. Achten Sie schon im Welpen- und Junghundealter darauf, das Bellen Ihres Begleiters in kontrollierte Bahnen zu lenken.

Ist der finnische Lapphund ein Anfängerhund?

Auch Anfänger können die Ausbildung eines Finnischen Lapphundes gut meistern. Allerdings sollten Sie sich professionelle Unterstützung in Form von Welpenspielstunden und einer Hundeschule organisieren.

Auch sollten Sie sich mit Themen der Hundeerziehung beschäftigen, um dem klugen Köpfchen gerecht zu werden. Ansonsten durchschaut Ihr Finnischer Lapphund schnell Schwachstellen in der Erziehung und nutzt diese gerne aus.

Lassen Sie sich also nicht von seinem Charme um die Pfote wickeln. Strenge ist bei diesem sensiblen und freundlichen Hund fehl am Platz.

Sport und Aktivitäten: Wie viel Auslauf braucht ein Finnischer Lapphund?

Der Finnische Lapphund zählt zu den aktiven und bewegungsfreudigen Rassen und braucht ausreichend körperliche als auch geistige Auslastung. Mit diesem sportlichen Begleiter an Ihrer Seite können Sie aus einem breiten Spektrum an gemeinsamen Aktivitäten wählen.

Obwohl die Rasse weltweit nicht sehr verbreitet ist, haben sich Finnische Lapphunde immer wieder bei sportlichen Aktivitäten hervorgetan – zum Beispiel bei Agility– oder Hütehundewettbewerben.

Sportlicher Allrounder

Der „Lappi” eignet sich auch für Obedience oder als Therapiehund in Altenheimen oder Schulen. Natürlich begleitet er Sie auch gerne auf Spaziergängen oder beim Joggen. Wichtig ist dabei der Gesundheitszustand Ihres Hundes.

Denken Sie immer daran, auch seinen klugen Kopf zu beschäftigen. Weitere Möglichkeiten zum Hundesport sind Dog Dancing, Nasenarbeit und vieles mehr. Finden Sie gemeinsam heraus, was Ihnen und Ihrem Hund Spaß macht und probieren Sie ab und zu etwas Neues aus.

Ihr Finnischer Lapphund braucht aber auch Zeit zum Abschalten, um seine innere Ruhe zu bewahren und sich nicht zu überanstrengen. Ein gemütlicher Kuschelnachmittag sollte daher ebenfalls zum festen Bestandteil des Tagesablaufs gehören.

Ernährung: Was frisst der Finnische Lapphund?

Ob Nassfutter oder Trockenfutter – damit Ihr Finnischer Lapphund lange gesund bleibt, sollten Sie darauf achten, dass Sie ihn artgerecht ernähren. Wichtig ist, dass die Zutaten von guter Qualität sind und die Ration ausgewogen ist.

Wie bei allen anderen Hunderassen auch, sollten Sie bei der Ernährung nicht nur das Alter und das Gewicht, sondern auch das Aktivitätslevel Ihres Hundes berücksichtigen – spezielle Anforderungen an seine Fütterung hat der Finnische Lapphund nicht.

Gewicht im Auge behalten

Trotz seines üppigen Fells sollten Sie darauf achten, dass er eine schlanke Taille hat. Es ist ratsam, sein Gewicht monatlich zu kontrollieren und zu notieren. Um Übergewicht zu vermeiden, sollten Sie Leckerlis in die tägliche Ration einplanen.

Ihr Hund sollte außerdem immer frisches Trinkwasser zur Verfügung haben. Dies gilt auch für längere Ausflüge.

Pflege: Ist der Finnische Lapphund pflegeleicht?

Trotz seines schönen, üppigen Fells ist die Fellpflege des Finnischen Lapphunds recht einfach. In der Regel genügt es, das Fell Ihres Hundes ein- bis zweimal pro Woche gründlich zu bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden. Da diese besonders häufig hinter den Ohren oder an der Hose auftreten, sollten Sie diese Stellen häufiger kontrollieren. Unterstützen Sie Ihren Hund auch durch Bürsten während des Fellwechsels, um diesen etwas zu beschleunigen.

Wenn Sie Ihren Hund regelmäßig pflegen, ist ein Bad nur bei starker Verschmutzung notwendig. Denken Sie daran: Wenn Sie Ihren Hund zu oft baden, kann dies die Haut reizen.

Neben dem Fell sollten Sie auch die Augen, Ohren und Krallen Ihres Hundes in regelmäßigen Abständen untersuchen. Zu lange Krallen können Sie mit einer Krallenschere oder einer Krallenfeile kürzen.

Gesundheit: Eine robuste Hunderasse

Grundsätzlich gilt der Finnische Lapphund als eine robuste Rasse, die ein durchschnittliches Alter von zwölf bis 14 Jahren erreichen kann.

