Finnischer Lapphund (Suomen Lapinkoira)

Finnischer Lapphund

Freundlich und gutgelaunt hat der hübsche Finnische Lapphund auch außerhalb seiner Heimat Finnland mehr und mehr Anhänger gefunden. Wer sich für diese Hunderasse interessiert, sollte eine große Gemeinsamkeit mit ihr haben: Der finnische Vierbeiner liebt Bewegung – am liebsten in der freien Natur.

Vom Hüter zum Familienhund

Die Vorfahren des heutigen Finnischen Lapphunds wurden vor allem als Jagd- und Wachhunde der Samen – früher auch „Lappen“ genannt – eingesetzt. Später verlagerte sich ihre Aufgabe mehr und mehr auf das Hüten von Rentieren, die die Lebensgrundlage vieler Samen bildeten. Dass die Hunde ihre Aufgabe optimal erfüllen konnten, war dabei wichtiger als ihr Aussehen, was zur Folge hatte, dass die Rasse sehr lange – und teils bis zum heutigen Tage – eine uneinheitliche Optik aufweist. Erst 1945 kam es zu ersten Standards. Doch zu diesem Zeitpunkt wurde die Rasse noch als Lappischer Schäferhund geführt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte die Trennung der Rasse in den Lappischen Rentierhund sowie den Lapphund. Erst seit 1993 heißt die Rasse offiziell Finnischer Lapphund. Im Lauf der letzten Jahrzehnte hat der Finnische Lapphund seine Bedeutung als Rentier-Hüter mehr und mehr verloren, allerdings ist er in seiner Heimat dennoch sehr beliebt und bekannt: Meist erblicken dort über 1.000 Welpen der Rasse jährlich das Licht der Welt. Heute wird der Suomen Lapinkoira – so sein finnischer Name – vor allem als Familienhund gehalten.

Sanftmütiger Sportler

Freundlich und aufmerksam ist dieser Hütehund ein wunderbarer Familienhund für sportliche Zweibeiner. Klugheit, Sanftmütigkeit und Neugier zeichnen ihn aus und machen ihn zum tierisch guten Gefährten für alle, die ihn gerne mit auf Abenteuer nehmen. Dabei eignet er sich durchaus als Wachhund, da er Unbekanntes durch Bellen anzeigt – neigt allerdings in der Regel nicht zum Kläffen und lässt sich auch in unbekannten Situationen kaum aus der Ruhe bringen. Die Vierbeiner sind sanftmütig gegenüber Kindern und zeichnen sich ebenso durch behutsamen Umgang mit Senioren oder körperlich eingeschränkten Menschen aus. Sie können gut mit anderen Haustieren zusammenleben, sofern sie als Welpen mit diesen sozialisiert wurden. Bei den meisten Vertretern der Rasse ist der Hütetrieb nur noch sehr gering und der Jagdtrieb in der Regel gar nicht mehr vorhanden. Sie benötigen viel geistige und körperliche Bewegung.

Finnischer Lapphund Erziehung: sanft & konsequent

Der ursprüngliche Hütehund lernt gerne sowie schnell und zeigt sich sehr kooperativ. Achten Sie bereits im Welpen- und Junghundealter darauf, das Bellen Ihres Gefährten in kontrollierte Bahnen zu lenken. Auch Anfänger können die Erziehung eines Finnischen Lapphunds gut meistern. Sie sollten sich aber professionelle Unterstützung in Form von Welpenspielstunde und Hundeschule organisieren und sich zudem ausgiebig mit den Themen Hundeerziehung und den Bedürfnissen der Rasse beschäftigen. Denn mit seinem klugen Köpfchen durchschaut der Lapphund schnell potenzielle Schwachstellen innerhalb der Erziehung und macht sich diese gerne zunutze, wenn Sie nicht konsequent liebevoll dagegen vorgehen. Lassen Sie sich also nicht von seinem Charme um die Pfote wickeln. Härte ist bei diesem sensiblen und freundlichen Vierbeiner fehl am Platz.

zweifarbig finnischer lapphund

Robuste Gesundheit

Grundsätzlich gilt diese ursprüngliche Rasse als wenig von Erbkrankheiten betroffen. Unterstützen Sie dies, indem Sie einen Welpen nur bei einem Züchter kaufen, der einem Verein angehört und verantwortungsvoll hinsichtlich Gesundheit und Typ züchtet. Er kann Ihnen entsprechende schriftliche Nachweise bezüglich der Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere vorlegen.

