30. November 2018 - Aktualisiert 04. Dezember 2018

Antijagdtraining bei Hunden in 5 Schritten

Antijagdtraining bei Hunden

Viele Hunderassen wurden ursprünglich für die Jagd gezüchtet, doch in unserem heutigen Alltag kann der angeborene Jagdtrieb schnell zu einem Problem werden. Wenn Ihr Hund hinter jedem Feldhasen oder jedem Vogel hinterherjagt und dabei alle Kommandos vergisst, kann das gefährliche Folgen haben. Doch lässt sich der Jagdtrieb eines Hundes abstellen? Wann ist es Zeit einzugreifen und wie funktioniert eigentlich ein Antijagdtraining?

Wenn der Hund plötzlich unkontrollierbar wird

Egal ob Reh, Feldhase, Vogel oder die Nachbarskatze – manche Hunde jagen einfach hinter allem her, was sich bewegt. Wenn den Hund erst einmal das Jagdfieber gepackt hat, sind wildes Zurückwinken, lautes Rufen, Schreien oder Pfeifen häufig zwecklos. Der tägliche Spaziergang mit dem geliebten Vierbeiner wird wahrhaftig zum Spießrutenlauf, wenn das Jagdverhalten des Hundes nicht mehr kontrollierbar ist. Schließlich bringt der Hund damit nicht nur das gejagte Tier, sondern auch sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Möglich, dass der Hund im „Jagdrausch“ auf eine viel befahrene Straße rennt. Und selbst wenn das Wildtier nicht erbeutet wurde, leiden manche Wildtiere noch lange an den Folgen einer Hatz, zum Beispiel wenn sie bis zur Grenze der Erschöpfung gejagt wurden und Muttertiere ihre Jungen nicht mehr versorgen konnten.

Hat jeder Hund einen Jagdtrieb?

Während manche Hunde bereits beim Geruch eines Wildtieres wie von der Tarantel gestochen losrennen, brauchen andere den Sichtkontakt zu einem Tier, bevor sie die Jagd aufnehmen. Und wieder andere lässt sogar der vorbeilaufende Feldhase kalt. Egal zu welcher Kategorie „Hund“ Ihr Vierbeiner gehört, Tatsache ist, die Veranlagung zum Jagen ist genetisch bedingt. Den Jagdinstinkt verdanken Hunde ihren Urahnen, den Wölfen. Zwar brauchen unsere heutigen domestizierten Hunde die Jagd nicht mehr zur Nahrungsbeschaffung, doch der Impuls zu jagen, ist nach wie vor in ihnen verankert.

Abhängig von der Hunderasse

Wie stark dieser ist, hängt zunächst einmal von der Hunderasse ab. So gab es Rassen, wie zum Beispiel Beagle, Deutsch Kurzhaar, Dackel, Weimaraner, Terrier, Basset und viele mehr, die speziell für jagdliche Aufgaben gezüchtet wurden. Spezialisten von Jagdgebrauchshunden, die sich entweder für das Hetzen, das Anschleichen und Fixieren oder das Packen des Wilds eigneten, wurden durch die gezielte Zucht geschaffen. Bei anderen Hunderassen wurde der Jagdtrieb hingegen nach und nach vernachlässigt. Golden Retriever, Boxer, Malteser oder Mops, gelten heute als ausgesprochene Familienhunde, die sich in erster Linie durch ihr gutes Sozialverhalten auszeichnen.

Weitere Auslöser für das Jagdverhalten

Ob und wie schnell das Jagdverhalten des Hundes ausgelöst wird, hängt also vom jeweiligen Erbgut ab. Doch auch andere Faktoren können den Reiz zum Jagen verstärken. So rennen selbst Hunde, die noch nie gejagt haben, plötzlich hinter einem Wildtier her und scheinen von einer Sekunde auf die andere ihre gute Erziehung vergessen zu haben. Das Fatale: Haben Hunde einmal gejagt, werden sie dieses Jagdverhalten immer wieder zeigen. Beim Spaziergang mit mehreren Hunden reicht es häufig schon, wenn nur einen Hund aus der Gruppe das Jagdfieber befällt, um alle anderen zum Jagen anzustiften. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Stimmungsübertragung. Auch Hormonschwankungen, ein verändertes Sexualverhalten des Hundes, können Einfluss auf den Jagdtrieb haben.

Warum ist der Jagdtrieb so schwer kontrollierbar?

