Die Katzengeburt: Wenn der Stubentiger Nachwuchs bekommt

Katze und Kitten nach Katzengeburt

Gemeinsames Schmusen nach der Geburt des Kätzchens.

Ist Ihre Hauskatze trächtig, können Sie sich schon auf eine aufregende Zeit freuen. Die bevorstehende Geburt wirft aber auch Fragen auf, gerade wenn die eigene Samtpfote zum ersten Mal Mutter wird. Damit Sie sich bestmöglich auf das freudige Ereignis vorbereiten können, haben wir die wichtigsten Informationen rund um das Thema Katzengeburt gesammelt.

Wie lange ist eine Katze überhaupt trächtig?

Wird die Katze trächtig, dauert es rund neun Wochen bis zur Geburt der Kitten. Die genaue Tragezeit variiert allerdings zwischen 61 und 72 Tagen. Sollten die Kätzchen nach dem 72. Tag noch nicht da sein, empfiehlt sich dringend der Besuch eines Tierarztes.

In dieser Zeit zügeln Katzen meist auch ihre allgemeinen Aktivitäten – außer denen am Futternapf. Schließlich müssen sie jetzt für ihren Nachwuchs „mitfressen“. Dementsprechend verändert sich auch das Gewicht der zukünftigen Mutter, die zusehends rundlicher wird.

Trächtige Katze Steinboden
Katzen sind rund neun Wochen lang trächtig.

Sollte ich vor der Geburt zum Tierarzt gehen?

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Kätzin trächtig ist, sollten Sie auf jeden Fall einen Tierarzt besuchen. Er kann zum einen klären, ob es Ihrem Liebling und den Babys gut geht. Zum anderen erhalten Sie darüber Auskunft, auf wie viele Kätzchen Sie sich einstellen müssen.

Ab dem 24. Tag ist es per Ultraschall möglich, die Herzaktivität der Welpen zu nachzuweisen. Ab dem 43. Tag lässt sich die genaue Anzahl mit einer Röntgenuntersuchung feststellen. Im Schnitt bekommt eine Katze übrigens drei bis sechs Junge pro Wurf; beim ersten Mal sind es aber meist weniger.

Was braucht man für die Katzengeburt?

Katzen meistern die Geburt ihres Nachwuchses in der Regel alleine. Komplikationen kommen zum Glück nur selten vor. Beobachten Sie also das Geschehen, bewahren Sie Ruhe und sorgen Sie einfach dafür, dass sich Ihre Samtpfote wohlfühlt. Jeglicher Stress für Ihre Fellnase muss gegen Ende und nach der Trächtigkeit unbedingt vermieden werden.

Steht die Katzengeburt kurz bevor, bieten Sie Ihrer Katze gemütlich ausgestattete Kisten oder Kartons als Wurfkiste an. Allerdings weiß nicht jede Katze diese Angebote zu schätzen. So manch werdende Mama zieht sich auch in den Kleiderschrank oder einen Wäschekorb zurück, um ihre Babys zu bekommen.

Weitere wichtige Vorbereitungen:

  • Legen Sie sich die Nummer Ihres Tierarztes zurecht. Sicher ist sicher.
  • Stellen Sie eine Waage bereit, um das Gewicht der Kätzchen zu bestimmen.
  • Notieren Sie sich den Ablauf der Katzengeburt mit den Uhrzeiten und dem Gewicht der Babys. Das hilft dem Arzt, falls später Komplikationen auftreten sollten.
  • Legen Sie ein kleines, sauberes Handtuch bereit, um die neugeborenen Kätzchen notfalls abzureiben. Das macht aber im Normalfall die Mutter selbst.
  • Kaufen Sie Fläschchen und spezielle Aufzuchtmilch für Kätzchen. Manchmal kann die Mutter ihre Babys nicht mit genügend Milch versorgen.
  • Wärmematten, ein Infrarotstrahler oder Körnerkissen sind ebenfalls empfehlenswert, um den Katzenbabys ein warmes Lager zu schaffen.

Wie erkenne ich die bevorstehende Katzengeburt?

Es gibt diverse Anzeichen, die auf die baldige Katzengeburt hindeuten. Die wichtigsten sind:

  • Unruhe: In den Tagen vor der Geburt wird die Katze zunehmend unruhig. Sie läuft vermehrt umher, miaut öfter oder putzt sich ständig.
  • Appetitlosigkeit: Die Katze frisst weniger oder verweigert Nahrung komplett; stattdessen trinkt sie mehr.
  • Suche nach einem Rückzugsort: Um ihre Jungen auf die Welt zu bringen, sucht die werdende Mutter nach einem ruhigen und geschützten Ort.
  • Muttermilch, die aus den Zitzen austritt
  • Die Katze liegt auf der Seite und atmet schneller.