Es besteht eine gewisse Disposition für die Augenkrankheiten Progressive Retina Atrophie (PRA) und Grauer Star. Vor einer Verpaarung können Züchter mittlerweile die genetisch bedingte PRA durch einen Gentest ausschließen. In Finnland selbst ist Grauer Star unter den Lapphunden weiter verbreitet als in anderen Ländern, allerdings sind auch hier nur unter fünf Prozent der Hunde betroffen. Bedenken Sie, dass dieser Hütehund aus dem hohen Norden wärmeempfindlich ist – wenn auch nicht in gleichem Maße wie andere Nordlichter, beispielsweise Alaskan Malamutes. Sportliche Aktivitäten sollten Sie dennoch im Sommer auf die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegen. Finnische Lapphunde erreichen ein durchschnittliches Alter von zwölf bis 14 Jahren, können im Einzelfall aber natürlich noch älter werden.

Finnischer Lapphund Ernährung : Viel Fleisch im Napf

Damit Ihr Finnischer Lapphund sich lange bester Gesundheit erfreut, sollten Sie auf ein artgerechtes Futter achten. Wichtig hierbei ist, dass Fleisch an erster Stelle der Deklaration steht – dies zeigt, dass es den Hauptbestandteil der Nahrung ausmacht, was leider nicht selbstverständlich ist. Ein hochwertiges Futter enthält kein Getreide als Füllstoff. Dies gilt für Nass- ebenso wie für Trockenfutter. Übrigens ist durchaus eine Mischfütterung von Trocken- und Nassfutter möglich, wenn Sie Ihren Vierbeiner an beides gewöhnen möchten. Sollten Sie ein neues Futter verwenden wollen, ist es sinnvoll, erst eine Zeitlang steigende Anteile der unbekannten Nahrung in die gewohnte zu mischen, um Überempfindlichkeitsreaktionen wie Durchfall oder Erbrechen vorzubeugen. Bei erwachsenen Hunden reichen zwei Mahlzeiten pro Tag, Welpen sind mit bis zu vier Rationen gut versorgt. Nach den Mahlzeiten sollte Ihr „Lappi“ Zeit zum Ausruhen haben. Achten Sie trotz des üppigen Fells auf seine schlanke Taille – am besten wiegen Sie Ihren Vierbeiner einmal monatlich, so dass Sie einer Zu- oder Abnahme rechtzeitig entgegenwirken können. Die Angaben auf den Verpackungen der Futtermittelhersteller können immer nur einen groben Richtwert bieten, denn der tatsächliche Energiebedarf Ihres Hundes richtet sich nicht nur nach Größe und Gewicht, sondern auch nach tatsächlicher Aktivität und Konstitution. Rechnen Sie eventuelle Belohnungsleckerlis oder Snacks wie Trockenkauartikel in die täglichen Rationen mit ein. Ihr tierischer Mitbewohner sollte immer Zugang zu frischem Trinkwasser haben. Nehmen Sie dies bei längeren Ausflügen mit.

Pflegeleichte Haarpracht

Die Haarpracht des schönen Finnen lässt mehr Fellpflege vermuten, als tatsächlich notwendig ist: In der Regel reicht es aus, den Vierbeiner ein- bis zweimal pro Woche gründlich durchzubürsten, um Verfilzungen vorzubeugen. Um das richtige Maß an Fellpflege besser einzuschätzen, ist es hilfreich, beim täglichen Kraulen die Ohren sowie das längere Fell an Beinen und Po zu kontrollieren. Denn hier entstehen Verfilzungen zuerst, so dass Sie direkt Gegenmaßnahmen ergreifen können. Während des zweimal jährlichen Fellwechsels sollten Sie öfter zur Bürste greifen und diesen hierdurch beschleunigen – so können Sie die haarige Zeit praktischerweise auf wenige Tage im Jahr verkürzen. Tipp: Bürsten Sie das weiche Fell des Welpen täglich, aber nie den ganzen Jungspund auf einmal, um den Junior nicht zu überfordern. Denn Welpenfell verfilzt schneller. Die tägliche Fellness kann aber gut genutzt werden, um den Vierbeiner positiv an die Fellpflege heranzuführen. Es bietet sich an, den Finnischen Lapphund alle paar Monate zu baden, um ihn von Staub und Schmutz zu befreien. Gewöhnen Sie auch hieran bereits den Welpen mit einem sanften Training und nutzen Sie ein mildes Hundeshampoo. Schließlich sollten Sie regelmäßig Krallen sowie Augen- und Ohren kontrollieren, und gegebenenfalls mit Krallenzange sowie speziellen Augen- und Ohrenreinigern für Hunde nachzuhelfen.

