American Shorthair

Verfasst von zooplus Redaktion
American Shorthair Katze

Die unkomplizierte American Shorthair hat unter Katzenliebhabern viele Fans.

Die American Shorthair ist ein Nachfahre jener Katzen, die mit den europäischen Siedlern nach Amerika segelten. Genau wie die Europäische und Britischen Kurzhaarkatze zeigt auch sie ein ausgeglichenes Temperament, was sie zur perfekten Begleiterin für Familien mit Kindern macht.

Aussehen: Geschmeidige Katze in vielen Farben

Die American Shorthair ist eine gesunde, aktive und athletische Katze. Sie ist mittelgroß, kräftig und gut gemuskelt, aber dennoch geschmeidig gebaut. Ihr breiter Brustkorb sitzt auf mittellangen Beinen, die von runden Pfoten getragen werden. Auch der mittellange Schwanz hat einen breiten Ansatz.

Leuchtende Augen, konkaves Profil

Die Amerikanische Kurzhaarkatze fällt durch ihre oft leuchtenden, aufmerksamen und leicht schräg angesetzten Augen auf. Diese sitzen über einer massiven, kantigen Schnauze, die perfekt zu ihrem konkaven Profil mit leichtem Nasenstop passt.

Ihre Ohren sind mittelgroß und aufrecht, der Ohrenabstand ist gering.

Welche Fellfarben sind bei der American Shorthair erlaubt?

Das Fell der American Shorthair ist kurz. Länge und Textur sind vergleichbar mit dem der Europäisch Kurzhaar. Welche Farben bei der Zucht erlaubt sind, hängt von der jeweiligen Organisation ab. Die meisten Zuchtvereine akzeptieren jedoch alle Farben.

Die Cat Fanciers Association beispielsweise erlaubt folgende Farbschläge: Weiß, Schwarz, Blau, Cream, Rot, Zweifarbig, Chinchilla, Shaded, Tabby, Calico und Smoke.

american shorthair dreifarbig liegt
Die American Shorthair gibt es auch als dreifarbige Glückskatze.

Charakter der American Shorthair: Entspannt und menschenbezogen

Wie ihr Aussehen ist auch der Charakter der American Shorthair unkompliziert. Die Katzen haben sich die Eigenschaften ihrer Vorfahren erhalten, die gemeinsam mit den ersten Siedlern nach Amerika gekommen sind.

Sie sind gute Mäusejäger, dabei aber wenig aggressiv. Die Tiere gelten als entspannt und menschenbezogen. Amerikanische Kurzhaarkatzen spielen gerne mit ihrem Menschen. Sie lieben aber auch ausgedehnten Streicheleinheiten.

Perfekt für Familien

Ihre wenige dominante Art macht sie zu perfekten Familienkatzen. Als tolerante Hausgenossen verstehen sie sich oft auch mit anderen Tieren, wie zum Beispiel mit Hunden.

Eine American Shorthair ist außerdem sehr anpassungsfähig. Die Katzen sind darum für die Wohnungshaltung genauso geeignet wie für kontrollierten oder unbegrenzten Freilauf.

Als Kurzhaarkatze stellt die American Shorthair keine besonderen Anforderungen an die Pflege. Gerade während der Fellwechselzeit bietet es sich an, die Tiere etwa einmal wöchentlich zu bürsten.

Ansonsten erledigen sie den Großteil der Fellpflege alleine und benötigen selten Hilfe. Katzengras und Malzpasten können den natürlichen Abgang verschluckter Haare erleichtern.

american shorthair mit grünen augen auf bett
Die American Shorthair ist sehr pflegeleicht. Es genügt in der Regel, sie hin und wieder abzubürsten.

Zudem gilt die Amerikanische Kurzhaarkatze als besonders robust und gesund. In der Regel reicht die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt, um sicherzustellen, dass Ihre Katze gesund und fidel bleibt.

Gesundheitsrisiko HCM

Viele Liebhaber der American Shorthair berichten allerdings, dass die Rasse anfällig für die Hypertrophische Kardiomyopathie (HCM) sei. Diese Erkrankung führt zu einer Vergrößerung des Herzmuskels.

Leider ist diese Krankheit nicht heilbar. Ihr Tierarzt kann Sie aber beraten, wie Sie das Leben einer HCM-Katze mit der richtigen Diät und ausgewählten Medikamenten lebenswert gestalten können.

Beim Tierarztbesuch wird das Herz Ihrer Katze routinemäßig abgehört. Vernimmt der Tierarzt hierbei ungewöhnliche Herzgeräusche, wird in der Regel ein Echokardiogramm durchgeführt, um den Verdacht zu bestätigen oder Entwarnung zu geben.

HCM gilt außerdem als vererbbar. Darum ist es wichtig, American Shorthair Katzen mit dieser Erkrankung konsequent aus der Zucht zu entfernen.

Wie alt werden American Shorthair?

Aufgrund ihrer robusten Gesundheit hat die American Shorthair eine relativ hohe Lebenserwartung. Katzen dieser Rasse können 15, in manchen Fällen sogar 20 Jahre alt werden.