Ganz gleich, welcher Rasse Ihr Hund auch angehören mag, der Jagdtrieb kann sich bei jedem Vierbeiner zeigen. Besonders Junghundbesitzer, die keine ausdrückliche Jagdhunderasse an ihrer Seite haben, sind natürlich entsprechend geschockt, wenn ihr Vierbeiner, der vorhin noch brav neben ihnen her trottete, plötzlich davondüst. Hat der Hund erst einmal die Verfolgung aufgenommen, ist er kaum noch zu bremsen. Doch warum ist der Jagdtrieb so stark, dass der Hund nicht mehr auf seinen Besitzer hört? Der Grund dafür: Glückshormone. Im Körper des Hundes werden beim Jagen Endorphine freigesetzt, die sie in eine Art Glückszustand versetzen. Um dieses Gefühl zu haben, reicht es häufig schon, hinter dem Wild herzurennen. Die Hunde brauchen gar nicht zwingend den tatsächlichen Jagderfolg, um diesen „Rausch“ zu erleben. Zwar ist in diesem Fall die Belohnung doppelt so groß, doch allein das Hetzen ist für viele Hunde aufgrund der Hormonausschüttung Selbstbelohnung genug.

Das erlebte Glücksgefühl ist dabei so stark, dass den Hund alles andere nicht mehr interessiert. Da kann sein Besitzer noch so sehr schimpfen. Er wird dem nächsten Hasen wieder hinterherrennen – einfach um dieses gute Gefühl noch einmal zu erleben. Das Beste wäre also, dass der Hund niemals in die Situation kommt zu jagen, so dass er die Glücksgefühle gar nicht kennenlernt. Leider ist dies leichter gesagt als getan, Hundebesitzer sollten auf derartige Situationen also vorbereitet sein.

Wann ist ein Antijagdtraining erforderlich?

Entsprechend schwierig ist es, dem Hund das Jagen – das ihm ein solches Glück beschert – wieder abzugewöhnen. Ratlos bis resignierend sehen viele Besitzer zu, wie ihr geliebter Vierbeiner, vom Jagdtrieb gepackt, sich losreißt und wegrennt. Und sind entsprechend erleichtert, wenn der Hund nach einer unerlaubten Jagd wohlbehalten zurückkommt. Doch die Angst vor dem nächsten Spaziergang wird mit jedem Ausbruch größer. Schließlich tragen Sie als Hundehalter nicht nur die Verantwortung für ihren Vierbeiner, sondern auch für Ihre Umwelt und die Tierwelt, in der Sie sich mit Ihrem Hund bewegen. Um zu verhindern, dass der Hund zu einem Sicherheitsrisiko wird, greifen die meisten Hundehalter vernünftigerweise zur Leine. Doch selbst eine Schleppleine, die dem Hund noch einen recht großen Freiraum einräumt, ist auf die Dauer weder für den Hund noch für den Halter befriedigend. Zumal schon eine Menge Standfestigkeit gefragt ist, wenn ein ausgewachsener Bloodhound plötzlich zur Jagd ansetzt. Tatsächlich gibt es extreme Jagdgebrauchshunde, die selbst nach einem Antijagdtraining den Jagdimpuls nicht unterdrücken können und die ein Leben lang an die Schleppleine gehören. Doch die allermeisten Hunde können lernen, dem Jagddrang zu widerstehen.

5 Trainingseinheiten, um den Jagdtrieb des Hundes zu kontrollieren

Um den Hund dazu zu bringen, von seinem geliebten „Hobby“ abzulassen, muss man ihn überzeugen, dass das Kontrollieren des Jagdimpulses positivere Folgen für ihn hat als das Jagen selbst. Er muss lernen, dass es sich lohnt, bei seinem Herrchen zu bleiben – nicht nur, weil dieser ein paar Leckerlis in der Tasche hat, sondern weil er mit seinem Menschen zusammen aufregendere Abenteuer erleben kann, als wenn er alleine hinter einem aufgescheuchten Hasen herrennt. Der Jagdtrieb des Hundes lässt sich damit zwar nicht vollständig „ausschalten“, aber er lässt sich umlenken in ein Verhalten, das für uns Menschen akzeptabel ist. Ein Antijagdtraining ist streng genommen also kein Training, durch das dem Hund das Jagen abtrainiert wird. Vielmehr zielt das Training darauf ab, den jagenden Hund kontrollierbar zu machen. Um die Kontrolle über den Hund und sein Verhalten zu erlangen, setzt sich das Antijagdtraining aus verschiedenen Übungen zusammen, die durch ihre unterschiedlichen Ansätze am Ende einen ganzheitlichen Erfolg versprechen. Das Antijagdtraining lässt sich in die folgenden fünf Trainingseinheiten unterteilen:

  • Grundgehorsam üben

Ein Hund, der noch nicht einmal unter Normalbedingungen auf Rückruf hört, wird dies in einer Jagdsituation natürlich erst recht nicht tun. Ein Grundgehorsam, bei dem der Hund zuverlässig die wichtigsten Kommandos, wie „Sitz“, „Platz“, „Aus“, „Bei Fuß“ und „Bleib“ beherrscht, ist für ein erfolgreiches Antijagdtraining also unabdingbar. Im besten Fall erfährt der Hund eine solche grundlegende Erziehung bereits im Welpenalter, doch keine Sorge: Auch erwachsene Hunde, die bereits gewisse Unarten entwickelt haben, wie beispielsweise das Jagen, sind in der Lage, diese grundlegenden Kommandos zu lernen. Natürlich gibt es auch hier Hunderassen, die grundsätzlich kooperationsbereiter sind als andere. Doch selbst ausgesprochen eigenwillige Vierbeiner, wie etwa der Afghanische Windhund, Bloodhound oder Wolfshund, können lernen zu gehorchen.

Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sich Gehorsam lohnt. Wann immer er das gewünschte Verhalten zeigt, etwa wenn er zu ihnen kommt, wenn Sie „bei Fuß“ rufen, sich hinlegt, wenn Sie „Platz“ sagen oder geduldig auf Sie wartet, wenn Sie „Bleib“ befohlen haben, loben Sie ihren Hund. Streicheln Sie ihn, sagen Sie liebe Worte, geben Sie ihm ein Leckerli oder ein geliebtes Hundespielzeug oder beschäftigen Sie sich anderweitig mit ihm. Üben Sie die Kommandos wo immer Sie sind: erst in der Wohnung, dann im eigenen Garten und später auf den gemeinsamen Spaziergängen. Wichtig ist, dass Ihr Hund die Grundkommandos in jeder Situation, also auch unter Ablenkung, beherrscht. Mit Geduld, Konsequenz und positiver Bestärkung werden Sie dieses Ziel erreichen.

  • Aufmerksamkeitsübungen und Bindungsstärkung

Im Jagdfieber scheinen viele Hunde ihre gute Erziehung plötzlich zu vergessen. Sie lösen sich von Ihrem Herrchen, rennen davon und hören selbst laute Rufe nicht mehr. Damit dies nicht passiert, muss Ihr Hund lernen, auch in Ausnahmesituationen auf Ihre Kommandos zu hören. Das ist gar nicht so leicht, schließlich sind die Verlockungen, denen ihr neugieriger Vierbeiner auf einem Waldspaziergang ausgesetzt ist, nicht zu unterschätzen. Gerüche, eine interessante Spur oder sogar der Sichtkontakt zum Wild, lenken ihn immer wieder ab. Wichtig ist, dass Ihr Hund Sie als seinen „Rudelführer“ trotz aller Ablenkungen und Sinneseindrücken nicht vergisst. Im Zentrum seiner Aufmerksamkeit müssen immer Sie stehen. Orientiert sich Ihr Hund ganz und gar auf Sie, funktioniert diese enge Bindung wie eine unsichtbare Leine.

Ein wirksames Mittel, die Mensch-Hund-Bindung zu verstärken, ist es, dass Sie Ihren Hund für dessen Aufmerksamkeit belohnen. Sucht er auf dem Spaziergang den Blickkontakt zu Ihnen, kommt er hinter Ihnen her, wenn Sie die Richtung wechseln oder dreht er sich nach Ihnen um, wenn Sie langsamer werden? Belohnen Sie Ihren Hund, wann immer er Ihnen seine Aufmerksamkeit schenkt. Wenn Sie merken, dass Ihr Hund mit seinen Gedanken nicht mehr bei Ihnen ist und nicht reagiert, wenn Sie plötzlich stehen bleiben, verstecken Sie sich doch mal hinter einem Baum. Ihr Hund wird zunächst verwirrt sein und dann nach Ihnen suchen. Belohnen Sie ihn ausgiebig, wenn er Sie gefunden hat – auch das wird die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund stärken.