Wenn Sie diese Anzeichen entdecken, sollten Sie besser zuhause bleiben, um Ihre Samtpfote zu beruhigen und Ihr bei etwaigen Komplikationen helfen zu können.

Wie läuft die Geburt der Katzenbabys ab?

Wie beim Menschen setzen vor der Katzengeburt Wehen ein. Ihre Katze atmet schnell und laut, sie schnurrt und ist womöglich sehr anhänglich. Viele Hauskatzen möchten in dieser Phase gar nicht allein gelassen werden. Reden Sie in diesem Fall beruhigend auf Ihre Katze ein und streicheln Sie sie.

Es vergehen meist zwei Stunden zwischen dem Einsetzen der Wehen und der Geburt des ersten Kätzchens. Unmittelbar vor dem Beginn setzt die Bauchpresse ein. Die Katze presst dann deutlich sichtbar ihren Bauch immer wieder zusammen. Danach kommt das Kitten sehr schnell auf die Welt. Zwischen der Geburt der einzelnen Kätzchen kann bis zu einer Stunde vergehen; die Mutter wird sich währenddessen etwas ausruhen.

Reinigung der Kätzchen

Gleich nach der Geburt entfernt die Katze die Fruchtblase, durchbeißt die Nabelschnur und säubert das Kätzchen. Das etwas ruppig anmutende Ablecken ist wichtig, um die Atmung des Kittens anzuregen.

Sollte Ihre Katze zu erschöpft sein oder nicht selbstständig damit beginnen, können Sie vorsichtig nachhelfen. Platzieren Sie das Kätzchen mit dem Gesicht nach unten und reiben Sie es sanft gegen den Strich ab. Ziel ist es, die Atemwege zu befreien und die Atmung anzuregen.

Wundern Sie sich übrigens nicht: Viele Katzen fressen die Nachgeburt ihres Wurfes auf. Das ist ein ganz natürliches Verhalten, mit dem Katzen unter anderem verhindern, dass Fressfeinde angelockt werden.

Katze säubert Kitten
Gleich nach der Geburt säubert die Katzenmama ihr Baby zum ersten Mal.

Woran erkenne ich, ob es Komplikationen bei der Katzengeburt gibt?

Katzen bringen ihre Babys ganz alleine zur Welt und benötigen in aller Regel keine menschliche Hilfe. Sehen Sie einfach regelmäßig nach Ihrer Samtpfote. Greifen Sie aber nicht ohne Not in den Geburtsprozess ein; das könnte Ihre Katze zusätzlich unter Stress setzen.

Es gibt jedoch Warnsignale während und nach der Geburt, bei denen Sie einen Tierarzt rufen sollten:

  • Die Katze presst seit zwei Stunden und es ist noch immer kein Kitten geboren worden.
  • Sie können das Baby schon sehen, aber trotz langen Pressens kommt es nicht heraus.
  • Es vergeht zu viel Zeit, bis das nächste Kätzchen kommt. Mehr als eineinhalb Stunden sollten nicht zwischen den Geburten liegen.
  • Das austretende Fruchtwasser riecht sehr übel.
  • Die Katze presst immer noch, obwohl schon alle Kätzchen da sind.
  • Das Muttertier wirkt apathisch und hat starke Blutungen.
  • Nach der Geburt wirkt die Katze sehr unruhig, zittert oder nimmt keine Nahrung mehr zu sich.
  • Sie stellen an den Zitzen der Mutter blutigen oder bräunlichen, übelriechenden Ausfluss fest.
  • Die Kitten wirken sehr schwach, sind leblos, trinken keine Milch oder nehmen kaum an Gewicht zu.
Kätzchen nach der Katzengeburt
Direkt nach der Geburt gibt es schon die erste Fütterung.

Nach der Katzengeburt: Was nun?

Schon kurz nach der Katzengeburt suchen die Kitten nach den Zitzen der Mutter und beginnen, die erste Muttermilch zu trinken. Das ist extrem wichtig, da das Jungtier auf diese Weise essenzielle Antikörper für sein Immunsystem und weitere Nährstoffe erhält. Diese kann das Kätzchen nur in den ersten Stunden nach der Geburt aufnehmen.

Es kann außerdem vorkommen, dass Katzenmütter ihren Nachwuchs nach der Geburt an einen anderen Ort bringen, um sie vor möglichen Feinden zu schützen. Das ist ein ganz normales, instinktives Verhalten. Lassen Sie Ihre Katze den richtigen Platz wählen.

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