Die Voraussetzung ist allerdings, dass Krankheiten wie HCM ausgeschlossen werden. Übergewicht sollte ebenfalls vermieden werden.

Mit Sport und Spiel gegen Übergewicht vorgehen

Die beste Medizin gegen Gewichtszunahme ist zudem das regelmäßige Spiel mit dem Menschen. Bieten Sie Ihrem Stubentiger Katzenspielzeug wie Spielangeln, Bälle und Spielmäuse an und versuchen Sie, ihn zur Bewegung zu animieren.

Haben Sie Platz für einen großen Kratzbaum, kann sich Ihre Katze hier körperlich betätigen. Auch Intelligenzspielzeuge sind sehr beliebt bei den neugierigen Vierbeinern.

American Shorthair neigen gerade bei ruhigerem Lebensstil oder nach der Kastration zur Gewichtszunahme. Das beste Gegenmittel ist eine gesunde, artgerechte Ernährung.

Hochwertiges Katzenfutter

Als Fleischfresser sind Katzen auf hochwertiges Katzenfutter mit viel gesundem Protein und wenigen Kohlenhydraten angewiesen. So erhalten sie alles, was sie zum Gesundbleiben brauchen – ohne Nebenabfälle, die die ableitenden Organe belasten und oft zu einer Gewichtszunahme führen.

Achten Sie darauf, dass das ausgewählte Futter für Ihre American Shorthair viel Fleisch erhält. Erkennbar ist dies daran, dass sich Fleisch an der ersten Stelle der nach Mengen sortierten Zutatenliste befindet. Pflanzliche Produkte sollten nur in kleinen Mengen vorhanden sein, Zucker idealerweise gar nicht.

Barfen als Alternative?

Rohfütterung (Barfen) und Selberkochen sind gute, wenn auch arbeitsintensivere Alternativen. Hier wissen Sie genau, was im Futter enthalten ist und was nicht.

Allerdings benötigen Sie viel Know-how rund um die richtige Katzenernährung, damit Ihre Katze keine Unter- oder Überversorgung an Nährstoffen erleidet. Eine gründliche Einarbeitung in das Thema ist daher Pflicht. Außerdem sollten sie eine Ernährungsumstellung vorab mit Ihrem Tierarzt besprechen.

Als die ersten europäischen Siedler nach Amerika reisten, befanden sich an Bord ihrer Schiffe auch vierbeinige Passagiere. Kätzische Mitreisende waren damals vor allem aufgrund ihrer Jagdfähigkeiten geschätzt. Schließlich hielten sie Ratten und Mäuse während langer Seereisen in Schach.

Und auch an Land waren sie beliebt. Schließlich sorgten sie dafür, dass die Getreidespeicher der Siedler frei von Ungeziefer waren. Nach heutigen Erkenntnissen sind die Vierbeiner der ersten nordamerikanischen Siedler die Vorfahren der heute bekannten und beliebten Rasse namens „Amerikanisch Kurzhaar“, die oft auch als „American Shorthair“ bezeichnet wird.

Zuchtbeginn Anfang des 20. Jahrhunderts

Auch an Bord der Mayflower sollen Katzen gewesen sein – jenem berühmten Segelschiff, mit dem die so genannten Pilgerväter 1620 von Plymouth aus nach Amerika reisten. Kein Wunder also, dass die American Shorthair eine bodenständige, unkomplizierte Rasse ist! Eine systematische Zucht wurde jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts begründet.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Blutlinien der Amerikanisch Kurzhaar durch in die USA importierten Katzenrassen extrem verdünnt. 1906 begann darum eine Gruppe von Züchtern mit einem gezielten Zuchtprogramm.

Unkomplizierte Rasse

Die ursprünglich „Domestic Shorthair“ genannten Rasse wurde in Zuge dessen in „American Shorthair“ umbenannt. So sollte ihr amerikanischer Ursprung betont werden. Zudem sollte diese Katze so von anderen, teilweise keiner Rasse zugehörigen Hauskatzenrassen abgegrenzt werden.

Trotzdem wurde die Amerikanisch Kurzhaar nach Ansicht vieler Züchter noch bis in die 60er-Jahre auf Zuchtausstellungen stiefmütterlich behandelt. Wahrscheinlich auch aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu „normalen“ Hauskatzen und ihrer Unkompliziertheit.

Einheitliche Rassestandards festgelegt

Dennoch: Wie viele andere Katzenrassen gehört zur Zucht einer Amerikanischen Kurzhaarkatze ein genau definierter Rassestandard. Dieser bezieht sich auf Körperbau, Haarlänge und Färbung, doch auch auf den Charakter der unkomplizierten Tiere.

Auch wenn die meisten Zuchtverbände alle Fellfarben anerkennen, ist die „silver tabby“ besonders beliebt. Genau wie bei British Kurzhaarkatzen der gleichen Farbe ähneln American Shorthair der Farbe silver tabby der bekannten Katze aus der Whiskas-Werbung fast bis aufs Haar!