  • Lenken Sie den Jagdtrieb in gemeinsame Aktivitäten um

Ein Hund mit einem starken Jagdtrieb wird sich nicht allein von Leckerlis überzeugen lassen, dass es vernünftiger ist, bei seinem Menschen zu bleiben als dem Wild hinterher zu jagen. Dafür ist die Selbstbelohnung durch das Jagen, bei dem wie erwähnt, zahlreiche Glückshormone produziert werden, einfach zu groß. Entscheidend ist, dass Ihr Hund lernt, dass die Zusammenarbeit mit Ihnen spannender ist als jede Hatz. Nehmen Sie die Bedürfnisse Ihres Hundes ernst und versuchen Sie seinen Trieb zum Stöbern, Buddeln oder Rennen auf andere Art zu befriedigen. Apportier- und Suchspiele, Dummyarbeit und natürlich Hundesportarten wie etwa Agility, Canicross oder Mantrailing lassen fast jedes Hundeherz höher schlagen und sorgen dafür, dass Ihr Hund körperlich und geistig genügend ausgelastet ist.

Hunde, die aus Langeweile jagen – und das ist kein geringer Anteil – werden vom Jagen bald ablassen, wenn Sie merken, dass Sie ihm ausreichend Ersatzbeschäftigung bieten. Vermeiden Sie stumpfes Spazierengehen auf den immer gleichen Wegen und seien Sie kreativ: Vergraben Sie ein Leckerli oder ein Hundespielzeug für Ihren Hund, das er ausbuddeln muss, machen Sie Versteck- und Suchspiele, werfen Sie Stöckchen, lassen Sie ihn einen Dummy apportieren oder auf Baumstämmen balancieren. Seien Sie ein Team und beweisen Sie Ihrem Hund, dass Sie verstehen, was er möchte und dass Sie ihm diese Bedürfnisse auch zugestehen – natürlich unter den vorher trainierten Regeln. Besonders Hunde, die zu den Jagdgebrauchshunderassen gehören, sollten ihre jagdliche Passion ausleben dürfen. Viele Hundesportschulen bieten im Rahmen von Mantrailing oder Dummyarbeit ein passendes Jagdersatztraining an, bei dem der Hund seinen Jagdtrieb auf künstlichen Fährten und im gesicherten Umfeld nachgehen darf.

  • Impulskontrolle

Beim Antijagdtraining geht es immer auch um Impulskontrolle – schließlich muss der Hund lernen, seinen Jagdimpuls zu widerstehen. Doch dieses kontrollierte Verhalten widerspricht seiner tierischen Natur und führt naturgemäß zunächst einmal zu Frust. Impulskontrolle heißt also auch, dass der Hund fähig ist, Frust auszuhalten. Und wie alles andere auch, lernt er die Fähigkeit zur Selbstbeherrschung nur, wenn sich dieser Weg als lohnenswert erweist. So muss zum Beispiel ein Hund, der impulsiv an jedem Besucher hochspringt, lernen, dass dies der falsche Weg ist, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Erst wenn er sich brav hinsetzt, wird er von seinem Menschen beachtet und gelobt. Ähnlich funktioniert es auch beim Antijagdtraining. Nur wenn der Hund zeigt, dass er seine Impulse beherrschen kann, darf er auf eine Belohnung hoffen. Jagt er der Beute nicht einfach hinterher, sondern meldet diese zunächst und wartet geduldig auf das Kommando seiner Bezugsperson, wird sein Mensch ihn loben und ihn gemäß seiner Anlagen belohnen.

Eine gute Übung zur Impulskontrolle ist es, wenn Sie Ihren Hund durch das Kommando „Platz“ zunächst ablegen lassen und dann einen Dummy werfen. Springt er auf, ohne Ihr nächstes Kommando abzuwarten, ignorieren Sie ihn. Wenn er es hingegen schafft, geduldig abzuwarten und erst auf Ihr Kommando „Such“ aufspringt und den Dummy holt, belohnen Sie ihn ausgiebig. Natürlich wird diese Übung nur Erfolg haben, wenn Ihr Hund entspannt und ruhig ist. Ein Hund, der aufgeregt hin- und herläuft und dessen Stresspegel sichtbar erhöht ist, wird sich auf ein solches Training kaum einlassen können. In diesem Fall sollte sich Ihr Hund erst einmal austoben dürfen. Gehen Sie mit ihm joggen, spielen Sie mit ihm im Garten oder lassen Sie ihn neben Ihrem Fahrrad herlaufen – erst wenn Ihr Hund körperlich ausgelastet ist und sein Bewegungsbedürfnis wieder im Normalbereich ist, wird er sich auf Ihre Übung zur Impulskontrolle einlassen.