Allerdings gibt es bestimmte Veranlagungen für Erbkrankheiten, die die Lebensqualität einschränken können. Dazu gehören die beiden Augenkrankheiten Progressive Retina Atrophie (prcd-PRA) und Grauer Star (Katarakt), welche im schlimmsten Fall zu einer Erblindung Ihres Hundes führen können. Auch Fälle von Hüftdysplasie (HD) sind bekannt.

Informieren Sie sich daher vor dem Kauf unbedingt über die Elterntiere und ihre Gentests.

Geschichte: Rentierhund aus dem hohen Norden

Die Vorfahren des heutigen finnischen Lapphunds dienten den „Samen“ (früher „Lappen“ genannt, indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens) hauptsächlich als Jagd- und Wachhunde. Später verlagerte sich ihre Aufgabe mehr und mehr auf das Hüten von Rentieren, die die Lebensgrundlage vieler Samen bildeten.

Die Fähigkeit der Hunde, ihre Aufgabe zu erfüllen, war wichtiger als ihr Erscheinungsbild, was dazu führte, dass die Rasse lange Zeit ein uneinheitliches Erscheinungsbild hatte. Erst 1945 entstanden durch den Finnischen Kennel Club die ersten Standards.

Vom Hüter zum Familienhund

Erst in den 1960-er Jahren erfolgte die Trennung der Rasse in den Lappländischen Rentierhund und den Lapphund – seit 1993 heißt die Rasse offiziell Finnischer Lapphund.

In den letzten Jahrzehnten hat der Finnische Lapphund immer mehr an Bedeutung als Rentierhund verloren, obwohl er in seiner Heimat immer noch sehr beliebt und bekannt ist. Jedes Jahr kommen dort mehr als 1000 Welpen der Rasse zur Welt. Heute ist der „Suomen Lapinkoira“ (sein finnischer Name) vor allem ein Familienhund.

Kauf: Wo finde ich einen Finnischen Lapphund?

Achten Sie beim Kauf eines Welpen darauf, dass Sie sich an einen seriösen Züchter halten, der einem Verband angehört. Nur so können Sie deren Bemühungen unterstützen, die besten Bedingungen für ein gesundes Hundeleben zu schaffen. Beachten Sie jedoch, dass die Zucht dieser nordischen Rasse nicht in jedem Land stattfindet und Sie möglicherweise weite Strecken zurücklegen müssen, um einen Welpen zu kaufen.

Wenn dies für Sie kein Problem ist, sollten Sie Ihren Züchter zu Hause besuchen und die Elterntiere und Welpen aus nächster Nähe betrachten. Dies ist die beste Gelegenheit, um alle offenen Fragen zur Rasse und zur Gesundheit der Tiere zu stellen.

Wie teuer ist ein finnischer Lapphund?

Die Preise für einen Welpen können stark schwanken, liegen aber durchschnittlich bei 1200 Euro. Hinzu kommen Anschaffungskosten (z.B. für Näpfe, Leine, Halsband) und laufende Kosten für Futter und tierärztliche Untersuchungen.

Alternativ können Sie auch einen erwachsenen Finnischen Lapphund adoptieren. Suchen Sie dazu in einem örtlichen Tierheim oder kontaktieren Sie Vereine für nordische Hunde. Möglicherweise haben diese die Möglichkeit, einen ausgewachsenen Hund zu vermitteln.

Fazit: Passt der Finnische Lapphund zu mir?

Diese vielseitige Hunderasse ist der ideale Gefährte für Menschen, die sich gerne mit ihm in der freien Natur bewegen. Im Optimalfall bringen Sie bereits etwas Hundeerfahrung mit, bevor Sie den ehemaligen Hütehund bei sich einziehen lassen.

Ambitionierte Hundeanfänger können sich, entsprechende Vorüberlegungen und Unterstützung durch Erfahrene im privaten Umkreis oder Hundeverein vorausgesetzt, ebenfalls an eine gemeinsame Zukunft mit dem klugen Lapphund wagen.

Der Finnische Lapphund passt wunderbar zu sportlich aktiven Familien, gerne auch mit kleinen Kindern. Er ist ein tierisch guter Gefährte für zahlreiche Outdoor-Aktivitäten und zudem als Wachhund geeignet. Wichtig für diesen Vierbeiner ist der enge Familienanschluss: Er liebt es, überall dabei zu sein.

Steckbrief zum Finnischen Lapphund

Kurzinfo: Finnischer Lapphund (Suomen Lapinkoira), Hüte- und Familienhund
Widerristhöhe: 49 cm (Rüden), 44 cm (Hündinnen)
Gewicht: zwischen 16 und 25 kg
Durchschnittliche Lebenserwartung: durchschnittlich zwölf bis 14 Jahre
Preis: ab 1.200 Euro
Wesen: freundlich, aktiv, schlau
Fell: dichtes Haar, meist glatt
Fellfarbe: unterschiedlich
Erziehungsaufwand: mittel
Pflegeaufwand: gering bis mittel
Bewegungsbedarf: hoch
Herkunft: Finnland

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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