Concept for Life General 2020

Anschaffung: American Shorthair aus seriöser Zucht haben ihren Preis

American Shorthair sind heutzutage aus der nordamerikanischen Zuchtszene nicht wegzudenken. Europäische Liebhaber dieser Katzenrasse müssen aber oft etwas länger nach einem Züchter suchen.

Wie bei allen Rassekatzen gilt: Nur eine professionelle Zucht ist eine gute Zucht. Die Arbeit und das Herzblut, das der Züchter in seine Tiere und ihren Nachwuchs steckt, sind ausschlaggebend für den Zuchterfolg. Dies zeigt sich in der körperlichen und geistigen Gesundheit der Tiere.

Erbkrankheiten sollten ausgeschlossen sein

Ein verantwortungsvoller Züchter legt Wert darauf, dass sich die Mutterkatze nach jeder Geburt erholen kann. Dies reduziert die Anzahl der Würfe pro Jahr und den Profit der Zucht. Doch gesunde, ausgeglichene Muttertiere sind es ihm wert.

Verpaart wird mit Kenntnis eventueller Erbkrankheiten und Komptabilität der Elterntiere. Seine Katzen lässt der Züchter auch während der Trächtigkeit tierärztlich überwachen.

Nach der Geburt der Katzenkinder werden diese ebenfalls tierärztlich untersucht und erhalten bis zum Umzug in ihr neues Zuhause alles, was sie zum Heranwachsen brauchen: Gutes Futter, Impfungen, Entwurmungen und sozialen Kontakt zu Geschwistern, Mitkatzen und der Menschenfamilie sollten selbstverständlich sein.

Gute Sozialisation ist wichtig

Vor der zwölften Woche gibt ein seriöser Züchter seine Jungkatzen nicht ab. Denn die Prägungsphase der ersten drei Monate ist insbesondere für den Ausbau einer ausgeglichenen, gesunden Psyche wichtig. Nur so wird Ihre Amerikanisch Kurzhaar zu der unkomplizierten Katze, die Sie sich wünschen.

american shorthair kitten
Ein Kätzchen der Rasse American Shorthair kostet zwischen 600 Euro und 1.100 Euro.

Müssen Papiere wirklich sein?

Der Züchter Ihres Vertrauens sollte außerdem Mitglied in einem Katzenzuchtverein sein. Nur die Dachorganisationen können Papiere ausstellen, die Ihre Katze zu einer richtigen Amerikanisch Shorthair machen.

Gerade dann, wenn Sie nur einer Liebhaberkatze ein Zuhause geben möchten, mag dieses Stück Papier überflüssig erscheinen. Doch Zuchtvereine haben einen Sinn.

Sie überprüfen Aufzuchtbedingungen der Kitten, die Rassezugehörigkeit der Elterntiere und stellen sicher, dass Ihre Fellnase auch wirklich eine Amerikanisch Kurzhaar ist.

Wie viel kostet eine American Shorthair?

Eine reinrassige American Shorthair aus seriöser Zucht kostet in der Regel zwischen 600 Euro und 1.100 Euro.

Der Preis mag zunächst hoch erscheinen. Doch professionelle Zucht bedeutet viel Aufwand. Dafür bekommen Sie allerdings eine gesunde und gut sozialisierte Katze.

Alternative zum Züchter: Im Tierheim vorbeischauen

„Vermehrer“, die Rassekatzen ohne Papiere zum Sonderpreis anbieten, sollten Sie dagegen meiden. Das vermeintliche Schnäppchen kommt oft zu einem hohen Preis.

Inzucht, kurze Aufzuchtzeiten und fehlende Gesundheitsvorsorge führen dazu, dass Ihre Katze eventuell nicht so gesund und unkompliziert ist, wie Sie es sich wünschen. Vertrauen Sie darum nur einem professionellen Züchter.

Alternativ finden sich auch viele Rassekatzen im Tierheim wieder und freuen sich, in ein gutes, neues Zuhause umziehen zu können!

Steckbrief zur American Shorthair

Besonderheiten: Die American Shorthair ist eine beliebte Katzenrasse, die als entspannt, menschenbezogen und robust gilt.
Charakter: anhänglich, freundlich, ausgeglichen, verspielt
Größe: mittelgroß
Gewicht: ca. 3-5 kg
Augenfarbe: Grün oder Gold
Farben: in der Regel alle Farben und Muster erlaubt
Fell: kurz, dicht und fest am Körper anliegend
Fellpflege: geringer Pflegeaufwand
Lebenserwartung: ca. 15-20 Jahre
Typische Krankheiten: robuste Rasse, die allerdings zu HCM neigt
Preis: ca. 600-1.000 €
Herkunft: USA

zooplus Redaktion
zooplus Redaktion

Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team von Experten und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Florian, Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos und Franziska mit ihrer Malterserhündin Emmy sowie ihrem Pferd Rubi. Gemeinsam arbeiten wir mit einem großen Netzwerk aus Tierexperten daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Tierwissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.


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