Aktiver Allrounder

Mit diesem Gefährten an Ihrer Seite stehen Ihnen sehr viele gemeinsame Beschäftigungsmöglichkeiten zur Wahl! Obwohl die Rasse weltweit sehr wenig verbreitet ist, heben sich immer wieder Finnische Lapphunde bei sportlichen Aktivitäten durch gute Leistungen hervor – beispielsweise beim Agility oder in Hütehund-Wettkämpfen. Der „Lappi“ ist außerdem geeignet für Obedience oder auch als Therapie-Hund in Seniorenheimen oder Schulen. Natürlich liebt er es außerdem, Sie auf Wanderungen oder – entsprechendes Alter und Training vorausgesetzt – beim Joggen zu begleiten. Denken Sie immer daran, auch sein schlaues Köpfchen auszulasten. Weitere Möglichkeiten hierzu bieten Dog Dancing, Nasenarbeit und vieles mehr. Finden Sie gemeinsam heraus, was Ihnen und Ihrem Gefährten Spaß macht und probieren Sie ruhig immer mal wieder etwas Neues aus – der neugierige Lapphund wird sich darüber freuen! Er braucht aber auch Zeit zum Abschalten und Pausieren, um seine innere Ruhe zu wahren und nicht überdreht zu werden. Ein gemütlicher Schmusenachmittag sollte also ebenfalls regelmäßig auf dem Plan stehen.

Passt der Finnische Lapphund zu mir?

Dieser vielseitige Vierbeiner ist der ideale Gefährte für Menschen, die sich gerne mit ihm in der freien Natur bewegen. Im Optimalfall bringen Sie bereits etwas Hundeerfahrung mit, bevor Sie den ehemaligen Hütehund bei sich einziehen lassen. Ambitionierte Hundeanfänger können sich, entsprechende Vorüberlegungen und Unterstützung durch Erfahrene im privaten Umkreis oder Hundeverein vorausgesetzt, ebenfalls an eine gemeinsame Zukunft mit dem klugen Lapphund wagen.

Der Finnische Lapphund passt wunderbar zu sportlich aktiven Familien, gerne mit kleinen Kindern. Auch wenn Sie körperlich eingeschränkte Familienmitglieder zuhause haben, wird der Finnische Lapphund – wenn wir den Ungestüm der Welpenzeit außen vorlassen – behutsam mit diesen umgehen. Er ist ein tierisch guter Gefährte für zahlreiche Outdoor-Aktivitäten und zudem als Wachhund geeignet. Wichtig für diesen Vierbeiner ist der enge Familienanschluss: Er liebt es, überall dabei zu sein.

Auch im Urlaub können Sie diesen unkomplizierten Hund meist prima mitnehmen – zumal er ohnehin am liebsten in der Nähe seines Rudels ist. Er ist der ideale Begleiter für einen Wanderurlaub – dieser sollte jedoch nicht in allzu heißen Regionen stattfinden. Bedenken Sie vor dem Kauf neben dem Preis für ein Tier vom seriösen Züchter und die Grundausstattung auch die für die nächsten Jahre auf Sie zukommenden Kosten für hochwertiges Futter, Tierarztbesuche sowie Hundesteuer und -haftpflichtversicherung.

Wo finde ich meinen Finnischen Lapphund?

Je nachdem, in welcher Region Sie leben, können Sie durchaus Glück haben und einen nahen Züchter finden, ohne nach Finnland reisen zu müssen. Denn natürlich gibt es dort die meisten Finnischen Lapphunde. Doch auch im restlichen Europa können Sie auf züchtende Freunde der Rasse treffen. So haben beispielsweise in Deutschland 2016 über 40 Welpen das Licht der Welt erblickt.

 

Halten Sie sich beim Welpenkauf unbedingt an einen seriösen Züchter, der einem Verein angehört. Nur so unterstützen Sie die Bemühungen um beste Voraussetzungen für ein gesundes Hundeleben. Besuchen Sie den Züchter in dessen Zuhause und lernen Sie hier die Elterntiere sowie die Umgebung der Welpen kennen. Dies ist außerdem die Gelegenheit, um offene Fragen rund um die Rasse zu stellen und umgekehrt dem Züchter, der sich für die Zukunft seiner Schützlinge interessiert, Einblicke in deren potenzielles neues Zuhause zu geben.

Sie möchten einen bereits erwachsenen Finnischen Lapphund? Dies ist jenseits von Skandinavien häufig mit langen Warte- oder Reisezeiten verbunden. Wenden Sie sich an Vereine für nordische Hunde, die Ihnen eventuell weiterhelfen können oder auf Ihren Internetpräsenzen Hunde vorstellen, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Eventuell kommt auch ein anderer nordischer Hütehund infrage? Zu nennen wären beispielsweise der Schwedische Lapphund, der Islandhund oder natürlich der Lappländische Rentierhund, der – abgesehen von der Felllänge – sehr viele Gemeinsamkeiten mit seinem nahen Verwandten aufweist. Mit offenem Blick erhöhen Sie die Chancen, einen zu Ihnen und Ihrer Lebenssituation passenden Vierbeiner zu finden.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem freundlichen Finnischen Lapphund!

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