  • Notfallsignal oder Superrückruf üben

Um Ihren Hund beim Waldspaziergang von der Schleppleine zu lassen, müssen Sie sich hundertprozentig auf seinen Rückruf verlassen können. Doch selbst wenn Ihr Hund zuverlässig zu Ihnen kommt, wenn Sie ihn im Park, bei der Begegnung mit anderen Hunden oder Menschen, zu sich rufen, heißt das leider nicht, dass er dies auch in Angesicht eines Wildtieres tut. Überlegt der Hund erst, ob es sich mehr lohnt auf Sie zu hören oder seinem Jagdimpuls zu folgen, ziehen Sie und Ihr Kommando meist den Kürzeren. In dieser Situation brauchen Sie etwas Stärkeres als das oft gehörte und abgenutzte „Bei Fuß“. Vereinbaren Sie mit Ihrem Hund eine Art „Superrückruf“, den Sie nur in Notfällen einsetzen und der Ihrem Hund etwas ganz besonders Tolles verspricht, das er nur sehr selten bekommt.

Hilfreiche Mittel zum Einüben eines solchen Notfallsignals sind eine Hundepfeife und ein besonderes Leckerli, zum Beispiel ein Stück Fleischwurst, für das Ihr Hund fast alles tun würde, um es zu bekommen. Üben Sie das Kommen mit der Pfeife zunächst zuhause und verstärken Sie die äußere Ablenkung langsam, indem Sie die Übung draußen im Garten, auf einem abgelegenen Parkplatz und später auf dem Feld oder im Wald durchführen. Sobald Ihr Hund auf Ihren Pfiff zu Ihnen kommt, belohnen Sie ihn mit dem „Super-Leckerli“. Natürlich sollten Sie die Übung nicht zu häufig wiederholen, sonst könnte es schließlich sein, dass die besondere Belohnung bald gar nicht mehr so besonders ist und dadurch ihren Reiz verliert. Haben Sie den Superrückruf erfolgreich trainiert, sollten Sie ihn wirklich nur im Ernstfall einsetzen und nicht bei jedem gewöhnlichen Spaziergang. Wenn das Notfallsignal seine verheißungsvolle Wirkung beibehält, haben Sie gute Aussichten, dass Sie Ihren Hund damit bei der Witterung eines Beutetieres oder sogar noch bei der Hatz abrufen können.

Wie erfolgreich ist das Antijagdtraining?

Ein erfolgreiches Antijagdtraining erfordert sicherlich eine Menge Arbeit. Kein Trainer der Welt kann den Jagdtrieb eines Hundes von heute auf morgen abstellen. Es braucht Geduld, Konsequenz und Einfühlungsvermögen, um den Hund zu überzeugen, dass es besser für ihn ist, auf das geliebte Jagen zu verzichten. Es wird immer wieder Rückschläge geben und während manche Hunde schon nach ein paar Wochen lernen, ihrem Jagdimpuls zu widerstehen, brauchen andere Hunde dazu fast ein Leben lang. Wie schnell sich der Trainingserfolg zeigt, hängt schließlich nicht nur von Ihnen als Trainer ab, sondern auch vom Hund, seinen Erfahrungen und Bedürfnissen und von der Trainingsumgebung. Besonders für unerfahrene Hundehalter oder für Besitzer, die das erste Mal eine Jagdhunderasse haben, kann der Besuch eines Anti-Jagdhundtrainings unter professioneller Anleitung hilfreich sein, zum Beispiel bei Hundeschulen, Hundesport- oder Rassevereinen.

Für welchen Weg Sie und Ihr Hund sich entscheiden: Geben Sie nicht auf! Halten Sie sich immer wieder vor Augen, wofür Sie mit Ihrem Hund trainieren: für entspannte Spaziergänge ohne Leine und für eine lebenslange Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund! Und vergessen Sie nicht: Selbst passionierte Jagdhunde können lernen, dass das Leben ihnen noch viel mehr bietet als nur das Jagen!

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